herbrechen,
V., unr. abl.;
im Basisverb
brechen
mischen sich die Verben
brehen
und
4
brechen
, 1 eher zu
4
, 2-4 eher zu (V.).
1.
›hervortreten, herauskommen, heraustreten‹;
zu (Adv.) 1.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
119, 2354
(
Magdeb.
1608
):
Der boͤse Wurm beist zu jhm ein / | Mit seinem Drachenkopf vnd Rachen / | So vnten aus dem Schwantz herbrachen.
2.
›herüberleuchten‹;
zu (Adv.) 1.

Belegblock:

Thiele, Minner. II,
6, 35
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
ich sach also ein grun linden | uͤber die heid herbrechen.
Wackernell, Adt. Passionssp. Br. III,
3561
(
tir.
,
1551
):
Ein wiltes liecht sich ich her prechen, | Es hat ein Engelischen schein.
3.
besonders von Tag und Nacht: ›anbrechen, beginnen‹; von der Sonne: ›aufgehen‹; Ütr. zu 1.
Syntagmen:
der morgen / tag, die nacht / sonne
(Subj.)
h
.

Belegblock:

Sachs
3, 216, 32
(
Nürnb.
1531
):
Armut sprach: [...] | Und schlaff durch-auß an alles sorgen, | Biß das her bricht der helle morgen.
Sappler, H. Kaufringer
2, 212
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
der jud die nacht da vertraib | gar mit grossem ungemach, | bis das der liechte tag her prach.
Chron. Augsb.
7, 234, 26
(
schwäb.
, zu
1550
):
Des Morgens, da der tag herbrach, das huerlein wolt darvon.
Turmair
4, 4, 608, 14
(
moobd.
,
1522
/
33
):
do die feind einsmals morgens früe von stundan, da die sun herbrach, herfür mit der schlachtordnung tratten.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
112, 28
,
Sexauer, Schrr. in Kart.
231, 12
;
Roder, Hugs Vill. Chron.
75, 28
;
Turmair
4, 1088, 29
;
5, 548, 31
;
Schwäb. Wb.
3, 1454
.
4.
refl.: ›prahlen, sich brüsten, sich leuchtend hervortun, besonders stolz auf etw. sein‹.

Belegblock:

Tittmann, Schausp. 16. Jh. Ayrer. Phaenicia
168, 239
(
Nürnb.
1518
):
Timbor, der Graf von Golison, | [...] | der tut gar hoch herprechen sich, | weil er im frankreichischen krieg | durch verräterei angericht hat | überaus ein ser großes blutbad.