geschiklichkeit,
die
;
-Ø/–
.
1.
›Eignung, Geschick e. P. zu einem bestimmten Zweck; Brauchbarkeit e. S.‹;
vgl.  1.
Bedeutungsverwandte:
 2, , ; vgl.  8,  2.

Belegblock:

Luther, WA (
1527
):
es ist nicht genug zum regiment from seyn, [...], es gehoͤrt dazu geschicklichkeit und erfarung.
Buch Weinsb. (
rib.
,
um 1560
):
Es sint wol etliche advocaten und doctores, die durch sonderliche geschicklicheit [...] groisse digniteten, mangelt, deinsten und derglichen beifell und abentur erlangen.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
Georg Spelt, der alt, gepraucht sich aber ainer sondern, behendlistigen geschicklichait.
Maaler (
Zürich
1561
):
Geschickligkeit (die) Fuͤgligkeit / Kom͂ligkeit. Accommodatio, Commoditas, Concinnitas, Opportunitas, Eruditio, Habilitas.
Gschickligkeit (die) Behendigkeit, Dexteritas, Industria. Natürliche Gschickligkeit zuͦ allen dingen.
2.
s.  2.
3.
›kognitive und allseitige handwerkliche, militärische, technische Dispositions- und Handlungsfähigkeit, abwägende Weisheit, überlegenes Urteil‹; als Metonymie: ›Wissen‹;
Bedeutungsverwandte:
 13, (
die
), , , , , , ; vgl.  1.
Syntagmen:
g. haben / verdunkeln, js. g. vernemen / hören / fürchten, jm. g. zu etw. geben
;
die g. im gestirn, dem menschen eine augenweide sein
;
voller g. stecken
;
jm. an g. überlegen sein, aus g. adeltum entstehen, etw. mit g. erfinden / tun, etw. um g. geben, von der g. ausgeschlossen sein
;
die g. des gelerten
;
die grosse g
.

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor. (
Lübeck
1639
):
Hohe wichtige Geschaͤfft erfordern grosse Geschickligkeit vnd Weißheit.
Mancher steckt so voller Geschickligkeit / wenn er sich reuspert / so speyet er Weißheit.
daß die Buͤcher vnnd Geschickligkeit die darinn begrieffen wol 2000. Jahr nach Erschaffung der Welt erst angefangen.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
11, 14
(
Frankf./M.
1568
):
auch ist nicht mit weniger geschickligkeit / der schwartzen Farben zubereitung / welcher sich jetzt die Buchdruͤcker gebrauchen / von jm erfunden worden.
Ulner
414
(
Frankf.
1577
):
Verstand. Hirn / weisheit / hohe gedancken / vernunfft / witz / sinne / klugheit / vorsichtigkeit / geschicklichkeit.
Thür. Chron.
11r, 7
(
Mühlh.
1599
):
Da verbandt sich Pompeius mit Marco Marcello wider Julium / vnd fuͤrchten doch seine gestrenge Manheit / seine vernunfft / vnnd endtlich seine geschickligkeit / Dann sie waren gleich maͤchtig.
Logau. Abdank.
163, 7
(
Liegnitz
1651
):
Alles was in jhr koͤstlich geschaͤtzet ist / Ehre und Wuͤrde: Ansehen und Gewalt: Geld und Gutt: Gaben und Geschickligkeit; Sind [...] nicht so geschickt / das Gebot der Sterbligkeit / nur um eine Minute zu hinterhalten.
Sudhoff, Paracelsus (
1536
):
alle tierische weisheit, vernunft, geschiklikeit und alle die künst, so zu den menschen gehörent, die seind im gestirn.
Maaler (
Zürich
1561
):
Gleerte (die) geschicklichkeit. Gnaritas, Eruditio, Doctrina. Scientia.
Kohler, Ickelsamer. Gram. (wohl ˹
Augsb.
1. Dr. 16. Jh.
˺):
Mit solcher seiner subtiligkeit soltē auch die schulmaister jre schuler uͤben [...], dan̄ das geb jrem verstand hernach zu vilen andern dinge geschickligkait.
Ukena, Zuger Trag.
94
(
halem.
,
1598
):
Vff daß sye [Königin von Saba] hörte vnd vernem, | Des könig Salomons weyßheitt | Ja sein verstand vnd gschicktlickeit.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1548
):
die unkundigen zunftleut, so von aller kunst, geschicklichait und erfarung weit ausgeschlossen sein, muͤssen die regierung verwalten.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Ein bawer geb nicht ein wurst / vmb aller gelehrten geschickligkeit.
Opitz. Poeterey
13, 9
;
53, 20
;
Dietz, Wb. Luther
2, 92
.
Vgl. ferner s. v. , .
4.
›Eigenschaft, Art, Qualität, Substanz e. S. / P. generell‹; im einzelnen: ›Gesamtheit aller körperlichen oder geistigen Eigenschaften des Menschen‹; ›körperliche Gestalt‹; ›Lage e. S.; Lage, Situation eines Heeres‹.
Bedeutungsverwandte:
(
die
12, (
die
), , , , , .
Syntagmen:
g. haben, g. dazu haben, das [...]
;
die g. da sein
›vorhanden sein‹;
nach der g. anders werden
;
die g. des chirurgicus / testators / verwundeten, des leibes, der hand
.

Belegblock:

Luther, WA (
1521
):
wi wol es ein kirch ist, hatt sy doch mancherlei zceytt, stuck, vill geschicklickeytt und artt.
Pfefferl, Weigel. Gn. S. 
178, 24
(
Magdeb.
1615
):
Adam [...] ist nicht ein ander Adam worden / sondern der Adam blieben / wie er zuvor war / nach seinem Wesen vnnd Substantz: Er ist nicht von der Substantz zu nichts worden / sondern nach dem Zufall / nach der Geschickligkeit vnd Qualitet ist er anders worden.
Köbler, Ref. Wormbs
28, 10
(
Worms
1499
):
der [kosten] auch nach geschicklicheit der Person vñ gelegenheyt der zyt durch die Richter gemessigt soll werden.
Berthold u. a., Zwick. Stadtrref.
101, 12
(
osächs.
,
1542
/
70
):
sampt andern gemeinen gepurlichen puncten, artikeln und umbstenden, die man in instrumenten und testamenten gewonlich zu schreiben pflegt, als seint stunde, dage, jar, kaiserliche regirung, stelle, des testators geschiglickeit.
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
106, 22
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
dodurch man jre macht, auch jre geschick vnd ordenung, auch jre geschicklichkeytt mog herfinden.
Rupprich, Dürer (
nobd.
,
1513-15
):
zwischen dem golt vnd kleinstn finger gett dy spaltung tiffer hinab noch geschicklikeit der hand.
Cirurgia H. Brunschwig
18va, 2
(
Straßb.
[
1497
]):
Als ich nun geschriben hon mit der hilf gotz / die geschicklikeit wesen vnnd sittenn des cirurgicus.
Ebd.
25ra, 8
:
So ist not dem wund artzet zuͦ bedenckenn die geschiclikeit des verwunten, vnnd die gestalt vnd complexion.
Ebd.
30ra, 13
:
do want er die zang vm͂ das die geschicklikeit des wider hacken gekert wart als er in was gangen / von stund an gieng das pfilisin her uß.
Warnock, Pred. Paulis
4, 85
(
önalem.
,
1490
/
4
):
sy was gantz wol geschikt von allen gelidern und geschiklichait irs libs.
Ebd.
7, 117
:
der mensch hatt die geschiklichait darzuͦ, daz er wol mocht tödtlich werden.
Ebd.
7, 121
:
ich bin als wol ain man als er [bapst], ich byn als wol ain priester als er [...]. Als ist die geschiklichait da, es geschicht aber niemer.
Maaler (
Zürich
1561
):
Er hat dises alles von seinem meister gelernet / er hatt aber die art vnd Geschickligkeit nit daß ers koͤnde brauchen.
Vgl. ferner s. v. (V.) 8.
5.
›Großzügigkeit‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,  1,  2,  2.

Belegblock:

Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
Rengnold gab es sinem volck alles. Do der kŭnig Rengnolden grosse geschickligkeyt
[Vorlage:
largesse
]
gsach, do hatt er inn lieber dann vor.