behelfen,
V., unr. abl.;
in 1-3 häufiger bis nahezu ausschließlicher Gebrauch als
part. Adj.
1.
›jm. zum besten dienen, jm. nützen, förderlich sein; etw. unterstützen‹.
Bedeutungsverwandte:
,  1.
Gegensätze:
.
Syntagmen:
mit Subj. und Obj. d. P. wie d. S.; häufig als part. Adj. in präd. Verwendung.

Belegblock:

Strauch, Par. anime int.
69, 9
(
thür.
,
14. Jh.
):
di Got lip han, den sint alle dinc beholfen.
Vetter, Pred. Taulers
316, 3
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Sunder in diseme so hindert alles daz behelffen mag; und mit diseme behelffen so tůt der mensche also ob er Gotte den rúcken […] kere.
Ebd.
419, 29
:
wan dem gůten menschen sint alle ding beholffen.
Bihlmeyer, Seuse 
7, 13
(
alem.
,
14. Jh.
):
do schreib si es alles an, ir selb und och andren menschen ze einem behelfen.
Ebd.
476, 9
:
Wan aber die sele von des armen libes swarheit emzklich wirt nider gezogen, […] so můss sú etwaz behelfens ir selber han.
Schmidt, Rud. v. Biberach 
70, 13
(
whalem.
,
1345
/
60
):
daz die sinlicheit des menschen mit wúrke vnd beholfen si mit der natur eigenschaft der gemuͤtlichen bekantnissi.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
67
(
Genf
1636
):
Beholffen sein / nutzen / nutz sein / […]. Es ist dir darmit nichts (beholffen).
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
117, 24
(
oobd.
,
1349
/
50
):
alliu diu tier, diu idruckent, diu bezzernt sich gar vil und behelfent sich mit dem idrucken.
Wackernell, Adt. Passionssp. St. II,
1928
(
tir.
,
v. 1496
):
Pilate, dise red behylft dich nicht!
Steer, Schol. Gnadenl.
1, 421
;
Vock, Urk. Hochst. Augsb. 
346, 34
;
Henisch
253
;
Dietz, Wb. Luther
1, 235
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 483
.
Vgl. ferner s. v. .
2.
in der überwiegenden Mehrzahl aller Fälle als part. Adj. in präd. Verwendung:
jm. beholfen sein
›jm. helfen, jm. behilflich sein; jm. gegen jn. (Störer der Ordnung) / etw. (Störungen) beistehen, jn. mit Hilfsmitteln versehen, Unterstützung, Beistand leisten‹; offen zu 3.
Bedeutungsverwandte:
˹,  2˺ (oft), (Adj.) 1 (mehrfach),  34, , ; (zum Syntagma:) (V.) 1,  8, .
Wortbildungen:
behelfer
,
behelfung
1.

Belegblock:

Steer, W. v. Herrenb. Büchl. 
322
(
pfälz.
,
1436
):
dar jnn auch die obersten creffte den vndersten krefften beholffen sint zu der notdurfftikeit.
Chron. Mainz
1, 15, 4
(
rhfrk.
,
15. Jh.
):
daz dar weder die gantze gemeinde beholfen und bistendig sullent sin of den eid.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
735, 12
(
thür.
,
1421
):
brachten das vort an ern Balthasarn […] unde mutten on an, das her on behulffen seyn wolde zu yrem krige.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck 
251, 8
(
thür.
,
1474
):
darumbe daz er ym gefolgig unde behulffen were.
Pfeiffer, Frk.-bay. Landfr.
307, 32
(
nobd.
,
1416
):
und sol man im mit dem lantfride dorumb zu im beholffen sein.
Langen, Myst. Leben 
201, 17
 (
nobd.
,
1463
):
Ich muß durch got meinem ebenmenschen beholffen sein.
Mayer, Folz. Meisterl. 
73, 139
(
nobd.
,
1517
/
8
):
o müter Gottes süns, | Pis im abschid beholffen uns.
Bihlmeyer, Seuse 
261, 17
(
alem.
,
14. Jh.
):
und inen dar zů beholfen und diensthaft bist mit worten und werken.
Ebd.
554, 25
:
o min erloͤser, bis mir behulffen, gib mir der welt ein sterben und mit dir […] ein sicher vergraben.
Vetter, Pred. Taulers
315, 4
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
In diseme grote hinderent dich drú ding […]; wan alle behelfunge die ist in disem dir ein hindernisse.
Ebd.
344, 17
(
1359
):
Denne ensol der mensche nút us lǒffen umbe deheine behelfunge, sunder er sol tůn als S. Peter tet.
Chron. Strassb.
1, 42, 1
(
els.
,
1362
):
do enpfingen die kürfürsten ire lehen von ime und swůrent ime zů beholfen sinde als eim romeschen künige wider alle die, die […].
Ebd.
233, 10
(
A. 15. Jh.
):
Lutzifer, […] wolte […] an gotz stat sitzen und rette das mit den andern engeln, daz sü ime des gehellen soltent und beholfen sin.
Merk, Stadtr. Neuenb.
161, 20
(
nalem.
,
1403
):
daz der raͧte […] den vorgen, drigen personen […] mit hilf, raͧt und geraͤten beholfen, beraͧten und bistendig sin welle.
Matthaei, Minner. I,
13, 255
(Hs. ˹
wobd.
,
15. Jh.
˺):
das ist billich, | zarte Trúw tugentlich, | das du dem beholfen bist | der dir dient sunder frist.
Bachmann u. a., Volksb.
217, 34
 (
alem.
,
15. Jh.
):
da batt in der keiser selber, daz er dem rich und ouch sinen sun beholfen were.
Ders., Haimonsk.
172, 19
(
halem.
,
1530
):
und schuoffest den mentschen in diner gstalt und gabest im ein wib, die im behulffen were.
Maaler
56r
(
Zürich
1561
):
Eim Behulffen seyn / mit seiner arbeit dienen.
Sappler, H. Kaufringer
2, 166
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ich und die gesellen mein | süllen im beholfen sein, | das er muos trüten iren leib.
Pfaff, Tristrant 
102, 23
(
Augsb.
1498
):
Herr Tristrant bat […], das er ym riet und beholffen wer, damit er seiner sünd ledig würde.
Chron. Augsb.
1, 41, 16
(
schwäb.
,
1374
):
daz wir im [kaiser] gen allermenclich, […], bigestendig und beholfen sin wöllen.
Ebd.
150, 18
(
1370
):
daz wir yn unser lebtag genediclich, williclich und genczlichen beigestendig und beholfen sein wollen.
Ebd.
9, 92, 33
(
1544
/
45
):
und ainen harten aidt darauff schwuren, mit leib und gut ainander beraten und beholfen zu sein.
Henisch
251
(
Augsb.
1616
):
Behelffer / auxiliator, opitulator.
Chron. Mainz
1, 11, 12
;
v. Liliencron, a. a. O.
653, 5
;
Pfeiffer, a. a. O.
163, 9
;
310, 22
;
320, 5
;
26
;
Mayer, a. a. O.
32, 136
;
Rennefahrt, Stadtr. Bern
149, 7
;
160, 3
;
Lauater. Gespaͤnste
25v, 14
;
Köbler, Stattr. Fryburg
130, 14
;
Pyritz, Minneburg 
38, 79
;
Matthaei, a. a. O.
14, 279
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel 
10, 316, 2
;
Chron. Strassb.
1, 289, 23
;
Merk, a. a. O.
81, 16
;
Edlib. Chron.
21, 27
;
Welti, Stadtr. Bern 
423, 18
;
V. Anshelm. Berner Chron.
4, 48, 22
;
Boos, UB Aarau 
238, 19
;
Koller, Ref. Siegmunds 
69, 30
;
Brandstetter, Wigoleis
197, 33
;
Dirr, Münchner Stadtr.
141, 28
;
149, 24
;
Schöpper
12b
;
Maaler
56r
;
Dietz, Wb. Luther
1, 235
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 483
;
Schwäb. Wb.
1, 778
.
3.
›jm. Rechtsbeistand leisten‹; Spezialisierung zu 2.
Syntagmen:
meist als part. Adj.

Belegblock:

Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 108
(
rhfrk.
,
1379
):
daz he eme solde in eyner sache beholfin sin und stunt eme abe.
Behrend, Magd. Fragen
131, 11
(
omd.
,
um 1400
):
das ir recht nicht also volkomen ist als ander luthe unde sy mogen keynem manne behulffen syn zcu syme rechte.
Küther, UB Frauensee 
171, 7
(
thür.
,
1377
):
ab en dyͤ nicht wuͤrdin unde sollen en ouch selbis darczu behalffin syͤ zuͤ phenden.
Ebd.
263, 24
(
1491
):
erleubin wir en den vorbemelten unsern chorswestern, daz sie unß adder wer on dazu behulffen ist, phenden mogen.
Ebd.
235, 9
;
Rwb
1, 1450
.
4.
›sich behelfen; sich mit etw. zufriedengeben, trösten, mit etw. auskommen, es bei etw. bewenden lassen‹.
Syntagmen:
sich liederlich / schlechtiglich / weidenlich b
.;
sich der besitzung, ducaten, des bettelbrotes / gutes b
.;
sich mit der armut, dem laugnen, den propheten b
.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc 
253, 25
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
so behelfin sich dy nuwin hebreyschin lerer alsus und sprechin, daz […].
Quint, Eckharts Trakt.
15, 14
 (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Er […] gibet alle zît etwaz trôstes, dâ mite man sich behelfen mac.
Köbler, Ref. Wormbs
39, 20
 (
Worms
1499
):
So soll man dar Parthy die ir fürbringen vff Ja vnd beschehene dinge setzt. wysung erteylen vnd nit der andern parthy die sich mit dem Neyn oder laugnen behelffen wil.
Sachs 17, 
407, 7
(
Nürnb.
1563
):
[er] Leget offt ein gerhwten arm | Zu nacht auff ein hungrigen darm, | Behalff sich mit bitter armut.
Lemmer, Brant. Narrensch. 
70, 20
(
Basel
1494
):
Der […] muͤß durch den wynter sich | Behelffen ettwan schlaͤhteklich.
˹Ironisch bei: V. Anshelm. Berner Chron.
1, 27, 27
(
halem.
,
n. 1529
):
Wir Gwelfen, | Wend uns der ducaten und kronen behelfen; | So ir Gibel | Essent kat und draͤck ussem kibel
Heidegger. Mythoscopia 
42, 11
(
Zürich
1698
):
wann einst die Fromme deß Alten Testaments / sich mit Mose und den Propheten behelffen koͤnnen / und weder zur Ergetzung noch zur Erbauung der Heydnischen studien bedoͤrfft.
Henisch
251
(
Augsb.
1616
):
Ein Gottloser weiß sich zu behelffen mit ander Leuth Exempel […]. Wer nicht Wein hat / der muß sich mit dem bier behelffen. […]. Man muß sich behelffen (auch mit den boͤsen) wie man kann.
Ebd.
253
:
Einigkeit behuͤlffet sich liederlich / So dem Zwitracht die Welt zu ruck ist.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
272, 46
(
m/soobd.
,
14.-16. Jh.
):
wenn es sold sich ain jeder paur seines zinßguet behelfen.
Opitz. Poeterey
25, 13
;
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
244, 4
;
Fischer, Eunuchus d. Terenz 
46, 25
;
Bischoff u. a., a. a. O.
11, 21
;
Dietz, Wb. Luther
1, 235
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 483
.
Vgl. ferner s. v.  2.
5.
›Rettung, Hilfe finden; sich retten‹.

Belegblock:

Reichmann, Dietrich. Schrr.
214, 4
(
Nürnb.
1548
):
So nun der Son Gottes am jüngsten tag dein verlaugnen will / […] was wilt du dich alß den̄ behelffen.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. 
110, 33
(
moobd.
,
1478
/
81
):
fluhen sie an die gepirg und wo sich ieder wesst zu behelfen.
Ebd.
145, 3
:
kam ain söliche vorcht in sy, das sy sich nicht wann mit der flucht wessten zu behelfen.
Ebd.
115, 38
.
6.
›sich gegen etw. wehren‹.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Bar.
6, 57
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
golt und silber und cleidir, domitte si [gote] bedact sin, nemen sie [dibe] in und gehen weg und mogin sich nicht behelfin dowidir.
Langen, Myst. Leben 
218, 29
 (
nobd.
,
1463
):
Was man mit jn krieget, das lassent sie jn angesigen vnd behelffent sich nicht, was sie allein angeet.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. 
117, 21
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Sunst hergt er alls Hyspania, das sich der künig Marsilies nyndert trawt zu behelfen vor dem kaiser.
Näser, in: Sprache und Brauchtum.
1980, 293
.
7.
›jm. etw. verschaffen, jm. zu etw. verhelfen‹.

Belegblock:

Klein, Oswald
91, 67
(
oobd.
,
1431
/
2
):
dein köstlich zier | wil behelfen mir | schier, des ich hart embier.
8.
›etw. als Mittel zu einem bestimmten Zweck gebrauchen, sich e. S. bedienen, Gebrauch von etw. machen‹.

Belegblock:

Köbler, Ref. Wormbs
292, 12
 (
Worms
1499
):
sonder soll vn̄ mag sich des vßflus nachpurlich vn̄ allein zu notdurfft des wassers deglichs vnd gewonlichs gebruchs behelffen.
Luther, WA
32, 396, 4
(
1532
):
das man nicht schelcken und buben rawm lasse, die sich der lere wolten behelffen.
Maaler
55v
(
Zürich
1561
):
Ich wird mich des thors Behelffen / oder durch das thor entrünnen […]. Sich gemeiner worten Behelffen vnd bruchen. […]. Sich mit wenig Behelffen.
Henisch
251
(
Augsb.
1616
):
Sich eines andern hilff vnd arbeit behelffen.
Vock u. a., Urk. Nördl.
2101, 34
(
schwäb.
,
1440
):
Die brief all sollen behalten werden, ob dem convent aynicherlai fertung zů tůn not geschaͤhi an ain oder mer stuken deß verkaufften hofe Herolczaich, sich damit wyssti ze behelffen.
Reithmeier, B. v. Chiemsee 
13, 9
(
München
1528
):
Waeren sy gerecht vnd Ewangelisch […] alszdenn solten sy sich kains fraeuels noch glayts behelffen.
Turmair
1, 8, 24
(
moobd.
,
1522
/
33
):
die wârhait ist nit iedermans kauf, […], kan sich nit iederman damit behelfen und reich werden.
Brinckmeier
1, 322
;
Rwb
1, 1450
;
Schweiz. Id.
1, 1450
;
Wmu
1, 163
.
9.
›sich auf etw. berufen, sich mit prozessualen Erklärungen durchsetzen, Erfolg haben‹; meist in negierten Sätzen.
Rechtstexte.
Wortbildungen:
behelfung
2.

Belegblock:

Behrend, Magd. Fragen
89, 1
(
omd.
,
um 1400
):
her kan sich domete nicht behelffen, das yn dy erben vorlassin habin.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
146, 36
(
thür.
,
1474
):
so mogen sich dy von Swynitcz met den vorgethanen […] rechten, […], wedder den genanten Hannßen Doringen auch met gerichtiskuntschafften […] behelffin.
Ebd.
164, 33
:
her enkan des met sollichen synen innsagen, […], darkegen nach darwedder nicht behelffin nach geschutczen.
Ebd.
298, 4
:
Ap auch keyne schaefftrifft vor alders da nicht gewest were, darmete so mag sich dy gemeyne, wywol sy sich des zcu bewiesen erbyten, nicht behelffin.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
152, 40
(
schles.
,
1464
):
So kan sich wilhelm gorteler, der borge, mit sulchen jnsagen, […], kegin de jnstellunge nicht uffgehalden noch behelffen.
Kohler u. a., Bamb. Halsger. 
167, 41
(
Bamb.
1507
):
so mag sich soͤlcher todschleger keiner rechten oder gentzlichen entschuldigten notwerhe behelffen.
Dasypodius
105r
(
Straßb.
1536
):
behelfung, f. ,juvamen‘.
Welti, Stadtr. Bern 
306, 6
(
halem.
,
1457
):
Dauor si nit befryen noch behelffen sol noch mag dehein bitt.
Rintelen, B. Walther 
31, 16
(
moobd.
,
1552
/
8
):
dawider sich der Vogtherr ainnicher Verjärung nicht behelfen mag.
Grosch u. a., a. a. O.
166, 6
;
181, 34
;
237, 30
;
303, 35
;
Brinckmeier
1, 322
;
Rwb
1, 1450
.
10.
›sich mit etw. entschuldigen, ausreden, etw. als Ausrede brauchen, sich einer Entschuldigung, Ausrede bedienen, etw. vorschützen, vortäuschen‹; offen zu 10.
Wortbildungen:
behelfung
3 (1. H. 14. Jh.).

Belegblock:

Chron. Mainz
1, 354, 3
(
rhfrk.
,
15. Jh.
):
obe man in der geselleschaf keinen man ledegin wulde, der insulde sich mit der geselleschaf nit behelfin.
Luther, WA
49, 323, 2
(
1544
):
Sie wollen sich mit meim Buch behelffen.
Vetter, Pred. Taulers
173, 1
(
els.
,
1359
):
das er sich hie inne lide und losse und dis vinsternisse us lide […] und in sůchte kein behelfen sus noch so.
Chron. Augsb.
8, 465, 13
(
schwäb.
, zu
1564
):
Auf daß sich dann niemandt der unwissenhait solchs verpotts zu behelfen.
Siegel u. a., Salzb. Taid. 
347, 6
(
smoobd.
,
1588
):
da sich ainer verner ainiger unwissenheit woll behelfen oder damit entschuldigen.
Brinckmeier
1, 322
;
Dietz, Wb. Luther
1, 235
;
Schwäb. Wb.
1, 779
;
Uhl, Theol. Deutsch.
1912, 71
.
11.
›sich mit / an etw. bereichern; sich Vorteile verschaffen‹.

Belegblock:

Chron. Augsb.
7, 126, 27
(
schwäb.
, zu
1548
):
daß die gemeinds leut […] sich mit eingenomenen geschencken ungerechtigclich beholfen.
Winter, Nöst. Weist.
2, 20, 34
(
moobd.
,
1630
):
Ob einer hie were der sich wolte behelfen von dienern […] die ihren herrn undreu weren.
12.
›sich wo aufhalten‹.

Belegblock:

Chron. Köln
1, 315, 33
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
dit were ein goet vast sloß, of wir van Colne gedrungen wurden, uns asdan da zo behelpen.
Dietz, Wb. Luther
1, 235
.
13.
›sich seinen Lebensunterhalt verdienen, von etw. leben, sich sein Auskommen schaffen, sich mit etw. über Wasser halten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  7.

Belegblock:

Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 419, 12
(
rib.
,
1456
):
Die gemeinde, die sich mit sidespijnnen zo erneren ind zo behelpen plient.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
68, 9
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
di man di erbeytin sere unde koufslayn unde gewynnen mit dem si sich behelfin.
Skála, Egerer Urgichtenb.
99, 4
(
nwböhm.
,
1573
):
sie Hab sich des Bettelns mit beholffen hab ein Kindt.
Mathesius, Passionale
49r, 5
(
Leipzig
1587
):
mus sich vom Allmosen behelffen / vnd dauon leben.
Bihlmeyer, Seuse 
162, 13
(
alem.
,
14. Jh.
):
daz kein soͤlicher unganzer mensch im selb och hier inne woͤlti dúplich behelfen.
Maaler
55v
(
Zürich
1561
):
Sich der roͤuberey auff dem meer Behelffen / Ein meerroͤuber sein.
Ebd.
165r
:
Sy Gelaͤbtend deß gwilds / Sy behulffend sich deß wildpraͤts.
Chron. Augsb.
5, 24, 11
(
schwäb.
,
1523
/
7
):
es ward ain feiner handel daraus es trůg im gůtten nutz, […], es behalfen sich vil leutt darmit.
Ebd.
7, 135, 30
(zu
1548
):
sie [zunftmaister] wollen sich dann wider erberkait behelfen, wie etwan durch etlich beschehen.
Ebd.
8, 175,
Anm. 2 (zu
1563
):
tagwercker und haußknappen […], so zum tail vil kinder haben und sich mit irer arbait nit behelfen können.
Ebd.
9, 167, 14
(
1544
/
5
):
daß sie allain sich irer rent, zins und gülten närten und behülfen.
Henisch
251
(
Augsb.
1616
):
Es ist ein arm elendig ding […] sich frembdes Tisches vnd Schüssel ernehren vnd behelffen.
Turmair 4, 
1033, 13
 (
moobd.
,
1522
/
33
):
die Teutschen […] wolten alda sich mit reuterei […] oder […] rauberei behelfen und neren.
Ebd. 5, 
143, 9
:
Die starken sollen sich mit irer arbait behelfen.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
3, 247, 16
;
Skála, a. a. O.
113, 12
;
Turmair 4, 
1162, 13
;
Schwäb. Wb.
1, 778
;
Schweiz. Id.
2, 1194
.
14.
›etw. tun, vollbringen; sich in bestimmter, z. B. angemessener Weise verhalten‹.

Belegblock:

Chron. Köln
2, 467, 20
(
Köln
1499
):
wat armer priester […] dae sich behelpen under den burgeren, dat is wonder zo sagen.
Sachs 17, 
395, 2
(
Nürnb.
1563
):
hieß Lupus mit seim zu-nam, | Das heist in teutscher sprach: ein wolff; | Dem namen gleich er sich beholff; | Er war ein wissentlicher dieb.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. 
173, 21
(
moobd.
,
1478
/
81
):
an allain was das sein maister geprechen, das er sich nicht behelfen kundt, noch nicht verstuend latein.