gräbnis,
(vereinzelt infolge von Beeinflussung durch
gräbde
:)
gräbdnis,
die/das
(letzteres seltener);
/-nisse, auch
.
– Obd.; in den rezenten Mundarten nur noch schwach belegt ( Dwa
4,
K. ,Begräbnis‘).
1.
›Beerdigung e. P., Begräbnis, Bestattung, mit der Beerdigung in Verbindung stehende Trauerfeier‹; ›Jahresfeier; jährlich bzw. in gewissen Abständen gehaltene Gedenkfeier für einen Verstorbenen mit Seelenmesse anläßlich eines Todestages‹;
zu  3.
Zur Sache: LThK
2, 116
-120; 302/3; Hrg
1, 349
-352; Rgg
1, 959
-968; Hwb. dt. Abergl.
1, 976
-997; Lex. d. Mal.
1, 349
-352.

Belegblock:

Chron. Nürnb.
1, 86, 16
(
nobd.
,
v. 1407
):
vil herren [...], di pey seiner grebtnuß waren.
Ebd.
400, 4
(
1420
/
41
):
do begieng man den kaiser hie zu Nurnberg mit der grebnuss zu dem newen spital.
Chron. Nürnb.
2, 13, 8
(
nobd.
,
1425
):
sein grebnus und verschicken auf das land und in der stat kost siben und treisig.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
6, 234, 14
Var. (
Straßb.
1466
):
die begingen sein leicht rest
[Var. Augsb. 1477f.:
groͤbnus, groͤbtnuß
].
Kurz, Murner. Luth. Narr
4503
(
Straßb.
1522
):
Warlichen, wie die grebnis ist, | Also ist auch das gesang gerist.
Maaler
191
/2r (
Zürich
1561
):
Graͤbnuß dienst vnd eer / so man den abgestorbnen beweyßt / als das eerlich bstatten oder zekirchen tragen. [...] Grebnuß breüch vnd ordnung [...]. Die Grebnuß begon.
Merz, Urk. Lenzb.
132, 29
(
halem.
,
1602
):
nachgesucht, die kilchendienst ceremonien halber kindertouffens, grebnus vnd sacrament ze began vff dem Stouffberg ze underlaßen.
Lemmer, Brant. Narrensch.
85, 98
(
Basel
1494
):
Dann manch groß narr ist yetz do hyn | Der sorg hatt vff die grebniß syn | Und leyt dar an so grosses gůt.
Maaler
403v
(
Zürich
1561
):
Todten malzeyt (die) So man an die graͤbnussen vnd bestattu͂gen der leichen halt.
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 339, 27
(
moobd.
,
1414
):
sullent sy vns alle tag ewicleichen ain mess sprechen vngeuerleich auf sand Jorgen [...] altar in irr kirchen ob vnserr grebnuͤss.
Chron. baier. Städte. Landsh.
323, 27
(
moobd.
,
1478
):
es ist auch seiner Genaden die Grebnus gehalten worden des Montag nach dem Sonntag Quasimodo [...] des Nachts mit den Seelambten und wie es allenthalben mit derselben Grebnuß gehalten ist, fündet man [...] verzaichnet.
Leidinger, V. Arnpeck
689, 41
(
moobd.
,
v. 1495
):
ist herzog Albrecht zu München auf di Jser gesessen und ab gen Wien zu seines swechers kaiser Fridrichs grebnüs gefaren.
Turmair
5, 352, 15
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Auf seiner grebnus und besingnus warn alda Friderich und sein brueder Philips.
Chron. Nürnb.
4, 228,
Anm. 3;
Sachs
6, 184, 15
;
Sappler, H. Kaufringer
11, 339
;
Turmair
1, 51, 27
;
4, 734,
Anm. 6;
Drescher, Hartlieb. Caes.
327, 26
;
392, 4
;
Maaler
54r
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
153
;
Schweiz. Id.
2, 686
;
Schwäb. Wb.
3, 781
.
2.
allg.: ›Ort der Bestattung‹; im einzelnen: ›Grab, Grabmal, Grabstätte (einer bestimmten Personengruppe), häufig bereits zu Lebzeiten gekaufte Grabstelle auf dem Friedhof; Friedhof‹; metonymisch auch: ›Tod‹.
Bedeutungsverwandte:
 2, , , ,  2.

Belegblock:

Eis, Wahrsagetexte
42, 12
(
nobd.
,
1491
/
2
):
Wan du erstanden bist der grebnus, warumb lestu nit dein torheit?
Sachs
2, 308, 26
(
Nürnb.
1531
):
Das meer schlug sie an das gestat, | Da sie noch heut ir grebnuß hat.
Ebd.
20, 392, 23
(
1563
):
sein wunden todten leichnam | Sie gar mit grossem hertzleid haben | In fürstliche gräbnus begraben.
V. Anshelm. Berner Chron.
6, 31, 17
(
halem.
,
n. 1529
):
Da der Keiserischen obrister veldher [...] erschossen, haruss in siner vordren grepnus zebestaten gfuͤert ist worden.
Rennefahrt, Recht Laupen
92, 13
(
halem.
,
1535
):
ist [...] beredt, das die von Münchenwyler hinfür wie bißhar gan Murten kilchhörig sin, und mit der grebnüß zů Wyler.
Chron. Augsb.
2, 294, 12
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
in die baid grueb legt man alles gemain volk in denselben pfarren, die nit aigen grebnus hetten.
Ebd.
4, 115, 4
(
v. 1536
):
den [herr Wilhalm] hat man hie an sant Ambrosiustag todt durchgefiert gen Pappenhaim in sein gräbnus.
Ebd.
4, 168, 23
:
Zů sant Anna hat er [...] für sich und die seinen da ain herliche grebtnus zůgericht.
Ebd.
8, 61, 29
(zu
1560
):
nach disem ist er in sein grebtnus zu seiner hausfrauen [...] gesetzt worden.
Ebd.
104, 20
(zu
1561
):
hat der todtengräbel am graben ainen arm, daran die finger, welcher des Paulus Remen seligen gewesen, so des vergangen 1559. jars gestorben und in dise gräbtnuß ist gelegt worden, ausgraben.
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
132, 10
(
schwäb.
,
v. 1542
):
Sy theten ach alle greptnussen, die in der statt und clöstren waren, ab, wan ain minch starb, must man den todten cörper auß der statt fueren.
Weissthanner, Urk. Schäftlarn
180, 37
(
moobd.
,
1350
):
[sand Johannes chappel] divͤ ich gestift han, do ich vnd mein vordern vnser grebnvzz haben.
Leidinger, V. Arnpeck
511, 27
(
moobd.
,
v. 1495
):
haben di herzogen in Niderbairen ir gräbnüs erwelet.
Sachs
20, 275, 4
;
Chron. Augsb.
3, 392, 44
;
4, 169, 32
;
459, 12
;
Turmair
1, 105, 35
;
5, 71, 17
;
Leidinger, a. a. O.
606, 17
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
153
;
Schwäb. Wb.
3, 781
.
3.
›Schnitzwerk‹;
zu  5.

Belegblock:

Kurrelmeyer, Dt. Bibel
5, 264, 4
(
Straßb.
1466
):
Vnd grůb dar ein cherubin vnd weinreben vnd der grebniß
[Var. Augsb. um 1473:
grabung
]
gar hoch dorvber stend.