bau,
der
(meist)/
das
(seltener, gehäuft nur im Oobd., allerdings auch dort neben
der
);
-(e)s/-e
+ Uml., auch
+ Uml.
– Bed. 1-6 auf Landbau bezogen; 7-14 den Hochbau betreffend sowie assoziativ Anschließbares; 15 als semantische Besonderheit an diesen Block anschließbar; 16 auf den Bergbau bezogen. Vgl. die Gliederungsbemerkungen s. v. .
1.
›Anbau, Bewirtschaftung, Bestellung von Grundstücken (z. B. von Feldern, Weinbergen)‹; metonymisch auch: ›Anbauzeit‹ sowie ›Recht auf Bewirtschaftung eines Grundstücks‹; vereinzelt ütr., dann ›Sorge um die Seele, auf die mystische Heiligung gerichtetes Sinnen und Trachten‹;
vgl.  345.
Phraseme:
fiel auf das bau legen
›sich sehr anstrengen‹;
in bau oder in unbau sein
(Pertinenzformel).
Bedeutungsverwandte:
 6, , , .
Gegensätze:
.
Syntagmen:
b. volbringen, den b. ausrichten / tun
;
baues pflegen, des b. nicht getragen
›die Bewirtschaftung nicht lohnen‹;
etw
. (z. B.
acker / feld
)
in b. sein / liegen, zu b. liegen, etw
. (z. B.
das gut
; auch:
den brunnen
)
in / zu b. bringen, einen bau in bau bringen
(figura etymologica),
einen acker mit b. versaumen, etw. zu dem b. brauchen, ane b. frucht tragen, den weingarten zu allen bauen
(›Anbauzeiten‹)
bauen
(so Öst. Wb.
2, 530
);
gemeiner / nüzlicher / guter b
.;
frucht / notdurft des b
.;
b. des erdreichs / gutes, b. an äckern
;
ein tagwerk b
.
Wortbildungen:
bauampt
1 ›für die Bewirtschaftung eines Grundbesitzes zuständiges Amt‹,
bauhafer
›Saathafer‹ (a. 1381),
bauzelge
›Drittel der Dreifelderwirtschaft, bestelltes Feld‹.

Belegblock:

Steer, W. v. Herrenb. Büchl. 
347
(
pfälz.
,
1436
):
Ist nü lüstlich der zürgenglich büwe jn eym acker oder wingarten […], wie lustlich sol dann sin dem menschen zu volnfüren den buwe in der selen.
Ebd.
369
:
das hoffenunge der frucht des buwes eynen yglichen beweget, reitzt vnd neigt zu dem buͤwe oder zu der arbeit.
Palm, Veter Buoch
64, 12
(
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
Ein man der hate ackere, die versumet waren mit buwe, vncz sie dorne […] vberwuchs.
Mon. Boica, NF.
1,
 221, 33 (
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
4 Otinger firteil habern, wenn sy [ecker] zu bawͤ ligen.
Ebd.
2, 1, 23, 21
(
1464
):
das die tregen bawern ir guter bawen, besomen, der holzer nicht verwuͤesten und vorchtsam sint auf bawͤe der guͤter.
Gille u. a., M. Beheim 
79, 443
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
warumb wiltu dann han unrast | und vil auf das pau legen?
Ebd.
519
:
so du allen vleisse | legst auf dein irdischen weingart, | mit hauen, pau und aller wart.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
58
(
Genf
1636
):
Baw / m. dardurch das Feldt vnnd weingaͤrten der Gebuͤhr gehalten werden.
Leisi, Thurg. UB
8,
 21, 26 (
halem.
,
1391
):
wz der selb her Uͦlrich von Rogwile da gehebt hett ze Werswile mit gerichten, mit zwingen, […], mit holcz mit veld, mit wunne, mit waid, mit wasser, mit wasserlaity, mit steg, mit weg, mit abweg, es sye in buw oder in unbuw.
Maaler
51v
(
Zürich
1561
):
Bauw deß erdterichs arbeit vnnd uͤbung. Agitatio terræ, Cultus.
Mollwo, Rotes Buch Ulm
230, 6
(
schwäb.
,
1418
):
der nicht burger ist, […] dehainen buwe an akern, an wisen […] nicht haben sol.
Dirr, Münchner Stadtr. 
405, 18
 (
moobd.
,
um 1365
):
swo die drey man die velder mit marchsten auz nemen und taylen haizzent ze dem pawͤ und zů der trat.
UB ob der Enns
10,
 165, 1 (
moobd.
,
1383
):
wenn er
[Weingarten]
des paws nicht getragen macht.
Hör, Urk. St. Veit 
235, 13
(
moobd.
,
1447
):
Ob sy aber daz guet nicht stiftleich legten vnd zwͤ paw praͤchten.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
126, 46
(
m/soobd.
,
1618
/
81
):
Solle auch jeter paumeister gemainer statt jährlich den tienst von den tienstgründen, so ins pauambt tienen, […] in das schloss abrichten.
Ebd.
320, 32
(
15.
/
16. Jh.
):
richt das pau aus unzt auf sand Jörgen tag.
Große, Schwabensp. 
142a, 3
;
Thiel u. a., Urk. Münchsm. 
162, 32
;
Müller, Stadtr. Ravensb. 
241, 8
;
Steer, a. a. O.
386
;
Mon. Boica, NF.
1, 322, 10
;
Adrian, Saelden Hort 
541
;
Hauber, UB Heiligkr.
2, 162, 30
;
Chron. baier. Städte. Regensb.
157, 35
;
Henisch
 199
;
Brinckmeier
1, 295
;
Rwb
1, 1251
;
1293
;
1323
;
Schwäb. Wb.
1, 689
/90;
Schweiz. Id.
4, 1945
;
Öst. Wb.
2, 529
.
2.
›landwirtschaftlich genutztes Grundstück, bebautes Feld‹; ˹in einzelnen Belegen spezialisiert, z. B.: ›Herren-, Salland (im Gegensatz zum Bauernland)‹˺; ›Anbaufläche eines Dorfes‹; auch: ›bebaubares Land, Pflugland, Grund; Boden‹; Metonymie zu 1.
Phraseme:
ganzer / halber bau
›Fläche eines Besitztums, die für alle drei Zelgen 10 Juchart überschreitet bzw. deutlich darunter liegt‹ (so angesetzt nach dem Schweiz. Id.
4, 1513
s. v.
Gebur
).
Bedeutungsverwandte:
 2, , ,
1
 3.
Wortbildungen:
baustrasse
›Feldweg‹ (a. 1479; 1684; dazu bdv.: vgl. ).

Belegblock:

Mon. Boica, NF.
1,
 555, 13 (
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
daz 1 paw zum slosse gehoͤrt, […], und ist ein guter pawͤ, wenn man den recht arbeyt.
Leisi, Thurg. UB
5,
 36, 32 (
halem.
,
1342
):
die akker, die wisan, die zů dem buwe gehoͤrent.
Leisi, Thurg. UB
8,
 151, 33 (
halem.
,
1394
):
zů allen iren búwen sond sy weg haben allezit durch des gemainders wise.
Rennefahrt, Gebiet Bern
831, 8
 (
halem.
,
1520
):
gemeinen tagwaner, so waͤder gantz noch halb buͥw besitzen, einer 5 schwyn soͤlle und moge halten.
Rennefahrt, Recht Laupen 
243, 4
(
halem.
,
1560
):
das gedachte von Müllemberg einen kilcherren daselbst als für ein halben buw mit sinem kleinen gůt in das acharumb faren lassen söllind.
hail. altvaͤter
74r, 13
 (
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
do taͮten sy [tier] im kainen schaden niemerme weder an sinẽ bůwe noch an synen boͮmen.
Bremer, Voc. opt.
2, 13009
(
schwäb.
,
15. Jh.
):
Rus gaͮw […] feld […] gawͤ […] baw […] Rus / ruris est terra arabilis et abilis ad colendum.
Henisch
202
(
Augsb.
1616
):
Ein ringer oder schwerer baw / oder boden.
Dirr, Münchner Stadtr. 
235, 10
 (
moobd.
,
um 1310
/
2
):
dez sol man nicht zollen noch von ir paue.
Nyberg, Birgittenkl.
1, 29, 21
(
oobd.
,
1435
):
einen guten paw am perge, vnd auch einen pawe der zu dem hof gehort.
Winter, Nöst. Weist.
1, 120, 25
(
moobd.
,
16. Jh.
):
solle ime solchs pau genomen und zu nutz der kirchen gepraucht werden.
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
326, 24
;
Mon. Boica, NF.
1,
 188, 1;
480, 1
;
503, 20
;
566, 21
;
Rennefahrt, Stadtr. Bern
472, 35
;
ders., Zivilr. Bern
45, 32
;
Thiel, Urk. Weltenb.
156, 14
;
Diefenbach
504b
;
Rwb
1, 1252
;
Schwäb. Wb.
1, 734
;
Öst. Wb.
2, 530
.
3.
›Zustand der Bewirtschaftung, Pflege, Bebauung, in dem sich ein landwirtschaftlich genutztes Grundstück o. ä. befindet‹; Metonymie zu 1; 2.
Gehäuft rechts- und wirtschaftsgeschichtliche Texte.
Bedeutungsverwandte:
 3, , .
Syntagmen
etw
. (z. B.:
den hof / weingarten, das gut
)
in b. legen / (er)halten / haben, etw. in b. bringen, etw. in bäuen halten, etw. in b. und eren halten / legen, etw. mit gutem b. halten
(jeweils ansatzweise phrasematisch);
erlicher / gewönlicher / guter / redlicher / unzergänglicher b
.

Belegblock:

Struck, Cist. Marienst.
1120
(
mosfrk.
,
1468
):
den vurg(enannten) vingarten in gudem bauwe halden.
Kollnig, Weist. Schriesh. 
136, 18
(
rhfrk.
,
1525
):
daß derselb gedacht gut wider in gewonlichen baw bringen wolt.
Küther, UB Frauensee 
325, 36
(
thür.
,
1515
):
daß sye solchen hoff in güten bau und wesßen brengenn und halden sullen.
Mon. Boica, NF.
1,
 503, 27 (
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
wenn dy in redlichem paw sein mit pferchen und mit mist getunget.
Gille u. a., M. Beheim 
79, 503
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
tust du das dein vermugen ist, | in rechten pau czu haltent | Deinen geistlichen wein gart hy.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
237, 9
(
halem.
,
1488
):
Dasselb gotzhuß Erlach sol […] die obgeschribnen raͤben […] in erlichen unzergengklichen buͥwen […] halten.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 47, 19
(
schwäb.
,
1552
):
So ainer viertheilig wingart hat und die nit in wesenlichen bewen hielt.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 744, 53
(
schwäb.
,
1580
):
Ir sollen auch ewere hewser und güetter allzeit im wessenlichen baw und eeren halten.
Küther, a. a. O.
265, 31
;
33
;
38
;
318, 38
;
327, 1
;
Mon. Boica, NF.
2, 1, 21, 26
;
25, 32
;
273, 20
;
Rennefahrt, Zivilr. Bern
216, 23
;
ders., Gebiet Bern
39, 31
;
182, 7
;
Leisi, Thurg. UB
8,
 210, 14;
Merz, Urk. Wildegg
100, 14
;
UB Zug
 781, 7
;
Wintterlin, a. a. O.
91, 20
;
216, 1
;
Pfälz. Wb.
1, 610
;
Schweiz. Id.
4, 1946
/7;
Öst. Wb.
1, 530
.
4.
›Ertrag des Feldanbaues, Ernte‹; ›Erntezeit‹; ›Zeit der Feldbestellung‹; jeweils Metonymien zu 1.
Rechts- und wirtschaftsgeschichtliche Texte.
Wortbildungen:
bauzehent
›Weinzehnt, Weinabgabe‹.

Belegblock:

Große, Schwabensp. 
139a, 21
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Jst aber iz [gůt] beseit, der man nimt daz bůwe dar abe mit rechte.
Buch Weinsb.
3, 281, 26
(
rib.
,
1585
):
umb disse zit des arntzs oder beus hetten die lantleut […] die fruchten […] ab willen toin.
Fuchs, Kart. Aggsbach 
66, 48
 (
moobd.
,
1385
):
daz der egen(ante) Ulreich sol pawen zwent tail des egen(anten) weingarten und alle jar daraus nemen zwaÿ tail des paws uncz an seinen tod.
Weissthanner, Urk. Schäftlarn 
377, 13
 (
moobd.
,
1459
):
aus vnserm gantzen Ridelhof II vͤrnen aus dem weinpaw vnd I vͤrnen fuͤr korn vnd ander paw czehent, das da waͤchst in dem hof.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
220, 3
(
m/soobd.
,
17. Jh.
):
nachmals sollen ihnen alle händl (außerhalb ihrer aignen pau) genzlichen verpotten sein.
Schweiz. Id.
4, 1946
;
Öst. Wb.
2, 531
.
5.
›Dünger, Dung, Mist‹; auch metonymisch, dann: ›Düngerstätte‹.
Wmd./wobd.; rechts- und wirtschaftsgeschichtliche Texte.
Bedeutungsverwandte:
 1,  2,  1,
1
 2,  1.
Syntagmen:
(den) b. anlegen / auffüren
(auf ein Feld)
/ ausfüren
(von der Düngerstätte)
/ liegenlassen / zusammenlesen / kaufen / verkaufen / laden / tragen, den b. in den hof füren, ab einem gut füren, b. zu einem gut / in einem gut brauchen, auf ein gut legen, in die reben wiederkeren, auf den acker verwenden, wohin schütten
;
mit b. durch eine wiese faren / karren, etw. mit b. erhalten
.
Wortbildungen:
baufüren
›Mistfahren‹,
baugrabe
wohl ›Düngergrube‹ (a. 1371),
baustok
›Misthaufen‹ (E. 14. Jh.).

Belegblock:

Leisi, Thurg. UB
7, 63, 20
 (
halem.
,
1376
):
aht schaf, zwainzig huͤnr, drúzehen fůder buwes, alles jaͤrlichs geltes usser der selbun vogtay
[Auflistung von Abgaben].
Ebd.
257, 12
(
1381
):
sol och der selb Hans Scherer den buw, der da gemachat wird, in únserm, des gotzhus, gůt, bruchen.
Ebd.
8,
 374, 25 (
1398
):
mit hoͤw und mit empt und mit bu dadurch ze farent.
UB Zug
584, 24
 (
halem.
,
1419
):
erfunde sich do kein mißbu in den reben, do sollent sú zwifaltigen bu widerkeren in jores frist in die reben.
Ebd.
2347, 12
(
1527
):
sol das da veretzen und den buw von dem vehe uff mine guͤtter bruchen.
Boos, UB Aarau 
283, 44
(
halem.
,
1441
):
von des buwes wegen sprachent die vom Aroͮw, das […]
[hier: Düngerstätte].
Rennefahrt, Recht Laupen 
87, 6
(
halem.
,
1494
):
ein offnen brieff an alle die, so von dem gotshus Wiler guͤter innhaben, den buw, strow und hoͤw nit darab zů fuͤren.
Ders., Wirtsch. Bern
749, 21
(
halem.
,
1532
):
Deß ersten soll jedermann sin buw uff fuͤren, das er byß zů des heilligen krütz tag im herpst damit vertig sye.
Maaler
51v
(
Zürich
1561
):
Bauw oder mist so man auff die guͤter legt. […]. Bauw anlegen / Wol misten vnd bauwen. Stercorare.
Rennefahrt, Gebiet Bern
822, 15
 (
halem.
,
1603
):
von anderen mäderen, die man nit wässeren mag, sonder mit buw erhalten můß.
Hauber, UB Heiligkr.
2, 455, 26
 (
schwäb.
,
1542
):
Ob aber der karrenkhnecht ie zu zeiten mit den rossen vom schirmhern in andrer gestalt usserhalp des bawfúrens gepraucht wurd.
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
124, 7
(
smähr. inseldt.
,
1414
):
vnd sullen auch das paw in den mairhoff fueren.
Hilliger, Urb. St. Pantaleon
315, 27
;
Struck, Cist. Marienst.
883
;
979
;
1064
;
ders., Marienst. Wetzlar
381, 6
;
Krebs, Prot. Konst. Domkap. 
5181
;
Vock, Urk. Hochst. Augsb. 
245, 31
;
UB Zug
 756, 34
;
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
786, 3
;
ders., Zivilr. Bern
216, 14
;
Merz, Urk. Lenzb.
84, 31
;
146, 28
;
Boos, UB Aarau 
282, 1
; 4;
Diefenbach
325a
;
551
c;
Rwb
1, 1252
;
Schwäb. Wb.
1, 689
;
Vorarlb. Wb.
1, 255
;
Schweiz. Id.
2, 682
;
4, 1948
;
10, 1748
.
6.
›angeschwemmter Schutt, Geröll, Gerümpel‹.

Belegblock:

Schib, Urk. Laufenb.
234, 25
(
halem.
,
1544
):
das nach dem obgemeltter waag […] durch […] vngestoͤmikeitt des wassers […] mit vil vnnd schwaͤren büwen, gryen vnd anderem […] der massen v̈berflossenn.
7.
›Bau (als Tätigkeit), Bauarbeit, auf die Herstellung, Instandhaltung, funktionsgerechte Tätigkeit von Brücken, Brunnen u. ä. sowie (meist:) Hochbauten aller Art zielende Maßnahme‹;
vgl.  678.
Bedeutungsverwandte:
 1, , .
Syntagmen:
einen / den b. dingen / verdingen / volenden / volfüren, den b. für die hand nemen
;
b
. (Subj.)
etw. kosten
, [eine Zeitlang]
anstehen
;
müle baues bedürfen
;
etw. an den b. geben / legen, etw. zu dem b. brauchen, etw. in b. bringen, jm. etw. von dem b. geben
;
b. der brücke / hütte / kirche, des hauses / klosters / tempels / turmes
;
afterstelliger / grosser / neuer b
.
Wortbildungen:
bauhandel
›Streit in Bauangelegenheiten‹ (a. 1632),
bausache
(a. 1564; 1680) wie
bauhandel
,
bausinnig
›sachverständig‹ (dazu bdv.:  1; A. 16. Jh.),
bauspan
(a. 1609) wie
bauhandel
,
baustreitigkeit
(a. 1672).

Belegblock:

Herborn u. a., Rechn. Jülich
94, 14
 (
rib.
/
snfrk.
,
1398
/
9
):
Dit is uyssghev(en) van tzymmerunge(n) ind buwe zu Cast(er).
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
533, 35
(
mosfrk.
,
um 1500
):
zu deme buwe unser kirchen och vonf und vierzich mlr. korns.
Kollnig, Weist. Schriesh. 
229, 25
(
rhfrk.
,
1642
):
diejenige aychbeum […], so zum bauw gebraucht werden.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
2, 238, 24
(
hess.
,
1572
):
daß nun hinfuro kein maister […] mher dann ainen baw auff ain mal dingen […] soll.
Küther, UB Frauensee 
196, 10
(
thür.
,
1415
):
dy wye an unsis clostirs buwe nuczlich han […] geleit.
Rennefahrt, Gebiet Bern
611, 32
 (
halem.
,
1566
):
so der [saltzbrunne] in buw, uͤbung und waͤsen gepracht wurde.
Müller, Stadtr. Ravensb. 
224, 14
(
oschwäb.
,
um 1420
):
das er alles durch gots willen an unser frowen buw […] geben wil.
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 109, 14
(
schwäb.
,
1436
/
7
):
120 guld. haut man geben dem raut zu Rotemburg von dem buw uff dem underwasser.
Chron. Augsb.
7, 317, 5
(
schwäb.
, zu
1558
):
wolten sie nichts desto weniger mit dem pau der hütten für sich faren.
Ebd.
8, 406,
Anm. 2 (
schwäb.
,
1552
):
daß der pau […] für die hand genomen und […] vollendet werden solle.
Bastian, Runtingerb. 
2, 249, 12
(
oobd.
,
1392
):
(Summa daz) mich der paw in meinem haͤus chost […] 60 dn.
Roth, E. v. Wildenberg 
6, 22
(
moobd.
,
v. 1493
):
wardt jedem geschlecht sein besondere sprach an dem pawͦ des hohen turn zů Babilony.
Turmair
4,
 299, 22 (
moobd.
,
1522
/
33
):
und stuend das peu aber wol zwainzig jar an, das kain mensch kain hand dorft dran legen.
Nyberg, Birgittenkl.
1, 190, 35
(
oobd.
,
1533
):
dieweyl der connvenntt in so grosser mercklicher schuld pey vierzehen hundert gulden, auch die grossen pew vnd die schwern leuͤfft vor augen seyn.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
532, 35
;
Schmidt, a. a. O.
2, 225, 19
;
239, 3
;
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze 
78, 29
;
Gille u. a., M. Beheim 
148, 124
;
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
32, 3
;
Chron. Strassb.
 245, 16
;
Bernoulli, Basler Chron.
6,
 452, 5;
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
22, 28
;
Straus, Juden Regensb.
995, 3
;
Schmidt, St. Kastorst.
2, 1687, 12
;
Uhlirz, Qu. Wien
2, 3, 5068, 20
;
Rot
300
;
Rwb
1, 1251
;
1294
;
1313
;
1315
;
1320
;
Schwäb. Wb.
1, 689
;
734
;
Schweiz. Id.
4, 1956
;
10, 286
.
8.
›Bau, Bauwerk beliebiger Art‹; meist: ›Haus, Wohngebäude‹; im einzelnen und seltener belegt: ›Hütte; Stallung; zaunartige Abgrenzung; Bauwerk für Belagerungs- oder Verteidigungszwecke; Gotteshaus; Repräsentations-, Kult-, Wirtschaftsgebäude, Werkstatt (eines Schmieds)‹; Metonymie zu 7.
Bedeutungsverwandte:
,  1, .
Syntagmen:
den / einen b. anfangen / anlegen / bauen / machen / setzen / tun / aufrichten / ausrichten / volbringen / volenden / abbrechen / abtun / decken / anschlagen / besehen / schätzen / kaufen / verlassen, einen b. in gewalt haben
;
b
. (Subj.)
niederfallen
;
etw
. (z. B.:
das geschlos
)
mit b. zieren, etw
. (z. B.:
das bistum
)
mit b. bessern
(›baulich entwickeln‹),
sich mit b. niederlassen
(›seinen Wohnsitz nehmen‹),
fiel geltes auf einen b. geben, um einen b. zu rate werden
;
grosser / hoher / hübscher / schöner / bestendiger / starker / köstlicher / merklicher / zierlicher / zerbrochener / alter / neuer / burglicher b., himlischer b
. (›Himmel‹);
abris
(›Skizze‹)
/ niesung / folleist / schuld / treflichkeit des b
.;
gelt / holz zu dem b
.;
b. von stein / holz
.
Wortbildungen:
baurechnung
›Baukostenrechnung‹ (a. 1535),
bauregister
(a. 1566),
bauzins
›Abgabe von Häusern‹ (a. 1379).

Belegblock:

Große, Schwabensp. 
162a, 3
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
HAt eyn wetewe lipgedinge […], Swaz bůwes dar vffe stat, so se stirbet, daz en erben nicht ir neisten erben.
Lappenberg, Fleming. Ged.
130, 61
(
1634
):
Da setzt er seinen Fuß, | macht Feld und Gärten draus, fragt nichts nach hohen Bäuen.
Ebd.
192, 282
(
1638
):
des großen Kanzlers Mahl, der Gärten teurer Preis, | der Bäue Trefflichkeit, der Wasserkünste Fleiß.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
252, 2
(
mosfrk.
,
1386
):
daz der vurs. her Herman […] einichen burglichen bů begriefen oder machen wulden.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
1440
(
Köln
1476
):
Dat sy myt eynchem verdriessen | Buw ind arbeydt dayr verliessen.
Schoop, Qu. Düren
7, 29
 (
rib.
,
1556
):
Das hinforther kein baw nahe bei die statmauere gesatzt […] werde.
Rosenthal. Bedencken
5, 8
 (
Köln
1653
):
Mann / welcher einen bestaͤndigen Baw auff einem Felsen auffuͤhret.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
2, 85, 22
(
hess.
,
1489
):
wer furwerter […] eynen nuwen buwe machet, […], das der den mit schiversteynen oder mit ziegeln decken sulle.
Luther. Hl. Schrifft. Mk.
13, 1
(
Wittenb.
1545
):
sprach zu jm seiner Jünger einer / Meister / sihe / welche steine / vnd welch ein Baw ist das?
Ebd. 2. Kor.
5, 1
:
WJr wissen aber / so vnser jrdisch Haus dieser Hütten zubrochen wird / das wir einen Baw haben von Gott erbawet / ein Haus / nicht mit henden gemacht / das ewig ist im Himel.
Köbler, Ref. Nürnberg 
405, 6
 (
Nürnb.
1484
):
Von verpot der kelerhelse gegen der strassen verrer dann sein erb […] raichet bey einer peene funf pfund newer haller vnd darzu den paw wider abzethun.
Dinklage, Frk. Bauernweist. 
36, 3
(
nobd.
,
1488
):
wan einer der gemain einen paw macht oder einen zaun setzt auf ein gemain.
Chron. Strassb.
93, 11
(
els.
,
1362
):
er beßert ouch daz bistum sere mit buwe, wande bi sinen ziten wart Dambach umbemuret.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
613, 27
(
els.
,
1362
):
zwei vnd súbenzig zungen geirret wurdent das sú den bu nút follebringen moͤhtent.
Ebd.
821, 30
:
Do sant Otilia in disem búwe
[einem Kloster]
gar bekúmbert was do kam zů ir ein man.
Lemmer, Brant. Narrensch. 
15, 5
(
Basel
1494
):
Vil hant groß buw geschlagen an | Vnd moͤchtent nit dar by bestan.
Bernoulli, Basler Chron.
6,
 254, 11 (
alem.
, Hs.
um 1536
):
an der gantzen stat fand man an allen thurnen noch grossen buwen kein můren, die da gantz blipen weren.
Geier, Stadtr. Überl. 
545, 4
(
nalem.
,
1560
):
Gepott und verpott, … das dhainer kain baw in kain garten eintragen.
Leisi, Thurg. UB
5,
 669, 6 (
halem.
,
1359
):
das ieman kainen bûw tuͤge, davon dú gass geengert werde.
Schmidt, Rud. v. Biberach 
18, 21
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Als ein bu stat vffen sv́len vnd die svl vffen iren fuͤssen, also stat vnser leben vffen tv́genden.
Koppitz, Trojanerkr.
2484
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Da ward richers nitt gesechen | Von so vil buwes.
Schib, Urk. Laufenb.
101, 10
(
halem.
,
1417
):
das … Haͤnslin Widmer den buwe, so er vf dem … waͧg gebuwen het, abtůn.
Kottinger, Ruffs Etter Heini V.
44
(
ohalem.
,
1538
):
ich hab gsëhen mengen starken bu | stünzlingen eins malls niderfallen.
Maaler
51v
(
Zürich
1561
):
Zů einem Bauw sorg haben / das er in gůten eeren ligge.
Morgan u. a., MHG. Transl. Summa
315, 25
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
alse die niezunge dez bouwes offenbaret dez künstmeisters willen.
Müller, Stadtr. Ravensb. 
146, 13
 (
oschwäb.
,
1361
/
5
):
Waͤr aber, daz der burgermaister […] búwe kouͤffe ald verkouffen oder gůt verhaissen woͤltent.
Henisch
202
(
Augsb.
1616
):
Soll ein baw bestehn / so muß man jhn auff ein grund setzen. Wer machen wolt / was jeder spricht / Wenn wirdt der baw dann auffgericht?
Ebd.
358
:
Man mag in kurtzer zeit nit bestaͤndig bew machen.
Dirr, Münchner Stadtr. 
157, 23
 (
moobd.
,
1342
):
Swas man auch fuͤrbas bawes uf gaertten […] tůt, wellen und setzen wir, daz derselb baw mit ziegeln gedecket werde.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
23, 23
(
tir.
,
1464
):
Si [reiche] pawen in wol paläst vnd andre hoche köstleiche paw.
Ebd.
62, 8
:
ain starkher ëkk stain, der da auf haltet den pau.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
8
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
also ist pillelch, daz er in dem hymlischen paw den ersten gruntstain lege.
Seuffert u. a., Steir. Landtagsakten 
2, 107, 9
(
m/soobd.
,
1469
):
das man […] an allen enden […] vessttigung und paw machen sol.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. 
67, 28
 (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Auf das paw
[Landwehr]
und pehuettung gieng vil geldts.
Ebd.
231, 29
:
Er hat […] seine geschlos mit paw wol getzieret.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
173, 2
 (
moobd.
,
1473
/
8
):
als zue Troy volendet | der paw was mit vil wer.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. 
7, 23
(
moobd.
,
1478
/
81
):
pis sich Bavarus in dem gemelten seinem land mit paw vnd herschaft nidergelassen het.
Ebd.
30, 21
:
als Semiramis nu erfuer, wo er sich mit paw nider hett gelassen.
Roth, E. v. Wildenberg 
34, 20
(
moobd.
,
v. 1493
):
haben die […] stet vast aufgenomen von tag zů tag an grossen, zirlichen und mercklichen pewen.
Wackernell, Adt. Passionssp. H. III, 
2137
(
tir.
,
1514
):
O Luciper, erparm dich mein! | Ich pin offt gbessn in dem dienst dein | Mit hupschn peuen auffs koschlichist.
Herborn u. a., Rechn. Jülich
64, 6
;
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 390, 22
;
438, 15
;
Buch Weinsb.
2, 245, 33
;
Chron. Köln
1, 2257
;
Schmidt, a. a. O.
232, 5
;
250, 3
;
Thür. Chron.
5r, 4
;
Ermisch, Freib. Stadtr.
32, 4
;
62, 20
;
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze 
98, 13
;
Köbler, Ref. Nürnberg 
412, 2
;
Sachs
16, 414, 18
;
Krebs, Prot. Konst. Domkap. 
4903
;
Köbler, Stattr. Fryburg
203, 27
;
204, 1
;
18
;
Lemmer, Brant. Narrensch.
15, 34
;
Williams u. a., a. a. O.
817, 21
;
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 261, 22
/3;
288, 27
;
Lindqvist, K. v. Helmsd. 
2884
;
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
51, 3
;
160, 31
;
Welti, Stadtr. Bern 
165, 10
;
669, 8
;
Rennefahrt, Zivilr. Bern
765, 8
;
784, 23
;
Boos, UB Aarau 
50, 1
;
Chron. Augsb.
1, 287, 22
;
5, 27, 10
;
83, 1
;
121, 3
;
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
18, 1
;
23, 2
;
Hauber, UB Heiligkr.
2, 76, 2
;
Barack, Zim. Chron. 
4, 239, 9
;
Memminger Chron. Beschr.
6, 29
;
Dirr, Münchner Stadtr. 
135, 8
;
157, 28
;
Gereke, Seifrits Alex.
3487
;
Fichtner, a. a. O.
151, 1
;
Zingerle, Inventare 
15a, 5
;
18b, 19
;
Straus, Juden Regensb.
995, 3
;
Siegel u. a., Salzb. Taid.
179, 28
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
24, 42
;
Koller, Reichsreg. Albr. II.
36, 19
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
112a, 29
;
Schmitt, Ordo rerum 
50, 1
;
Harsdoerffer. Trichter
3, 140, 20
;
Alberus Ll iijr;
Brack c
7r
;
Maaler
35v
;
39r
;
Henisch
 202
/3;
Dietz, Wb. Luther
1, 213
;
Rwb
1, 1251
;
1311
/2;
Preuss. Wb. (Z) 1, 425;
Vilmar
470
;
Schwäb. Wb.
1, 689
;
Öst. Wb.
2, 531
;
Goertz, Liturgie.
1977, 209
.
9.
im Anschluß an 7 und 8 in unterschiedlichen Übertragungen, z. B. auf den Textaufbau (vgl.  11), die Weltordnung, den menschlichen Körper, die religiöse Erbauung (vgl. dazu  14).
Gehäuft Texte religiösen und didaktischen Inhalts.

Belegblock:

Bömer, Pilgerf. träum. Mönch 
1215
 (
rhfrk.
,
um 1405
):
Sinen buwe setzet is sere wißlich | Uff andern gront lichteclich.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
3, 5
(
hess.
,
14. Jh.
):
is daz wir irwullin daz ambit des buwes, so werden wir erbin des hymmelriches.
Jahr, H. v. Mügeln
282
 (
omd.
, Hs.
1463
):
das tichtes bu ste ane schart.
Göz. Leichabd.
198, 9
 (
Jena
1664
):
durch was grimmige Gewalt wird […] der schoͤngefuͤgte Bau deiner Anmuhtigkeiten abegrissen.
Opitz. Poeterey
48, 17
 (
Breslau
1624
):
Sie [Lieb’] ist es die den baw der welt | Vor allem brechen frey behelt.
Morgan u. a., MHG. Transl. Summa
270, 22
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
Zuo volbringunge der heiligen in ein bowe dez libes Christi.
10.
›baulicher Zustand, Unterhaltszustand von Gebäuden (meist Häusern, auch: Mühlen, Kirchen usw.)‹; Metonymie zu 7 oder 8.
Rechts- und wirtschaftsgeschichtliche Texte.
Syntagmen:
etw. an b. vergehen
;
etw
. (z. B.
den stal / turm, das schlos, die kemenate
)
in b. (er)halten, etw
. (z. B.
die stat
)
in b. und wesen (er)halten, etw
. (z. B.
das haus, die stat
)
in b. und eren bringen / fördern / halten / lassen, etw
. (z. B.
die stat
)
in b. und bestendigkeit bringen, etw
. (z. B.
die müle
)
in b. und gang halten, etw. in b. und besserung erhalten, etw
. (z. B.
die kilche
)
mit b. in eren halten, etw
. (z. B.
die behausung
)
in bäuen halten / handhaben
[jeweils ansatzweise phrasematisch];
aufrichtiger / gewönlicher / guter / redlicher / wesenlicher / ziemlicher b
.

Belegblock:

Struck, Marienst. Wetzlar 
336, 6
(
hess.
,
1380
):
Da das Haus so baufällig wurde (
an buwe als sere vergangen und verderplichen worden ist
).
Küther, UB Frauensee 
306, 5
(
thür.
,
1507
):
besondern die kempnett in uffrichtigenn buwe czu halte.
Merk, Stadtr. Neuenb.
87, 23
(
nalem.
,
1499
):
damit dann dieselb statt Newemburg dester bas in baw und wesen gehalten […] werde.
Rennefahrt, Zivilr. Bern
14, 10
(
halem.
,
1484
):
naͧch dem wir je begeren, unser statt Nidow in buw und eren zů fuͥrdern.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
251, 13
 (
halem.
,
1486
):
dieselben kilchen […] in eren halten mit dach, buw, belúchtung und ander zůgehoͤrden.
Merz, Urk. Wildegg
105, 22
(
halem.
,
1536
):
seine Erben müssen das Schloß in zimlichem büw vnd gepürlichen hüßhaͤblichen eeren halten.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 167, 8
(
schwäb.
,
1609
):
diße schaafstellin und scheuren ist von der schääferei […] gebawt und soll […] in baw und besserung wie auch gleicher gestalt da es zur wohnung gericht […] erhalten werden.
Hilliger, Urb. St. Pantaleon
303, 34
;
Küther, a. a. O.
324, 22
;
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
98, 25
;
223, 9
;
440, 9
;
Merk, a. a. O.
82, 7
;
Rennefahrt, Recht Laupen 
4, 35
;
Merz, a. a. O.
35, 17
;
100, 12
;
Shess. Wb.
1, 616
;
Schwäb. Wb.
1, 689
;
Schweiz. Id.
4, 1947
;
Öst. Wb.
2, 531
.
Vgl. ferner s. v. ,  1, ,  1.
11.
›Kosten, Unterhalt, den ein Bauwerk (oft: die Kirche) verlangt‹; Metonymie zu 7 oder 8 und offen dazu.
Bedeutungsverwandte:
 1, .

Belegblock:

Foltz, UB Friedb.
1,
 148, 12 (
hess.
,
1345
):
daz wir den wisen luͤten den burgermaistern […] umb ir schuld und noturft zu irm bawe irer stat die genad getan haben, daz wir in guͤnnet haben und erlaubt, daz si ein gelt in irer stat ufsetzen muͤgen.
Ebd.
525, 34
(
1403
):
So hat die burg zu irme buwe und noden ungelt, zolle und ander gefelle in der stad.
Chron. Nürnb.
2,
 293, Anm. 3 (
nobd.
,
1449
):
was man furbaß auf Heideck mit zeüg, kost, pewen und anderm legen wurde.
Leisi, Thurg. UB
8,
 100, 28 (
halem.
,
1393
):
so sol er als dik zwey fiertel kernen verfallen sin an die kilchen und an den buw ze Adorf.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
305, 10
(
halem.
,
um 1465
):
fuͥnff pfund stebler pfenningen aͧne gnad, der halbteil sant Vincencyen buw, der ander halbteil an unser statt buw zegeben.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
105, 1
(
halem.
,
1481
):
soͤllen zů rechter pen einen Rinschen guldin, an der kilchen buw zů bewenden, vervallen sin.
Koller, Ref. Siegmunds 
226, 4
(Hs.
um 1474
):
pfleger, dye da innement, was der kyrchen an den bawe gehoret.
Ebd.
159, 20
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
das nützig dem gotzhuse gebresten werde, es sy am buw oder die priester uszzůwisen.
Nyberg, Birgittenkl.
2, 183, 37
(
schwäb.
,
um 1522
):
all ding, die zů dem bau vnd andern sachen des closters nottuͤrfftig waren.
Gagliardi, Dok. Waldmann
2, 260, 27
;
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
45, 8
;
Merk, Stadtr. Neuenb.
90, 27
;
Leisi, Thurg. UB
8,
 494, 21;
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
264, 29
;
Rennefahrt, a. a. O.
116, 31
;
Schwäb. Wb.
1, 689
.
12.
›Bauwesen, Instanz einer Stadt, die für kommunale Bauarbeiten zuständig ist; Baufonds‹; letzteres offen zu 11.
Wortbildungen:
bauampt
2.

Belegblock:

Merk, Stadtr. Neuenb.
111, 34
(
nalem.
,
1616
):
Es soll auch volgends ein ersamer rat uber der gemeinen statt baw einen taugenlichen bawmeister setzen.
Leisi, Thurg. UB
8,
 434, 16 (
halem.
,
1399
):
die sond geben […] den sehzehenden pfenning ires gewerbes, […], an der statt gemainem buwe und nutz.
Welti, Stadtr. Bern 
164, 11
(
halem.
,
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
vnd suͥllen wir von deshin alle jar vier nemen, die vͥnsers buwes enphlegen.
Chron. Augsb.
1, 145, 24
(
schwäb.
,
1369
):
der sol und můz zwaintzig pfunt phening an der stat bow geben.
Ebd.
2,
 27, 28 (Hs.
16. Jh.
):
das fuert man alles zu der stat pauen, wa man sein bedurft.
Ebd.
7, 83, 17
(
schwäb.
, zu
1548
):
Zum pauambt und aller ausgab sein verordnet: Anthoni Welser, Melchior Jlsung.
Dirr, Münchner Stadtr. 
100, 4
 (
moobd.
,
1319
):
Daz daz ungelt bey Oberm und Nydern Tor der stat sein sol an die baw.
Bastian, Runtingerb. 
2, 247, 24
(
oobd.
,
1392
):
ich han dy 8 lb. R. einpracht mit der stat pawͤ.
Foltz, UB Friedb.
1,
 314, 19;
UB Zug
36, 15
;
Chron. Augsb.
1, 82,
Anm. 4;
Vorarlb. Wb.
1, 255
;
Schweiz. Id.
4, 1946
.
13.
›Bauholz‹.

Belegblock:

Loersch, Weist. Boppard
117, 9
(
mosfrk.
,
1436
; Hs.
17. Jh.
):
der rotwalt ist der probstei eigentümlich und die gemeine hat nichts darin. Wan die vorhanden seindt und der baues not hab, soll die fordern an dem hern probsten […], und sollen die im jahrsfreist verbauen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
354, 1
(
oobd.
,
1349
/
50
):
der paum ist unfruhtpær und ist auch ze paw niht guot.
14.
›Baumaß, Ausmaß eines Gebäudeteils‹.

Belegblock:

Rupprich, Dürer 
3, 413, 3
 (
nobd.
,
1527
):
Doch sol der forder absatz […] jm paü höher sein.
15.
›Höhle, Bau von Tieren‹.

Belegblock:

Henisch
199
(
Augsb.
1616
):
Baw […] ein hoͤle vnter der Erden / caverna, locus subterraneus. Ein fuchsbau / dachsbaw.
16.
›Abbau (von Erzen u. ä.)‹; metonymisch: ›in der Gebirgsmasse geschaffener Raum zum Abbau von Erzen, Schacht, Stollen, Abbauort‹; als Synekdoche: ›Grube, Bergwerksanlage‹; speziell im Salzwesen: ›künstlich angelegte, durch die Laugtätigkeit des eingeleiteten Wassers sich vergrößernde Höhlung im Salzberg, worin Sole erzeugt wird‹ (so Patocka, s. u., S. 
202
s. v.
Werk
);
vgl.  17.
Wirtschaftsgeschichtliche Texte, speziell bergbaugeschichtliche Texte.
Phraseme:
nasses bau
›gewässertes Werk (Höhlung) im Salzberg‹;
trockenes bau
›noch nicht gewässertes Werk im Salzberg‹.
Wortbildungen:
bauhaltend
›im Bergwerk arbeitend‹ (a. 1477).

Belegblock:

Löscher, Erzgeb. Bergr.
157, 9
 (
omd.
,
1554
/
1633
):
alle bergkvesten werden loßgehauen zusambt den ertzen, die man zum bau unterm stollen haben solte.
Ermisch, Sächs. Bergr.
7, 4
(
osächs.
, Hs.
1433
):
So ist ein bu, der vorlygt sich yn eyner tageschicht.
Ebd.
162, 2
(
1503
):
was sie vor nutzliche bew, es sey mitt richtschachten ader andrem, den gewerckenn zcu guth erkennen werden.
Siegel u. a., Salzb. Taid. 
197, 18
(
smoobd.
,
1300
/
50
; Hs.
15. Jh.
):
wer ainen newfund verveht mit seinen rechten als vor verschriben ist, dieweil er nit joch und stempel geseczt hat in seine paw, der hat nit lenger frid […]; hat er aber joch und stempel geseczt in den fund und schermpaw, so sol er iglichs inne haben ain lange schicht von ainem tag auf den andern, daz ist wenn ainer zu dem paw kumbt und anhebt ze arbaiten, […], so […] hat darnach frid sechs wochen und ainen tag; wër aber, das ainer den fund nit inne hiet mit seinen rechten in den sechs wochen und ainem tag islich paw besunder, derselb hat seine recht daselbs verloren und mag der nachst vervahen, der dahin kumbt, der sol die paw auch arbaiten als dann verschriben ist.
Ebd.
198, 39
:
wo ain paw verlegen ist, wer das hinnach vervecht, des ist dasselb paw, und was er dapei in den rechten vindet, […], das ist des, der das paw mit rechter arbait vervangen hat.
Patocka, Salzwesen.
1987, 126
(
1582
/
5
):
darbeÿ ein Haÿdnischer Pau nach der zwerch durchgehet.
Ebd.
127
(
1513
):
kain paw Es sei trucken oder Nas.
Ebd.
125
-127;
Veith, Bwb.
51
/2;
Öst. Wb.
2, 531
;
Schwäb. Wb.
6, 1598
.
Vgl. ferner s. v.  3,  3,  9, .