der,
die,
das,
Artikel
(1-6),
Pron.
(7-13); zur Flexion vgl. Frnhd. Gr. § M 67 f. Der bestimmte Artikel kann über die in den Positionen 1-6 beschriebenen Funktionen hinaus auch lediglich als Kasusmarkierung (bes. für Genitiv und Dativ) fungieren, insbesondere bei Abstrakta und Stoffbezeichnungen, die nicht mit dem unbestimmten Artikel gebraucht werden; vgl. auch den umfangreichen Artikel bei Dietz, Wb. Luther
1, 424
 ff.
1.
bestimmter Artikel zum Ausdruck der Determination von Substantiven, wenn in der gegebenen Situation dem Sprecher und dem Hörer der bezeichnete Gegenstand, Sachverhalt oder die bezeichnete Person (aufgrund des Ich-Hier-Jetzt-Ausgangspunkts des Sprechens) gleichermaßen bekannt ist. Teils kann der Gebrauch des bestimmten Artikels dabei auch aus der vorherigen Erwähnung eines übergeordneten deiktischen Begriffs hergeleitet werden (implizite Wiederaufnahme z. B. von
ich
durch
das herze
), insofern offen zu 2.
Syntagmen:
des abends
›an diesem Abend‹,
des orts
›an diesem Ort‹.

Belegblock:

Thür. Chron.
1v, 19
(
Mühlh.
1599
):
Darnach sandte er [Noah] auß eine Tauben / vnnd da sie keine Ruhe stadt fand / kam sie wider. Darnach vber sieben Tage / sandte er [...] [sie] wider auß / die kam deß Abends wider.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
206
(
Nürnb.
1517
):
Christus sagt: [...]
[der Teufel]
ist komen und hat in mir nichts. Worumb? Darumb das ich den vater lieb.
Barack, Zim. Chron.
335, 11
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
[die von Leiningen]
haben auch vor gar alten zeiten nur die grafen von der Linden gehaisen, wie sie noch heutigs tags ein lindenbaum uf dem helm fieren.
Klein, Oswald
26, 43
(
oobd.
,
1427
):
das ich nicht wesst, wenn mir der nack | verschrotten
[›abgeschnitten‹]
wurd, wie wol ich hett kain schulde.
Wackernell, H. v. Montfort
1, 8
(
soobd.
,
A. 15. Jh.
):
wisz och, das mich daz hertze wist | und sich tegelichen flist.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
64
(
mslow. inseldt.
,
1537
):
Erstlich orndnen, vnnd setzen wir einen aus vnserm mittel vnnd Einen aus d(er) gemain.
Luther, WA
30, 3, 458, 1
;
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
17, 26
;
zu Dohna u. a., a. a. O.
109
;
Menge, Laufenb. Reg.
3302
;
Schmidt, Rud. v. Biberach
4, 4
;
171, 14
;
Klein, a. a. O.
58, 41
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
204, 7
;
Piirainen, Igl. Bergr.
21b, 11
;
20
.
2.
bestimmter Artikel zum Ausdruck der Determination von Substantiven, die Gegenstände, Personen oder Sachverhalte bezeichnen, die im Kontext schon erwähnt wurden. Der bestimmte Artikel zeigt also Konstanz des Redegegenstandes an. Auch bei impliziter Wiederaufnahme (z. B. von
herberge
durch
wirt
oder von
haus
durch
bette
).

Belegblock:

Menge, Laufenb. Reg.
4482
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Ouch so soltu sin gelider | Kratzen uff vnd nyder | Senfteclich als ich dir sage | Wonn es die gelider sterken mag.
Sappler, H. Kaufringer
18, 79
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
Do er [der teufel] auf das feld kam, | vil schier er des war nam, | das ainer gieng pald nach im her. | das was ain varender schuoler. [...] der teufel sagt dem schuoler [...].
Chron. Augsb.
5, 37, 29
(
schwäb.
,
1523
/
7
):
die hetten in ir herwerg, da sie lagen, ains aubentz wol getruncken, und sie begerten an das
[›des‹]
wirtz knecht, er solt in mer wein bringen.
Pfaff, Tristrant
22, 17
(
Augsb.
1498
):
Eynes tags giengen freünd und mann [...], baten den künig [...], daz er ein frawen näm, die im an adel und geburt gezämen moͤcht [...]. Der künig wart der bet beschwärt.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
240, 23
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Sirene sint merwunder gar wol gestimmet, sam Aristotiles spricht. die mügent ze däutsch merweip haizen [...]. ez singt auz der mâzen süezleich, [...] sô zereizent si
[Seeleute]
dei merweip.
Piirainen, Igl. Bergr.
26b, 6
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
Er woll hauen [...] also hoch, als Er mit ainer krazn
[Werkzeug zum Kratzen]
erraichen mag, also das Er di krazen helb.
Chron. Nürnb.
1, 117, 13
;
Sappler, a. a. O.
5, 175
;
10, 5
;
10, 12
;
10, 19
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
26
.
3.
bestimmter Artikel zum Ausdruck der Determination von Substantiven, die singulär vorhandene Dinge bezeichnen (z. B.
die sonne, das paradies
); auch vor Eigennamen (z. B. Flur- und Personennamen).

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 35, 3
(
Köln
1583
):
Der Morgenstern glentz, weil er auffgheit.
Froning, Alsf. Passionssp.
1108
(
ohess.
,
1501 ff.
):
Woluff, er wyber! [...] in der hellen woln mer uch schengken.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
25, 5
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Weret ir in dem paradiße gefallen, so wesset ir, das got [...] alle ding beschaffen hat, und hat sie alle zumale gut beschaffen.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. 128d,
18933
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Zu einen zitin sint geschach, | daz man den Albrechte sach.
M. Cunitia. Ur. Prop.
152, 3
(
Öls
1650
):
daß diese Tabell nicht auff eine oder die andere polus hoͤhe gerichtet sey: sondern allen orten auff der Erden gnug zu thun vermoͤge.
Menge, Laufenb. Reg.
254
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Alle bluͦmen sich eröigent | Ir frucht sú doch erzöigent [...] Als ye die natur hat.
Plant u. a., Main. Naturl.
300rb, 11
(
ohalem.
, Hs.
E. 14. Jh.
):
so dv wellest wissen an welheme zeichen vñ in welhelme gradv div svnne͂ sie.
Chron. Augsb.
7, 211, 9
(
schwäb.
, zu
1550
):
darauf hat
[er]
vor ainem gantzen rat gesagt, der Jacob Meutting lieg in an als ain ehrloser fleischböswicht.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
284, 42
(
smoobd.
,
1494
):
erlaubnus zu gewinnen dachholz und spanholz ôn gevar. aber in den furslachten, der drei sind: aine genant auf dem Sparberegk [...], deu drit datz Alhaitzhag.
M. Cunitia. a. a. O.
154, 7
;
223, 5
;
256, 10
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
225
;
Menge, a. a. O.
159
;
390
;
Wiessner, Wittenw. Ring
275
;
789
;
1214
;
6042
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
5, 70
;
Piirainen, Igl. Bergr.
21b, 9
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
65, 2
;
Dietz, Wb. Luther
1, 427
(Bed. III, 5).
Vgl. ferner s. v.  1.
4.
bestimmter Artikel zum Ausdruck der Determination von Substantiven, die durch ein Attribut hergestellt wird.

Belegblock:

Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
2, 1
(
Frankf./M.
1568
):
Wir sind Diener deß Stuls zu Rom.
M. Cunitia. Ur. Prop.
157, 9
(
Öls
,
1650
):
wird allein dem numero zugesetzt daß Woͤrtlein signum.
Ebd.,
166, 10
:
dehren ober und unterschrifft 2 / ist dergesuchte qvotient.
Menge, Laufenb. Reg.
329
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
DEr achte manot heisset also | Ougst.
Jörg, Salat. Reformationschr.
317, 17
(
halem.
,
1534
/
5
):
durch den landtvogtt jmm Turgoͤw / ward anbracht das ettlich zuͦ Aͤrmattingen redtend / sy gloubtend nitt das Cristus jm sacrament waͤr.
Schmidt, Rud. v. Biberach
23, 24
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Daz dritte zeichen einer rechter einvaltiger meinung ist ein ordnotu besrunge vnd strafvnge dis nachwendigen menschen.
Chron. Augsb.
7, 476, 15
(
schwäb.
, zu
1559
):
kriegs haubtman N. Berlin [ist] mit denen burgern, so sich am Berlach versamblet, [...] bis zum Rothen thor gezogen.
Barack, Zim. Chron.
422, 28
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Bei zwaien jaren hat er zu Bononia studirt, daselbst die welsch sprach zimlichen ergriffen.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
20, 27
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
das volkch von Israhel | süntleich was verhawen.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
2
(
mslow. inseldt.
,
1492
):
ßo soll er dÿ herr(e)n der selb(e)nn stadt czwhulff neme(n).
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
44, 9
(
mslow. inseldt.
,
1499
):
Als wieśśentlich vnnd woll bedacht geśchehen iśt vor denn obbenanten Herrn vnnd Purgern.
Feudel, Evangelistar
14, 8
;
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
8, 8
;
Toeppen, Ständetage Preußen
5, 336, 13
;
M. Cunitia. a. a. O.
149, 10
;
164, 1
;
184, 10
;
264, 26
;
Schmidt, Rud. v. Biberach
152, 19
;
Piirainen, a. a. O.
99
;
ders., Stadtr. Sillein
57r, 12
;
61l, 30
;
Qu. Brassó
5, 214
.
Vgl. ferner s. v.  1.
5.
bestimmter Artikel zum Ausdruck der Generalisierung.
Syntagmen:
des tags
›an jedem Tag, täglich‹.

Belegblock:

Schorer, Sprachposaun
51, 15
(o. O.
1648
):
ob der Roͤmer jhr fuͤrtrefflichster Virgilius jemahls seine Gedichter mit Teutschen oder andern Sprachen vermenget habe.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
14, 9
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
das haben begert die philosophen, wann sie sprechen, am besten zu sterben, wann am besten liebet zu leben.
Ries, Rechenb.
D 2r, 13
(
Erfurt
1522
):
Jte͂ eyner hat 13 erbeiter / 17 tag vnd gibt einem des tages 15 pfen.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 16, 2
(
Nürnb.
1631
):
Wann dUhr Eins schlaͤgt, so sag darauff, | Ein Gott, Ein HErr, Ein Glaub, Ein Tauff.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
5, 18
(
oobd.
,
1349
/
50
):
der mensch hât sein haupt gekêret gên dem himel.
Ebd.
216, 14
:
daz ist auch wâr von den tauben, von den gensen, von den pfâwen und von den hennen.
Qu. Brassó
5, 636, 26
(
siebenb.
,
1613
):
Im Jahr 1612 es ein solche gross Not allhei bei uns gewest, dass man den Weiberen dei Höftlen von der Brost hat genommen und hat Geld daraus lassen slogen.
M. Cunitia. Ur. Prop.
155, 37
;
246, 5
;
Kehrein, a. a. O.
1, 203, 26
;
Menge, Laufenb. Reg.
1179
;
1878
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
59
.
6.
bestimmter Artikel in festen Wendungen und bei Abstrakta und Stoffbezeichnungen, vgl. hierzu auch A. Mager, Die historische Entwicklung des Artikels in Praepositionalverbindungen im Frühneuhochdeutschen.
1916
. Zum Gebrauch des bestimmten Artikels bei Abstrakta vgl. I. Dal, Kurze deutsche Syntax [...].
1966, 92
, Mhd. Gr. § 
422
und E. Leiss, Artikel und Aspekt. [...].
2000, 164
.

Belegblock:

Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
1345
(
Köln
1476
):
Et is dye wayrheyt as ich sprech, | Dat groysse mechtige belech
[›Belagerung‹]
| hayt dye burger van Nuyssz verderfft.
Froning, Alsf. Passionssp.
3923
(
ohess.
,
1501 ff.
):
Ir gesellen, ich heys Lendelkyll: | machet nicht langk dwyle!
v. Keller, Amadis
26, 16
(
Frankf.
1571
):
verhoffet sie kein ander mittel mehr des Lebens, welches wegen sie nicht so grosse Reuw vnd Klag führet, als daß sie jren einigen und allergeliebsten Herren ausser dem gesicht verlieren solte.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
1, 23, 35
(
Frankf.
1563
):
Doch hinwider die Römer tapfer sich zur weer gestellet.
Ebd.
1, 27, 18
:
Sovil nun immer menschlich und müglich war, volnbracht Cincinnatus, schlug die feind in die flucht und erlediget mit grossen freuden die beengstigten Römer.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
16, 33
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Weliches tages ir essen werdet von der verboten speise, so werdet ir sterben des todes!
Ebd.
23, 18
:
böse gedechtnüß würden mir in den sinn wider komen.
M. Cunitia. Ur. Prop.
237, 7
(
Öls
1650
):
iemand wuͤntsche zuwissen / welche Monath / und Tage selbiges Jahres / wegn der Finsternis verdaͤchtig wehren.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
64
(
Nürnb.
1517
):
ich verwunder mich und dank got, dann von dannen ist kumen das heil.
Ebd.
170
:
Etlich sagen, wann die fürsehung gepredigt wirdet, so nem sie weg den freien willen.
Serranus
49v
(
Nürnb.
1552
):
Den tag vnnuͦtzlich verzeren.
Ebd.
51v
:
Die pein miltern oder ringern.
v. Keller, Ayrer. Dramen
32, 5
(
Nürnb.
1610
/
8
):
Doch kummts bisweilen an den Tag, | Warumb eins vnd das ander geschach.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 700, 7
(
Nürnb.
1631
):
Von der Seel weiter man nichts weiß.
Schmidt, Rud. v. Biberach
85, 14
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Got geselligot sich als ein geselle des weges.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
11, 45
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Hinfür merz, abril die zwen mon | als ain topasion
[›Topas‹]
| sich gilben schon, ich wän, dem winder scheuts.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
21, 18
(
m/soobd.
,
1590
):
damit so vill müglich das holz gehait
[wird].
Bauer, Imitatio Haller
47, 12
(
tir.
,
1466
):
Der vnfridsam mensch der verkchert das guet in das pös vnd gelaubt gar pald das pös.
Ebd.
76, 2
:
Die hübschait vnd höfleichait die ist vns gar offt hindern in dem lesen der heiligen geschrifft.
Piirainen, Stadtr. Sillein
35l, 25
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
ich ste heuͤt vor dir alz ayn mensche daz verirret ist auf dem wege.
Luther, WA
30, 3, 208, 32
;
ders., Hl. Schrifft
Thes. 5, 22
;
v. Keller, Amadis
28, 11
;
ders. Ayrer. Dramen
37, 9
;
75, 17
;
Österley, a. a. O.
1, 15, 15
;
16, 9
;
Jungbluth, a. a. O.
18, 25
;
Bell, G. Hager
631, 3, 1
;
zu Dohna u. a., a. a. O.
22
;
123
;
192
;
Menge, Laufenb. Reg.
193
;
564
;
Spechtler, a. a. O.
3, 75
;
Piirainen, a. a. O.
139r, 14
.
7.
Demonstrativpron. in attributiver und deiktischer Verwendung.

Belegblock:

Sappler, H. Kaufringer
4, 346
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
er zoch aus seiner täschen her | ain hantvoll geltz und dannocht mehr [...] er sprach: „
das
gelt nempt von mir ein!“
Dietz, Wb. Luther
1, 426
(Bed. I, 1a).
8.
Demonstrativpron. im Genitiv in attributiver Verwendung. Das Pronomen fungiert als rückverweisendes Element und Ersatz für eine genitivische Nominalphrase.
Vor allem spätes Frnhd.

Belegblock:

Allg. Schau-Buͤhne
40, 43
(
Frankf.
1699
):
als ob er [Robert de Vieux] aus Ehrgeitz [...] irgend etwas grosses gegen Jhre Majestaͤt und dero Regierung unternehmen doͤrffte.
Hoffmeister,
Kuffstein. Gef. A2v, 13
(
Leipzig
1625
):
Derowegen dann allen Edlen Damis Jch diß Buͤchlein mit hoͤchster Reverentz zu dero Fuͤssen gelegt haben wil.
Chron. Strassb.
1, 46, 23
(
els.
,
1362
):
und zuͦ dem ersten greif er [der kunig] den groven von Helfenstein an, desses lant was im aller nohest gelegen.
Heidegger. Mythoscopia
43, 29
(
Zürich
1698
):
Da ich aber etwa zu mir selbst kommen / und uͤber die Propheten gerahten / eckelte mir dero ungeschmuͤckter Stylus.
Göz. Leichabd.
280, 15
;
M. Cunitia. Ur. Prop.
153, 2
;
262, 30
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
203
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 477, 14
.
9.
Demonstrativpron. in alleinstehender Verwendung. Das Pronomen bezeichnet erstens jn. / etw., der oder das in einem Nebensatz spezifiziert wird, oder weist zweitens auf eine Nominalphrase oder auf einen komplexen Inhalt (z. B. Satz, Text) zurück oder vor. Für den Verweis auf komplexe Inhalte werden
das, dem
und
des
gebraucht, wobei nicht immer eindeutig auszumachen ist, ob
des
als Ergänzung zu einem Verb / Adjektiv bzw. als Attribut fungiert (nur dann gehörte es hierher) oder adverbielle Funktion übernimmt; vgl. dazu
1
.
Syntagmen:
das mer
›dazu noch, darüber hinaus‹.

Belegblock:

Luther, WA
30, 2, 598, 6
(
1530
):
Wie wol jch weis, das ettliche leute so gar verrucht und verstockt sind, das sie sich gar an kein lere noch vermanen keren, Wie sollen wir dem thun
[›abhelfen‹]
?
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
264, 23
(
Wolfenb.
1593
):
Meretrix. Ach lieber Man, Wollet jhr dann nun abermal von mir ziehen, vnd mich so allein lassen. [...] Thomas. Ja, hertzliebes Weib, Das kan nicht anderst sein.
Ettmüller, Heinr. v. Meißen L
11, 2, 17
(
md.
, Hss.
14.
/
15. Jh.
):
sich, hœr unt schowe diu voglin in dem garten | Wie die hie sint singens bar.
Chron. Köln
1, 423
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Der lieue Got der mois is walden, | dat sy it myt duchden vort behalden.
Rueff, Rhein. Ostersp.
77
(
rhfrk.
,
M. 15. Jh.
):
nu sing aber eyns, des bidden ich dich.
Valli, Baldemann
302
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
An sine fursten satzt her daz, | Daz sie mir setzten pflegir.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
52, 9
(
Frankf.
1535
):
Brenn einen Amethisten zwischen zweyen tigeln / zerreib den vff eim steyn.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
57, 9
(
Frankf./M.
1568
):
Jch mach gut Brillen / klar vnd liecht [...] Dadurch man sicht / gar hell vnd scharff / | Die find jhr hie / wer der bedarff.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
16, 9
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
So geneußt der veiol nicht seiner schönen farbe, seines reichen rauches. Sihe, das ist rechtfertigkeit!
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
270, 35
(
thür.
,
1474
):
unde hat Elbrecht wedder den eynen geczuge, als nemelich den Slingenmoller, gesatczt, daz man yme met deme daz syne nicht abegeczügen solle.
Hoffmeister, Kuffstein. Gef. A vi
j v, 13
(
Leipzig
1625
):
Erhole dich [...] / damit deinem Verstand die Kraͤfften / das so ich dir sagen werde / zu verstehen wiederkomen moͤgen.
M. Cunitia. Ur. Prop.
0, 16
(
Öls
1650
):
Urania Propitia sive Tabulæ Astronomicæ [...]. Das ist: Newe und Langgewuͤnschete / leichte Astronomische Tabelln.
Menge, Laufenb. Reg.
11
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Ein büchlin klein [...] werde nútze | Mir vnd denen die es sond lesen.
Fuchs, Murner. 4 Ketzer
3199
(˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
Stiesß jm das sacrament in hals / | Das speüwet er herusser alls.
Kurz, Murner. Luth. Narr
1, 20
(
Straßb.
1522
):
Jch
[Murner]
hoff, das euch bekant sei, und des ein gantzes wissen tragen, wie Martinus Luther zwei ding verstanden hat.
Schmidt, Rud. v. Biberach
47, 13
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Ist der mensche gesprungen vber gelust des lips [...], er sol fúrbas gan vnd sol vliegen mit ganzer luterkeit uber aller liplichen dingen bilde [...]. Tvͦstv́ des nút, so kvnst dv nv́t zvͦ ganzer rvͦwe.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
93, 6
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Soliches valsches furnemen bedeckten sich mit dem scheyn, sy wolten ainen pundt machen allayn uber die Turcken, das man darnach an irenn aygen worten und werckhen gemerckt hat, das dem nicht also gewessen ist.
Rechn. Kronstadt
3, 77, 10
(
siebenb.
,
1547
):
So sein dy namhaftig Ersam vnd weÿsen Herrn [...] eintrechtig des eins worden, das dÿ Zeg Myl von disem Jar fort an stetcz nicht der Stat allein, sunder gemain Stat vnd Land sol sein.
Piirainen, Igl. Bergr.
40b, 13
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
komen dann Leüt zu In [ain Richter, mit den Scheppen], di vnfridlichen geen, mit verboten whern, vnd dj werd(en) wundt od(er) tod geschlagen, brinngt Sy der Richter [...] in sein gericht.
Kehrein, Lieder 14./15. Jh.
13, 3, 4
;
Chron. Köln
1, 4320
;
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
11054
;
Beckers, Bauernpr.
55, 19
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 232, 24
;
3, 232, 6
;
Meisen u. a., J. Eck
12, 5
;
Hoffmeister, a. a. O. A iiij r,
11
;
Göz. Leichabd.
181, 1
;
Grosch u. a., a. a. O.
20, 4
;
144, 3
;
M. Cunitia. a. a. O.
209, 15
;
263, 15
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
143
;
185
;
190
;
v. Keller, Ayrer. Dramen
1520, 14
;
2772, 11
;
Rupprich, Dürer
2, 280, 15
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
564, 17
;
Menge, a. a. O.
807
;
4894
;
Fuchs, a. a. O.
2244
;
Lindqvist, K. v. Helmsd.
813
;
Schmidt, a. a. O.
1, 4
;
135, 17
;
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag
17r, 30
;
Wiessner, Wittenw. Ring
9067
;
9264
;
Primisser, Suchenwirt
31, 106
;
Siegel u. a., Salzb. Taid.
288, 29
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
26
;
Piirainen, Stadtr. Sillein 35, l,
34
;
Maaler
89v
.
Vgl. ferner s. v.
3
 1, ,  3,  5,  1, 2.
10.
Indefinitpron.; vor allem in Wortpaaren wie
der und der, dies und das, das oder das, dies oder das, weder dies noch das
.

Belegblock:

Quint, Eckharts Trakt.
25, 2
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Sant Augustînus sprichet: hebe ûf diz und daz guot, sô blîbet lûter güete in ir selber swebende in sîner blôzen wîte.
Ders., Eckharts Pred.
1, 402, 2
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Er
[Gott]
ist nihtes niht, er enist weder diz noch daz.
Lemmer, Brant. Narrensch.
19, 94
(
Basel
1494
):
Schwigen ist loblich / recht / vnd guͦt | Besser ist red / der
[›wenn jemand‹]
jm recht duͦt.
Bauer, Geiler. Pred.
90, 27
(
Augsb.
1508
):
wie der unnd der mensch / durch in [gott] als gar strengklich gestraffet seind worden.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
1441
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Mag aber ich chain ware sach gemerkchen vnd sprich doch, daz oder daz bedeẅtet daz.
Quint, Eckharts Trakt.
426, 2
;
ders., Eckharts Pred.
2, 406, 2
;
470, 2
;
Strauch, Par. anime int.
11, 16
;
Pfefferl, Weigel. Ges.
4, 10
;
Lemmer, a. a. O.
5, 34
;
Gierach, Märterb.
606
.
11.
Demonstrativ- und Relativpron. zugleich.

Belegblock:

Große, Schwabensp. 183, l,
33
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
dy vromede korn in snydet.
Luther, Hl. Schrifft.
Jes. 51, 6
(
Wittenb.
1545
):
der Himel wird wie ein Rauch vergehen / vnd die Erde wie ein Kleid veralten / vnd die drauff wonen werden dahin sterben.
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 228, 1
(
Köln
1582
):
Er ist der dir nach seinem wolgefallen | Lest alle deine suͤnd aus gnaden fallen.
Dietz, Wb. Luther
1, 427
(Bed. II, 2).
12.
Relativpron. im Genitiv in attributiver Verwendung. Das Pronomen fungiert als rückverweisendes Element und Ersatz für eine genitivische Nominalphrase.

Belegblock:

M. Cunitia. Ur. Prop.
170, 35
(
Öls
1650
):
Hierin lauffen zweyerley vor. 1. dz ein punckt in der Ecliptica gegeben wird / dessen declination zusuchen ist.
Ralegh. America
16, 29
(
Frankf.
1599
):
Nach dem todt Morcquito pluͤnderten [...] Soldaten sein gantzes Koͤnigreich / vnd namen jrer viel gefangen / vnder welchen Topianoari [...] auch war / dessen Son ich mit mir in Engelland hab gefuͤhrt.
Chron. Augsb.
5, 386, 5
(
schwäb.
,
um 1530
):
desgleichen ließ der kaiser den burgundischen reittern, dern vil alhie lagen, auch ansagen.
M. Cunitia. a. a. O.
158, 22
;
178, 32
;
Chron. Augsb.
5, 407, 11
.
13.
Relativpron. in alleinstehender Verwendung; vgl. auch Frnhd. Gr. §  S 262 ff.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
6406
(
Magdeb.
1608
):
jr seid nicht Rinder / | Sondern von der Propheten art / | Den heimligkeit wird offenbart.
Dubizmay, kurß zu Teutze
7, 13
(
hess.
,
1463
):
von | deynem leybe ist er kumen des | alle die werlt begeret hat.
Kurz, Waldis. Esopus
4, 99, 216
(
Frankf.
1557
):
Drumb laß vns zu eim andern gehn: | Jr sein wol mehr, dies
[›die das‹]
Recht verstehn.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
1, 9
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
alles, das leben und wesen hat, sei euch unhold.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
88
(
Nürnb.
1517
):
got zürne über die sündere [...] von wegen irer sünden, in denen sie unbereut sünder
[›als Sünder ohne Reue‹]
ersterben.
v. Keller, Ayrer. Dramen
2034, 8
(
Nürnb.
1618
):
Gar vbel ich betrogen bin [...]. Der ich erstlich wolt keim Mann trauen.
Goldammer, Paracelsus
6, 66, 12
(
1530
):
einer, der do fast mit vollem bauch, ist kein David.
Menge, Laufenb. Reg.
1010
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Doch müssent wir haben stryte | Wider [...] Die súnde zuͦ deren wir sindt geneiget.
Schmidt, Rud. v. Biberach
9, 1
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Daz ist min gedenke, mit dien ich daz ertrich beruͤre.
Bauer, Geiler. Pred.
104, 19
(
Augsb.
1508
):
Diße menschen scheinend dir nach deim beduncken als ob sy nichtt nütz seien / darumb daßs sy nitt des lebens seind des du bist.
Meisen u. a., J. Eck
37, 35
(
Ingolst.
1526
):
ob ein e. ratt deß entschaids (das wir doch nit verhoffen) ouch uff unseren g. h. von Costentz [...] nit kommen wil.
Luther, WA
33, 467, 2
;
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
52, 18
;
Froning, Alsf. Passionssp.
4561
;
Jungbluth, a. a. O.
6, 15
;
Peil, a. a. O.
6380
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 269, 8
;
2, 413, 3
;
zu Dohna u. a., a. a. O.
74
;
110
;
221
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
13, 50
;
Rechn. Kronstadt
1, 176, 2
.
Vgl. ferner s. v.  12,  1,  2,  15,  4.