königreich,
das
;
-s/-e
;
auch
.
1.
›königliche Herrschaft, Würde‹; auch: ›Macht (Christi)‹; offen zu 2;
zu
1
 1.
Bedeutungsverwandte:
(
der
5,
2
 5.

Belegblock:

Quint, Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
lieze ein mensche ein künicrîche oder alle die werlt und behielte sich selber, sô enhæte er nihtes getlâen.
Jostes, Eckhart
79, 36
(
14. Jh.
):
spricht er, daz kúnkreich und gewalt und herschaft und reichtum zumol niht mugen geantwurten dem geist der weisheit.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
Von GOtt dem Vatter gegeben ist, | All Gwalt dem Koͤnig Jesu Christ, | Auff Erden vnd im Himmelreich | Bleibt ewiglich sein Koͤnigreich.
Ebd. (
Bautzen
1567
):
Auch wird jm Gott das Koͤnigreich, | Vbers hauß Jacob ewigleich, | Geben.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
du
[Christus]
wurd vor den richter Pilatus gestellet und [...] von im von dinem kúnigrich gefraͮget; do sprecht du: ,min kúngrich iat nit von dirre welt‘.
2.
›Herrschaftsgebiet eines Königs‹; vereinzelt ütr., dann: ›Körper als Organisationsraum‹; metonymisch: ›Volk, Untertanen eines Königreiches‹;
zu
1
 1.
Bedeutungsverwandte:
, ,  8,  2, .
Syntagmen:
ein k. abtilgen / anfallen / aufen / aufgeben / aufnemen / ausreuten / ausrichten / austilgen / bezwingen / regieren / teilen / überwinden, jm. ein k. untertänig machen, das k. zu christen machen; einem k. dienen; sich eines k. annemen / unterwinden; an ein k. gehören; jn. aus einem k. verjagen, von einem k. verstossen; gewaltiges / grosses / herliches / wertes / wonnigliches / wunderliches k.; ausrichtung eines k
.

Belegblock:

Große, Schwabensp. (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Disse vier lant waren hir bevoren vier konigrike.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
144, 17
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Ewiger got wie bin ich so gar vnselich vß myme konigrich verjaget.
Knape, Messerschmidt. Bris.
27, 81
(
Frankf./M.
1559
):
sindt alle Herren von einander gescheiden / jeglichs theil in sein Koͤnigreich / vnd Fuͤrstenthumb.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1602
):
Diese drey gewaltige, nahend bey einander gelegene königreiche seind mehrer mahlen unter einer herrschaft zugleich gewesen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
577, 2257
(
Magdeb.
1608
):
Pompill [...] Begert / das sie das Koͤnigreich / Seinen beyden Soͤhnen zugleich / Goͤnnen wolten.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
49, 33
(
omd.
,
1487
):
Wö ist das schone wonigliche konigreich von troÿa dar vonn man list.
Weise. Jugend-Lust (
Leipzig
1684
):
wer dem Koͤnigreiche mit Treu zugethan ist / der verrichte solchen Dienst mit eben so guten Gemuͤthe.
Gille u. a., M. Beheim
113, 3
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Niht edler oder pesser lant | ist mir selten worden pekant | dann Peham daz küngreiche.
Reichmann, Dietrich. Schrr. (
Nürnb.
1548
):
exempel [...] wie grosse herrliche Koͤnigreich [...] solcher suͤnden halb vmbkeret worden.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
do der kúng David von sinem kúngrich was verstossen.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
dú minne [...] hat fúnf kungrich under sich gedruket: daz ist der mund, dú ogen, dú oren, die hende, die fuͤsse.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
er [...] stuͦnt uf von sinem kúnigklichen trone [...] und bot ir mit ir ze teilende sin kúnigrich.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
3671
(
schwäb.
,
1453
):
Sol diser ritter sterben tot, | Das brächt dem küngrich groß unhail.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs.
um 1474
):
liset man [...] der jungling macht seinen vatter und das gantz kunigreich zu cristen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
E. 15. Jh.
/
A. 16. Jh.
):
da kam ain erdpidem und zerprach das gantz küngreich zuͦ Arrigani.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
so wolt er des kunigreichs und aller innwoner seiner gnaden lebtag veindt sein.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
ward ein man erwelt, zuͦ regirn das konigreich in Frankreich.
Kummer, Erlauer Sp. (
m/soobd.
,
1400
/
40
):
Herodes hat aus gesant | poten in all sein chunichreich.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
8, 22
(
tir.
,
1464
):
Er ist [...] auserwelt nach dem hërczen des hërren zu rëden alle ding [...] zu allen geschlëchten vnd künnigreichen.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
891
;
Ralegh. America ijr, ;
Froning, Alsf. Passionssp.
5293
;
Thür. Chron.
4r, 15
;
Pyritz, Minneburg
1915
;
Grundmann u. a., A. v. Roes
199, 34
;
Roloff, Brant. Tsp.
2293
;
Wickram
4, 5, 21
;
Dreckmann, H. Mair. Troja
8, 13
;
Moscouia
B 4v, 25
;
Mylius
B 4r
.
Vgl. ferner s. v.  1,  8,  2, (V.),  13,  6,  16,  3.
3.
ein Gesellschaftsspiel.
Syntagmen:
ein k. anrichten / anschlagen / begehen / halten
.

Belegblock:

Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Seitmals aber [...] mertails der fürnempsten personenn [...] ain künigreich angeschlagen hetten, welches mit allen frewden sollt begangen werden.
Chron. Augsb. A. 1 (
schwäb.
,
1563
):
damit der überflus und mißbrauch in den großen hochzeiten, kindertauffen, kirchweihen, kunigreichen [...] nit gestattet werden.