2
stal,
stahel,
2
stachel
(letzteres wobd.);
der
 ;
-(e)s/–
.
1.
›Stahl als Material mit bestimmten Eigenschaften (wie z. B. Härte)‹; in den Belegen mehrfach als Handelsgut im Orientierungsfeld mit
blech / blei / eisen / erz / kupfer / messing / gold /silber
.
Bedeutungsverwandte:
im Orientierungsfeld mit  1,
2
 1, (
das
12,  1, (
das
), (
der/das
),  1, .
Syntagmen:
s. brechen / durchhauen / kaufen / verkaufen / schneiden / schroten, den s. glüig machen, s. unter dem eisen begreifen
›zum Eisen rechnen‹;
der s. zerbrechen
(ütr.),
dem messer abgewezt sein
;
das herz s. sein, härter den s. werden
;
per s. sehen [können], durch s. brechen, etw. als feuer und s. vereinen, etw. von s. machen, von s. (geschweizt) sein
;
der glüige / herte / lautere s., ein herz wie s
.;
der gang / kloben / stein stales
;
der wagen mit s., die krone, der panzer von s
.
Wortbildungen:
stalblech
,
staleisen
,
stalfeilet
(a. 1639 f.),
stalfest
›stahlhart‹ (dazu bdv.: vgl. ),
stalgrau
,
stalgrube
,
stalhart
(dazu bdv.: vgl. , a),
stalhut
,
stalig
(a. 1525 f.; ütr.:
staliger geist
),
stälkanne
(wohl kontrahiert aus
stälen kanne
),
stalnat
›Naht des Panzerhemdes‹,
stalring
›Panzerring‹,
stalschos
›Schoßteil der Rüstung‹,
stalstark
(dazu bdv.: , ),
stalwecke
1. ›Eisenkeil‹, 2. ein stollenartiges Gebäck (a. 1590; Motivation von
stal-
undurchsichtig, möglicherweise zu
1
stal
;
Pfälz. Wb.
6, 407
),
stalwerk
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
10236
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Daz erste Gotes ingesigele, | Dar die stalvesten rigele, | Waren ie beslozzen vor, | Biz daz Crist entsloz dit tor.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
508, 33
(
preuß.
,
1436
):
1 stelen flassche. 1 stelkane.
Ebd.
611, 21
(
1447
):
Smede: item 5 mandeln stoleyzen, item 9 czangen.
Joachim, Marienb. Tresslerb.
477, 35
(
preuß.
,
1408
):
9 scogt vor 30 steyne stoles.
Luther, WA
21, 447, 23
(
1544
):
das sie [...] der ewigen verdamnis nicht achten und hertere Koͤpffe werden denn kein Stahl oder Demant.
Ebd.
28, 591, 19
(
1529
):
Ein Menschlich hertz ist eitel eisern, stahl, ein felss.
Ebd.
29, 48, 25
(
1529
):
Der fuß ists eher muhde worden den der stachel
[›die stählene Fußfessel‹, auch zu 2 stellbar].
v. Ingen, Zesen Rosenw.
94, 28
(
Hamburg
1646
):
daß wier oft mit stummen reden sprechen / | stilschweigend bitten / mehr als sunst / | und so durch stahl und zaͤhes eisen brechen.
Kopp, Volks- u. Gesellschaftsl.
172, 24
(Hs. ˹
pfälz.
,
M. 16. Jh.
˺):
ir lieb bricht stahel und eysen.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
54, 17
(
Frankf.
1535
):
Sein [Adamas] groͤste tugent ist in golt / silber vnd stahel / darumb an den lincken arm gebunden / ist guͦt wider die vnsinnigkeyt.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 72, 9
(
schles.
,
1412
):
kopperwerke [...] eysenwerke stolwerke mit allirley gris.
Ebd.
21, 167, 29
(
schles.
,
1612
):
dass sie alle gruben goldes und silbers, auch die ertz des kupfers zinn blei eisen stahl [...] besitzen sollen.
Karnein, Salm. u. Morolf
391, 2
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
Er satze im uff ein slavenige gut, | dar inne was verwircket mit listen ein stahel hut.
Pyritz, Minneburg
3668
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Dar inne waz verstrewet zwar | Offenlich und niht taugen | Wis stahel grower augen | Als vil als [...].
Gille u. a., M. Beheim
451, 246
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
wer daz ertrich alles sant | lauter stahel und eisen ercze.
Mayer, Folz. Meisterl.
76, 44
(
nobd.
,
1517
/
8
):
So mon die coracter recht nent | Da mit der priester consacrirt, | Praücht er sich stachel herter wort.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 370, 14
(
Nürnb.
1631
):
Da must ja seyn wie stahl ein Hertz, | So nit bewegt solch grewlich schmertz.
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich
283, 4
(Hs.
A. 15. Jh.
):
der ringe sie vil zerbrachen und ouch die stahelnat.
Ebd.
970, 2
:
Sus wart verhowen manig heidensch wat | und gar zertrennet manig stahelnat.
Ebd.
852, 3
:
so wil ich haben des heldes stahelschos.
Barack, Teufels Netz
10783
Var. (
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
So solt der smid | Recht bi der wid | An wagen isen stahel legen, | Zuom aller minsten dri weggen
[Var. B:
stahelweggen
].
Koppitz, Trojanerkr.
5388
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Siben king sunder trift | Müsten dem jünglinge | Sin lïchten stachell ringe | Durch gebott legen an.
Ebd.
11825
:
Ir ruge manger hande schin | Von stachel starken schüpplen gab.
Ebd.
12128
:
Den er [schlag] dem ungefügen man | Fromte uff sinen stachell hütt.
Ebd.
16223
:
Sy trügend all gemaine an | Von hornne paldan fraisan, | Dar under stachel ringe gantz.
Rennefahrt, Gebiet Bern
310, 8
(
halem.
,
1416
):
das wir [...] verlihen haben [...] allen vieren unverscheidenlich und iren erben, nemlich die silber-, isen- und stahelgruͦben.
Ders., Wirtsch. Bern
3, 6
(
halem.
,
1464
):
und sol ouch niemand weder saltz, duͦch, insen, stachel [...] nit mer veil haben.
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 125, 4
(
1658
):
so kanstu den stachel und daz ÿßen schneiden wie das bleÿ.
Dierauer, Chron. Zürich
43, 8
(
halem.
,
1415
/
20
):
do er sprach, man durchhúwe liechter so vil stachels den die von Bern.
Kottinger, Ruffs Etter Heini
3651
(
ohalem.
,
1538
):
die schënckel, so ich wytter sagen, | warend von stachel, ysen g’schweizt.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
479, 28
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Stahel kümt von eisen und wirt hert von vil smitslegen.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
1, 53
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Hat ie hievor der minne pfeil | drei ganz person so gar subteil | geloket zu der liben eil, | das in genadenricher weil | verainet ward als feur und stahel.
Munz, Füetrer. Persibein
263, 6
(
moobd.
,
1478
/
84
):
vnd schlúeg in, das dy stachel plech | zu allen seytten stubėn zuns sales wennde.
Rechn. Hermannst.
366, 5
(
siebenb.
,
1503
):
ÿst gekaufft worden stol pÿ den turrin vor flor. 0 den. 25.
Ziesemer, a. a. O.
15, 22
;
Toeppen, Ständetage Preußen
4, 492, 3
;
Peil, Rollenhagen. Froschm.
4738
;
Hübner, Buch Daniel
3249
;
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 150, 14
;
v. Tscharner, Md. Marco Polo
11, 22
;
14, 27
;
Matthaei, Minner. I,
5, 102
;
Pyritz, a. a. O.
124
;
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 9, 26
;
549, 9
;
Barack, Teufels Netz
10783a
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
120, 9
;
Chron. Augsb.
3, 143, 5
;
319, 41
;
Müller, Welthandelsbr.
289, 19
;
Pfeiffer, a. a. O.
5, 28
;
92, 24
;
Bastian u. a., Regensb. UB
355, 31
;
Voc. Teut.-Lat.
ee vijr
;
Maaler
383v
;
Schweiz. Id.
10, 1213
;
Schwäb. Wb.
5, 1618
 f.
Vgl. ferner s. v. ,  1, ,  21.
2.
›Stahlinstrument zur Gewaltanwendung, speziell im Kampf‹; im einzelnen: ›Brecheisen, -stange‹; ›Stahlbogen der Armbrust‹; ›Spitzeisen‹; ›Schwert, schwertähnliche Stichwaffe‹ (nicht alle Belege sicher interpretierbar).
Phraseme:
mit etw. handeln als ein schütze mit stal
›mit etw. grob umgehen‹.
Bedeutungsverwandte:
 1,  3, ,
1
, (
das
).
Syntagmen:
den s. tragen
;
der s
. (Subj.)
löcher durch mauern schmitzen, mit staheln wandeln, jn. mit dem s. bewaren, etw. mit dem s. aufbrechen, mit dem s. wildbrät schiessen, mit dem s. auf jn. schiessen
;
der liechte s
.
Wortbildungen:
stahelgeschos
›Armbrust‹ (a. 1637),
stalboge
(a. 1508),
stalfeder
(a. 1555),
stalhütte
›Hütte zum Armbrustschießen‹ (16. Jh.),
stalschiessen
›Schützenfest mit dem Stahlbogen‹,
stalschütze
.

Belegblock:

Karnein, Salm. u. Morolf
389, 2
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
kunig, du solt ane angst farn, | ich wil dich mit dem liechten stahel wol bewarn.
Ebd.
763, 2
:
Aller erst hup sich ein luter schal, | der stahel uff einander wider hal.
Chron. Nürnb.
5, 546, 11
(
nobd.
,
E. 15.
/
A. 16. Jh.
):
da prachen sie [...] ir krem auf [...], darnach dem Pegnitzer peim Lankamer den kram mit stahel.
Sudhoff, Paracelsus
6, 306, 6
(
1528
):
mein fürnemmen, das die franzosen geheilt werden on alle irrung und das nicht damit gehandlet werd als ein schüz mit dem stahel.
Chron. Augsb.
7, 359, 1
(
schwäb.
, zu
1559
):
daß niemandt [...] mit der püchsen oder stahel kain wildpret schießen [...] solle.
Ebd.
8, 62,
Var. c (
schwäb.
, zu
1560
):
Anno 1560 hat hertzog Christoff [...] ain stachelschießen gehalten.
Ebd.
64, 10
:
seind die hieige gesanten stachelschützen von Stuttgarten von dem schießen widerumb herkomen.
Straus, Juden Regensb.
992, 75
(
oobd.
,
1518
):
Es sei
zum dicker mal durch die prediger geandet
worden,
das sie in tailten claidern wie die landsknecht, [...], mit armbrosten, staheln, spiß und helleparten ... wandeln.
Winter, Nöst. Weist.
3, 641, 21
(
moobd.
,
1. Dr. 16. Jh.
):
Wan ainer auf ainen schüest, es wär mit püchsen armbrust oder stachl.
Zingerle, Inventare
92, 1, 26
(
tir.
,
1462
):
x stuckh stächel, vngeuarlich yeds ainer spann lang.
Goedeke u. a., Liederb.
382, 11
;
Matthaei, Minner.
1, 10, 310
;
611
;
Siegel u. a., Salzb. Taid.
91, 17
;
Schweiz. Id.
11, 1469
;
Schwäb. Wb.
5, 1618
 f.;
Tpma
11, 99
.
Vgl. ferner s. v.
1
.