diensthaft,
Adj.
1.
›zu Abgaben oder anderen Leistungen (z. B. Frondienst) verpflichtet‹;
vgl.  2.
Bedeutungsverwandte:
, , ; vgl.  2, .

Belegblock:

Foltz, UB Friedb.
1, 578
(
hess.
,
1410
):
was die burgmanne nach desselben unsers vettern herzog Ruprechts seligen usspruch kauft hetten, daz bedehaft oder dinsthaft were.
Mon. Boica, NF.
1, 646, 4
(
nobd.
,
1414
):
die hoffstat und tzwen morgen ackers, [...], die Fritz Czymmerman innen gehabt hat [...]; doch sullen sie der herschafft stewrhafft und dinsthafft sein.
Ebd. NF.
2, 1, 99, 20
;
Schöpper
67b
.
2.
›untertan, abhängig, unfrei‹;
vgl.  1610.
Bedeutungsverwandte:
 1, ; vgl. , .

Belegblock:

Päpke, Marienl. Wernher
14804
(
halem.
,
v. 1382
):
was ich han, das si din, | Mit stæteklicher aigenschaft | Dir undertan und diensthaft.
Gereke, Seifrits Alex.
546
(
oobd.
, Hs.
1466
):
wenn er mit aller seiner chraft | macht allew reich diensthaft.
Ebd.
1652
.
3.
›hilfsbereit, diensteifrig, dienstwillig; fleißig, bescheiden‹;
vgl.  467.
Bedeutungsverwandte:
 2,  13, , , (Adj.),  2, , ,  1, .
Syntagmen:
etw
. (z. B.
die fromkeit
)
d. sein
;
j. (jm.) (mit worten / werken) d. (sein)
;
das diensthafte gemüt, diensthafte leute
.

Belegblock:

Sachs
14, 151, 27
(
Nürnb.
1551
):
Frümkeit ist ghorsam und demütig, | Diensthafft, holdtselig, trew und gütig.
Ebd.
20, 99, 29
(
1557
):
Unser herrschafft thut, was sie sol, | Helt uns wol; darumb ist auch billich, | Daß wir sind trew, diensthafft und willig.
Päpke, Marienl. Wernher
882
(
halem.
,
v. 1382
):
Demuͤtig, wiss und senftemuͦt | Nach Gottes wille was ir muͦt. | [...] | Und was och inder mægde schar | Diensthaft in allen gar.
Memminger Chron. Beschr.
19, 29
(
Ulm
1660
):
daß sie [vnsere Memminger] Ehrerbietige / freundliche vnd diensthaffte Leuthe seyen.
Sachs
3, 237, 29
;
21, 243, 1
;
23, 263, 13
;
Bihlmeyer, Seuse
261, 17
.
4.
›jm. / e. S. nützlich, hilfreich, behilflich; (wechselseitig) unterstützend, helfend‹;
vgl.  37.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1, ,  3, .
Syntagmen:
die creaturen unter einander d. machen
;
j., die welt jm. (zu etw.) d. sein
;
ein diensthaftes werk
.
Wortbildungen:
diensthaftig
.

Belegblock:

Strauch, Par. anime int.
16, 37
(
thür.
,
14. Jh.
):
der engil inmac da kein werc gewirkin wan ein dinisthaft werc.
Ebd.
129, 2
:
zu dem drittin male machit he [Got] di creature dinsthaft under ein ander, daz si ein bestein hon ir ein an dem anderin.
Sachs
21, 19, 8
(
Nürnb.
1557
):
Wann ich kenn aller kreuter krafft, | Wolt dir wol sein darzu diensthafft.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 1145
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Dis mensche enist weder gerecht noch demuͤtig noch milte, noch diensthaftig den armen, noch innig, noch ernsthaftig.
Rieder, St. Georg. Pred.
102, 10
(Var. G) (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
swer ane si [minne] ist. der ist arn. were 0ͮch ellú dú welt ime dienisthaft.
Strauch, a. a. O.
15, 38
;
Quint, Eckharts Pred.
2, 236, 5
; 6.