achse,
die
;
-/-n
;
obd. auch
ächse
, wmd., wobd. und siebenb. inseldt. als Folge der Assimilation von
/ks/ > /s(s)/
auch
asse
, schwäb. (nach dem Schwäb. Wb.
1, 90
) auch
äse
; wegen semantischer Berührung mit
achsel
sehr vereinzelt mit
-l
im Auslaut:
achsel.
1.
›Achse, Welle, um die sich ein Rad (z. B. am Wagen, am Karren, bei der Mühle) dreht‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
a. am karren/ wagen; schok a.
Wortbildungen:
wagenachse.

Belegblock:

Ziesemer, Marienb. Ämterb.
36, 29
(
preuß.
,
1427
):
1 deckehamer, 1 waynkete, 5 achsen und 5 setele.
Hilliger, Urb. St. Pantaleon
549, 23
(
rib.
,
1662
):
sollen [...] die muhl im gutem gang und bau halten [...] auch notigh holz zur achs, radt, compen [...] bestellen.
Jahr, H. v. Mügeln
1102
(
omd.
, Hs.
1463
):
ein wagen wart gar lobelich | bereit: da gab die Warheit dar | die dichsel, Kraft die achse zwar,| das erste rat Gerechtigkeit.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
5, 270, 1
(
Straßb.
1466
):
ire echsen vnd speichen vnd ire felgen vnd ire naben: waren alle gegossen.
Ziesemer, a. a. O.
102, 18
;
103, 2
;
Joachim, Marienb. Tresslerb.
399, 9
;
Winter, Nöst. Weist.
3, 747, 25
;
Rechn. Kronstadt
1, 387, 33
;
Dasypodius
287 r
;
Maaler
9 v
;
Hulsius
4 v
;
Henisch
10
;
159
;
Dietz, Wb. Luther
39
;
Wrede, Aköln. Sprachsch.
58
;
Schwäb. Wb.
1, 90
.
2.
›Wagen‹; totum pro parte (zu 1).
Syntagmen:
die a. nemen; etw. ab der a. hämen; auf der a. gehen; etw. auf der a. füren / schenken.
Rechts- und wirtschaftsgeschichtliche Texte.

Belegblock:

Schwarz, Awürt. Lagerb.
1, 413, 12
(
schwäb.
,
1521
):
So möcht wol ain arm man, [...] ain faß wins holen, [...] und möcht uff der achse daruf schenken.
Müller, Welthandelsbr.
312, 16
(
schwäb.
,
1555
):
Mer zu Pern von den fessern von den flossen zu der schiffpruggen auf der axt zu fueren.
Bastian u. a., Regensb. UB
248, 22
(
oobd.
,
1363
):
raub, der mir uf des reiches strazz widervarn ist an den 112 achssen.
Müller, Nördl. Stadtr.
90, 28
;
Zingerle, Inventare
69 a, 12
;
Müller, a. a. O.
311, 38
;
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
103, 3
;
Wrede, Aköln. Sprachsch.
58
;
Schwäb. Wb.
1, 90
.
3.
›gedachte Mittellinie, um die sich reale oder gedachte Körper drehen‹.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Karsten, Md. Paraphr. Hiob
13916
(
omd.
,
1338
):
Daz ist nach der meister meyne / Eyn stern und der achsen eyne / An der der hymel umme louft.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
30, 29
(
noobd.
,
1347
/
50
):
so weltzet auch der tyrkraiz [...] uͤmb der werld ahs.
Karsten, a. a. O.
3193
;
13927
;
Brévart, a. a. O.
10, 21
;
54, 12
;
Henisch
10
;
Reiner, Terminologie math. Werke.
1960, 45
;
Schirmer, Wortsch. Mathematik.
1912, 2
.
4.
›Zeiger der Sonnenuhr‹.

Belegblock:

Henisch
10
(
Augsb.
1616
):
Achs [...] der stylus in der Sonnen vhren / so den axem mundi reprœsentiert, vnnd den schatten / so die vhr anzeigt / von sich gibt.