1
gut,
das
;
-(e)s/-er
+ Uml.;
vgl. generell: Maaler
199r
 ff.; Henisch
1785
 ff.; Rwb
4, 1284
-1301; Schwäb. Wb.
1, 953
 ff.
1.
›einzelner Wertgegenstand, Sachwert, einzelnes Rechtsgut (nicht notwendigerweise immer nur gegenständlicher Natur, häufig auch im Sinne eines Rechtes an einer Sache, die einen gewissen Wert hat); Summe aller Besitztümer e. P., Vermögen‹; dazu metonymisch: ›finanzieller Zustand einer Person; Reichtum, Besitzstand, Wohlstand‹; ›Geld‹; ›Recht auf Eigentum‹; in religiösen und didaktischen Texten oft negativ konnotiert im Sinne eines weltbezogenen und damit vergänglichen Besitzes, der im Unterschied zum ewigen Leben keinen wirklichen Wert darstellt (vgl. dazu 4).
Zur Sache: Lex. d. Mal.
5, 2121
.
Phraseme
(häufig in Formeln):
hab und gut; erbe und gut; geld und gut; leib und gut; gut und blut; ere und gut; leute und gut
;
bewegliches gut; farendes gut; liegendes / unbewegliches / unfarendes gut
(eine oft vorgenommene Unterscheidung von
gut
als Immobilie im Unterschied zu
habe
als mobilem Besitz läßt sich aus den Quellen nicht belegen);
in gesamten gütern sitzen
›dasselbe Anliegen haben‹;
leib an leib und gut an gut
Rechtsformel für die eheliche Lebens- und Gütergemeinschaft;
um sein gut kommen
.
Bedeutungsverwandte:
, , , (
das
),  1, , , , .
Syntagmen:
g. abreissen / abschatzen / angreifen / aufschreiben / austeilen / bejagen / beschützen / besitzen / einnemen / erben / erwerben / haben / inquirieren / (ver)lassen / sammeln / schaffen / suchen / verantworten / verkaufen / vermachen / verteilen / verwalten / wagen, das g. anberüren, jm. das g. abgauken / abstraufen / abtriegen / bewaren / entfremden / entweren / geben / gewinnen / nemen / stelen, das g. bei jm. lassen, vor etw. setzen, in gewalt und gewer haben, in die ehe bringen; das g
. (Subj.)
jm. an(er)sterben, die güter bei einander bleiben, jn. blind machen, jm. schwinden; des gutes geniessen / verlieren / anig werden / versichert sein; um g. rechten / werben, nach g. ringen, auf g. klagen, bei seinem g. geloben, jm. mit g. helfen, etw. für g. haben mögen, etw. aus dem g. zalen, etw
. (z. B.
trost
)
auf g. stehen, jm. nach seinem g. stehen / trachten, jn. an seinem g. ätzen / äfern / leidigen / rächen, jm. an sein g. gehen, sich an g. bessern; das g. des verstorbenen; das abgegangene / abgeschworene / anerstorbene / diebische / eigene / erarbeitete / ererbte / väterliche / fremde / gegenwärtige / gelassene / geraubte / gesuchte / künftige / mütterliche / üble / unrechte / verpfändete / verlassene / verstolene / zugebrachte g.; absonderung / abteilung / abzug / aufhauung / einnemung / einsetzung / unterwindung der güter; hellerwert / viel gutes; schaden am g
.
Wortbildungen:
gutdürstigkeit
,
gütergemeinde
eine Verwaltungs-, Vermögensinstanz (der Stadt Köln),
güterklage
›Klage auf ein Sachgut‹ (a. 1580),
gutlich
(
das
) ›Habe, Vermögen‹;
gutschlucker
›Habgieriger‹ (a. 1642),
gutstelend
›räuberisch‹,
gutsucht
›Habgier‹ (a. 1642),
gutverzerer
›Schlemmer‹ (a. 1521).

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
268, 10
(
Wolfenb.
1593
):
[Ein Einäugiger:]
Ich wolte, das ich vor alle mein Gut mein Auge haben möchte.
Luther, WA
17, 2, 498, 4
(
1527
):
all jhrer trost steet auff gelt und guͦt, [...], Wenn sich aber das glück wendet, und nemen yrgent ein schaden an geldt und guͦt, da hebt sich ein solch [...] klagen, dz [...].
Ebd.
32, 459, 2
(
1532
):
wie man spricht ,Gut macht mut‘ etc. Also das Sorgen eben soviel heisset als mit dem hertzen daran hangen.
Ebd.
49, 630, 16
(
1544
):
Christus et nos sitzen in gesampten gutern: quidquid ipse, nos, potestatem super peccatum [...].
Alberus, Barf.
110, 5
(
Wittenb.
,
1542
):
Franciscus aber / verlies nicht allein all sein gut / Sondern warff auch von sich die Kleider [...] vnd lieff nacket dauon.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
6156
(
Magdeb.
1608
):
wuͤrd der Feind sich was anmassen / | Wolln wir gut vnd blut bey euch lassen.
Ebd.
561, 1735
:
Es ist verloren kost vnd kunst / | Gut vnd Blut ohne nutz vergeben / | Er wird leider nicht wider leben.
Ebd.
567, 1939
:
[Darumb sollen] die Jungen Helden erbeiten / | [...] mit streiten / | Biß sie auch Ehr vnd Gut erlangen.
Leman, Kulm. Recht
3, 44
(
Thorn
1584
):
so antwurte der eldisten swestirn man vnd sprach. erbe vnd gut ist mynem wybe anirsturben.
Ebd.
3, 121
:
Gelobit eyn burger by alle syme gute eyme andirn manne vor richter [...].
Quint, Eckharts Trakt.
60, 2
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Ein ritter in einem strîte wâget guot, lîp und sêle durch [...] kurze êre.
Ebd.
296, 6
:
wir suln alliu dinc haben, als ob sie uns gelihen sîn [...] krefte, ûzerlich guot oder êre, vriunde, mâge, hûs, hof.
Ders., Eckharts Pred.
2, 61, 7
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
ein mensche [...] sprach, er hæte grôziu dinc gelâzen von ertrîche, von guote, durch des willen, daz er sîne sêle behielte.
Dat nuwe Boych
423, 26
(
rib.
,
1396
):
die schicken heymlichen zo dem Roymsschen keysser Karle buͤyssen wist [...] der guͦder gemeynden.
Ebd.
425, 6
:
wer an der gewalt nyet geweist en were [...], die sculde lijfs vnd guͦtz versichert sijn.
Ebd.
425, 18
:
van weme sij da gericht hadden, deme namen sij beyde yre wijuen vnd kynderen yre erne vnd gut.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
118, 10
(
rhfrk.
,
um 1435
):
dar vmb wil ich yme zü myner dochter groß gut geben.
Ebd.
145, 19
:
[üwer vader] wolde nit ein hellerwert gudes von vns genemen.
Köbler, Ref. Franckenfort
44, 1
(
Mainz
1509
):
das alles sol für farende habe vnd beweglich guͦt gehalten vnnd geachtet werden.
Palmer, Tondolus
863
(
Speyer
um 1483
):
[Die] werdent ewiglich verlorn Darumb das sie mit fremdem gut vmb gont.
Stambaugh, Friederich. Saufft.
26, 32
(
Frankf./O.
1557
):
Am gut bringet das Sauffen schaden.
Knape, Messerschmidt. Bris.
1, 13
(
Frankf./M.
1559
):
Edelman [...] welcher eines gar guten stammes [...] war / am Gut aber / nicht sonders hohen vermoͤgens.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
135, 11
(
omd.
,
1546
):
Da eine aber mit ihren gut von ihren manne abgesondert.
Neumann, Rothe. Keuschh.
1757
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
also nymmet eine junge ein alden man, | einen krancken daz sy sin gud wil han.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk.
18, 24
(
osächs.
,
1343
):
Wie swêrliche di daz gût habin
[Emser
1527
/ Eck
1537
:
gelt
; Luther
1545
:
Reichen
]
gên în in daz rîche der himele.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
67, 7
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
wen si das gut han genumen, so sprechin di rouber czu den lutin di si han beroubit und geschindt: ,vart heym unde gewynnet andir gut‘.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
251, 2
(
osächs.
,
1523
/
4
):
Einem die guter on gerichte und recht entweret.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
13, 32
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Allen menschen ist er gewesen schadhaftig, es sey an der person, an dem leymüt, an dem guͤt.
Köbler, Ref. Nürnberg
65, 19
(
Nürnb.
1484
):
so soll dem clager [...] zuͦ seiner habe vnd guͦt mit gepuͤrlicher volziehung des rechten verholffen werde͂.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
219
(
Nürnb.
1517
):
Wann etlich sein zuvil engstig [...], wie sie der gemein dienen und der andern gütere verwalten.
Sachs
17, 490, 32
(
Nürnb.
1563
):
Dem verschwind aus den henden frey | Sein gütlich und thut von im wandern.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
115, 15
(
Nürnb.
1548
):
die / so guts vnnd herrligkeyt halb / ein ansehen haben / Das sie gedencken / Weñ sie jren kindern vil [...] zusã sparen / so haben sie es am besten versorget.
Ebd.
178, 32
:
wer Gott opfferen [...] wil / von vnrechtem gut / der erzuͦrnet Gott.
Sachs
3, 224, 6
(
nürnb.
1531
):
du Armut, so du nach lust | dein gütlich unordlich verthust.
v. Keller, Ayrer. Dramen
3003, 15
(
Nürnb.
1610
/
8
):
So käm ich in grössern vnmuth | Vnd käm darneben vmb mein gut.
Trunz, Meyfart. Rhet.
1, 49, 19
(
Coburg
1634
):
welcher [...] die hohe Obrigkeit [...] zum Raub vnd Gutdürstigkeit [...] angefuͤhret.
Chron. Strassb.
128, 5
(
els.
,
1362
):
die drie meister muͤstent han guͦt von den Juden genomen.
Rieder, Gottesfr.
75, 44
(
els.
,
1377
):
so wellent wir ußer goͤtlicher minnen ußer der hant geben beide unser lib und unser guͦt, es sige ligende oder farende.
Vetter, Pred. Taulers
73, 7
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Wo wogestu durch Got lip und guͦt, liep und leit und lest dich selber und alle ding usser dime innerlichen grunde do Got ein gebieter sin?
Roloff, Brant. Tsp.
922
(
Straßb.
1554
):
Ich will ir mit leib und guͦt ston bei.
Koller, Ref. Siegmunds
78, 10
(Hs.
um 1474
):
Wer auch darzü ein forderung thüt mit leib oder mit gut, der sol erhebt werden.
Bernoulli, Basler Chron.
6, 359, 3
(
alem.
,
1499
):
wichen dise harnoch genempt usz der statt Basel mit lib und guͦtt hin und anweg.
Welti, Stadtr. Bern
84, 23
(
halem.
,
1357
):
waz der liden sol, [...] der hinder deheim von Berne [...] redet, daz ime an sin libe, an sin guͦt oder an sin ere gat.
Rennefahrt, Zivilr. Bern
119, 22
(
halem.
,
1501
):
das [...] sin sun [...] dehein gewalt, noch macht sol haben, [...] sinem vatter sin guͦt, weder ligends, noch varends, schulden, silbergeschirr, barschaft, husraͧtt und anders, [...], anzuͦgriffen.
Merz, Urk. Wildegg
39, 14
(
halem.
,
1437
):
die ganczen herschafft, [...], mit twing vnd bann, luͥt vnd guͦt, mit zinsen, zechenden.
Edlib. Chron.
6, 37
(
ohalem.
,
um 1500
):
habe ouch sy sömlich gut jnn gehept in gewalt und gewer sider sinnem tod.
V. Anshelm. Berner Chron.
4, 256, 15
(
halem.
,
n. 1529
):
vil andre selverfuͤerende und guͦtstaͤlende luginen.
Heydn. maister
9v, 10
(
Augsb.
1490
):
wer milt waͤr / sprach er der sein guͦt außteilt.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 214, 15
([
Augsb.
]
1548
):
Groß guͦt macht manchen Affen blind.
Ebd.
224, 5
:
Dieweil ich das bey guͦte bin | So hab ich freünde und hohen syn | Schwindet aber mir das guͦt | So schwinden freünde und hoher muͦt.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 227, 11
(
schwäb.
,
1618
):
[Ein richter] soll globen und schwöhren, daz er nach clag, [...], der zeugen sag, [...], es treff gleich an leib, guet oder bluet, einem jeden recht sprechen wölle.
Henisch
1795
(
Augsb.
1616
):
Der vmb sein gut kompt / kan nicht froͤlich sein.
Auer, Stadtr. München
159
(
moobd.
,
1347
):
Ain iegleich amptman und pauman sol seinen heren beraiten seines guots.
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 186, 11
(
moobd.
,
1376
):
da sol dem spital daz guͦt beleiben, dem gericht der leip.
Thiel u. a., Urk. Münchsm.
226, 38
(
moobd.
,
1478
):
das kain werntlicher richter [...] zu richten sullen haben [...] weder vber leutt noch vber guet.
Moscouia C
4r, 42
(
Wien
1557
):
Sein gewalt hat der Großfuͦrst gebraucht / gleich so woll vber die Geistliche als vber die Weltliche / es sey vmb das guet oder das leben.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
19, 27
(
tir.
,
1464
):
Wir mügen got nicht gedinen vnd dem gut
[›Mammon‹].
Luther, WA
41, 50, 18
;
366, 9
;
Große, Schwabensp.
91, a, 33
;
187a, 17
;
Schade, a. a. O.
2, 35, 29
;
2, 222, 953
;
Dat nuwe Boych
430, 22
;
Frantzen u. a., Kölner Schwankb.
2, 111
;
2, 120
;
Tiemann, a. a. O.
139, 25
;
152, 7
;
Köbler, Ref. Franckenfort
50, 2
;
Goerlitz u. a., Magd. Schöff./Schweidnitz
80, 28
;
Behrend, Magd. Fragen
70, 2
;
87, 10
;
108,
Anm. 4;
118, 21
;
143, 14
;
156, 30
;
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
49, 14
;
50, 21
;
56, 26
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
138, 28
;
191, 10
;
286, 34
;
Schönbach, Adt. Pred.
7, 2
;
Logau. Abdank.
163, 7
;
Opitz. Poeterey
50, 12
;
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
215
;
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
10b, 4
;
Langen, Myst. Leben
169, 8
;
Franck, Decl.
342, 42
;
345, 24
;
ders., Klagbr.
227, 31
;
Reichmann, a. a. O.
176, 26
;
Chron. Strassb.
248, 23
;
Merk, Stadtr. Neuenb.
120, 7
;
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 177, 2
;
348, 21
;
Fuchs, Murner.
4
Ketzer 4235;
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
27, 19
;
Goldammer, Paracelsus
5, 180, 21
;
6, 194, 22
;
Boos, UB Aarau
128, 29
;
Rennefahrt, Statut. Saanen
20, 34
;
ders., Stadtr. Bern
416, 30
;
421, 18
;
ders., Zivilr. Bern
122, 31
;
Welti, Urk. Rheinfelden
315, 8
;
Menge, Laufenb. Reg.
1703
;
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
269, 33
;
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
258, 5
;
260, 2
 f.;
272, 17
;
Merz, Urk. Wildegg
185, 10
;
Köbler, Stattr. Fryburg
118, 3
;
168, 18
;
Roder, Stadtr. Villingen
129, 13
;
Fuchs, Murner. Geuchmat
685
;
1253
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
176, 10
;
Chron. Augsb.
1, 28,
Anm. 6;
Dreckmann, H. Mair. Troja
9, 5
;
29, 18
;
Sappler, a. a. O.
1, 79
;
4, 309
;
Rauwolf. Raiß
43, 27
;
Bastian, Runtingerb.
2, 13, 4
;
19, 4
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
161, 7
;
173, 13
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
1318
;
Fuchs, Kart. Aggsbach
109, 23
;
Turmair
4, 228, 9
;
Bischoff, Steir. Landr.
120
;
134
;
189
;
Mell, Steir. Weinbergr.
130, 6
;
Qu. Brassó
5, 452, 9
;
Voc. Ex quo A
426, 4
;
Hulsius H ir;
Dasypodius
340v
;
Maaler
197r
;
199r
;
Schwäb. Wb.
3, 953
;
963
;
973
;
6, 2085
.
2.
›Geld; Preis; für eine (z. B. politische) Übereinkunft bezahlte Summe; Bestechungsgeld; Bezahlung; Gewinn, Verdienst, Profit aus einem Geld- oder Warengeschäft o. ä.; finanzieller Vorteil; Geschäft‹.
Phraseme:
um kein gut
›um nichts in der Welt‹;
jm. etw. zu gute tun
›jm. (geschäftlich) entgegenkommen‹.

Belegblock:

Große, Schwabensp.
58a, 8
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
daz vrowen vmme guͦt nicht gearbeidene mogen also de man.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
123, 25
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Herre ich en were by sye nit komen vmb keyn gut / dann die dorecht frouwe drug mich selber jn yre bette.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
639
(
mrhein.
,
um 1335
):
Waz wollent ir mir [Iudas] zuͦ gude duͦn? | Ich geben vch Iesum.
Ebd.
1256
:
Wir haben alle solichen muͦt, | daz wir gerne duͦn dorch guͦt. Wilt duͦ vns geben hundert puͦnt.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
34, 35
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
das dy provinicie darbit silbirs und hot vil goldis, so kumen dyr dy kouflute unde brengen dar silbir unde gewinnen groz gut.
Hulsius H iijr (
Nürnb.
1596
):
Haubtsumme / oder gut / le Capital.
Chron. Strassb.
92, 19
(
els.
,
1362
):
wande ich do bares gutes nüt enhette.
Ebd.
127, 4
:
Die stat hette guͦt genomen von den Juden.
Ebd.
413, 5
:
Karle der kalwe [...] zoch mit guͦte an sich den bobest [...] und die Roͤmer, daz er keyser wart.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
65, 27
(
halem.
,
1349
):
sullen innunt dien nechsten acht tagen nach der manunge ze Berne in antwurten ze veilem guͦte.
Dierauer, Chron. Zürich
83, 28
(
halem.
,
1415
/
20
):
Doch ward Burgdorf den von Bern mit teting umb guͦt.
V. Anshelm. Berner Chron.
4, 158, 19
(
halem.
,
n. 1529
):
D’eidgnossen wurden vom Burbunschen herzogen mit hoher, frintlicher erpietung guͦts und ansuͦchung fridens heimgeschikt.
Wyss, Luz. Ostersp.
6574
(
Luzern
1545
):
möchten wir zuͦ im ein verrätter han, | kein guͦtt sött man sich thüren lan.
Chron. Augsb.
1, 25, 15
(
schwäb.
, zu
1372
):
daz mord stift der von Wirtenberg und gab gut darumb dem von Nidberg.
Ebd.
2, 14, 11
(Hs.
16. Jh.
):
er kaufet das kunigreich umb großes guet, das er den churfürsten darumb gab.
Sappler, H. Kaufringer
4, 150
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
aber das guot und den gewin, | der ich geleb und hie pin niessen, | [...] | ich pin aller sorgen frei, | wann mein sold ist gar gewis.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
20, 2
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
[Gregor] ward durch guets willen eyn verkerrer der gerechtigkait und kristenleichs gelawben in husserey.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
428, 34
(
m/soobd.
,
1565-81
):
ob derselb mensch kain guet hiet, so soll man auf die gemain, darinnen der leichnamb im selbst den todt gethan hat, ainen gemainen anschlag machen mit so viel guets, auf das man den leichnam verfertigen mög als sich gebuert.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
99, 27
(
tir.
,
1464
):
wie ward das chostleich chloster zerstört [...] durch des vnzimleichen pösen guetes willen der simoneÿ.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
855
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
546, 1
;
Chron. Strassb.
611, 9
;
Wyss, Luz. Ostersp.
6659
;
Chron. Augsb.
1, 164, 4
;
1, 32, 7
;
Dasypodius
170r
;
Maaler
198v
f.
3.
›landwirtschaftliche Wirtschaftseinheit, aus Grund und Boden, in der Regel unter Einschluß der darauf befindlichen Immobilie bestehender Landbesitz, Hof‹; je nach Bewirtschaftung: ›kleinerer bis mittlerer, freier oder unfreier Bauernhof‹; ›adliger Gutshof‹; ›aus mehreren Höfen bestehender Grundbesitz eines Adligen (dann häufig im Plural)‹; metonymisch: ›Recht am erwirtschafteten Ertrag eines landwirtschaftlich genutzten Gutes‹; speziell: ›Acker, Feld‹; auch ütr., z. B. auf religiöse Bezugsgegenstände.
Phraseme:
liegendes gut
(sehr häufig).
Bedeutungsverwandte:
 2, , ,  6, , , ,  4,  2, ,
1
, .
Syntagmen:
das g. anleiten / aufgeben / aufschreiben / bauen / behalten / besehen / (ver)kaufen / messen / räumen / teilen / (zu etw.) zurichten / zusäen, jm. das g. anschlagen / aufbrechen / lassen / verleihen / wiedergeben, das g. zu lehen haben, die güter zu etw
. (z. B.
zu weingarten
)
machen; das g.
(Subj.)
(wo) gelegen sein, jm. eigen sein, das g. etw
. (z. B.
geld / gülte
)
geben; des g. abmalen, sich des g. unterwinden; jn. auf das g. setzen, von seinem g. geschos geben, etw
. (z. B.
einen weg
)
auf seinen gütern haben, etw. auf seine güter schlagen, etw. von g. abmessen / absondern, auf seinem gut pfänden; das g. des benachbarten; das eigene / fäterliche / freie / kurmütige / ledige / rechte / unbebaute / ungeteilte / unzinsbare / wüste g., die anererbten / anliegenden / erschätzigen / freien / gekauften / unbehausten / verpfändeten / vogthörigen güter; der besitzer / einwoner / kauf, das recht des gutes, der handel, die summa / zugehörung, das verzeichnis der güter; gülte von gütern, abzug / aufzug auf den gütern
.
Wortbildungen:
güterbauer
›Großbauer‹ (a. 1569),
güterbesitzer
,
güterei
,
güterfal
›Abgabe auf Grundbesitz‹ (a. 1538),
gütergülte
›Grundlast‹,
güterstein
›Grenzstein‹,
gutherre
›Grundherr; Gutsbesitzer‹ (hd. a. 1577 ff.),
gutlach
1. ›kleines Landgut‹ (vgl. Dwb
4, 1, 6, 1455
),
gütler
›Pfründner‹,
gütlerin
,
gutlos
,
gutschade
›Feldschaden‹,
gutsrecht
›Zubehör eines Gutes‹,
gutsstrafe
›das Gut berührende Strafe‹,
gutsteuer
(auch
gutssteuer
; ›Grundsteuer‹; a. 1487 ff.).

Belegblock:

Luther, WA
10, 1, 1, 370, 7
(
1522
):
das wyr durch den glawben mit Christo ynn ungeteyleten guttern sitzen und allis haben, was er hatt und ist, auch seynen geyst
(hier ütr.).
Thielen, Gr. Zinsb. Dt. Ord.
16, 30
(
preuß.
,
1437
/
8
):
summa der vorgebin gutter und wusten huben ist 347 ½ hube. summa des czinses, der an vorgebenen erben und gutter, an wusten huben und an molen ist abgegangen, ist 416 m.
Toeppen, Ständetage Preußen
5, 45, 13
(
preuß.
,
1461
):
zo wir itzunder umb euwrer gnade willen gutlosz seyn worden, das wir ouch nicht leibloesz worden.
Hilliger, Urb. St. Pantaleon
334, 44
(
rib.
,
1426
):
alle diesse nabescreven kurmoedige goeder ind tynssgueder myt allet yrre [...] gerechticheyt.
Kollnig, Weist. Schriesh.
207, 11
(
rhfrk.
,
1603
):
dieser markstein [...] seind 77, und stehen noch etlich bei- oder güterstein darbei.
Ebd.
218, 35
(
rhfrk.
,
1559
):
Verzaichnus aller guitter des hoffs Marckpach mit iren zu und eingehörden, zinsen, gulten.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
120, 32
(
thür.
,
1474
):
[daz] dy muther eyne zcyt met den dryen kindern in den guttern gewonet hat.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
44, 4
(
osächs.
,
1523
/
4
):
Hat N. [...] euers weibs schwester zu der ee genomen, [...], und ist er zu ir in ir gut komen.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
12, 11
(
osächs.
,
1570
/
7
):
So er ein gut keufen oder zu einem forwerge zurichten will.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
388
(
schles. inseldt.
,
1468
):
ap her ÿm das gut freÿ vnd ledig hot geloen.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
182
(
schles. inseldt.
,
1458
):
vnd hot ÿm gegabin eÿn follemacht durch iren vormander [...], do nemet her dÿ macht obir dÿ guͤttereÿ off.
Schnelbögl, Salb. Karls IV.
122, 4
(
nobd.
,
1366
/
8
):
ein gütlich zu Kerspach bey der kirchen ist lehen.
Grimm, Weisth.
88, 40
(
nobd.
,
1400
):
daz der herren gute oder hube beswert wurden mit gudergulde.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
77, 24
(
nobd.
,
1452
):
die unbebauten guter, do nicht hauß ader scheure uff stunde.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 19, 25
(
nobd.
,
1464
):
nach des [lantpuch] inhalt der guterbesitzer namen sich gemeinlich verwandelt hetten.
Merk, Stadtr. Neuenb.
66, 27
(
nalem.
,
1462
):
so sollent die lúte, die ir gütere neben dem selben bach ligende haben, den ouch nit abgraben und uf ire güter schlagen.
Welti, Stadtr. Bern
112, 1
(
halem.
,
E. 14.
/
A. 15.  Jh.
):
von witwen, die nit kinder hant, vnd von begeynen vnd guͤtleren
[ebd. 242, 24:
gütlerinen
]
muͥgen wir wol sunder telle nemen.
Jörg, Salat. Reformationschr.
313, 5
(
halem.
,
1534
/
5
):
Die geystlichen sottend kein ligend guͦt me an sich kouffen.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
142, 14
(
halem.
,
1600
):
das in irer Fürstlich Gnaden Oberkaiten kayner [...] dem andern solle sine Güeter ufbrechen, dardurch rythen, fahren.
Ebd.
222, 10
(
1525
):
so haben die von Goldaich etlich ruche güter mit schwerer arbait und großem costen zuͦ wingarten gemacht.
Köbler, Stattr. Fryburg
94, 14
(
Basel
1520
):
ligende güter vmb bodenzinß verkouffen.
Chron. Augsb.
1, 64, 4
(
schwäb.
, zu
1379
):
do rait der purger zuͦ sinen guten uff daz land.
Ebd.
2, 25, 9
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
[ain reicher burger] zu Hall, der wolt außreiten zu seinen guetern und wolt die besehen.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 21, 28
(
schwäb.
,
1537
):
der hellhaf ist nit drittailig, sonder gutsrecht.
Vogel, Salb. Heiliggeistsp.
47, 2
(
moobd.
,
n. 1390
):
geit man auz einem guͤtlein 1 virtail rocken.
Wutzel, Rechtsqu. Eferding
53, 14
(
moobd.
,
1597
):
das ich [...] das vbl nach yedes verbrechen mit leib vnd guetsstraff abstraffen.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
43, 31
;
Thielen, a. a. O.
123, 43
;
Toeppen, a. a. O.
5, 39, 10
;
Lohmeyer, K. v. Nostitz
107, 22
;
Beyer, UB Erfurt
2, 397, 28
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck a. a. O.
32, 21
;
122, 21
;
182, 18
;
290, 11
;
295, 25
;
329, 12
;
Skála, Egerer Urgichtenb.
183, 11
;
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
409
;
636
;
Mon. Boica, NF.
2, 1, 13
;
6, 4
;
18, 7
;
21, 7
;
122, 21
;
293, 7
;
Dinklage, Frk. Bauernweist.
99, 8
;
Rennefahrt, Statut. Saanen
14, 23
;
ders., Recht Laupen
240, 2
;
ders., Gebiet Bern
262, 33
;
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
326, 35
;
Müller, a. a. O.
30, 30
;
42, 19
;
130, 11
;
138, 17
;
190, 40
;
202, 8
;
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag
20, 15
;
Chron. Augsb.
1, 67, 2
;
Hauber, UB Heiligkr.
1, 573, 31
;
575, 9
;
Glitsch u. a., Hofger. Rottw.
52, 4
;
Bastian, Runtingerb.
2, 22, 34
;
Koller, Reichsreg. Albr. II.
83, 18
;
101, 33
;
174, 4
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
124, 7
;
134, 1
;
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
336, 8
;
Dirr, Münchner Stadtr.
339, 4
;
358, 13
;
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 115, 17
;
Hör, Urk. St. Veit
90, 3
;
200, 14
;
UB ob der Enns
9, 827, 4
;
Fuchs, Kart. Aggsbach
203, 4
;
Rintelen, B. Walther
18, 29
;
Mell, Steir. Weinbergr.
116, 38
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
260, 11
;
Dasypodius
340v
;
Maaler
197r
;
199r
;
Hulsius H ir/v;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
160
;
Schweiz. Id.
1, 739
;
4, 1517
;
11, 1323
;
Rwb
4, 1346
.
4.
›Handelsgut, Ware, Kaufmannsgut (Tuch, Getreide, Vieh u. ä., auch Sole, Salz)‹.
Bedeutungsverwandte:
,  3, ; vgl. , .
Phraseme:
halbes gut, ganzes gut,
zur möglichen Erklärung s. die Belege
Müller
und
Stolz
;
das kleine gut
›Kleinvieh, das zum Verkauf auf dem Markt gedacht ist‹.
Syntagmen:
das g. ablassen / (von den schiffen) abziehen / auffaren / beleiten / füren / kaufen / verbieten, verkümmern lassen; das g
. (Subj.)
zolfrei sein, an der geschau bestehen; des gutes ab- / anfaren / warten; mit dem gut (wo) sein, (wohin) faren / ziehen, von dem g. zol nemen, von dem g. jm. zu lone geben, jn. nach g. geleiten; die türkischen / verkauften güter
.
Wortbildungen:
güterschif
(a. 1565),
güterwagen
(a. 1595 f.),
gutferger
dies auch: ›Verwalter eines kaufmännischen Unternehmens‹,
gutfertiger
, auch
gutverfertiger
,
gutkeller
›Warenlager‹,
gutschau
›Warenprüfung‹ (a. 1572).

Belegblock:

Thiele, Chron. Stolle
418, 8
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
man solde ouch keynen erffortisschen man nach gut geleyte.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
49, 4
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Di stat ist von grozer koufinschacze unde von gute allir habe der erdin unde des meris.
Opel, Spittendorf
74, 30
(
osächs.
,
um 1480
):
Do wardt Casius Mundt und sein weib uber den born kommen und hatten faste wunderlich und ubel getobet mit dem underbornmeister, wiewol dem ehrlichen gutte ein friede mit worten und wercken gewirckt ist.
Ebd.
76, 1
:
wen die knechte uffgenommen wurden, so musten sie bornmeistern unnd schöppen schweren, tag und nacht des guttes zu warten.
Schultheiss, Achtb. Nürnb.
59, 30
(
nobd.
,
1343
):
dem mulner seint die leitheuser verboten [...]; und [er sol] chein kaufmanschaft niht haben, sol vor der stat mit seinem guͦt sein.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 288, 23
(
nobd.
,
1464
):
das Vlrich Swere ein zettel hatt, were zoll geben soll und was guts, aber nicht aygentlich, was er zwͤ zoll von itlichem gute nemen soll.
Rupprich, Dürer
1, 149, 1
(
nobd.
,
1520
):
ich hab mich verdiengt, mit meinem guth von Franckfurth gen Mencz zu fahren.
Ebd.
151, 8
:
dem Staber hab ich geben, von güttern zu fahren.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
788, 27
(
1679
):
Vom kleinen veh. Das kleine gut nit in der statt herumb lauffen zelaßen.
Maaler
128v
(
Zürich
1561
):
Facktor (der) Eines kauffherren verwalter. [...] Ein guͦtfercker. Exercitor.
Ebd.
199r
(
Zürich
1561
):
Guͦtfergker / Der kauffmannschatz oder guͤter fuͤrt vnd fergket. Exercitor.
Sappler, H. Kaufringer
4, 44
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
guotkeler und kraumgaden | si aufprachen maisterleich.
Müller, Welthandelsbr.
187, 10
(
schwäb.
,
1506
):
von gantzm gut pfligt man zu zalen furlon vom sam hintz gen Augspurg duc 5 ¾ und von halbem gut duc 5 ½ den furleutn. [...] Hernach wirt ston, was halb und gantz gut ist
[
ganz gut
ist:]
Woll öl, imber, negelin [...]. Item halb gut [...] mandel, seyfen, feign, rosin, weinber.
Sappler, H. Kaufringer
4, 419
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ewr guot sol darzuo zolfrei sein.
Chron. Augsb.
9, 336, 2
:
und da er nun kam, sagt im ain zunft, er sollt sein guet zu seinen handen nemen, es wer ain betrug darin, es wer nit kauffmansguet.
Dirr, Münchner Stadtr.
471, 9
(
moobd.
,
1365
):
Swelich purger [...] nach saltz vert uͤber die Yser, der sol chainem gast sein guͦt arbaiten noch fuͤren und saltz da mit pringen.
Stolz, Zollwesen
87, 1
(
Toblach
1510
):
Ganz guet ist wollpallen und was in woll eingepunden von spezerei, goldstugk und seiden. – Halbguet ist malvasier, saiffen, glas, puecher, schuechholz, presili, und was nicht in woll gepunden wirt.
Ebd.
248, 44
(
1604
):
Die guetfertiger geben aber ire gieter einem Venedigischen kaufman.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
26, 20
;
Welti, Stadtr. Bern
41, 21
;
UB Zug
1667, 5
;
Rennefahrt, Recht Laupen
215, 16
;
ders., Wirtsch. Bern
12, 34
;
ders., Gebiet Bern
711, 19
;
Sappler, a. a. O.
4, 419
;
8, 84
;
Chron. Augsb.
2, 45, 3
;
9, 246, 24
;
326, 18
;
Bastian, Runtingerb.
2, 46, 6
;
119, 15
 f.;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
138, 11
;
Zingerle, Inventare
69b, 25
;
Rechn. Kronstadt
3, 136, 14
;
3, 137, 20
;
141, 21
;
149, 10
;
Qu. Brassó
4, 511, 41
;
Rwb
4, 1350
;
Schweiz. Id.
8, 363
;
Schweiz. Id.
15, 742
;
Schwäb. Wb.
3, 986
.
Vgl. ferner s. v.  5,  2,  1,  3,  6,  3.
5.
als Spezialisierung zu 1 in den Kollokationen
gut der toten; das irdische / zeitliche / vergängliche / weltliche gut
allgemein die Vergänglichkeit, Weltgebundenheit und letztliche Geringwertigkeit materieller Werte betonend, dies im Unterschied zu den religiösen, über das diesseitige Leben hinaus fortwirkenden Werten; offen zu 6.
Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Wortbildungen:
gutlach
2.

Belegblock:

Gropper. Gegenw.
20v, 8
(
Köln
1556
):
das Christus sei ein Pfleger / nit des schatten / noch der Jrdischen Güeter vnnd Tabernackels / sonder der Heiligen Güeter / vnnd der waͤrhafftigen Hütten.
Palmer, Tondolus
935
(
Speyer
um 1483
):
es sint deren sel die mit grosser karkeit ein sicher leben furent vnd doch von irem irdischen gut nit almusen geben.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
4489
(
omd.
,
1338
):
Di ir ende und ouch ir heil | Legen uf werltlich gutelech.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
12, 19
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Weib, kinde, schatz und alles irdisch gut muß etwas freuden am anfang haben und mer leides am ende bringen.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
30, 34
(
omd.
,
1487
):
Gott hat in zceittlichen guttern leÿbes vnd sele, dem menschen nicht edlers noch bessers gegebenn den denn willen.
Schönbach, Adt. Pred.
7, 27
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
der hoffenunge hatte zu vorgenclicheme guͦte und niht zu gote.
Franck, Klagbr.
231, 36
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
[pfaffen] die inen in zeitlichen guͤtern dienen.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
1, 539
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Den gedultigen menschen enmag dekein ding vntsetzen: verlust von irdenschem guͤte, von frúnden, von mogen [...], noch túfel, noch helle.
Rieder, Gottesfr.
68, 17
(
els.
,
1390
/
1402
):
wir enmeinent noch enwellent kein irdensch guͦt [...], wir meinent gottes ere und der cristenheite ewige selikeit obe allen goben diser zit, die zergenglich sint.
Koller, Ref. Siegmunds
179, 29
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
wie kan ein mensch mit kurtzem leben mit der totten guͦt übermuͦt oder hochfart triben? der totten guͦt sol in sümig machen zuͦ niessen.
Karsten, a. a. O.
10593
;
Schönbach, a. a. O.
15, 23
;
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
290r, 18
;
Langen, Myst. Leben
164, 12
;
Gille u. a., M. Beheim
76, 211
;
Reichert, Gesamtausl. Messe
27, 6
;
Reichmann, Dietrich. Schrr.
178, 6
;
Sachs,
21, 224, 15
;
Lauchert, Merswin
6, 22
;
Rieder, a. a. O.
167, 16
;
Roloff, Brant. Tsp.
155
;
Koller, a. a. O.
263, 39
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
70, 27
.
Vgl. ferner s. v.  6.
6.
›wertvolles Nichtgegenständliches (als sittlich und religiös Gutes)‹; speziell: ›Erstrebenswertes, Nützliches, Wohltat, Positives, das einem zuteil wird‹; ›Heilbringendes, Liebesgabe, (einzelne) Gnadengabe, Geschenk Gottes (Gnade, ewiges Leben, Segnungen, Sakrament)‹, jeweils im Unterschied zum zeitlich begrenzten, geringwertigen weltlichen Gut (Bed. 1; 4).
Gehäuft Texte religiösen und didaktischen Inhalts.

Belegblock:

Luther, WA
35, 448, 18
(
1524
):
Kom heyliger geyst herre Gott, | erfull mit deyner gnaden gut | deyner gleubigen hertz.
Ebd.
41, 581, 17
(
1536
):
die nichts denn ein schebichte parteken haben gegn ewr herrliche Goͤttliche guͤter.
Quint, Eckharts Pred.
2, 180, 4
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Daz beste guot, daz got geleisten mac, daz ist sîn rehtiu hant.
Ebd.
273, 2
:
daz er niht enminne diz guot oder daz guot, sunder er minne daz guot, von dem allez guot vliezende ist.
Gropper. Gegenw.
11r, 3
(
Köln
1556
):
der Apostel [...] sagt / Das gesatz hab den schatten der zuͦkünfftigen güeter / nit das wesen der güeter selbst / so das Neuwe Testament hab.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 308, 2
(
Köln
1610
):
Heut wirt in der Kirchen Gottes, | Sacrament des Himmelbrots | Anzubetten fuͤrgestelt | Welchs der Herr [...], | Als vrsprung aller guͤtern, | Hat zu essen außgetheilt.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
1, 10
(
hess.
,
14. Jh.
):
waz wir begynnen gudes zu dune, bydet in mit stedeme gebede, daz er an uch vollenbrenge [...], want uns ist ime alle zyt von allen sinen guden also zu gehorsame daz er uns als ein irzurnet vader sine dochter indrube.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
30, 36
(
omd.
,
1487
):
Dÿß ist ein solch vnbeweglich vnnd gefreÿtes gutt, das es durch key͂nerleÿ creatür [...] allein gott ausgeslossen [...] den menschen magk genõmen werden.
Sermon Thauleri
2ra, 36
(
Leipzig
1498
):
Alles gut dz ist die gotliche geburt. die ist allein alles gut.
Mathesius, Passionale
52r, 27
(
Leipzig
1587
):
die Christliche Kirche [...] wird endlich alle herrligkeit vnnd Glori des Herrn Christi in Himlischen Guͤtern vnd ewigen Leben erwerben.
Asmussen, Buch d.
7
Grade 791 (
nobd.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
Di andern grede hant solhes gut, | daz menschenherzen, sin noch mut | mit gedanken nit ergrunden.
Anderson u. a., Flugschrr.
8, 10, 24
([
Nürnb.
]
1524
):
wann sie durch Christum in den sie glauben / herren der welt vnd aller guͤtter gottes werden.
Vetter, Pred. Taulers
105, 12
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
wie mag daz sin das daz luter minnenkliche, suͤsse, ewige, goͤtteliche, geminnete guͦt, das dich daz weder enlustet noch dir ensmacket.
Ebd.
137, 18
:
Nu hat der mensche doch alle ding von Got enphangen [...]: guͦt der naturen, guͦt der gnaden und guͦt des gelúkes.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 245
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Beuintliche minne vnd liebe, das ist ein begirlicher smackender gelust, den man het zvͦ gotte alse zvͦ einem ewigen guͦte, do alles guͦt inne beschlossen ist.
Behrend, Spangenb. Anbindbr.
14, 41
(
Straßb.
1611
):
[Wer] hat in jhm das höchste Gut / | Welchs Leib und Seel erhalten thut. | Diss Gutt ist grösser als die Welt / | Und köstlicher als Gut
(Bed. 1)
und Gelt.
Goldammer, Paracelsus
6, 189, 19
:
,wirstu sehen die gueter Jerusalem‘, das ist Christum am kreuz.
Bauer, Geiler. Pred.
464, 21
(
Augsb.
1508
):
Du sagest ym danck so du betrachtest / wie vil guͦttes du von ym entpfangen hast.
Chron. Augsb.
5, 86, 3
(
schwäb.
,
1523
/
7
):
Sie hat das hailig guͦtt hie zuͦ dem hailigen Kreutz betreft mit dem pluͦt ihrer nasen.
Ebd.
9, 150, 20
(
1544
/
45
):
auch alle burger des reichs [...] gutes und arges in kriegs⸗ und fridlichen zeiten billichen mit⸗ und nebenainander tragen und haben sollten.
Andreae. Ber. Nachtmal
25r, 5
([
Augsb.
]
1557
):
Sein Leib [...] sein Bluͦt mit allen seinen guͤttern.
Henisch
1795
(
Augsb.
1616
):
Deß guten wirdt allweg geschwigen. Das gut ist nicht gut / so es nicht gut verstanden / nicht gefaßt wirdt. Das gut soll man lassen gut bleiben / vnd nicht vberguten oder vberkünstlen / sonst verderbt mans. Das gut thu gut / das recht recht.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
21, 3
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Die mochten nun wenig guets getun, wann sy hetten kain peschuttung und etllich tetten auf der rays mer ubel dann guet.
Rechn. Kronstadt
3, 306, 40
(
siebenb.
,
1545
):
Got czu lob vnd den Armen czu guet.
Quint, a. a. O.
1, 245, 5
;
Froning, Alsf. Passionssp.
45
;
1211
;
Göz. Leichabd.
250, 2
;
250, 2
;
Logau. Abdank.
167, 2
 f.;
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
9, 63
;
Dietrich. Summaria
27v, 37
;
v. Keller, Ayrer. Dramen
188, 27
;
Vetter, a. a. O.
122, 24
;
Eichler, a. a. O.
1, 110
;
2, 411
.;
1255
;
Koller, Ref. Siegmunds
139, 31
;
161, 9
;
Goldammer, Paracelsus
2, 427, 15
;
Warnock, Pred. Paulis
10, 133
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
11, 14
;
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
107, 18
.
Vgl. ferner s. v.  10,  2.
7.
›das Höchste alles Erreichbaren / Erstrebbaren (summum bonum), in gleichem Maße Ursache alles Guten; Teilhabe an Gott und dessen Eigenschaften, Gotteskindschaft‹; vielfach: ›Gott; Trinität‹.
Zur Sache: Lex. d. Mal.
4, 1797
-1800.
Texte religiösen und didaktischen Inhalts, oft der Mystik.

Belegblock:

Pfefferl, Weigel. Ges.
3, 5
(
Hamburg
1646
):
Das sich das ewige gutt außgieße [...] vnd nicht fürsich selbst alleine in ihme Lebete.
Ebd.
8, 15
:
wo das höchste gutt einfleußet in eine nidrige gelaßne ergebne Seele, do wirdt empfangen und geboren ein Sohn Gottes, Gott vnd Mensch, das ist, do ist Gott alles worden im Menschen.
Quint, Eckharts Pred.
1, 250, 16
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
got ist ain vnbeweglich guͦt, in im selber still staͤnd, vnberuͤret vnd vnbewegt.
Ebd.
2, 440, 6
:
Dô enmeinte er niht sîne edele sêle nâch der wîse, als si vernünfticliche aneschouwende ist daz oberste guot, dâ er mite geeiniget ist an der persône und selber ist nâch der einunge.
Jostes, Eckhart
14, 34
(
14. Jh.
):
Got der sach sich selber an allen dingen, dar um behaget got im selber, wan got ist an im selber ein einich guͤt.
Ebd.
16, 15
:
Doch do icht gotes ist, daz ist got alzemal; mer daz inblibende gut, daz ir ewiclichen bliben sol.
Ebd.
26, 17
:
Got ist gut, er ist pezzer, er ist aller peste. Gut lebt an wesen und ist nicht breiter dan wesen; wer nicht wesen, so wer auch nicht guͦt.
Ebd.
104, 31
:
got ist daz erst guͦt, ein luter guͦt, ein einiges guͦt alz guͦt, ein unmásig guͦt, ein ewiges guͦt.
Strauch, Par. anime int.
9, 26
(
thür.
,
14. Jh.
):
der vadir und der son und der heilegeist di sint ein in der nature und in dem wesine und sin daz obirste guit.
Ebd.
30, 11
:
darumme heizit he ein erbe Godis, daz ist ein erbe sines allirbeisten gudis.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
172
(
Nürnb.
1517
):
der die hell nit fürcht, den himel nit bitet, sunder dem höchsten gut allein umb seinetweillen dienet.
Vetter, Pred. Taulers
80, 13
(
els.
,
1517
):
ein insmeltzen in daz luter goͤtteliche einveltige indewendige guͦt.
Rieder, St. Georg. Pred.
23, 35
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
da von sont wir minnen Got, wan er ist daz obrest guͦt und úber aͤllú ding, won aͤllú guͤti flússet von im, und ist ôch aller maist der dinge dú sel raizent zuͦ der minne.
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel
1088
(
schwäb.
,
1455
):
Sin heiligen lichnam fron | und ouch sin heiligs bluot. | Das guot ob allem guot | Lob ich vor allen dingen.
Höver, Bonaventura. Itin. b,
186
(
moobd.
,
1450
/
1460
):
der erst nam gottes ist bonum oder gut. [...] Jhesus Cristus [...] hat den namen guͦthait oder guͦt got zevordrist vnd gancz zu geaignet, da er sprach: „es ist nyemant guͦt den got allain“.
Strauch, a. a. O.
6, 32
;
Neumann, Rothe. Keuschh.
593
;
Gille u. a., M. Beheim
71, 43
;
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 946
;
Vetter, a. a. O.
26, 16
;
89, 27
;
108, 12
;
Illing, Albert. Sup. miss.
454
;
458
;
Rieder, a. a. O.
145, 4
;
274, 4
;
Warnock, Pred. Paulis
8, 63
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
1646
.
Vgl. ferner s. v.  1, ,  1.
8.
›positives Vermögen, Fähigkeit zu gutem Handeln, zu positiver Haltung anderen gegenüber; Qualität der Person, Eigenschaft der Güte; Motivation zum Guten, gute Absicht‹.

Belegblock:

Große, Schwabensp.
92a, 36
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Swellich richter vnrecht orteil gebit [...], duͦt her daz duͦrch gut oder duͦrch haz oder duͦrch libe oder lede, der vorluͦset gottes huͦlde.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
226
(
Nürnb.
1517
):
das alles das im menschen dem höchsten zulendet, das entweicht dem menschlichen gut, den ,sitten und tugenden‘.
Schmidt, Rud. v. Biberach
43, 16
(
whalem.
,
1345
/
60
):
,das dv́ natv́rlich guͦt werdent volbraht mit vber naturlichen guͦten‘. Von dien naturlichen guͦten spricht ein glose.
Rieder, St. Georg. Pred.
217, 13
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
won ist ez im joch zem ersten lait [...], so er sich denne bedenket [...] daz ez durch guͦt ist beschehen, so ist ez im liep denne.
Warnock, Pred. Paulis
8, 77
(
önalem.
,
1490
/
4
):
wo ain volkomenhait were in den creaturen, die nit in gott were, so möcht die sel dazselb guͦtt und volkomenhait usserthalb och begeren.
Nyberg, Birgittenkl.
2, 166, 26
(
schwäb.
,
1522
):
[er] vmbfeng die wirdig muͦter mit beiden armen – daz geschah on zweifel in allen guͦt vnd in lieb vnd andacht die er het zuͦ dem heiligen orden.
Vgl. ferner s. v.  2.
9.
›hohe materielle Beschaffenheit e. S., hochwertige Qualität‹.

Belegblock:

Rupprich, Dürer
1, 173, 18
(
nobd.
,
1521
):
darunter sahe jch beÿ 40 klainer täfelein van öhlfarben, der gleichen jch von reinigkeith und guth darzu nie gesehen hab.
10.
›das Gute im Unterschied zum Bösen (als absolute moralische Kategorie)‹; anschließbar an 5.

Belegblock:

Stackmann u. a., Frauenlob
5, 15, 5
(Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
ein ieslich wiser sol gut bi gute leren.
Warnock, Pred. Paulis
5, 145
(
önalem.
,
1490
/
4
):
Adam fand in der schowung sin selbs, daz im gott hatt geben triplex adjutorium, ain drivaltige hilfung. Ze dem ersten daz liecht, das guͦtt ze bekennen und ze usserwellen.
Henisch
1795
(
Augsb.
1616
):
Das gut leid wol je noth / aber nimmer den Todt.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
221
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Gut vnd pos wirt aufgericht mit vnderschaid.
Bauer, Imitatio Haller
47, 12
(
tir.
,
1466
):
Der vnfridsam mensch der verkchert das guet in das pöes vnd gelaubt gar pald das pös.
11.
im Phrasem
gemeines gut
›allen gemeinsam gehörender bzw. zustehender Besitz‹; als Metonymie: ›allgemeiner Wohlstand; Gemeinwohl‹.

Belegblock:

Chron. Köln
2, 309, 16
(
Köln
1499
):
dat die ander burger desgelichen sulden unversert sin van den perickelen noch arbeit vlien die anzogain were vur dat gemein goit.
Köbler, Ref. Wormbs
200, 22
(
Worms
1499
):
auch in friden vnd sicherheit behalten. verhütet. Rych vnd Arme kindtbetterin witwe vnd weisen beschirmet. so wir auch von natur billich de͂ gemeinen guͦten geneigt vnd geflissen syn soͤllen.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
2, 373, 23
(
hess.
,
1477
):
das die [artickel] nit alleyn uns sunder auch gemeynem gude nutze und ere und frummen brengen wurden.
Thür. Chron.
10v, 1
(
Mühlh.
1599
):
Dardurch erwechst heimlicher Haß / Das gemeine Gut wird verachtet / Kinder die nichts gelernet / werden in den raht genommen.
Ebd.
12r
:
er [...] mehrete das gemeine Gut so sehr / daß was vorhin 4. Pfennige galt / daß galt dazumal einen Pfennig.
Chron. Augsb.
3, 439, 15
(
schwäb.
,
E. 15. Jh.
):
sollichs gelts er denn also ain anzal [...] aus geben und das ubrig im selbs behalten und also das gemain guͦt veruntreuet [...] hatt.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
21, 27
.
Vgl. ferner s. v.  1.
12.
in dem Phrasem:
geistliches gut
a) ›konkretes Besitztum der Kirche (z. B. Klöster)‹ (auch zu 1 stellbar);
b) ›immaterielle, dem Seelenheil dienende Gnadengabe‹; speziell: ›Sakrament‹ (auch zu 5 stellbar).

Belegblock:

Zu a):

Jürges u. a., Waldecker Chron.
341, 32
(
wmd.
1543
):
als man auch ad posteros christianam religionem zu promovieren schuldich und die gestlige guiter darzu und sunst in kein prophanos gebraucht werden sollen.
Henisch
24
(
Augsb.
1616
):
Geistliche Guͤter haben Adlersfedern art / wann sie zu andern gelegt werden / so verzehren sie dieselbigen.
Turmair
4, 1060, 25
(
moobd.
,
1522
/
33
):
solten die geistlichen güeter den nottürftigen außtailen und außpeuten.

Zu b):

Karsten, Md. Paraphr. Hiob
10580
(
omd.
,
1338
):
Wan dem guten [sune] gybt und tut | Dat man nennet geistlich gut | Und riche geistliche gabe.
Lauchert, Merswin
7, 11
(
els.
,
1352
/
70
):
so bin ich ein herre, dez alle dinc sint, vnd och alles geischliches gvͦt, vnd oͮch alles lipliches gv́t von mir zu lehen get.
Vetter, Pred. Taulers
343, 12
(
els.
,
1359
):
Das ist symonie das man git geistlich guͦt umbe liplich zitlich guͦt.
Koller, Ref. Siegmunds
255, 16
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
es sol nieman me vertragen, das yeman kein geistlich guͦt me niesse, denn es sol luter verdienet werden.