beschönen,
beschonen,
V.;
beide Bildungen aufgrund fehlender Umlautkennzeichnungen nicht sicher trennbar (vgl. Schweiz. Id.
8, 864
;
869
).
1.
›etw. / jn. schmücken, schön machen, mit Farbe zieren‹; ütr.: ›jn. / etw. verherrlichen‹.
Bedeutungsverwandte:
, .
Syntagmen:
jn. / etw
. (z. B.
das har / haupt / land
)
b
.

Belegblock:

Luther, WA
24, 218, 8
(
1527
):
die Christus und der fromen Christen leiden verachten, spotten und lestern: sie soltens beschoͤnen, ehren und schmuͤcken.
Mayer, Folz. Meisterl.
88, 47
(
nobd.
,
1517
/
8
):
Ein jüldin tob | Nenn ich ir art, dy mange hat peschünet.
Voc. Teut.-Lat.
d iijv
(
Nürnb.
1482
):
Beschonen oder verben. Colorare.
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich
2119, 2
(Hs.
A. 15. Jh.
):
Er ward do gekrönet also man künige tut; | daz lant wart beschönet.
Schwäb. Wb.
1, 904
.
2.
›etw. beschönigen, schönfärberisch darstellen, in ein günstiges Licht stellen; jn. / sich herausreden, durch günstige Darstellung den Schein von Rechtfertigung geben‹; mit letzterer Nuance offen zu 3.
Syntagmen:
etw
. (z. B.
den diebstal / raub / wucher, die sünde / tat, das fürnemen
)
b., etw. mit dem evangelio, mit lüge, mit worten b., jn
. (z. B.
den son
)
/ sich b., sich fälschlich b., sich e. S
. (Gen.)
b., sich mit den kinden b
. (›mit seiner Jugend herausreden‹);
beschönte ausrede
.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc. Dan.
11, 32
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
di unguten widir di e werden sich beschonen velschlichen.
Luther, WA
16, 361, 30
(
1524
):
An den Hoͤfen regiret itzt untrew [...], denn sie [.... Rete] haben raum und ursach dazu und beschoͤnen es mit diesem Deckel.
Ebd.
21, 495, 38
(
1544
):
so suchet er doch etwo einen deckel, solchs zu beschoͤnen.
Ebd.
28, 393, 6
(
1529
):
Da mit wil sich der schalck Pilatus noch beschonen.
Reissenberger, Väterb.
22800
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Wiltu in den sachen | Mit worten schuldec machen | Dinen bruder unde den honen, | Dich selber wol beschonen.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
15, 1
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Beschonter ausrede bedarf wol schuldiger man.
Opel, Spittendorf
423, 38
(
osächs.
,
um 1480
):
so that der vater noch ubeler, das er darnach ein ander haus oder scheine anstackte und verbrante und wolte den sohn so beschönen, uff das man solde gedencken, das andere leute die stadt angeleget hetten.
Kohler u. a., Peinl. GO Karls V.
11, 22
(o. O.
1532
):
damit sy sich vnwarhafftiger sage mit einander nit Vereynigen vnnd, wie sy jr that beschönen wollen, vnnderreden mögenn.
Bihlmeyer, Seuse
220, 12
(
alem.
,
14. Jh.
):
Sú beschoͤnent alles den unganzen grund mit liehtem schine.
Chron. Strassb.
70, 9
(
els.
,
1362
):
ire hofart und ire simonie die sü gewonlich tribent und sich des beschonent mit falschen glosen.
Bernoulli, Basler Chron.
6, 472, 38
(
alem.
,
1525
):
so haben sy doch ditz ir furnemen mit dem helgen gottswort [...], beschonen und bedecken wollen.
Pfeiffer-Belli, Murner im Glaubensk.
2, 31, 9
(
Luzern
1526
):
diebstal raub, vnder drucken, die nimmer moͤgent mit eincherley des glaubens, oder der frumkeit farben beschoͤnet werden.
Bauer, Imitatio Haller
49, 25
(
tir.
,
1466
):
Wir tuen offt v̈bel vnd sein das pösleichen aus reden vnd peschönen.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
6527
;
Luther, WA
24, 216, 20
;
24, 369, 15
;
28, 22, 5
;
28, 115, 31
;
47, 119, 13
;
52, 6, 16, 35
;
Stackmann u. a., Frauenlob
5, 27, 9
;
Schade, Sat. u. Pasqu.
2, 209, 464
;
Bihlmeyer, a. a. O.
219, 6
;
Illing, Albert. Sup. miss.
3011
;
Niewöhner, Teichner
489, 99
;
Dietz, Wb. Luther
1, 271
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 555
.
Vgl. ferner s. v. .
3.
›jn. (auch: sich) / etw. rechtfertigen, mit Argumenten von einem Schuldvorwurf befreien‹.
Syntagmen:
sich, die Juden b
.

Belegblock:

Schöpper
90a
(
Dortm.
1550
):
Defendere. Beschoͤnen entheben beschauren justificiern rechtfertigen vertheidigen vertretten außreden verantworten vergehen verstehen.
Luther, WA
22, 151, 7
(
1544
):
sihe allein die grobsten stuͤcke an, die sie selbs nicht beschoͤnen koͤnnen.
Ulner
128
(
Frankf.
1577
):
Entschuͤldigen. entledigen / entschlagen / purgiren / vberantworten / von sich schieben / beschoͤnen.
Maaler
61r
(
Zürich
1561
):
Beschoͤnen / Sich gegen eim entschuldigen.
Henisch
308
(
Augsb.
1616
):
Beschoͤnen / entschuldigen / verantworten / purgare, expurgare, excusare, crimine expedire.
Piirainen, Stadtr. Sillein
139b, 27
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Ist daz eyn man vmb eyn champper wunden wirt an gesprochen vnd wil er sich beschoͤnen daz muͤz er tvn mit vj mannen.
Luther, WA
24, 95, 18
;
Schweiz. Id.
8, 870
.
4.
›sich zeigen, sich an etw. erweisen‹.

Belegblock:

Schwäb. Wb.
1, 905
.
5.
›jn. verschonen, (eine Stadt o. ä.) schonen‹.
Syntagmen:
jn. / etw
. (z. B.
die stat, den flecken
)
b
.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
26667
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
ich sal blîbin unbehoͤnt. | Daran hâst dû mich beschônt.
Schwäb. Wb.
6, 1623
.