mishellung,
vereinzelt
mishallung,
die
;
-Ø/–
.
1.
›innere Widersprüchlichkeit, Spaltung‹; in beiden Belegen verteidigend auf die Dreieinigkeit Gottes bezogen;
vgl. am ehesten ,  1.

Belegblock:

Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
383, 13
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
daz in dem vatter unde in dem sun ist „nit mishellunge sunder ein gotheit“.
Klein, Oswald
31, 6
(
oobd.
,
1422
/
3
):
Der oben swebt und niden hebt, | [...] | trilitzscht gefasst in ainlitz zung | an misshellung mit unbegriffner strange, | Der strenklich starb und was nicht tod.
2.
›Uneinigkeit, Streit, Zwietracht, Zwist zwischen verschiedenen Personen oder Instanzen hinsichtlich eines persönlichen, sozialen, wirtschaftlichen, rechtlichen Sachverhaltes (z. B. Immobilien, Erbschaften, Schulden)‹;
vgl.  2.
Rechts- und Wirtschaftstexte sowie Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): ,  1, ,  3,  1,  5,  4,  6,
1
 1, (
die
), (
der
1, , ,  7, , , , , , .
Gegensätze:
 4.
Syntagmen:
m. befinden / gewinnen / machen / stiften / verhören / vorkommen
›zuvorkommen, verhüten‹;
m
. (Subj.)
sein / werden
(z. B.
aus den sünden
),
m. argwönig sein, aufstehen / erstehen / beschehen, sich erbrechen
›ausbrechen‹;
der m. bekennen
;
jn. um die m. in einigkeit bringen
;
die m. der christenheit
;
die m. des landfriedens halb, des lasters, des willen, über etw
. (z. B.
über einen artikel
),
um jn., mit / unter
(z. B.
unter dem rate und der gemeinde
) /
zwischen jm
. (z. B.
zwischen freunden
);
die blutige / grosse m
.;
die zeit der m
.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
1144
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Bî sînen zîten ouch geschach, | daz sich ein misshellunge irbrach | zwischin dem pâbste Honôriô, | [...] | und zwischin keisere Frîderîche.
Toeppen, Ständetage Preußen
4, 179, 23
(
preuß.
,
1453
):
ob wir sy gutlich in aynikait umb ir missehelung hetten bringen mogen.
Chron. Mainz
1, 12, 28
(
rhfrk.
,
15. Jh.
):
Dar nach stunt aber ein zweitracht und meshelunge of under dem alden rade und der gemeinde.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
400, 10
(
els.
,
1362
):
Vf den súnden wurt missehellunge vnd wo nút sunden ist do ist fride.
Rieder, Gottesfr.
85, 9
(
els.
,
1390
/
1402
):
daz do ist die missehellunge der cristenheit, [...], daz alle meister der geschrift [...] sich nút gerihten kúnnent usser diser zweier bebesten ungelicheit.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
1, 366, 19
(
Straßb.
1466
):
Dorumb mishellung
[
Froschauer
1530, Joh. 7, 43 /
Luther
1545:
zweytracht
o. ä.]
wart gemacht vnder der gesellschafft vmb in.
Mollwo, Rotes Buch Ulm
103, 2
(
schwäb.
,
4. V. 14. Jh.
):
und wan etwaz misshellung bis her von der zinse wegen hie gewesen [...] sind.
Völker, Antichrist
168
(
wschwäb.
,
15. Jh.
):
der [anticriste] kumt in der zit der misshellung vnd inn dem irretum christenlichens gelaubens.
Müller, Stadtr. Ravensb.
206, 22
(
oschwäb.
,
um 1420
):
ob ain stoss, bruch oder misshellung [...] zwuͥschen fruͥnden und gesellen antwerk luͥten oder ainem gantzen hantwerk beschaͤch.
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
67, 97
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
ob dem [leben] nachvolgent irrsal vnd misshallung, chrieg, [...] vnd mer possrung der menschen dan pesserung.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst. S. 
236
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Misshelung, zwayung, vnueraynung ob die tödleich sünde sein.
Gierach, Märterb.
4887
(Hs. ˹
moobd.
,
A. 15. Jh.
˺):
so lang missehellung wart, | uncz Got sein chraft darczü gechart | an einem jungen chindelein.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
63, 26
(
moobd.
,
1401
):
alle die hanndel, stözz, chrieg und misshelung, die sich vergangen habent.
Reithmeier, B. v. Chiemsee, Vorr. II (
München
1528
):
Erstlich seinn streyt beschehen, nemlich miszhellung oder jrrung vnnd Kriegig disputation über menig artigkel Cristenlichs glawbs.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
228, 31
(
m/soobd.
,
1494
):
ob sich begeb daz zwischen unsern leuten oder von jemands leuten gegen den unsern umb grund, heuser, [...] mißhelung erstunden.
Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
228
;
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
36, 6
;
Koller, Reichsreg. Albr. II.
171, 40
;
Williams u. a., a. a. O.
51, 3
;
Koller, Ref. Siegmunds
127, 39
;
Merk, Stadtr. Neuenb.
62, 25
;
69, 15
;
Rieder, St. Georg. Pred.
79, 23
;
211, 12
;
Bernoulli, Basler Chron.
6, 137, 38
;
V. Anshelm. Berner Chron.
5, 14
;
UB Zug
1, 6, 3
;
Bachmann u. a., Volksb.
38, 5
;
Chron. Augsb.
1, 129, 17
;
UB ob der Enns
10, 173, 11
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
192, 17
;
v. Maren, Marquard. Ausgabe
61, 3
;
Schweiz. Id.
2, 1141
.
Vgl. ferner s. v. ,  5,  1, ,  4, (
die
).
3.
›unangemessenes Verhalten‹.

Belegblock:

Rot
318
(
Augsb.
1571
):
Incongruentz, Vnfuͤgsamigkeyt / vngereimbts / mißhellung / vnbustrigkeyt / grobheit.