trol,
trolle,
der
 ;
-en/-en
;
zu
mhd.
trolle, trol
›zauberhaftes Ungetüm, Unhold‹
;
›ungeschlachter Mensch, Tölpel‹
(Lexer
2, 1523
); die unter 2 angesetzte Bedeutung gehört etymologisch möglicherweise zu
trollen
II.
1.
›übernatürliches (Geister)wesen, Dämon, Gespenst‹.
Bedeutungsverwandte:
 2,  1,  5,  1; vgl.  4.
Wortbildungen:
trolgötze
.

Belegblock:

Luther, WA
8, 706, 32
(
1522
):
Das sey euch, Papisten, zu dienst gesagt auffs erst capitel: da habt yhr ewrn trolgotzen, des teuffels larven!
Gille u. a., M. Beheim
235, 73
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
auch sagt man, wie das trollen | In Norwegen sein sollen. | nu han ich verr durch varn das lant, | das mir chain troll nie wart pekant.
Henisch
754
(
Augsb.
1616
):
Drol / bergmaͤnle / drollus [...] dæmonum.
Turmair
4, 56, 22
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Es wonen bei disem volk Trollen, sollen geist sein; ob guet oder pös, sein die gelerten noch nit ains.
2.
›grober, ungeschickter, tölpelhafter Mensch‹; als Schimpfwort, auch als (sprechender) Eigenname literarischer Figuren gebraucht; in 1 Beleg
trolsch
.
Bedeutungsverwandte:
(
der
4, ,  3, ,  3,  3,
2
, , , .
Gegensätze:
.
Wortbildungen:
trolman
im Phrasem
trolmans gast sein
›ein ungebetener Gast sein‹.

Belegblock:

Luther, WA
28, 26, 4
(
1528
):
Das ist aber das ungluͤck, das wir solchs umbkeren und lassen yhn [Gott] Trollmans gast sein und sein wort enhyndere setzen.
Fastnachtsp.
287, 3
(
nürnb.
,
v. 1486
):
Lapp, Götz, Löffel und Droll, | Maulfrank, Haunolt, Schlauraff und Knoll, | Molkenpauch und wer ir seit, | Seit mit eur pulschaft vor ungheit.
Ebd.
480, 12
(
n. 1494
):
Was wilt du deines knechts des trollen?
Sachs
5, 256, 13
(
Nürnb.
1557
):
Du trunckenpoltz, du bub, du frecher, | Du knoll, du troll, du frawen-feind!
Fuchs, Murner.
4
Ketzer 1893 (˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
Der bruͦder was ein schneider knecht, | Ein armer trolsch, einfaltig, schlecht.
Klein, Oswald
10, 86
(
oobd.
,
um 1423
):
Kain tier bitt seins geleichen tod, | ains hilft dem andern in der not; | e das ain grober tralle | lit ellend, armüt, als vil mancher weiser tüt, | er lies ee all sein freund hie sterben umb das güt.
Turmair
4, 522, 14
(
moobd.
,
1522
/
33
):
dem [Lucius Cornelius Sylla] tet der hochmuet und stolz [...] des groben trollen und paurn Marii wê.
Schöpper 8a;
Schwäb. Wb.
2, 396
.
Vgl. ferner s. v.  2.