Helm, H. v. Hesler. Apok.
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
manne und wip, | Di unkuslich iren lib | Uben und gewenen.
mit zittern und ehrerbietung wird sie yhn [Christus] gelegt haben ehe sie seiner gewhonet.
das man lerne Gott loben [...], ob er gleich nicht so bald da ist, wenn wirs gerne hetten, sondern seiner weise gewonen und gedultig sein, ob er etwas verzeucht.
Ein iung Mensch sol sich gewhenen und lernen auff Gott zu trawen.
Ders. Hl. Schrifft.
Sir. 9, 4
(
Wittenb.
1545
):
Gewene dich
[
Dietenberger
1534 /
Eck
1537:
gemeinsam haben
]
nicht zu der Singerin / das sie dich nicht fahe mit jrem reitzen.
der [Lew] gewehnete sich
lernete
hat gelernet
lernet
]
die Leute zureissen vnd fressen.
Boon, St. Prätorius
79, 18
(
Ülzen
1579
):
gewehne deinen mund nicht zum schweren / vnd Gottes namen zu fuͤren.
Quint, Eckharts Trakt.
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Dis ist vor allen dingen nôt: daz der mensche sîne vernunft wol und zemâle gote gewene und üebe, sô wirt im alle zît innen götlich.
Perez, Dietzin
1, 320, 24
(
Frankf.
1626
):
weyß ich mich einer jungen Tochter zuerinnern / welche gleich nach der Milch zum Wein gewohnet wardt.
wer seine Kinder zur solchen Tugend gewoͤhnen will / der gestatte jhnen in ihrer zarten jugent keinen Wein.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
13, 3
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Liebes entspent, leides gewent habet ir mich.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
116, 5
(
Nürnb.
1548
):
das [...] die kinder [...] dahin gewehnen / das sie ein lieb zu Gottes wort gewunnen.
Das gewohne du / vnnd lasse das Creutz dich nicht schrecken.
Der [sathan] in würfft in deß wollusts fewer | [...] | Und ander sünd, neid, haß und zoren | Und was er ist gewehnet woren.
Bell, G. Hager
360, 1, 16
(
nobd.
,
1611
):
Ge wen dich nicht zu dem schlemen.
wer sich vil lügens nimet an | vnd gwent sich dar zu [...].
Vetter, Pred. Taulers
(
els.
,
1359
):
als sich der mensche drin [war nemen sin selbes] gewent, so ist es im gar licht.
Ein mensche solte sich an getrúwunge gewennen als an ander tugende.
Strauch, Schürebrand
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
ir muͤssent [...] den friden ervolgen durch den unfriden und der tugende gewonen durch vil anevehtunge der untugende.
es wart gethan do zacharias gewont
brauchet
pfleget
]
der pfaffheit in dem orden seins ampts vor gott.
Soll wir denn gewonen vnser schwester als ein gemeine
[
Luther
1545, 1. Mose 34, 31:
als mit einer Huren handeln
].
Schorer, Sprachposaun
6, 16
(o. O.
1648
):
daß er lieber die Zunge hat ruhen lassen / als dieselbe zu frembder Sprach gewehnet.
Gewennen / das ist / Jn ein gewonheit bringen. [...]. Sich nach den Gesatzten Gewennen.
Bauer, Geiler. Pred.
79, 12
(
Augsb.
1508
):
nit gewen dich an das gebeet. das du fiertzig oder fünfftzig Pater noster sprechest.
Barack, Zim. Chron.
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
graf Albrecht lag [...] am hof still, biss der selbig widerumb erstarket und des lufts gewonnet.
Schmids Kinder seindt der Funken gewohnt. [...]. Gantz vnd gar gewohnt / oder dargegen verhartet. [...]. Einer der das bettlen gewohnt / der hoͤret nicht auff zu betlen. Der Hund / so der Kuchen gewohnt / ist boͤß wider herauß zu bringen.
Primisser, Suchenwirt
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
So gewant er aines sitten, | Er reit also verre, | Daz man in nimmer haisset herre, | So eylt er wider haim.
Nün gwant vil manger pei dem tisch | Wilpret, pheffer, gŭter visch.
Schülke, Geistl. Gemahelsch.
1436
(
moobd.
, Hs.
15. Jh.
):
daz er gewan sünd meiden, | geistleicher arbait joch leiden.
Si zogens [kinder] von kindheit auf hert und arbeitsam, auf das sie der nôt gewoneten und wol erstarkten.
Also gewonten die kinder von jugent auf der rais krieg arbait und aller hertikait.