gedinge,
das
,
auch
der
 ;
-s
, auch
-n/-Ø
, auch
-n
;
geding,
das
, auch
der
 ;
-(e)s/-e
, auch
;
zu
mhd.
gedinge
›Gericht‹
(
Lexer
1, 771
 f.).
1.
›Ding, Sache, Angelegenheit, Vorgang, Geschehen‹.

Belegblock:

Große, Schwabensp. 132, a,
31
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
ANdere biscoppe de vnder erzebiscopen gesetzen sint, vnde erzedyaconen de gebeiten ielich dingh, daz heyzet Cristenlich gedingh.
Wyss, Limb. Chron.
64, 11
(
mfrk.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
zu mittesomer da irhup sich ein wunderlich gedinge uf ertrich.
Anderson u. a., Flugschrr.
24, 3, 27
([
Nürnb.
]
1525
):
dabey als eynem verschreyben geding / solt es / vngeachtet dieser eyns Erbern Rath ordnung / auch bleiben.
Sachs
18, 319, 2
(
Nürnb.
1568
):
Der drit aber war der richter, | Andre Ratenpeck hies mit nam, | Die pschluessen das geding alsam, | Wie vor pegriffn mit kurczen worten.
Fuchs, Murner. 4 Ketzer
1915
(˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
Dorumb so hoͤren, wie es ging | In disem grausamlichen gding.
Anderson u. a., Flugschrr.
18, 5, 5
([
Straßb.
]
1523
):
Alle geding / eyd / gelübt / verheyssung [...] beschehen wider gottes gebott.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
233, 19
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Pei dem tier verstêt man den wuochrær, der die armen kaufläut haime lädt zuo dem wehsel oder zuo anderm geding.
Hör, Urk. St. Veit
214, 27
(
moobd.
,
1433
):
Denselben vnsern brieff haben wir in auch zuͦ sambt dem brieff vbergeben vnd eingeantwurt mit dem herren zu sand Veit willen vnd guͤnst inn soͤlichem geding.
Piirainen, Igl. Bergr.
38, 10r
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
versaumet es der besteler oder sein Phlegerr, drey geding, das Er seiner cost nit zugeben habt, | Er verleust seine taill mit Recht.
Voc. Teut.-Lat.
k iiiiv
;
k vv
;
Voc. inc. teut. h
iijv
;
Schmitt, Ordo rerum
108, 9
;
254, 24
;
Dasypodius
13r
;
Schöpper
99b
;
Maaler
160v
;
Hulsius
F iijr
;
Henisch
1408
;
Dietz, Wb. Luther
2, 33
 f.;
Schles. Wb.
1, 376
;
Dief./Wü.
606
;
Bad. Wb.
2, 316
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
121
;
Pfälz. Wb.
3, 101
;
Schwäb. Wb.
3, 146
 f.;
Vorarlb. Wb.
1, 1077
;
Rwb
3, 1347
 f.
2.
›Gedanke, Hoffnung, Glaube, Zuversicht, Vertrauen‹;
vgl.  1.
Bedeutungsverwandte:
1
 8, ,  5, .
Syntagmen:
g. haben; auf g. bauen; grosses / gutes / kleines / tröstliches g
.

Belegblock:

Dubizmay, kurß zu Teutze
69, 3
(
hess.
,
1463
):
Ich bin muter der heyligen liebe der forchte der erkentnuß des gedings gots gnade.
Asmussen, Buch d. 7 Grade
124
(
nobd.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
Auch machent di sunde, | daz ich kain kunde | hon dirre heiligen dinge, | denne daz ich hon gedingen | zu dir.
Mayer, Folz. Meisterl.
52, 380
(
nobd.
,
um 1480
):
Wer nun gedingen | Zu Got nit hab, dem kumpt ez dort zu leyde.
Gille u. a., M. Beheim
287, 13
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Auff dein barmherczikait ich bag | grasses geding und haffnung trag, | in solchem trost ich brang und brag.
Matthaei, Minner.
1, 12, 122
(Hs. ˹
wobd.
,
15. Jh.
˺):
ach, gesell, ich hab klain gedingen | das ich nymmer erfroͤwt mag werden, | dann ich hie uff erden | mein zitt in laid vertrib.
Strauch, Schürebrand
41, 6
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
ir verlierent anders alle uwer große arbeit und werdent beroubet aller frühte und der sichern gedinge und hoffenunge.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
53, 9
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
Ez ist zemerken, ob in Christo gedinge were oder zuoversiht.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
1, 18, 30
(
schwäb.
,
1471
):
Zu dir hab ich gedingen.
Chron. Augsb.
2, 203, 9
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
man hett gedingen, er wurd sich abessen, das doch nit geschach.
Bihlmeyer, Seuse
377, 28
(
alem.
,
14. Jh.
):
min herz ruͤret sich in minem libe, so ich geding han, daz du mich lieb habest.
Primisser, Suchenwirt
46, 133
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Ich drinck pillich vor mit rott, | Wann ich auff guͦten gedinge paw.
Klein, Oswald
119, 13
(
oobd.
,
1417
):
Mein geding ganz, der stat zu dir.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
190, 23
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
wann die fuesknecht, darin sein maist geding lag, wollten ain tag an berait gellt nicht mer dienen.
Rudolf, H. v. Langenstein. Erch.
36, 34
(
moobd.
,
1393
):
es ist auch güt da fur, daz ein mensch allen seinen gedingen vnd trost hincz dem almêchtigen got seczt vmb alles.
Drescher, Hartlieb. Caes.
298, 2
(
moobd.
,
1456
/
67
):
ain sun, der was so vast siech und kranck das nyemant zu seinem leben gedingen oder trost hett.
Bauer, Imitatio Haller
95, 13
(
tir.
,
1466
):
sy haben alle ir hoffnung vnd gedingen geseczet in die ewigen himlischen gueter.
Gille u. a., a. a. O.
84, 56
;
85, 22, 220, 3
;
230, 2, 238, 37
;
427, 8
;
Matthaei, a. a. O.
11, 30
;
12, 416
;
12, 467
;
13, 129
;
14, 74
;
Haltaus, a. a. O.
1, 53, 25
;
115, 23
;
2, 8, 163
;
49, 63
;
Klein, a. a. O.
18, 88
;
46, 15
;
102, 113
;
115, 106
;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 65
.
3.
›Auflage, Bedingung, Vorbehalt, Einschränkung‹;
vgl.  2.
Urkunden, Rechtsschriften.
Phraseme:
mit dem gedinge, das
›unter der Bedingung, dass‹.
Syntagmen:
gedinge erfüllen; ein ausdrükliches / lauteres g
.

Belegblock:

Rosenthal. Bedencken
16, 9
(
Köln
1653
):
Man frage die Calvinisten in Franckreich / mit was geding sie solches Volck zu ihrer Gemeinschafft haben wollen haben.
Köbler, Ref. Wormbs
206, 15
(
Worms
1499
):
Satzung mögen gescheen luter gewisß oder mit gedinge oder vnderscheidlich.
Kurz, Waldis. Esopus
4, 78, 37
(
Frankf.
1557
):
Thet mit dem Fuchs ein frieden machen, | [...] Mit dem geding, das er solt warten | Aussen dem Zaun.
v. Keller, Amadis
400, 4
(
Frankf.
1571
):
so würde er wider den besten vnter jnen beyden kempffen, doch mit dem geding vnnd zusatz, wo er dieselbigen vberwinde, vnd daß der ander jhn mit frieden lassen [...] solt.
Mon. Boica, NF.
1, 650, 16
(
nobd.
,
1414
):
ein halbe wisen bey Langentzenne, die im sein anherre aufsandt mit solchem gedinge, das die furbasz bey der vorgenanten hube beleiben sol.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
137, 36
(
nobd.
,
n. 1525
):
ain erber rat hat nemlich ain geding aus lassen erschallen.
Goedeke u. a., Liederb.
358, 123
(
Nürnb.
16. Jh.
):
Die frau stunt auf und shwur mit dem gedingen.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 76, 15
(
Straßb.
1522
):
Ich wil dir das Pferd abkauffen mit dem Geding, ich wil dir geben zehen Duckaten bar, die andern 16 wil ich dir schuldig bleiben.
Chron. Augsb.
2, 199, 24
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
er wolt aber ir burger sein mit underschid und mit ainem geding.
Ebd.
8, 336, 23
(
schwäb.
, zu
1547
):
so er in doch one alles geding nach besagder capitulation auf freien fueß sollte gesetzt und ledig geben haben.
Rennefahrt, Statut. Saanen
27, 16
(
halem.
,
1401
):
dasselb burgrecht wir ǒch in ir stat Berne an uͥns genomen und emphangen haben in den worten und gedingen alz hienach geschriben staͤt.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
244, 38
(
halem.
,
1483
):
doch mit lutheren gedingen und rechten furwortten, das er ußerthalb sinem huß und herberg zuͦ feilem kouff weder metzgen, bachen, noch niemands fleisch, brodt oder win geben oder verkouffen soll.
Koppitz, Trojanerkr.
5801
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Doch söllen wir gedingen han | Daz es üns wol sol ergan.
Lauater. Gespaͤnste
25r, 14
(
Zürich
1578
):
verhieß jnen zuͦ jrem für nem͂en behulffen zesyn / mit dem geding dz sy sich an jn ergaͤbind.
Leidinger, A. v. Regensb.
607, 32
(
oobd.
,
um 1430
):
do fragt man dy egenanten ambasiator, in welchem geding man den fride bestäten solt.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
137, 29
(
moobd.
,
1478
/
81
):
doch gib ich euch auf mein swert mit dem geding, das ir mich nicht dem künig von Franckreich antwurt.
Weber, Füetrer. Poyt.
196, 1
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Allsus mit dem gedinge | ward er gelassen aus.
Turmair
4, 1052, 9
(
moobd.
,
1522
/
33
):
si schickten potschaft in das römisch her, ergaben sich ân alles geding auf gnad und ungnad an den kaiser.
4.
›Verabredung, Abmachung, Übereinkunft, Festsetzung; Urkunde, schriftliche Vereinbarung, Satzung, Vertrag, bes. Ehevertrag‹; als Synekdoche ›das Verdingen bergmännischer Arbeiten, Festlegung über bergmännische Arbeiten im Akkord‹;
vgl.  2.
Urkunden, Rechtsschriften.
Bedeutungsverwandte:
(
die
2,  11,  1, , ,  4, , , .
Syntagmen:
ein g. annemen / brechen / machen / treffen / zusagen
.

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb.
332, 22
(
preuß.
,
1405
):
also das er 500 m. ganz dirhaben hat noch uswysunge synes gedinges.
Luther, WA
30, 2, 614, 15
(
1530
):
den jarmarckt wil ich nicht haben, noch solchen wechsel und gedinge leiden.
Helbig, Qu. Wirtsch.
4, 119, 14
(
md.
,
1499
/
1500
):
wan nun gedinget wirdet, so sollen die geschwornen die das gedinge machen, mit namen vortzeichent werden.
Ebd.
5, 118, 26
(
md.
,
1536
):
darinne sie auch mit andern geselschaftern kein gedinge adir pact machen sollen.
Buch Weinsb.
2, 77, 4
(
rib.
,
um 1560
):
und haben entlich mit der moder und convent abgehandelt uff etlich gedinge.
Köbler, Ref. Wormbs
281, 5
(
Worms
1499
):
es sy uns dan in einem contract geding oder pact oder anderer dinstparkeit vnsern gesetze oder Statuten verbotten.
Laufs, Reichskammergo.
101, 17
(
Mainz
1555
):
Ordnen, setzen und wöllen wir, daß sich der fiscal mit keyner straffwürdigen partheien [...] vertragen, noch mit ire einichen pact oder geding annemen oder machen soll.
Froning, Alsf. Passionssp.
3172
(
ohess.
,
1501 ff.
):
Judas, [...] | wer woln dir myt korczem gedynge | geben dryssigk pennige.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
70, 7
(
omd.
,
1544
):
Derhalben man vorhin gedinge darneben gehapt hat, dormit sich einer auch deste bas hat konnen und mugen erhalden.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
167, 6
(
thür.
,
1474
):
Unde meynet, her habe ir gnuglich vorlonet unde sy sy yme nach ettliche mal phlichtig nach gedinge.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
20, 2
(
osächs.
,
1343
):
her machte ein gedinge mit den werclûten umme einen tegelihen pfenning.
Ermisch, Sächs. Bergr.
94, 15
(
osächs.
,
1479
):
Desglichen so ein arbeiter sin gedinge uffgefarn had, sal abermals der schichtmeister zcwene der gesworn lasen das gedinge abnemen und iglichem zcwene groschen gebin.
Ebd.
126, 21
(
osächs.
,
1499
/
1500
):
Wurde auch eynich arbeyter vom gedinge ader von sein gedingter zceit zu erbeyten entweychen und nicht abekeret [...] derselbige sall auff keiner andern zceche [...] auffgenomen [...] werden.
Ebd.
174, 13
(
osächs.
,
1509
):
Weliche hewer gedinge annehmen, dye sollen ire gedinge vleissig und genugsam verfuren.
Berthold u. a., Zwick. Stadtrref.
43, 6
(
osächs.
,
1542
/
70
):
daselb gelt ahne alle pact, geding ader anhang.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 159, 32
(
schles.
,
1509
):
Wie es mit dem gedingen gehalten wirdt.
Ebd.
253, 7
(
schles.
,
1528
):
das geding oder lehenschaft wie es gemacht, soll in der schichtmeister register lauter eingeschrieben werden.
Chron. Nürnb.
1, 78, 12
(
nobd.
,
v. 1407
):
Ich Ulman Stromeir machte ein geding mit Jorgen Tyrman.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 291, 17
(
nobd.
,
1464
):
Soll es recht sein, das der haber also gemessen soll werden bey dem kornmasz, so muͤszt ye ein geding sein, wie weyt das kornmasz sein soll.
Loose, Tuchers Haushaltb.
168, 3
(
nürnb.
,
1518
):
anno 1518 adi primo januari hab ich dicz geschriben geding der Margret Fricz Pertholtin geczogen in das new ehaltenpüchlen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
1, 74, 19
(
Straßb.
1466
):
wann do er hett gemacht geding mit den werckern vmb ein teglichen pfennig.
Chron. Strassb.
1, 37, 20
(
els.
,
1362
):
darnoch [...] brach der keiser die gedinge.
Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
381
(
pfälz.
,
1436
):
nach dem also er [Got] ein gedinge getan hat mit allen den, die er berüffet hat zu arbeiten jn sinem wingarten.
Mollwo, Rotes Buch Ulm
42, 2
(
schwäb.
,
1423
):
so ain man hie ze Ulme von tode abgieng, der mit dehainem gedinge zuͦ sinem elichen wib komen was noch dehain gemaͤcht getan hett.
Chron. Augsb.
3, 439, 9
(
schwäb.
,
um 1478
):
daraus im mit geding und vorwortten alweg mercklich müet und gaab worden send.
Barack, Zim. Chron.
1, 487, 34
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
kam in ain solche hessige weiterung, das sie ain geding troffen und ainander ernstlich versprochen.
Österley, Steinhöwels Äsop
65, 34
(
Ulm
1474
/
82
):
Die torochten schaff giengent des frides yn mit den wolfen und geloubten inen des gedinges.
Adrian, Saelden Hort
9298
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
sie machten ain gedinge | umb drizig pfenninge.
Welti, Stadtr. Bern
622, 15
(
halem.
,
1539
):
Der eelütten, so mit gedingen zusamen komen, fryheit.
Päpke, Marienl. Wernher
8101
(
halem.
,
v. 1382
):
des frǒtent sú sich alle gar | Und geloptent im mit gedinge | Drisig silberin pheninge.
Geier, Stadtr. Überl.
47, 12
(
nalem.
,
1390
):
Es sollint auch mit rechtem geding all genanten uf ain schlecht urveht ledig sein.
Köbler, Stattr. Fryburg
125, 25
(
Basel
1520
):
So sol ouch dhein vogt einich geding / pflicht / oder zuͦsagen / von seinem vogtkind oder vogtpersonen annemē.
Dirr, Münchner Stadtr.
339, 6
(
moobd.
,
1340
):
Swer pfant mit dem andern hat mit geding.
Ebd.
453, 24
(
moobd.
,
v. 1365
):
Swer gedingt cheller oder chram oder laden hat, der mag darauf und davor, alz verr sein geding mag gestên und geraichen, sein obs, ob er wil, vail haben.
Auer, Stadtr. München
20, 4
(
moobd.
,
1347
):
Swo zwen chriegent mit ain ander umb ainen chauf, den ainer mit geding von dem andern getan hat.
Winter, Nöst. Weist.
1, 292, 13
(
moobd.
,
1. H. 16. Jh.
):
Wenn ainer ain geding hat und er richte nit gar, so soll der ander seinem herrn uber in clagen.
Kummer, Erlauer Sp.
3, 222
(
m/soobd.
,
1400
/
40
):
ez muͦz auch in dem geding sein | di herzenlich frau mein.
Wackernell, Adt. Passionssp. Br. I,
111
(
tir.
,
1551
):
Judas, wier geben dir damit geding: | Dreissig guett silberin phening.| Das du mit vleis Jesu leben | In unsere hendt wellest geben.
Piirainen, Stadtr. Sillein
48r, 25
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Von dem gedinge daz eyn man tut seynem weybe.
Piirainen, Igl. Bergr.
69
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 178
;
Veith, Bwb.
222
;
224
.
5.
›Gericht, Gerichtsbezirk; Gerichtstag, -versammlung, -verhandlung‹;
vgl.  3.
Urkunden, Rechtsschriften.
Bedeutungsverwandte:
 2, I, 457.
Syntagmen:
ein g. haben / halten / machen
.

Belegblock:

Aubin, Weist. Köln/Brühl
40, 32
(
rib.
,
E. 15. Jh.
):
sal men aldaeir alle jaire drymail halden ungeboiden gedinge.
Hilliger, Urb. St. Pantaleon
356, 16
(
rib.
,
1511
):
zum neisten gedinge sall hie sinen eit doin, as hoiss gewoende ist.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
3, 97, 5
(
mosfrk.
,
1291
):
Alsus dat wir sculdich sin zuͦ komene ane alreleie entscultnisse zuͦ deme gedinge zuͦ Bassel.
Froning, Alsf. Passionssp.
209
(
ohess.
,
1501 ff.
):
ich wel kommen in der Judden gedinge, | das sie Jhesum keuffen umb dryssigk pennige.
Ermisch, Sächs. Bergr.
14, 1
(
osächs.
, Hs.
15. Jh.
):
Wer es abir das eyn man nicht welde czum gedinge komen, den sal der richter besenden uf eyne czit und sage ym, das dy gewerken wollen vordingen.
Ebd.
126, 7
(
osächs.
,
1499
/
1500
):
so sollen die geswornen, die das geding machen, mit namen vorzceychent werdenn, und dieselben sollen das gedinge auch widerumbm abenemen.
Welti, Urk. Rheinfelden
121, 2
(
halem.
,
1394
):
der ze gerichte sas ze Zeiningen im dinghof, da gewonlich geding ist.
Kläui, Schweiz. Urbare
2, 307, 5
(
halem.
,
1400
/
8
):
wenne ein apt von Mure meigen geding oder herbst geding hät und darumb sin richter sitzet ze gericht.
UB Zug
516, 8, 34
(
halem.
,
1413
):
Aber die urteilen, die an dem wuchgericht ze Mure gestoßend, die gand in das geding ze Mure.
Wopfner, Urk. Agrargesch.
341, 6
(
nalem.
,
2. H. 14. Jh.
):
und söllent die gotzhuslute zuͦ dem gedinge komen, wenne es inen verkunt wirt an ofner kantzlen.
Fuchs, Murner. Geuchmat
4502
(
Basel
1519
):
Do machtend die wyber ein geding, | Welch vnder jn die beste wer.
Fuchs, Kart. Aggsbach
211, 4
(
moobd.
,
1411
):
des ward ir auch von dem geswarn rat und dem erbern geding, die des tags bey mir an dem rechten sassen.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
167, 37
(
moobd.
,
1507
):
Auf das ward ain man an dem erbern geding rechtens gefragt.
Winter, Nöst. Weist.
1, 320, 15
(
moobd.
,
1540
):
der richter fragt in das ersam geding und ausser, obs vor alter also gemelt sei.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
43, 24
(
smoobd.
,
1625
):
dieselben sollen volgund durch frumb, ehrbar nachbarn des gedings geschäczt werden.
Ebd.
77, 1
(
smoobd.
,
1654
/
68
):
Wo der pflëger ain ambtman wolt sëzen, so soll er in dem geding und den gerichtsleiten zuestellen.
Piirainen, Stadtr. Sillein
47l, 15
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
von der stat dez gedingez | Diz ist daz gerichte.
Weber, Oswald.
1847, 321
;
Schmid, R. Cysat
6, 35
;
Argovia
2, 211
.