dorf,
das
;
-es/-er
+ Uml.
›ständig bewohnte, bäuerliche Siedlung mit zugehöriger Nutzfläche, besonderer Sozialstruktur sowie eigener Verwaltung und Rechtsprechung; sowohl rechtlich-politische als auch kirchliche Landgemeinde (vgl.  7)‹; als Metonymie auch: ›Gemeinschaft der Dorfbewohner‹. Dörfer gehörten (meist) einem oder mehreren Grundherren, an den bzw. an die Abgaben zu zahlen oder Dienste zu entrichten waren; sie konnten verkauft, verpfändet und verpachtet werden, stellten also auch ein Rechts- und Wirtschaftsgut dar.
Zur Sache: Lex. d. Mal.
3, 1266-80
; Hrg
1, 1120
 ff.; Rwb
2, 1033
ff. (mit umfangreichem Wortbildungsfeld).
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Phraseme:
dorf, feld und flur; etw. zu feld und zu dorf haben; jm. etw. behemische dörfer sein
›etw. für jn. unklar, fremd sein‹.
Bedeutungsverwandte
(bzw. sachbereichsverwandt): (
das
5,
2
 5, ,
1
,  1,
1
, , , , ,
1
 2,  2, I, 4,
2
 2, , , ,  578,  4,  1,  11, (
die
3, , , , , ; vgl. , .
Syntagmen:
j. ein d. abbrennen / anlegen / anstechen / anstossen / behalten / erkaufen / fürgehen / innehaben / kaufen / setzen / verbrennen
;
ein d
. (Subj.)
ankommen / aussterben, etw. / jn
. (z. B.
einen pfarherren
)
haben
;
der siz / vormund, die meinung, die einwoner, die gemeinde eines dorfes, j
. (z. B.
ein dorfsherre
)
ein teil eines dorfes haben
;
an das d. stosen, etw. auf das d. setzen, etw
. (z. B.
glocken
)
aus dörfern nemen, jn. aus dem d. füren / setzen, j. aus einem d. misten gehen, im d. schiessen / wonen, gesessen sein, etw. im d. haben, j. hat es im d. gut, j. in ein d. faren / kommen / ziehen, in einem d. etw
. (z. B.
gericht
)
haben, in einem d. etw. abholen / auskaufen / machen / tragen, zins abgehen lassen, zu gericht sitzen, in ein d. gehen / ziehen, etw
. (z. B.
ein schwert
)
in den dörfern tragen, j. / etw
. (z. B.
klöster
)
mit dörfern begaben, von allen dörfern zulaufen
;
das ausgebante / deutsche / eingeschränkte / freie / geschriebene / halbe / neue / unbemauerte / unbeschlossene / wegbare, das neu angelegte d., die umliegenden dörfer
.
Wortbildungen:
dorfamptman
›Ortsvorsteher‹ (a. 1585),
dorfban
›Dorfgemarkung‹ (a. 1348),
dorfbanteiding
›Aufzeichnungen des Dorfgerichts‹ (a. 1563),
dorfbecker
,
dorfbeweis
›ländliches Weistum‹ (a. 1577),
dorfborn
›Dorfbrunnen‹ (a. 1589),
dorfbote
›Gemeindebüttel‹ (a. 1529),
dorfbrief
›schriftlich fixierte Dorfordnung‹ (a. 1416),
dorfbrunnen
,
dorfbuch
a) ›Aufzeichnung des Dorfrechts‹ (a. 1534); b) ›dörfliches Gerichts-, Lagerbuch; Steuerrolle‹ (a. 1593),
dorfbürge
›Dorfvorsteher; Gemeindegeschworener‹ (a. 1564),
dorfbüttel
›Gemeindediener‹ (a. 1573),
dorfcalmäuser
›im Dorf ansässiger armer Gelehrter‹ (a. 1576),
dorfding
›bäuerliches Gericht‹ (a. 1558),
dorfdocke
›Dorfmädchen‹,
dorfdosche
Schimpfwort für Dorfbewohner,
dorferbe
›vollberechtigtes Gemeindemitglied‹ (a. 1544),
dorfetter
›Dorfzaun‹; ütr. ›umzäunter, bebauter Teil des Dorfes‹ (a. 1456),
dorffarre
›Dorfcasanova‹,
dorffeld
, ˹
dorffestigung
(a. 1625),
dorffestung
˺ (a. 1558) jeweils ›Dorfzaun‹,
dorffilz
›grober Bauer‹ (a. 1540),
dorfflecken
›Landgemeinde‹ (a. 1625),
dorffron
›Dienstpflicht eines Dorfes gegenüber dem Dorfherren‹,
dorfgans
,
dorfgebäude
,
dorfgeld
›dörfliche Abgabe‹ (a. 1411),
dorfgenossame
›Gemeindeverband, -bezirk‹ (a. 1584),
dorfgenosse
›vollberechtigter Dorfbürger‹ (a. 1525),
dorfgift
›Abgabe der Dorfbewohner‹,
dorfgraben
,
dorfgraf
›Dorfrichter‹ (a. 1409),
dorfgut
›Grundbesitz eines Dorfes‹ (a. 1467),
dorfhalt
›Dorfweide‹,
dorfhandel
›Gemeindeangelegenheit‹ (a. 1509),
dorfhauptman
›Ortsvorsteher‹ (a. 1599),
dorfhirte
,
dorfholz
›Allmendwald‹,
dorfhufe
›ortsübliche Bauernstelle‹ (a. 1337),
dorfhut
›Weiderecht‹ (a. 1355),
dorfhüter
›Amtmann‹ (a. 1420),
dörfig
›keck, durchtrieben‹,
dörfisch
›rustikal, dörflich‹,
dorfkämerer
›Mitglied des Dorfvorstandes‹ (a. 1640),
dorfkirche
,
dorfkirchweihe
,
dorfknappe
›Handwerksgeselle‹ (a. 1603),
dorfküster
,
dorflap
abwertend für ›Dorfbewohner‹, ˹
dorfler
,
dörfling
˺ jeweils ›Dorfbewohner‹,
dorflücke
›Durchgang in der Dorfeinfriedung‹,
dorfmas
›in einem Dorf übliches Maß‹,
dorfmeid
,
dorfmeier
›Mitglied des Ortsvorstandes‹,
dorf|
1
metze
›geeichtes, amtliches Messgefäß der Gemeinde‹ (a. 1549),
dorf|
2
metze
›(leichtfertiges) Bauernmädchen‹,
dorfmüle
,
dorfmüller
,
dorföfnung
›Gemeindesatzung‹ (a. 1592),
dorfrechner
,
dorfrechnung
,
dorfreder
›Ortsvorsteher‹ (a. 1572),
dorfrind
›Zuchtstier im Besitz des Dorfes‹ (a. 1581),
dorfrodel
›Dorfweistum‹ (a. 1527),
dorfrüde
,
dorfsache
›Gemeindeangelegenheit‹,
dorfsasse
›Dorfbürger‹ (a. 1589),
dorfsbete
(a. 1561),
dorfschäfer
,
dorfschmied
,
dorfschreiber
›Gerichtsschreiber eines Dorfes‹ (a. 1624),
dorfschroter
›Dorfschneider‹,
dorfschütze
›Gemeindediener, Büttel‹,
dorfschwein
›Zuchteber im Besitz des Dorfes‹ (a. 1581),
dorfs|ehehaft
›dörflicher Gemeinbesitz‹,
dorfs|einung
›Dorfsatzung‹,
dorfs|einzug
›Einstandszahlung von Neubürgern im Dorf‹ (a. 1600),
dorfsfrau
›im Dorf geborene Frau‹ (a. 1556),
dorfsfreiheit
›Grundherrschaft‹,
dorfsfürst
›Dorfobrigkeit‹,
dorfsgenosse
,
dorfsgeschäft
›dörfliches Rechtsgeschäft‹,
dorfsgeschworener
›Mitglied des Gemeindevorstands‹ (a. 1623),
dorfsgewonheit
›dörfliches Gewohnheitsrecht‹ (a. 1536),
dorfshalben
›von Seiten des Dorfes‹,
dorfspflicht
›Lasten des Dorfes gegenüber der Obrigkeit‹ (a. 1511),
dorfsschäferei
,
dorfstab
›Amtszeichen des Ortsvorstehers‹ (a. 1589),
dorfstadel
›Ortschaft‹,
dorfstat
›Ort, an dem ein Dorf steht oder stand‹,
dorfstier
›Zuchtstier im Besitz des Dorfes‹,
dorfstörer
›unzünftiger Landhandwerker‹ (a. 1567),
dorfsupan
›Dorfvorsteher‹ (a. 1584),
dorfsverwarung
›Dorfbefestigung‹ (a. 1552),
dorfsvorgesezter
,
dorfszeichen
›Eigentumsmarke eines Dorfes‹ (a. 1621),
dorftöpfer
,
dorftruhe
›Truhe zur Verwahrung des dörflichen Schrifttums‹ (a. 1648),
dorftrühel
›Gemeindekasse‹ (a. 1609),
dorftuch
wohl ›grobes Tuch‹,
dorfvierer
›Mitglied des vierköpfigen Ortsvorstandes‹ (a. 1536),
dorfwald
,
dorfwandel
›Einnahme des Dorfrichters‹,
dorfwasser
,
dorfweib
(a. 1483),
dorfweibel
›Gerichtsdiener, Beamter des Grundherrn‹,
dorfweise
›bauernschlau‹,
dorfwoner
(dazu bdv.: ,
der
, 1),
dorfzaun
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
180, 4160
(
Magdeb.
1608
):
JCh sagt jhm das bey meinen ehren / | Mir das Behmische Doͤrffer weren.
Ebd.
575, 2190
:
Der Stad drawet sein zorn vnd Rach / | Das er heimlich fuͤr der Gemein / | Nur auff dem Dorff kont sicher sein.
Enders, Eberlin
2, 18, 15
(
Wittenb.
1525
):
wann adamsrippen vmbherstond oder knienn, so gaffen die oͤlgoͤtzen mer den selbigen dorffgensen zuͦ.
Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden
112, 25
(
preuß.
,
1400
/
02
):
Nyclos der dorffsmyͤt czu Grampschen tenetur 20 sc. vor 1 khu.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
164, 19
(
preuß.
,
1431
):
206 m. 17 sc. czinses usz den deutschen dorffern, steten.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 543, 33
(
preuß.
,
1431
):
dorfschroter, smede, schumacher [...] etc. 2 scot.
Ebd.
587, 16
(
1433
):
Dorfftopper itczlicher 1 scot.
Luther, WA Br.
9, 516, 5
(
1541
):
Es ist ein armer man, [...], itzt ein dürfftiger dorffküster.
Große, Schwabensp.
186a, 11
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Also ist iz ein dorphirde, der sol iz
[das Vieh]
antworten inderhalp den zuͤnen.
Quint, Eckharts Pred.
1, 350, 5
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
ich hân ein dorf gekoufet, ich enmac niht komen.
Aubin, Weist. Köln/Brühl
49, 18
(
rib.
, Hs.
A. 16. Jh.
):
Ouch wisen die gesvoeren dit dorp Rondorp ein fry dorp.
Lau, Qu. Siegburg
25, 20
(
rib.
,
ca. 1550-1581
):
Es soll auch kein gewantmecher tuch machen [...], ausgenommen dorptuch.
Chron. Köln
2, 282, 18
(
Köln
1499
):
die vur van ein woinden up die dorpsche wise.
Struck, Klöster
123, 3
(
mosfrk.
,
1363
):
Sie sollen von dem Hof alle Abgabe (
dorffgifft
), die den (Landes-)Herren fällt. allein entrichten
.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
1, 1339,
Anm. 9 (
mosfrk.
,
1470
):
ein jeder Amtmann sol dabi und mit sin, die dorfrechnung jerlichs geschee in iedem dorf sins ampts.
Brinkmann, Bad. Weist.
105, 9
(
rhfrk.
,
1580
):
soll der müller das dorfwaßer zuvor haben.
Ebd.
223, 34
(
1659
):
Zum andern solle in dem dorf Bayerthal, es geschehe zu dorffeld oder -wald, kein neuer stein gesetzt [...] werden.
Ebd.
335, 37
(
1553
):
wo der jude uf verpotner weide ein dorfseinung preche, soll er darumb der gemeinde dieselb ainung der gepur erlegen.
Kollnig, Weist. Schriesh.
72, 29
(
rhfrk.
,
1687
):
so solle ein jedes [schwein] mit dem gewöhnlichen statt- oder dorfszeichen, beneben des aigentumbers haußzeichen gebrännt [...] werden.
Ebd.
112, 35
(
1496
):
wisen sy unserm gnedigsten hern pfaltzgraven [...] vor iren dorfs- und geriechtsfursten und hern al hoh und nidder freveln zu strofen.
Ebd.
170, 28
(
1534
):
der dorfschäfer hat zue den ostern auch ein brot bey eim jeglichen, der schaaf zu treiben hat.
Ebd.
171, 44
(
1610
):
In der dorfsschäferei gefallen etwan nach gelegenheit 4, 5, 6 [zehentlemmer].
Ebd.
242, 31
(
1571
):
wer es, das einer, der seßhaftig gewest were, uffbreche und wolt anders wohin ziehen, hett er sein haußgerede pracht fur die dorfzeune und beruwt ine das, das er widerkerte, wer das tet, der sol die buwerschaft widerkaufen.
Ebd.
270, 26
(
1533
):
[Gut],
das in ein hubgericht hört eynes andern dorfe oder herschaft.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 413, 25
(
hess.
,
1593
):
die passamentirer, so umb dise statt herumb uf dem lande in den umbliegenden dorffen wonen.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
24, 29
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Esel! Dorfweiser götling!
Beyer, UB Erfurt
2, 238, 35
(
thür.
,
1348
):
daz dazselbe dorfstadil mit gerichte, zinsen, und gulde [...] zu Czimmern noch gehoͤrin [...] sal.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
185, 14
(
thür.
,
1474
):
man, der in eyme dorffe obirste unde nedderste gerichte hat.
Ebd.
261, 38
:
daz sy wesin unde egker in yrem dorffe, flure unde felde zcu Mesicz habin.
Ebd.
263, 1
:
dy sitcze unde hoffestete des dorffis.
Ebd.
279, 15
:
Hannßen Guder unde syne metekumppan, vormunden des dorffis.
Ebd.
279, 28
:
dy mere menunge des dorffis zcufellig ist unde des also gestehet.
Ebd.
33
:
daz sy schetczer sin sollen unde diß jar anslahen mußen, waz ditcz jar uff daz dorff gesatczt werdet.
Ebd.
280, 11
:
Hath dy gemeyne des dorffis [...] gewillikort unde gesatczt.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
117, 4
(
osächs.
,
1523
/
4
):
Geistlicher zehende [...], den man den dorfkirchen und den priestern geben sall.
Ebd.
503, 7
:
das er sich weret, hirtenlone zu geben unserm gemeinen dorfhirten.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
373, 4
(
schles. inseldt.
,
1467
):
wÿ sÿ seÿnt mitennander obireÿnkommen von des darffgrabes twaÿn.
Mon. Boica, NF.
1, 441, 18
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Rentt, zinsz und gulte [...] in den hernachgeschriben dorffern.
Ebd.
2, 1, 23, 8
(
1464
):
woͤ die herschaft den merern teyl nicht hat des dorfs, do ist not, das die bawern oͤrdenlich ir velt [...] auszmeszen.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
21, 21
(
nobd.
,
1466
):
sunder arme, reiche, fremde und anheymisch mogen wein schencken und sollen die dorfmase geben.
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
211, 9
(
nobd.
,
1486
, Hs.
16. Jh.
):
anderthalben morgen wismats ober der dorfmullen gelegen.
Ebd.
13
:
ein halben morgen, doby feldzhalben unser liebe frawe zu Wilentzheym, dorfshalben der dorfmuller.
Fastnachtsp.
344, 17
(
nobd.
,
n. 1494
):
Ich bin ein alter ackertrapp | Und auch ein rechter dorflapp.
Ebd.
580, 7
(
15. Jh.
):
Dorfmaid und baurnknecht, | Die wollen tanzen umb den han.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
121, 17
(
nobd.
,
1525
):
ist ain handwerk beschwert mit den dorfbecken, das sie vor der statt sitzen.
Ebd.
501, 34
(
n. 1525
):
das wir dester pas unsern flecken und dorf [...] möchten behalten.
v. Keller, Ayrer. Dramen
3358, 10
(
nobd.
,
um 1600
):
Die leudt Veracht vnd Stieglfritzt, | Vns Pauern die dorffdoschen nent.
Sachs
9, 131, 13
(
Nürnb.
1554
):
Und laufft stets umb wie ein dorff⸗farr.
Ebd.
17, 172, 3
:
Was geldts köndt wir denn lösen dar, | Wo wir auff die dorffkirchweich kummen!
Bihlmeyer, Seuse
75, 19
(
alem.
,
14. Jh.
):
[min geselle] hat es in den dorfbrunnen getan.
Spanier, Murner. Narrenb.
8, 38
(
Straßb.
1512
):
Wer sich gloubet edel geboren, | So all syn fründt doͤrflinger woren.
Dasypodius
308v
(
Straßb.
1536
):
Dorffwohner Paur. Paganus, Vican.
Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 286, 28
(
Straßb.
um 1545
):
wann iedes dorfe ein guͦten pfarrherren hett, [...] wer eben genug.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 291, 14
(
Hagenau
1534
):
Es ist keyn dorflein so klein / es wirt des jars einmal kirchweyhe darinnen.
Barack, Teufels Netz
10869
(
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Tuot er denn ainr kessi und pfannen pletzen, | Besunder den ainfaltigen dorfmetzen.
Rennefahrt, Statut. Saanen
117, 19
(
halem.
,
1470
):
daz ich [Clewi Boͤmer] ze Sanen in dem dorff fuͥr einer gebotner gemeind har umb ze gericht sas.
Ebd.
251, 36
(
1644
):
[Die Abgeordneten der Landschaft Saanen sollen sich]
deßen [gesatz machen] fürohin gentzlich (ußert allein [in] geringen dorffsachen) überheben.
Ders., Recht Laupen
186, 33
(
1529
):
das gmein dorff [...] sol jerlichs bodenzinß von einer rüti ob dem Stein [...] 10 ß.
Ders., Wirtsch. Bern
2, 755, 2
(
1609
):
Denne Jaussi, ein dorffgnoß zuͦ Muri, hat [...] ein behusung.
Schib, H. Stockar
165, 20
(
halem.
,
1520
/
9
):
und sturbend ettlyche stettlin und dyerf uss.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
214, 15
(
halem.
,
1525
):
Dann sin gnad vermeint, das die von Roschach [...], och kein hofgnossen oder dorfsgnossen anzenemen oder zesetzen gewalt noch macht haben.
V. Anshelm. Berner Chron.
1, 337, 16
(
halem.
,
n. 1529
):
die dorfryden hattend on urloub ein hirzen zerrissen.
Ebd.
6, 181
:
wie diser muͤnch wolberet und nach muͤnchischer art, doͤrfig und fraͤvel, ins wort Gotes [...] so grasslich [...] huͤw und laͤstrete.
Kläui, Urk. Kaiserstuhl
188, 2
(
halem.
,
1542
):
Hanns Brem, der zeit geschworner dorfweibel zuͦ Nidervisibach, der zu Nidervisibach [...] zu Gericht sitzt.
Ebd.
260, 2
(
1584
):
Die geschwornen dorffmayer und gantze gemaindt [...] verkaufen [...] 10 Gl. jährlichen Zins.
Maaler
92r
(
Zürich
1561
):
Doͤrffisch. Rustice.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 67, 288
(
schwäb.
,
1471
):
Sy gunden frölich schocken | Vor den dorff docken.
Schwarz, Awürt. Lagerb.
1, 204, 39
(
schwäb.
,
1524
):
Wie dann [...] in gemeltz dorfs buch geschriben steet.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 416, 4
(
schwäb.
,
1570
):
Wann die dorfrechner die gemainden verleichen und (einer) etwas auß der gemaind bestatt, soll (er) es [...] bezahlen.
Ebd.
548, 6
(
1493
):
Wie ohnordenlich [...] eß bei obangezognen ihren gemeinen dorfsgeschäften [...] dahergehe.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 263, 1
(
schwäb.
,
1611
):
damit [...], soll der gemeine dorfschütz [...] verordnet werden.
Bauer, Geiler. Pred.
465, 24
(
Augsb.
1508
):
Lassend uns eingeen in die stoͤtt / unnd doͤrffer.
Henisch
156
(
Augsb.
1616
):
Auff ein aw vnd gaw enden sich vil namen der oͤrter / Staͤtt vnd Doͤrffer / so an den thaͤlen vnd waͤssern ligen.
Thiel u. a., Urk. Münchsm.
166, 18
(
moobd.
,
1346
):
vnser huͤb, di gelegen ist ze Haunspach, [...], ze veld vnd ze dorf, als wir si selbe inne hawen gehabt.
Hör, Urk. St. Veit
124, 14
(
moobd.
,
1378
):
disem wurdigen gotzhaus [...] zugeaignt das dorf Herbergn.
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 488, 5
(
moobd.
,
1459
):
vnd was lons in douon geuelt, dasselb gelt suͦllen sie an jrs dorfs eehafft vnd gemayn legen.
Leidinger, V. Arnpeck
703, 39
(
moobd.
,
v. 1495
):
herzog Cristof und Bolfgang [...] zugen mit rauben [...] in vil dorfer.
Winter, Nöst. Weist.
1, 266, 33
(
moobd.
,
16. Jh.
):
die nachparn zue Siening haben drei dorflucken.
Ebd.
2, 10, 19
(
1438
/
52
):
Das vierd recht ist das ain richter hie der gemain ainen dorfstier sol halten.
Ebd.
960, 21
(
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
so chundents auch das die von Walsee die dörfstat [...] dem abbt und seinem gotshaus ze unrecht vor habent.
Ebd.
9, 194, 18
(
E. 16. Jh.
):
Daß gottßhauß St. Pöldten hat zu Capeln [...] die torfsfreihait, wie von alters herkommen ist.
Mell, Steir. Weinbergr.
126, 31
(
smoobd.
,
1543
):
das all pauern [...] sich domit in dörfer oder auf hofhuben oder hofstat ziehen und setzen sollen.
Ders. u. a., Steir. Taid.
143, 22
(
m/soobd.
,
1580
, Hs.
1629
/
43
):
wan ein richter [...] seinen dorf-wandel fordert, sol ime ieder die bezalen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
149, 3
(
m/soobd.
,
16. Jh.
, Hs.
18. Jh.
):
eine freie strassen über die dorfhalt.
Ebd.
152, 31
(
1573
):
Ain jedlicher hatt recht zu holzen prenholz [...] im darfholz wo er will.
Ebd.
153, 9
:
Paid Raisnekher haben recht wie die derfler auch zu halten.
Piirainen, Stadtr. Sillein
96b, 38
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Swert sol man auch nicht tragen in den steten noch puͤrgen noch in den doͤrferern.
Ebd.
119b, 21
:
Von den neuwen doͤrferen dy mã seczt.
Ebd.
126a, 32
:
UMb cheyner hande vn gericht sol man auz heben dorfgepaw.
Qu. Brassó
5, 185, 34
(
siebenb.
,
1593
):
ein stück, darinn der dorffbrunnen gelegen.
Lohmeyer, K. v. Nostitz
40, 11
;
183, 6
;
Chron. Köln
3, 786, 11
;
Grosch u. a., a. a. O.
262, 25
;
Küther, UB Frauensee
408, 10
;
Ermisch, Freib. Stadtr.
6, 24
;
Dinklage, a. a. O.
41, 2
;
89, 21
;
100, 17
;
Bell, G. Hager
549, 3, 17
;
Harsdoerffer. Trichter
2, 169, 22
;
Franck, Klagbr.
234, 28
;
Vetter, Pred. Taulers
243, 16
;
399, 34
;
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
24, 12
;
Kläui, Schweiz. Urbare
3, 204, 17
;
Rennefahrt, Stadtr. Bern
403, 35
;
ders., Wirtsch. Bern
2, 27
 ff.;
Müller, a. a. O.
283, 26
;
Gehring, a. a. O.
3, 44, 3
;
Fischer, Eunuchus d. Terenz
107, 3
;
113, 3
;
Memminger Chron. Beschr.
1, 15
;
Anderson u. a., Flugschrr.
25, 7, 21
;
Koller, Reichsreg. Albr. II.
51, 2
;
159, 30
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
172, 39
;
Weissthanner, Urk. Schäftlarn
231, 20
;
Bischoff u. a., a. a. O.
153, 29
;
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
96, 22
;
Voc. inc. teut. d
vijr
;
Brack
b 1v
; 6v;
Dasypodius
308v
;
Maaler
91v
;
92r
;
Rwb
2, 1033-73
;
Dietz, Wb. Luther
1, 448
;
Pfälz. Wb.
2, 344
;
345
;
347
;
Schweiz. Id.
13, 1472
;
Schwäb. Wb.
2, 272-276
;
Öst. Wb.
3, 1248
;
1438
;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 42
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 131
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 21
.