teiding,
täding,
teding,
teg(e)ding;
die Varianten verteilen sich wie folgt: wobd. und wmd. fast ausschließlich
täding, teding
, wobd. daneben im 14. Jh. auch
teg(e)ding
; oobd. und omd. überwiegt bis ins 15. Jh.
teiding
, dort nehmen die
täding/teding
-Belege dann aber zu;
das
,
die
;
–/-e
, auch
und
-en
;
zu
mhd.
tagedinc, tegedinc, teidinc
›auf einen Tag anberaumte gerichtliche Verhandlung, Gerichtstag (usw.)‹
(
Lexer
2, 1387
).
– Weit häufiger im Wobd. und Oobd. belegt, dort im späten Frnhd. auslaufend; im Nobd. und Md. weniger häufig und schon gegen E. 15. Jh. kaum noch belegt.
1.
›Gerichtsverhandlung, Gerichtsversammlung; Gerichtstermin‹.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
I, 5,  9, 10; vgl.  15.
Syntagmen:
t. gebieten, die teidinge füren
;
zu dem t. kommen, in den teidingen sitzen
;
das dritte / eliche / gebannene
›einberufene‹
/ nächste / rechte t
.
Wortbildungen:
teidingbuch
›Gerichtsbuch‹ (a. 1553),
teidingmarkt
›Gerichtsplatz‹,
teidingsstat
.

Belegblock:

Große, Schwabensp. 44, l,
28
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
SWa gerichte ist, da sal eyn bodel sin oder me dan eyn, der sal gebieten des vogotes degedinc.
Helm, Maccabäer
13140
(
omd.
/
nrddt.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
huben sie den lichamen
[des Kaisers]
, [...] brahten en mit eren siten | uf den teidincmarket mitten; | (daz was ein groz plan da man pflac | niht wan teidingen uf beiac).
Ermisch, Sächs. Bergr.
58, 22
(
osächs.
, Hs.
15. Jh.
):
wenne der fryde darobir geworcht unde gebotyn yst, zo kan den gewerkyn [...] keynerley orteyl, daz dy teydyng anruret, danach zcu schaden komen.
Ders., UB Chemnitz
69, 30
(
osächs.
,
1412
):
Sub anno domini M
o
CCCCXII
o
[...] haben sich dy rethe mit den schepphen geeynt von den vorsprechen wegen, dy do pflegen der luͤte tedige tzu fuͤren.
Gagliardi, Dok. Waldmann
1, 125, 30
(
halem.
,
1479
):
Nachdem Trüllikon in ir graffschaft Kyburg gelegen, widerwertig gewesen und darumb von inen an beid parthyen gesuͦcht ist, inen früntlicher tagen und täding zuͦ verfolgen.
Müller, Nördl. Stadtr.
33, 15
(
schwäb.
,
1348
/
50
):
Auch haben wir gesetzet, wenn man ze tag oder ze tegdingen riten sol mit luͤtzel oder vil, die der raͧt dann riten haißet, wer denn versezze mit geverden und nicht rite [...], der git ain pfunt haller.
Chron. baier. Städte. Mühlh.,
405, 30
(
moobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Swie ain purger ainen totslachk tuͤt oder ain ander man, chumpt der ze taiding, der sol daz der stat und dem gericht pezzern mit 30 ℔ Saltzburger pfenning.
Winter, Nöst. Weist.
1, 371, 11
(
moobd.
,
1404
):
daß drei gepanne teiding sein im jahr, alß die ausgenenten täg hernach geschriben stehent.
Hör, Urk. St. Veit
225, 7
(
moobd.
,
1442
):
dauon schol sew vnuerzogenleich richten vnd weren hawbtguecz vnd aller scheden ain yedew herschaft [...] an klag, an tayding vnd an alles berechten.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
238, 8
(
smoobd.
, Hs.
1673
):
Item wer haimblich tädting auf dem land macht ohn der richter willen und urlaub, was der darumb schuldig seie? zu peen 60 und 5 ℔ ₰.
Bischoff, Steir. Landr.
147
(
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
Man schol alle taiding volfuren als man sew angehebt hat.
Ermisch, Freib. Stadtr.
104, 20
;
191, 1
;
Ermisch, Sächs. Bergr.
13, 2
;
Beyer, UB Erfurt
2, 71, 31
;
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 25, 17
;
Geier, Stadtr. Überl.
173, 14
;
340, 13
;
Kläui, Schweiz. Urbare
3, 220, 8
;
Sappler, H. Kaufringer
3, 27
;
Dirr, Münchner Stadtr.
328, 3
;
357, 5
;
UB ob der Enns
9, 893, 13
;
Winter, Nöst. Weist.
2, 863, 38
;
Gierach, Märterb.
1772
;
Siegel u. a., a. a. O.
317, 8
;
Wopfner, Bauernkr. Tirol
18, 30
;
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
233, 24
;
335, 2
;
Piirainen, Stadtr. Sillein 70, l
16
; 74, r
35
;
Qu. Brassó
4, 210, 12
;
Öst. Wb.
3, 1248
;
Hrg
5, 113
.
Vgl. ferner s. v.  9.
2.
›Rechtssache‹.
Bedeutungsverwandte:
; vgl.  17.
Syntagmen:
das t. verschliessen, die teidinge richten
.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Jer.
5, 28
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
der wyttewen sache haben si nicht gericht, des weysen sache haben si nicht angewyset und der armen teydinge haben sy nicht gerichtet.
Rechn. Kronstadt
2, 95, 16
(
siebenb.
,
1528
):
Item thereck janosch geschickt off den stuell ken sentt iörgen von vegen peter nesner dem veber seiner tedich halben czu loͤnn vnd czerunck asp. 8.
Klein, Oswald
26, 124
(
oobd.
,
1427
):
Do sprach der herr auss zornes wän | gen seinen rëten gar an als verdriessen: | „wie lang sol ich in ligen lan? | künt ir die taiding nimmer mer versliessen?“
Chron. Nürnb.
112, 40
;
Niewöhner, Teichner
420, 43
.
3.
›Verhandlung, Beratung‹; in vielen Belegen ist nicht eindeutig erkennbar, ob eine Verhandlung oder das Ergebnis einer Verhandlung, ein Vertrag, gemeint ist; daher offen zu 4.
Rechts- und Wirtschaftstexte, Chroniken.
Bedeutungsverwandte:
 9.
Syntagmen:
das t. angehen / ansetzen / aufnemen / haben / halten / nemen / suchen / treiben
;
die t.
(Subj.)
sich zu ende geben
;
in t. stehen / abreden, sich in ein t. geben
,
zu t. kommen
;
tag und t
.;
das freundliche / offene / wissende / wissenhafte t
.
Wortbildungen:
teidingsnotel
›schriftliche Aufzeichnung einer Verhandlung‹ (a. 1437).

Belegblock:

Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 295, 24
(
rib.
,
1412
):
sodat vaste vele dadingen an beiden siden sich darumb ergiengen, dar unse herren die clagemeistere bi geschickt wurden.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 85, 29
(
omd.
,
1424
):
aldo wir mit unserm hern bischoffe obenbenumpt die sachen [han]delten und wugen, so wir beste mochten, ee denne wir die tedinge angingen mit den Polan.
Bernoulli, Basler Chron.
5, 144, 33
(
alem.
,
A. 15. Jh.
):
das min her der marggraͧffe und die vorgenanten stette die teͣdynge tribent drye gantz wuchen und drye tage.
Bernoulli, Basler Chron.
4, 182, 10
(
alem.
,
1446
):
also wart do noch vil deding ein fride gemacht zwischen dem boͤsen folch un der stat von Basel.
Geier, Stadtr. Überl.
32, 29
(
nalem.
,
1332
):
Wir Ludwig [...] tuͦn chunt allen den, die disen brief ansehent oder horent lesen, daz wir under andern theidingen, die wir mit den burgern ze Uberlingen gehabt haben [...] also semlichet und getheidinget haben.
Merk, Stadtr. Neuenb.
96, 14
(
nalem.
,
1510
):
als diser gutlicher vertrag [...] in offner, wissender täding abgeredt und uns demnach zuͦ baidersits furbracht ist.
Merz, Urk. Lenzb.
134, 23
(
halem.
,
1605
):
Nach eingenommenem Augenschein hätten die Sprücher ersucht, daß sie mit wüßenhaffter thädung in fründtligkheit harinnen vßsprächen dürften.
Chron. Augsb.
1, 35, 9
(
schwäb.
, zu
1373
):
zuͦletzst do komen hern und stet in täding mit dem kaiser und komen uberain.
Ebd.
2, 359, 24
(Hs.
16. Jh.
):
er haut auch geredt, wie das ain cardinal von unsers heiligen vatters des baubstes wegen zu Costentz mit im redte umb ain tädinge uffzunemen.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
110, 5
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
als er [...] in tayding mit den inderen was, do khamen die Turkhen.
Ebd.
153, 16
:
Darumb muesten die lanndtlewt sich, die dy tayding mochten, swarlich auff eyn kurtze zeyt zu bezallen, als sechs wochen, verschreyben.
Chron. Köln
1, 292, 20
;
2, 66, 22
;
109, 1
;
3, 804, 2
;
Lippert, UB Lübben
2, 109a
;
4, 175, 2
;
Sachs
3, 497, 33
;
Chron. Nürnb.
2, 526, 20
;
Chron. Strassb.
1, 140, 17
;
Bernoulli, Basler Chron.
5, 141, 10
;
Rennefahrt, Stadtr. Bern
203, 1
;
390, 37
;
UB Zug
117, 4
;
Leisi, Thurg. UB
8, 7, 6
;
V. Anshelm. Berner Chron.
1, 124, 19
;
4, 37, 14
;
Tobler, Schilling. Bern. Chron.
1, 6, 13
;
Mollwo, Rotes Buch Ulm
212, 24
;
Sappler, H. Kaufringer
3, 14
;
Leidinger, A. v. Regensb.
624, 41
;
647, 30
;
Grossmann, a. a. O.
148, 43
;
167, 29
;
Mollay, H. Kottanerin
9, 19, 25
;
5, 559, 19
;
Schwäb. Wb.
2, 13
;
6, 1718
.
Vgl. ferner s. v.  9.
4.
›Vertrag, Übereinkunft (z. B. Ehe- oder Kapitulationsvertrag)‹.
Rechts- und Wirtschaftstexte, Chroniken.
Bedeutungsverwandte:
(
die
2,  1, (
der
),  4,  1, , , .
Syntagmen:
die t. abreden / annemen / beschliessen / besiegeln / halten / machen / nemen / treffen
;
die t.
(Subj.)
beschehen / geschehen
;
der t. überkommen
,
nachkommen
;
aus der t. gehen, jn. um etw. durch t. vereinen, etw. mit t. begreifen
›abmachen‹
/ erfordern / übergeben
;
t. und gelübde, t. und friede
;
die ehafte / freundliche / offene / schriftliche / wissenhafte t
.

Belegblock:

Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
101, 40
(
thür.
,
1474
):
Petern Wolkensteyns kinder [...] komen unde gefallen von sollicher clausulen wegen, dy in den teydingen geschen ist.
Schultheiss, UB Windsheim
196, 13
(
nobd.
,
1382
):
Ez ist zu wissen, daz wir ein teyding und ein geding gemacht haben zwischen der geselschaft von sant Joͤrgen uf ein seit und uns, den von Windshain und den von Weissenburg uf ander seit.
Chron. Nürnb.
2, 150, 20
(
nobd.
,
1449
/
1450
):
daz sloß ward auch mit teiding übergeben als die stat, also daz auch kein sturm da geschahe.
Ebd.
2, 235, 22
(
nobd.
,
1449
/
1450
):
und wann nu diese bericht und teiding [...] mit unserer vorgemelten marggraff Albrecht und des von Heideck und der von Nürmberg willen und wissen zugangen und beschehen ist.
Boos, UB Aarau
238, 1
(
halem.
,
1415
):
Harum wir [...] mit den obgenanten unsern lieben herren von Berne und von Solottren [...] in frúntlich guͦt und danckber teyding komen sin.
Kläui, Urk. Kaiserstuhl
110, 14
(
halem.
,
1488
):
Da vergich ich hiemit wissentlich, dz us kraft einer fruͥntlichen bericht und taͤding, so dann deswegen zwischen uns abgeret und beschlossen ist, mir der obgenant junkherr Felix Schwend umb und fuͥr soͤlich ansprach 34 rh. Gl. [bezahlt hat].
Gagliardi, Dok. Waldmann
2, 192, 28
(
halem.
,
1490
):
Zwüschen Hannsen Wyssen und siner swester, der Waldmannin, ist erkennt, das es bliben sölle by der abred und täding.
Chron. Augsb.
5, 320, 7
(
schwäb.
, Hs.
E. 15. Jh.
/
A. 16. Jh.
):
da raitt der bischoff herauß und traf ain täding mit im [Ludwig von Lantzhuͦt].
Leidinger, A. v. Regensb.
649, 2
(
oobd.
,
um 1430
):
Darnach ward der gemayn krieg mit tayding in fride gesaczt.
Hör, Urk. St. Veit
181, 28
(
moobd.
,
1414
):
Desselben tadig vnnd vertragsbrief mit sein Wallers vnd Hartprecht Stahels beder aigen anhanngenden innsigiln besiglt.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
68, 23
(
moobd.
,
1408
):
Wir emphelhen [...], daz ir [...] zu uns gen Wienn schikchet von solher taiding wegen, die zwischen unser yeczund ist beschehen durch unsrer land und leutt nutz und fromen willen, und dieselben tayding damit versigelt und des mit nichte lasset.
Turmair
4, 312, 27
(
moobd.
,
1522
/
33
):
alda endt sich die bibel, die alt ê, punt und schriftlich teiding und vertrag.
Moscouia
D 4v, 41
(
Wien
1557
):
die elter Jsabella was Graf hansen im Zips der sich nach Khuͤnig Ludwigs tod in das Khuͤnigreich Hungern eingedrungen / Vnd dan mit thaͤding bey ainem thail des Reichs Khuͤnig belibē.
Grosch, a. a. O.
225, 6
; 8; 9;
Schultheiss, UB Windsheim
196, 13
;
Chron. Nürnb.
1, 28, 9
;
40, 14
;
Leisi, Thurg. UB
8, 242, 32
;
UB Zug
318, 1
;
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
32, 17
;
Merz, Urk. Wildegg
33, 14
;
Welti, Urk. Rheinfelden
354, 8
;
Müller, Lands. St. Gallen
23, 16
;
38, 21
;
ders., Alte Landsch. St. Gallen
163, 5
;
287, 7
;
Müller, Nördl. Stadtr.
354, 26
;
Chron. Augsb.
5, 335, 10
;
Turmair
1, 422, 9
;
Herzog, Landsh. UB
131, 22
;
Thiel u. a., Urk. Münchsm.
166, 38
;
Chron. Augsb.
2, 238, 27
;
409, 21
;
Dirr, Münchner Stadtr.
332, 24
;
481, 6
;
Wutzel, Rechtsqu. Eferding
6, 4
;
Hör, a. a. O.
101, 35
;
UB ob der Enns
9, 370, 14
;
497, 13
;
Roth, E. v. Wildenberg
126, 3
;
Siegel u. a., Salzb. Taid.
52, 11
;
Turmair
4, 202, 9
;
528, 24
;
Maaler
397r
.
Vgl. ferner s. v.  5
,  10
, pakt
.
5.
›Rede; Gegenrede, Antwort (auch in einer Gerichtsverhandlung)‹.
Bedeutungsverwandte:
, , .
Syntagmen:
die t. anfangen / empfangen / hören / lassen / vermerken
;
den teidingen nach dem sin folgen
;
jn. mit teidingen vermanen
;
die lange / stolze t
.

Belegblock:

Unger, Richtes Stig
6, 1
(
1408
):
Ich will Dich leren, wie du die falschen leut in tädingen solt czwingen, als man ein pferde mit einer premssen zwingt, das sy an disen equivoca worten an einem synn beleiben müssent.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
7836
(
rhfrk.
,
um 1405
):
Dann er wolde alletzijt daz man sine dedinge | Von yme horte und entfienge.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
50, 19
(
thür.
,
1474
):
daruff danne Hannß Voyl von synen wegen unde von Thelen, syner swester, wegen vaste mancherleye teydinge unde weddersetcze gethan hat.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 346, 15
(
Straßb.
1522
):
Der reich Man bat in, er wolt den Baum abhawen und in im zuͦ kauffen geben, er wolt in im wol bezalen. Der arm Man gab im ein hoffertige Antwurt und ein stoltze Teding und wolt es nit thuͦn.
Ukena, Augsb. Hl. Kreuzsp.
351
(
stir.
,
v. 1494
/
n. 1520
):
Ir pischoff vnd ir juden alle | Lat euch mein red gefalle | Get her in ainen ringk | Vnd vermerckent dise täding.
Unger, a. a. O.
6, 14
;
Jahr, H. v. Mügeln
2434
;
Ermisch, Freib. Stadtr.
80, 25
;
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
166, 20
;
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 72, 89
;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 185
.
6.
›leeres und nutzloses Gerede, Geschwätz‹.
Phraseme:
viel / wenig teiding (aus etw.) machen
›viel bzw. wenig Aufhebens von etw. machen‹.
Bedeutungsverwandte:
,
1
 5, .
Syntagmen:
die t. hören
;
die eitlen / erdichteten / faulen / leren / losen / lutherischen / öden / spöttichen / törichten / unerhörten / unnützen / üppigen / zeitlichen teidinge
.

Belegblock:

Luther, WA
30, 2, 475, 4
(
1530
):
Ah, das sind eitel Lutherissche teydinge, Nihil ad propositum, Dienet hieher nicht.
Ebd.
33, 44, 4
:
Aber diese rede Christi sind jnen lose Teiding gewesen, die sie nicht verstanden haben.
Sachs
20, 60, 29
(
Nürnb.
1560
):
Ich wil mich trollen in mein hauß, | Und wenig theyding machen drauß.
Wickram
4, 14, 28
(
Straßb.
1556
):
Robertus stuͤnd auff von seinem sitz / wolt dem unnützen mann seiner taͤding nit mer zuͦ hoͤren.
Reithmeier, B. v. Chiemsee
11, 7
(
München
1528
):
Darumb wer solhe warhait vnd wort gots versmaecht oder versawmbt vnd lieber obligt oder zuoehoert weltlichen maeren vnd zeitlichen taedigen, die aws oeden sachen oder lügen gesamelt seinn, derselb versmaecht das jnwendig goetliche wort.
Weber, Füetrer. Poyt.
135, 3
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Aus, aus, torhaffter, tummer, | was sol dein öd geschwätz | mit deiner täding krummer?
Roth, E. v. Wildenberg
27, 18
(
moobd.
,
v. 1493
):
Diese obgemelt kronicken von Osterreich sol man für ein erticht, unnütz, ler theiding halten.
Luther.
Hl. Schrifft. Tit. 3, 8
Marg.;
Luther, WA
32, 90, 10
;
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
1, 294, 7
;
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
132, 3, 29
;
Fischer, Folz. Reimp.
15
, Ü;
Sachs
13, 15, 26
;
17, 321, 10
;
Fischer, Eunuchus d. Terenz
40, 13
;
41, 9
;
58, 15
;
Wickram
4, 37, 25
;
Gagliardi, Dok. Waldmann
1, 32, 14
;
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
120, 35
;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 391
.
7.
›Verleumdung, Anfechtung, Schmähung‹.
Syntagmen:
teidinge leiden, wieder jn. erheben
;
t.
(Subj.)
jn. anfechten
;
die grausame / lüghaftige / mutwillige / ungehörte t
.

Belegblock:

Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
11767
(
rhfrk.
,
um 1405
):
Und salt wissen daz ich bin auch die | Die die dedinge erhub wider Augustin.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
659, 22
(
thür.
,
1421
):
unde das ir aller swerist worde umbe yren lieben sson lantgraven Otten, der umbe yren willen unschuldiglichen teidinge leiden muste.
Sachs
22, 354, 3
(
Nürnb.
1546
):
Drumb glaub nicht den lueghafting daidigen, | Das der adlar wider dich thw.
Bernoulli, Basler Chron.
4, 194, 2
(
alem.
,
1446
):
Als wir nun by den 3 wuchen zuͦ do vor dem slos gelogent, und sy vil muͦtwiliger detinge mit den unsern [...] dribent und schruwent „kúegehyer“ [...] – also dribent sy ir gespoͤt.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
2, 1
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 323
.