eisen,
das
;
-s/-Ø
;
auch
eiser,
das
;
-s/-(e)n
;
in 3; 4; 6 überwiegend im Pl. belegt. – Insgesamt eng vernetztes Bedeutungsfeld; 1-3 als Metonymien aufeinander beziehbar; 4-8 als Spezialisierungen oder extensionale Erweiterungen zu 3 auffassbar; in 1-3; 5; 6 sehr produktiv in der Wortbildung, wobei eine eindeutige Abgrenzung zu adjektivischen Fügungen nicht immer möglich ist (s. dazu , Adj., 12).
– Zur Sachgeschichte s.
Lex. d. Mal.
3, 1749-94
.
1.
›Eisen‹; das Material, der Stoff in Form eines harten, unreinen, grausilbernen Metalls mit bestimmten Eigenschaften (z. B. hart, schwer, schneidend, rostend, feuerfest, von Magnetkräften angezogen, über Magnetkräfte verfügend); auch als Bestandteil von Arzneien.
Phraseme
(sprichwörtlich):
not bricht eisen
;
rost frist eisen
;
das feuer bewert das eisen
›(mit) Feuer prüft (man) Eisen‹;
das eisen schmieden, (die)weil es heis / warm ist
u. Ä.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):
2
 1,  1,  1, (
das
), ,
2
 1, ; vgl. .
Syntagmen:
j. e. reinigen, durch das feuer gehen lassen, in etw. werfen, um gold geben, dem silber gleichen, magneten
(Subj.)
e. aufheben, an sich ziehen, offenbar machen, der straus e. verdauen
;
(das) eisen
(Subj.)
glühen / niederfallen / rosten, sich aufheben, sich an den agestein henken, mit dem feuer eine einung tun, hart / fest / nüzlich / schneidend, kalter natur sein, e. und feuer zwei dinge sein
;
etw
. (Subj.)
härter dann e. sein
;
der mensch des eisens bedürfen
;
aus e. silber machen, stahel unter dem e. begreifen, etw
. (Subj.)
von dem e. rot werden
;
das verborgene e
.;
die materie des eisens
.
Wortbildungen:
˹
eisenfar(b)
,
eisenfärbig
˺ ›eisenfarbig, nach Eisen aussehend‹,
eisenfarbe
,
eisengrau
,
eisenmalicht
›rostfleckig‹,
eisenmässig
›stark‹ (a. 1557/1616), ˹
eisenrost
,
eisenzunder
˺ ›Rost, Eisenoxid‹ (dazu bdv.: ),
eiserig
›eisenhaltig, mit Eisen vermischt‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1544
):
so weich das recht und tretten alle juristen zu rucke der not, den, [...], not bricht eysen.
Ders., WA Br. (
1539
):
es solt ein reinlich kaste sein [...], da nicht eisen durch geschlagen das leynen gerete eisenmalicht machte.
Ders. Hl. Schrifft.
4. Mose 31, 22
(
Wittenb.
1545
):
Gold / silber / ertz / eisen / zihn vnd bley / vnd alles was das fewr leidet / solt jr durchs fewr lassen gehen / vnd reinigen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
553, 1473
(
Magdeb.
1608
):
Man schmied / weil das Eisen warm ist.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Man glîchet wol îsen silber und kupfer golde.
Schmitt, Ordo rerum
417, 20
(
rhfrk.
,
1414
):
Ferrugo rost [...] yßenczunder.
Schmitt, Fachprosa
36, 15
(
Leipzig
um 1500
):
Diser tzwytter
[›unreines Zinnerz‹]
ist aber leutterer vnd besser, nach dem er [...] weniger mit eyserigem schweffel vormist wirt.
Sudhoff, Paracelsus (
1536
):
habent sie hinzu geton etwan mini, etwan bleiweiß, etwan galmei, etwan eisenrost, etwan kupfereschen.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
136
(
Genf
1636
):
eisengraw farb.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
2641
(
schwäb.
,
1453
):
Sie sprechen bald die urtail uß. | Sie haben magen als der strus, | Der stahel, ysen bald verdöwet.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
Emathites ist ain stain eisenvar, besprengt mit rôten æderleinn.
Bauer, Imitatio Haller
84, 14
(
tir.
,
1466
):
,Das feür das pewert das eisen‘ vnd die anuechtung den gerechten menschen.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn ;
Quint, a. a. O. ;
Asmussen, Buch d. 7 Grade
1491
;
1493
;
Gille u. a., M. Beheim
109, 166
;
Sudhoff, a. a. O. ; ; ; 7;
Pfeiffer, a. a. O. ;
Henisch ff.; ;
Barke, Spr. d. Chymie.
1991, 220
 f.;
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 90
.
Vgl. ferner s. v.
1
 5,  21,  1.
2.
›Eisenerz, Roheisen‹; metonymisch auch: ›Schmiedeeisen‹; ›Metallplatte aus Eisen; Eisenstück‹ (z. B. zum Beschlagen von Gegenständen); Rohstoff in verschiedenen Stadien des Erzabbaus und der Eisenproduktion, der über das Eisengewerbe und den Eisenhandel zur Weiterverarbeitung in der Schmiede gelangt; eng anschließbar an 1; in den Wortbildungen teils offen zu 3.
Überwiegend bergbaurechtliche Texte, Rechts- und Wirtschaftstexte.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
3, 1749
ff.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):  2,  2, , ,  1, .
Syntagmen:
(das) e. schlagen / schmieden / verteuern, fürhin ziehen, in rechnung bringen
, [wo]
aushauen, ins land füren
;
das e
. (Subj.)
dem landgrafen zustehen, gut, im feuer sein, in etw
. (z. B.
in einer hacke
)
gewesen sein
;
altes
›aus alten Eisenwaren gewonnenes Eisen‹
/ neues, geschmelztes / ungeschmelztes / heisses, gutes / zähes, kärntnisches / ungarisches, mitteles
›mittelstarkes‹
e
.;
ein bau, eine grube des eisens, viel eisens, x bürden / gebund / lasten / schienen / schifpfund eisen(s)
.
Wortbildungen:
eisenampt
›Amt des Eisenunterkäufers‹ (15. Jh.),
eisenausgang
›Eisenausfuhr‹ (a. 1562),
eisenberg
1 ›Eisengrube‹ (dazu bdv.: , ),
eisenbergwerk
,
eisenbergwerksordnung
, ˹
eisenbeschreiber
(a. 1581),
eisenschreiber
(a. 1590)˺ ›kaufmännischer Hüttenbeamter‹,
eisenbläser
1 als Berufsbezeichnung (vgl.  1); 2 ›Blasebalg in der Eisenschmiede‹ (zu
bläser
2),
eisenbund
›Verband eisenverarbeitender Betriebe‹,
eisencompagnie
›Eisengesellschaft‹,
eisenerz(t)
,
eisenfertiger
(a. 1558),
eisengebäude
(a. 1590),
eisengeselschaft
(a. 1589),
eisengrube
,
eisenhammer
wohl ›Hammerwerk zur Verarbeitung von Eisen‹ (zu
hammer
2),
eisenhändler
,
eisenherre
1a) ›Hüttenbesitzer, Eisenhändler‹ (a. 1567); 1b) ›Ratsherr für das Eisenwesen‹ (a. 1505),
eisenhütte
,
eisenkauf
1 ›Einkauf von Eisen‹ (a. 1505),
eisenlegort
›Eisenlagerort‹,
eisenmarkt
,
eisenmaut
,
eisenordnung
, ˹
eisensatzung
,
eisensaz
˺ wohl ›Verordnung bezüglich des Eisenhandels‹,
eisenschiene
1, ˹
eisenschlacke
,
eisensindel
˺ ›Eisenschlacke‹,
eisenschmelzer
,
eisensteigerung
›Eisenzoll‹ (a. 1550),
eisentrager
wohl ›mit dem Eisentransport beauftragte Person‹,
eisenwage
,
eisenwagen
(als Maßeinheit für die Zollberechnung),
eisenwidmung
›landesfürstliche Verordnung‹ (a. 1508),
eisenwieger
›mit Wiegepflichten betraute Amtsperson‹ (a. 1562),
eisenzeche
›Eisengrube‹,
eisenzins
,
eisenzol
.

Belegblock:

Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden
140, 1
(
preuß.
,
1400
):
1 kleyn pfert, das nam her eyme Poleen, der yͤm den yzenbleͤzer
[zu b]
entfurt
[›entwendet‹]
hatte.
Ebd.
314, 13
(
1423
):
Andrewis Burg, der ysenbleser
[zu a]
von Wildenbergh.
Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1408
):
27 m. vor 17 schiffpfunt und ½ lyspfunt Reymsteter ysenschenen.
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 141, 6
(
md.
,
1495
):
so muß is czol gebin. Eyn ysinwayn gebit vyr pfhennynge, eyn pechwayn alzo vil.
Aubin, Weist. Hülchrath (
rib.
,
1546
):
dat iser, dat nider oder unden an der erden geschlagen wirt, sall keiner in dem afhauen der heistern ushauen.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
160, 3
(
omd.
,
1554
/
1663
):
Eisenwogen seint uf die zechen verordent, das ein jeder steiger das eisen nachm gewicht in die bergkschmite giebet.
Skála, Egerer Urgichtenb.
149, 6
(
nwböhm.
,
1575
):
Dieß eißen sej In einer hacken gewesen.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
1528
):
haben [...] erkandt, das wir in der Eyssenzech ausprochen haben 8 lochter und haben nichts erlangt.
Ebd. (
1530
):
von allen und ieden bergwergen von allen metalen, auch dy eisenperkwerg.
Ebd. (
1531
):
weil solcher eisenberg von allen teilen erbauet wird, dass auch das erzt [...] soll geteilet werden.
Ebd. (
1538
):
dass wir [...] Andres Tischlers [...] eine eisenhütte und hammer auffim Eisenhubel
[›Eisenhügel‹; hier wohl Flurname]
[...] nach eisenbergwerksordenung und gebrauch zu bauen [...] vorgunst [...] haben.
Ebd. (
1538
):
dass sie der eisenschlagken und eisensteines alda zur stelle [...] aufzuarbeiten [...] macht haben sollen.
ein eyssnhandl, den er uf den Freudentalischen guetern ufzerichten vermaint.
Ebd. (
1539
):
was grosser unkosten auf den eisenhammer wochenlich gehe.
Ebd. (
1632
):
dieweilen schon eine lange zeit hero dieselben weder den eisenzins noch geldzins [...] bezahlt haben.
Bremer, Voc. opt.
14049
(
halem.
,
1329
):
Scoria isensindel.
Rennefahrt, Gebiet Bern (
halem.
,
1418
):
Unter den Zeugen
Uͦlrich isensmelzer.
Schib, Urk. Laufenb.
265, 2
(
halem.
,
1567
):
Als sich zwischen gemainen maistern vnnd hamerschmiden des eisenpundts [...] allerlay spenn, bschwerungen [...] zuegetragen.
Sudhoff, Paracelsus (
um 1570
):
Dis sigill sol von dem aller besten und zehesten kerntischen eisen geschmit werden.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Die glüende splitter / so im schmiden von heissem eisen springen.
Bastian u. a., Regensb. UB
205, 21
(
oobd.
,
1361
):
fuͤr dieselben guldein haben wir in eingeantwurt [...] unser saltzzol und eysenzol ze R. in der stat.
Ebd.
255, 39
(
1364
):
auf den eysenmartt, der jetzuͤ hin ist.
Straus, Juden Regensb.
833, 15
(
oobd.
,
um 1516
):
das Mandl J. [...] etlich eysen durch sich selbs ausserhalb der geswornen eysentrager in sein behausung gelegt.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
, Hs.
um 1521
):
recht der eisngrueb.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
[frau Eisen] Kam auch zue künig Schwab in teutsche land, [...], lernet in das eisen schmiden, fand das eisenerzt.
Starzer, Qu. Wien ff. (
moobd.
,
1605
):
eysen- und satz-ordnung auf eysen und stahl, so von der verlagstadt Steyr und der eysen compagnia in Osterreich [...] in die auszeigten eysenlegort verhandlet.
Ebd. :
Zu Wienn in der stadt sol das steyrisch eysen und stahel durch die eysenhandler [...] zu Wienn [...] verkaufft [...] werden.
Lampel, Qu. Wien
1, 8, 16650, 11
(
moobd.
,
1628
):
daß die niederösterreichische
hoffcamer zuwider [...] kaÿserl. resolutionen [...] ainen solchen ungleichen eisensaz [...] zu machen sich unterstanden
habe (Regestbeleg).
Mell u. a., Steir. Taid. (
m/soobd.
,
1523
):
das [...] die eisenmaut und niderlag, [...], umb aindlif phunt vier schilling phening gestaigert.
Ebd. (
16. Jh.
):
dieweil aber den berürten eisen inhalt
[›laut‹]
der eisenordnung sein strassen ausgezeigt.
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
141, 8
;
Joachim, a. a. O. ;
Thielen, Gr. Zinsb. Dt. Ord.
84, 25
;
Helbig, a. a. O.
4, 116, 34
;
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
3154
;
Löscher, a. a. O.
117, 9
;
Küther, UB Frauensee
413, 8
;
Weizsäcker, Graupn. Bergb.
187, 20
;
Merk, Stadtr. Neuenb. ;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 677, 30
;
Wopfner, Bauernkr. Tirol
66, 1
;
120, 19
;
Rechn. Kronstadt
3, 320, 19
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
6, 21
;
Henisch ;  f.;
Rwb ff.; ff.;
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 147
;
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 64
.
Vgl. ferner s. v. .
3.
›geschmiedetes Werkzeug, Werkzeugteil, Instrument, Gerät (auch zur Bearbeitung von Eisenteilen), Geräteteil, Bauteil aus Eisen jeder Art‹; speziell im Einzelnen auch: ›Bergeisen, Setzeisen; Lochstein‹ (im Bergbau); ›chirurgisches Instrument‹; ›Messeisen (auch: Normalmaß)‹; ›Brateisen; Backform aus Eisen‹; ›Eisenrost, Eisengitter (für den Ofen)‹; ›Pflugschar‹; im Pl. häufig: ›Eisenwaren‹; an diesen Ansatz 4-7 anschließbar.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte, darunter Inventare.
Phraseme:
altes eisen
›gebrauchte, ausgediente Eisenwaren; Schrott‹.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):  3, ,  45,  1, , (
das
1,  1, , , , ; vgl.  2, (
der
), , .
Syntagmen:
e
. (Pl.)
feilhaben / kaufen, auf js. kosten halten, in etw. legen, das e. mit butter schmieren
;
das eisen
(Subj.)
etw. schlagen, in das wasser fallen
;
etw. in dem e. backen, mit einem e. behauen / berüren / umschneiden / tun, in dem holz verstechen, die fenster mit e. bewaren, sich mit e
. (Pl.)
zum acker schicken
;
das e. am vorderen teil eines schiffes, das e. über dem herd, e
. (Pl.)
am eisen, im ofen, zu pflügen / zügen, zum braten
;
das dreispitzige / krumme / spitzige e., andere / gemachte / große / gute / mancherlei e
. (Pl.); [Summe Gelds]
für e., ein spies mit e., der hammerschlag von e
.
Wortbildungen:
eisenband
1,
eisenbeschlecht
›Eisenbeschlag‹ (a. 1586),
eisenbickel
(Werkzeug im Bergbau; a. 1558),
eisen|
1
bruch
›verbrauchtes, zerbrochenes Bergeisen‹,
eisenbüchse
1 ›Behältnis aus Eisen‹ (a. 1476),
eisendrat
(dazu bdv.: ),
eisenegge
,
eisenfeile
,
eisengabel
, ˹
eisengatter
,
eisengitter
˺ ›Eisengitter‹,
eisengeschir
,
eisengeschmeide
›Schmiedearbeit aus Eisen‹,
eisengeschmeidler
(dazu bdv.: ),
eisenhake
,
eisenkastnerin
›Eisenverwalterin; Eisenhändlerin (als Berufsbezeichnung)‹,
eisenkauf
2 ›Eisenware‹,
eisenkeil
,
eisenkelle
,
eisenkram
›Eisenwaren‹ (Gw im Beleg mit Schreibung
kran
), ˹
eisenman
,
eisenverkäufer
,
eisner
˺ ›Eisen(waren)händler‹,
eisenmas
›Messeisen‹,
eisennagel
,
eisenofen
(im Gegensatz zum Kachelofen; a. 1514),
eisenpfal
,
eisenplunder
,
eisenregister
(Abrechnung des Eisensetzers),
eisenreif
1,
eisenring
1,
eisenror
,
eisenschabe
(dazu bdv.: ),
eisenschaufel
,
eisenschiene
2 (dazu bdv.: ›Pflugschar‹),
eisenschlag
,
eisenschlägel
,
eisensetzer
›Verwalter der knappschaftlichen Eisenkammer‹,
eisenspitzen
(V.) ›Bergeisen schärfen‹ (a. 1595),
eisenstab
,
eisenstange
,
eisenstecke
,
eisentür
,
eisenunterschied
›Bergeisenunterscheidung‹,
eisenzange
(a. 1512),
eisenzettel
›Register der Bergeisen‹,
eisenzeug
›eiserne Geräte‹,
eisenzieher
wohl ›Drahtzieher‹,
2
eiser
(
der
) ›Eisenschmied‹ (a. 1482).

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Lima. Feile eisenschab.
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
144, 24
(
preuß.
,
1409
):
in des alden sniczemeisters schaffe [...] 2 synneweleysenveilen, item 2 eysenveylen, item 1 cleyne eysenveilchen.
Ders., Gr. Ämterb.
355, 22
(
preuß.
,
1486
):
in der kuchen: [...] 4 eiszenkellen.
Ebd.
760, 11
(
15. Jh.
):
Ime karwen: [...] 2 eysenegge.
Leman, Kulm. Recht (
Thorn
1584
):
eyn smyt der myt wissen dybes slussile macht. [...]. adir andir ysen dy tzu der dupheyt gehoren.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
412, 4736
(
Magdeb.
1608
):
Das Eysen
[›Schmiedeeisen‹; dies zu 2]
wuͤrd nimmer gefuͤg / | Wenn nicht ein Eysen
[›Eisenwerkzeug‹]
das ander schluͤg.
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 159, 19
(
md.
,
1489
):
von gesmeyde, spiczerei, eysenkauf und slyer von einem geschogk geldes ij neu pfennig.
Struck, Joh. Pfannstiel
160, 45
(
mosfrk.
,
1543
):
Meynster Philips Schmit zu Esch ringe gemacht zum born und isenroren.
Ebd.
164, 11
(
1544
):
isendrede zu fogelskebessen
(›Eisendrähte für Vogelkäfige‹).
Ders., Klöster
404, 56
(
mosfrk.
,
1564
):
In der mhulen: 2 leuffer mit irem zugehor. 1 eisenschlag.
Schmitt, Ordo rerum
220, 13
(Hs. ˹
rhfrk.
,
1414
˺):
C(a)lamistrum crusysen [...] eyn ysen da man crus har mydde macht.
Wunderlich, Fierrabr.
122, 1
(
Simmern
1533
):
der selbig Rieß [...] het in der hand eynen Eisen pfal.
Schmidt, Frankf. Zunfturk. (
hess.
,
1512
):
so sollen sie [barchenwober] die barchen machen, das ir iglicher des isenmasses breith sein sol.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
160, 8
(
omd.
,
1554
/
1663
):
Eisenunterschiedt. In den anschnidt mueß unterschiedlich und teutlich gebracht werden, was [...].
Ebd.
13
:
Ein jeder hauer mus seinen riehmen eisen nach der schicht sambt der anczahl eißen am eisen
[›Bergeisen am Riemeisen‹]
undt den anlagen dem steiger überantworten.
Ebd.
162, 3
:
Eisenregister. Alle quartal muß der knapschaft eisenseczer dem bergkvöigt ein register zustellen, was er vor eißen auß der churf. eisenkammer bekommen und [...] verkauft.
Ebd.
212, 6
:
Darumb seint [...] vorrathe an ercz und erczstroßen, an schlacken, eisenbrüchen, an bley undt steine [...] zu behalten.
Ebd.
217, 31
:
Ihme gebührt auch, die eisenzettel von den zechen, [...], deßgleichen die zettel von den grubenbeilen aufczuheben.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
249, 8
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Darnach schickt sich ein ackermann mit guttem scharfen geschirre und gutten eisen zum acker.
Schultheiss, Achtb. Nürnb.
16, 34
(
nobd.
,
1290
):
uxor Kvnstenopel filia Eisenkastenerin.
Rupprich, Dürer (
nobd.
,
1528
):
Darauß kumbt, das manicher [...] mit seim eysellein
[›kleines eisernes Schnitzmesser‹]
etwas in ein klein hoͤltzlein versticht.
Loose, Tuchers Haushaltb. (
nürnb.
,
1516
):
adi 27 dito fur groß eißen in ofen, so man einhaiczt die scheit vorn darauf czu legen.
Voc. Teut.-Lat.
g ijr
(
Nürnb.
1482
):
Eysenman od’ eysenverkauffer.
Sachs (
Nürnb.
1553
):
Was unehr wolst mir da zu-messen? | Du meynst villeicht die eyssen schin, | Die ich hab von deim wagen hin?
Menge, Laufenb. Reg.
1310
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Harumbe wil ich dich wysen | Das du mit keinem ysen | Das hopt das antlit noch den bart | Berüren solt.
Geier, Stadtr. Überl. (
nalem.
,
1552
/
1609
):
trög, darin specerei, isenkran, messer, seiden, silber, gold, [...] und was dergleichen wahr ist.
Sudhoff, Paracelsus (
1536
):
den beinbruch, nach dem und er in die eisen ring gelegt ist.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1443
):
das nieman kein muͥli an ir geschirr, weder isengeschirr noch andrem, beroͮben [...] sol.
Lauater. Gespaͤnste
26v, 27
(
Zürich
1578
):
Dise falsche Maria truckt [...] dem bruͦder ein ysennagel durch sin hand.
Müller, Welthandelsbr.
300, 4
(
schwäb.
,
1514
/
5
):
pipen zu wasser 40, die 30 mit eisen beslagen und die 10 sonder eisen raif.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1563
):
ain rechts wilds schwein [...] hat erstlich ain eisen getter zerrissen.
Stopp, Kochbuch S. Welserin
190, 9
(
Augsb.
1553
):
bachts jm eissen, schmirt aúch das eissen mit pútter.
Uhlirz, Qu. Wien
2, 1, 276, 1
(
moobd.
,
1344
):
Gotfrit, der eisenzieher.
Ebd.
608, 9
(
1363
):
der [
weingarten
] ihm von
Hainreich, dem eisner [...],
[...] verpfändet worden war (Regestbeleg).
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
um 1365
):
Ez sol ein yegleicher messer eysen haben auf seinen schaeftlein, auf metzen, auf vier tail.
Lampel, Qu. Wien
1, 8, 16826, 4
(
moobd.
,
1639
):
[Ordnung], welche
[...] denen eisengeschmeidlern und andern feuerarbeitern
erteilt.
Sexauer
, Schrr. in Kart. 252, 2 (nöst., v. 1450):
Der Smid sol das gemayn eysen zeug des hawss machen.
Zingerle, Inventare (
tir.
,
1439
):
ain eyssenkeyl vnd ain misstgábl vnd ain gȧrbgábl.
Ebd. (
1471
):
i eysen, oblat czu machen.
Ebd. (
1484
):
iii eysenschlegl vnd ii schelhëmer.
Ebd. (
1429
):
ain sayl mit czway eysenhacken.
Ebd. (
1434
):
ii eissensteckchen, da mit man hat puluer gestossen.
Ebd. (
1492
):
Ain ledige eysentür.
Ebd. (
1462
):
in der schmitten vnd daruor: [...] iii lanng eysnstäb.
Ebd. ff. (
1483
):
Eysengeschmeyd: [...] i eysengabel. [...] allerlay eysenplunder zü der sagmül.
Ebd. :
i eysenstang zü dem schlifstain.
Ebd. ff. (
1490
):
Ain gross eysengatter zu balkhen. Fuͤnfundtzwaintzig vensterramen mit eysenstängl beschlagen.
Funf eysenpantt vnd etlich clain ring, gehörn zu dem zug.
Ebd. (
1490
):
Zway eysen zum bratten.
Ebd. (
1489
):
vier eysenschawfl.
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
76, 10
;
Ermisch, Sächs. Bergr. ; ;
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
367, 28
;
Rennefahrt, Wirtsch. Bern ;
Morrall, Mandev. Reiseb.
35, 3
;
Bastian u. a., Regensb. UB
288, 35
;
Auer, Stadtr. München ;
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
214, 41
;
Zingerle, a. a. O. ; ;
Henisch ff.;
Veith, Bwb. ;
Rwb  f.; ;
Öst. Wb.
3, 137
;
4, 1245
;
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 42
;
63
;
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 146
 f.;
Patocka, Salzwesen.
1987, 98
;
138
;
230
;
Piirainen, Recht Schemnitz.
1986, 286
.
Vgl. ferner s. v. ,  1,  1.
4.
›Hufeisen‹.
Gehäuft komische Dichtung.
Phraseme:
nagel und eisen
(formelhaft);
ein abgerittenes eisen
›häufig benutzt, verschlissen‹ (in obszön dehumanisierender Verwendung auf eine Frau bezogen); ˹
ein eisen abrennen
;
ein eisen abwerfen
;
ein eisen fallen lassen
u. Ä.˺ ›die Jungfräulichkeit (aus sozialer Sicht: die Ehrbarkeit) verlieren‹ (von Frauen gesagt);
dem teufel alle eisen abrennen
›alle Üppigkeit auskosten‹; ˹
jm. auf die eisen lugen / achthaben
˺ ›auf jn. aufpassen, jm. auf die Finger sehen‹; ˹
jm. in den e. liegen
;
jm. in den e. folgen
˺ ›jn. verfolgen‹ (Motivation: ›jm. gleichsam auf den Versen folgen‹);
jm. in die eisen traben
o. Ä. ›jm. nachstellen, Schaden zufügen‹.
Bedeutungsverwandte:
, .

Belegblock:

Struck, Klöster
225, 42
(
mosfrk.
,
1516
):
Eym pherde eyn ysen uffzuslagen 1 alb.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
wer all zuuiel wil haben, | Thut jm selber in dEisen traben.
Fastnachtsp. (
nobd.
,
15. Jh.
):
Ir hern, so kund ich euch die weisen, | Das erst zu den abgeritten eisen, | Das ander zu dem plaben stern.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
Ich wolt michs in mein hertz nein schemen, | Ob ich schon hab ein Eyssen abgrendt.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
[sy] haßten einander und luͦgten einander uff die Ysen.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
die jungfrawen wider geradt zu machen, so sie ain eisen fallen lasen, ist der alt doctor [...] vil gepraucht worden.
Vgl. ferner s. v.  5,  1.
5.
›Waffe, Waffenteil, Rüstungsteil, Wehr aus Eisen‹; speziell auch: ›Eisenspitze einer Stoß- oder Stichwaffe, eines Spießes u. Ä.‹; ütr.: ›Waffengewalt‹; metonymisch: ›eiserner Fremdkörper in einer Wunde‹; in der Wortbildung auch ütr. auf die Wehrhaftigkeit menschlicher und tierischer Körperteile.
Phraseme:
mit eisen und brand
›mit Feuer und Schwert‹.
Bedeutungsverwandte:
 1,
2
 2; zur Ütr.:  1, , .
Syntagmen:
(ein) e. haben / füren, aus der wunde ziehen
;
ein e
. (Subj.)
vergiftet, an dem sper sein, zu beiden seiten hauen
;
des eisens mer werden
;
mit e. streiten, jn. schädigen, jm. etw. lonen, mit dem e. dem gewalt wiederstehen
;
das e. an dem bolzen / pfeil
;
das gestahelte / gute / lange e
.;
ein spies mit einem e., mit e. bedecket / beschlagen
;
das grosse / starke e
.
Wortbildungen:
eisen|
2
bruch
›Eisenhose‹,
eisenbüchse
2,
eisengewand
,
eisenhandschuh
,
eisenkolbe
,
eisenkrämer
,
eisenkugel
,
eisenmücke
›fliegende Gewehrkugel‹,
eisenrüstung
,
eisenschrot
›Schrotkügelchen (für Feuerwaffen)‹,
eisenschwer
›schwer bewaffnet‹,
eisensper
,
eisenzan
,
eisenzunge
›schneidende Scharfzüngigkeit (ütr.)‹, ˹
eisermal
,
eiserram
˺ ›Rüstungsflecken, Rüstungsschmutz‹.

Belegblock:

Lappenberg, Fleming. Ged. (
1635
):
Die eisenschwere Kriegesmacht | Hat Diebesmützen aufgebracht | Vnd Schamhüet ausgemustert.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
121, 4
(
preuß.
,
1519
):
In der pulverkammer: [...] 5 eysennbuechsenn mit loeth.
Luther, WA (
1521
):
des newen testament reysiger tzeug und streyt soll [...] nit mit eyßen und harnß, roß und man, sondern alleyn mit dem wortt gottis streyttenn.
Chron. Köln (
Köln
1499
):
[die Saraceni] schedichten die mit mirklichen groissen schaden mit iser ind brant.
Fischer, Folz. Reimp.
39, 373
(
Nürnb.
1479
):
was des vierden thires kur | [...] | Mit starcken, grossen eysenzen, | Die es in seinem mund het sten.
Sachs (
Nürnb.
1562
):
Die eysen-mucken umb mich [landsknecht] fliegen.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
Das roͤmische Reich wuͤrt zerfallen und zergon. Druͤ F. F. F. (Ferro Flamma Fame etc.) Mit Yssin, Feuͤr und Hunger.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
Straßb.
um 1545
):
wann ein pfaff das haus vol hurn und hurnkinder hat und so vil mer von inen gemartert ist über die ehe dann eisen zungen möchten außsprechen.
Rennefahrt, Zivilr. Bern (
halem.
,
1616
):
Sch und R hatten dem
ysenkrämer [...] die fürsechung ertheilt, das [...]
(Regestbeleg; Privileg für Forderungen des Zeughauses).
Wiessner, Wittenw. Ring
7930
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
Ieder fuort ein isensper.
Ebd.
8746
:
Er schluog die unholden | Mit seinem eisencholben.
Ebd.
8995
:
Des was der held so gar behuot | Mit seiner eisenpruoch vil guot.
Morrall, Mandev. Reiseb.
9, 22
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Hie seyt er von dem ysen das an dem sper was da mit Longinus unsern herren stach.
Ebd.
145, 7
:
[sie] woͤllent kain ysen nit fuͤren än groß sach, wann sie sprechent es sy súnd.
Fischer, Eunuchus d. Terenz (
Ulm
1486
):
wann es ist besser mit recht dem gewalt widerstan wann mit dem eisen.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Eisenwerck / das eisen / eisenruͤstung vnd werckzeug.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
der stain [Lagapis] zeucht daz eisen auz den wunden.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1450
):
so sol ïr eisengewant und ir waffen der herschaft verfalln sein.
Nyholm, Füetrer. Gralepen
914, 2
(
moobd.
,
1473
/
8
):
do er dy eyser male nw von im twuͦeg.
Weber, Füetrer. Poyt.
336, 7
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Nach dem ain wasser pracht man dar, | da mit den eyser ram er von im zwŭege.
Zingerle, Inventare (
tir.
,
1490
):
Acht lantzen, habėn ain eysen.
Ebd. (
1472
):
an freytag nach Barnabe aber bey im geschickht ii eysenchugėl.
Ebd. (
1486
):
ain kubell mit eysenschrotėn.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
150, 3299
;
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
1121
;
Wunderlich, Fierrabr.
41, 11
;
104, 24
;
Lehmann, Rezeptb.
198
 f.;
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 90
.
Vgl. ferner s. v.  6, , .
6.
›Eisenfessel, Eisenkette; Fuß- oder Handeisen‹; auch: ›Gefängnis‹; ›Folterwerkzeug, Strafinstrument‹.
Phraseme
(sprichwörtlich):
besser in den reisern als in den eisern
›besser in Büschen als (gefangen) in Ketten‹.
Bedeutungsverwandte:
1
 11, (um den Hals gelegtes Strafinstrument; Schandzeichen),  13,  3, ; vgl.  1,  5,  2.
Syntagmen:
jm. ein e. bereiten
;
die e
. (Subj.)
jm. die hände abfeilen
[oder
abfäulen
];
j. aus den e. entrinnen / kommen, jn. aus den e. füren, j. in (den) e. arbeiten / liegen, in die e. kommen, jn. in (den) e. fragen / halten / peinigen, in (die) e. füren / legen / schlagen / sperren / werfen, jn. mit e. binden / strafen
;
ein x finger breites e., starke e
. (Pl.).
Wortbildungen:
eisenband
2 (a. 1489),
eisengeld
›Gebühr für Gefangensetzung‹,
eisenherre
2 ›Ratsherr, der nebenamtlich für Gefangenenverhöre zuständig ist‹,
eisenkrage
,
eisenreif
2,
eisenring
2,
eisenvater
›Gefängnisaufseher‹ (dazu bdv.: ).

Belegblock:

Oorschot, Spee. Trvtz-N.
200, 7
(
wmd.
,
1634
):
O der schweren Eisenkragen! | O der kalten Kettenkrafft!
Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Der busschoff wart [...] | [...] in stark yseren gelaicht.
Gille u. a., M. Beheim
236, 63
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
eysen raiff sy [pusser] umb sich hand.
Adrian, Saelden Hort
2700
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
si hiess den kneht sa zehant | dar maniger hand bringen: | klebant mit isen ringen, | armissen und ketten, ris.
Chron. Augsb. Anm. 2 (
schwäb.
,
1636
):
Sollten die herrn burgermeister auch die gefengnussen als die Eisen mit Eisenvatter und die thurn mit thurnvättern [...] versehen.
Ebd. Anm. 2 (
1543
):
wo [...] die gefangen [...] dannocht die warhait nit bekenneten, daß die eisenherrn ir sachen wolten helfen vertheidigen und schön machen.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Es ist besser in den reisern / als in den eisern.
Straus, Juden Regensb.
752, 8
(
oobd.
,
1505
):
Dem Niclasn Kaufman [...] bezalt, das einer genant Meister Hanns [...] in fengknuß verzert haben, zusambt dem eysengelt.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1598
):
die [weibspersohnen] solten noch gelegenheit des verbrechen mit der füdl oder eisen [...] gestrafft werden.
Mell u. a., Steir. Taid. (
m/soobd.
,
1650
):
Alles graß abschneiden und räifen [...] verbotten bei straff 1f., und ain monet in eisen arweiten.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 798, 44
;
Klein, Oswald
1, 50
;
59, 10
;
Uhlirz, Qu. Wien ;
Rwb  f.;  f.;
Vgl. ferner s. v. , , (Adj.) 13.
7.
›Eisenstempel, Prägestempel‹; speziell: ›Münzstempel‹; dazu metonymisch: ›Münzbezirk‹.
Rechtstexte.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1, ,  4,  1, ,  5.
Syntagmen:
die e
. [wohin] (z. B.
hinter einen säckelmeister
)
tragen
;
js. e
. (Subj.)
friede / gnade haben (sollen)
;
jn. / etw. mit einem e. zeichnen, etw. mit dem e. brennen
;
das e. des herzogtum(s), der bürger
;
das reine e
.
Wortbildungen:
eisenhalter
(a. 1417),
eisenhüter
.

Belegblock:

Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
158, 9
(
nobd.
,
1475
):
es sollen auch die kornmesser ire metzen brennen und zeichen lassen mit dem hertzogtum eysen.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1466
):
als bald ouch ein muͥntzmeister gezeichnet hat, sol er die isen bi sinem eide wider hinder einen seckelmeister tragen.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
126, 48
(
moobd.
,
1463
):
Wir halten uns auch vor, munssmaister, anwelt der munss, eisengraber, eisenhutter und ander anwelt darczu notdurftig ze seczen und ze entseczen.
Ermisch, Freib. Stadtr. ;
Müller, Stadtr. Ravensb.
68, 32
;
8.
in den Fügungen
glühendes / heisses eisen
: ›Brenneisen‹; im Einzelnen: ›glühendes Eisenstück als Strafinstrument, Folterinstrument; Instrument der sog. Eisenprobe (Gottesurteil)‹; ›Brennstempel für Brandzeichen, Tätowierungen‹; ›Brenneisen als chirurgisches Werkzeug zum Verlöten, Versengen, Verätzen, Wegätzen von Geschwüren, offenen Stellen u. Ä.‹.

Belegblock:

Leman, Kulm. Recht (
Thorn
1584
):
man sal ym
[dem Falschmünzer]
dry wal teylen. das heysse ysen adir eynen wallenden kessil. [...] adir dy wassir orteyl.
Menge, Laufenb. Reg.
4384
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
So sönd sy essen milche fry | DarInne ein glügend ysen sy | Erloschen.
Morrall, Mandev. Reiseb.
116, 4
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Der kúng [...] und alles sin volck [...] sind all zaichnet under den ougen mit ainem haissen yßen, daz sie soͤllent erkant sin under andern lútten.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
1639
(
schwäb.
,
1453
):
das man mir brecht | Ain glüwend ysen [...]! | Das trüg ich gern [...] |Daß man das zaichen an mir sech.
Deinhardt, Ross Artzney
243
(
oobd.
,
1598
):
So prenn dasselbige geschwer auf mit ainem haissen eisen, dan peckh das mit ainem flüedl
(›Aderlasseisen‹).
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
234r, 4
;
Kisch, Leipz. Schöffenspr. ;
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst ;
Pfeiffer, Frk.-bay. Landfr.
124, 36
;
Vgl. ferner s. v.  7.
9.
›männliches Geschlechtsteil‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  7,  11.

Belegblock:

Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Wie aber dem könig das eisen ganz haiss worden [...], hat der polnisch ernholdt [...] ussgerüeft: „Discedite omnes! rex noster vult procreare“.
do wardt dem münch [...] das eisen so hitzig, [...], das er sie [Katharinam] gleich in der furia uf ain bank [...] legt und sie entblöst.