bergman,
der
;
-man(ne)s/-männer
(selten),
-leute
(als Regel).
1.
›Gebirgsbewohner; Person, die sich außerhalb eines Dorfes auf dem Berg angebaut hat‹;
zu
1
 1.

Belegblock:

Henisch
287
(
Augsb.
1616
):
Bergleut / die auff dem gebuͤrg wohnen / montani, qui montes incolunt.
Turmair
4, 708, 16
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Die pergleut heroben umb den In haist er Alaunos.
Voc. inc. teut. s
vijr
;
Maaler
58v
;
Rwb
2, 5
;
Vorarlb. Wb.
1, 293
.
2.
›im Berg wohnendes, menschenähnliches, dämonisches Wesen, Bergmännlein, Berggeist, Erdgeist, Grubengeist‹;
vgl.
1
 156.
Zur Sache:
Hwb. dt. Abergl.
1, 1071-83
(s. v.
Berggeister
);
Schweiz. Id.
4, 272
;
Wolf, Bergmannsspr.
1958, 80-3
.

Belegblock:

Mylius
I 8r
(
Görlitz
1577
):
Dæmon metallicus Das Bergmaͤnnlein.
Sudhoff, Paracelsus
12, 468, 15
(o. J.):
der risen herkomen ist von keim menschen, auch der wasserleuten, auch der bergmenlein, auch der schrötlen.
Ebd.
14, 112, 31
:
nymphes ist ein schrötli, nach gemeinem teutschen zu verstehen, von etlichen bergmenlein genent oder pygmaei.
Ebd.
118, 9
:
zu beschreiben die vier geschlecht der geistmenschen, als nemlich von den wasserleuten, von den bergleuten, von den feurleuten und wintleuten.
Ebd.
135, 8
:
die bergleutli haben auch die sprach wie die nymphen.
Henisch
287
(
Augsb.
1616
):
Bergmaͤnlin / virunculi montani, montani dæmones.
Schwäb. Wb.
1, 872
;
Veith, Bwb.
80
ff.;
Schweiz. Id.
3, 1523
;
Hwb. dt. Abergl.
1, 1076
;
Wolf, Mathesius.
1969, 260
;
465
.
3.
›mit Bergbau Befaßter; Bergarbeiter; Teilhaber am Bergwerk; aufsichtsführender Beamter‹;
vgl.
1
 345.
Syntagmen:
den b. begnaden / verachten / verfolgen
;
b.
(Subj.)
nebeneinander bauen, sich zu tode fallen, erz finden, schächte gewältigen; alter / armer / böser / geschworener / verständiger / unverdächtiger b.
;
weisung des b.
;
dem b. zu gewin / verlust
.
Wortbildungen:
bergmännisch
,
bergmansarbeit
(a. 1669),
bergmansart
(a. 1579).

Belegblock:

Wolf, Bergmannsspr.
1958, 106
(
Hof
1668
):
Ein Bergkmann kan nicht entrathen | In der Grub’ ein brennend’ Licht.
Ermisch, Freib. Stadtr.
47, 1
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Ein iklich bercman muz antwerten in der stat, wi wol he besezzen ist uffeme gebirge.
Ebd.
228, 7
:
alle bercgeswornen unde alle berclute die haben zu rechte kein gesetze zu setzene.
Ebd.
233, 17
:
alle berclute unde huttelute, arme unde riche, di mugen tragen unde vuren allerleie gewere.
Ders., Sächs. Bergr.
61, 10
(
osächs.
, Hs.
1482
):
Ist daz berglute neben eynandir buwen, yz sy an bergyn, stollen, lehen adir lenschefften.
Skála, Egerer Urgichtenb.
100, 6
(
nwböhm.
,
1573
):
(sej) ein Pergman gewest, hab Kolen gebrent.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
67, 5
(
omd.
,
1544
/
45
):
wyͤ es vor alders den auch vor gut von berckleuthen unde berckvorstendichen angesehen ist.
Ebd.
116, 37
(
um 1559
):
So einig part [...] durch berckmeister und geschwornen ader andere unvordechtiger berckleut ans recht appellirt.
Ebd.
117, 11
:
Bey den alten bergkleuthen hat man die eyßenberge [...] nicht freygemachet, sondern [...] so ist ihme der eyßenbergk [...] anders nicht dann sonsten ein erbguth geschatzet wordten.
Ebd.
153, 27
(
1554
/
1633
):
Bergleute, so sich zu todte fallen oder die der bergk zu tode schläget.
Ebd.
158, 23
:
ohne [...] berathschlagung [...] meisters undt der geschwornen, undt auch, ob es die nothdurft erfordert, [...] verstendiger bergkleuthe, wie man der gefahr der arbeiter [...] möchten vorkommen.
Ebd.
213, 26
:
Weisung der bergkleut. Irrigen bergksachen lest man alhier zu recht nicht kommen, es sey dan zuvor durch die ambt- und bergkleute eine eintrechtige weisung geschehen.
Helbig, Qu. Wirtsch.
5, 151, 32
(
md.
,
1574
):
gut fug vnd gewaldt gehabt, denn Bergckleutten vnd andern solch steinkohlbergckwerg zu verleihen.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 212, 32
(
schles.
,
1519
):
Wir begnoden auch die bergleuthe und gewercken mit einem freien wochenmarckte.
Ebd.
21, 21, 30
(
1532
):
soll jeder gewerk und bergmann frei sein teil hütten oder [...] verkaufen.
Ebd.
143, 14
(
1568
):
Der bergleute zum Zuckmantel ratschlagen wegen des eisensteinbergwerks.
Ebd.
221, 26
(
1662
/
65
):
aus den regesten, was den bergmännern unterschiedliche malen ist gegeben worden.
Ebd.
248, 15
(
1693
):
dass sie sothanen bergwerksbau sowohl in als ausser den dorfschaften nach bergmännischer art fortsetzen wögen.
Henisch
291
(
Augsb.
1616
):
Die Herren muͤssen die Bawren kauffen / Die bergleut kommen selber gelauffen. Entschlagen ist den bergleuten zutraͤglicher / denn vmbschlagen. Wachsse ertz / wachse / ob man schon nicht nasse flusse zusetze: Ist boͤser bergleut sprichwort / vnd boͤser brauch. Ein rechter bergman fehret nicht ein ohn liecht / fewrzeug vnd Compaß. Vnser Herrgott gibt einem bergman sein fewerzeug / magneten vnd quadranten / das er auch vnter der Erden seine liechter [...] hab.
Mollay, Ofner Stadtr.
324, 3
(
ung. inseldt.
,
1. H. 15. Jh.
):
Keÿn pergkman mag nicht czu gericht sitczen, Auch nit clagen vor gerichte.
Ermisch, Freib. Stadtr.
37, 24
;
52, 33
;
227, 4
;
Löscher, a. a. O.
105, 16
;
112, 14
;
Helbig, a. a. O.
4, 101, 3
;
142, 28
;
146, 14
/15;
5, 136, 14
;
Wutke, a. a. O.
20, 110, 11
;
22
;
25
;
28
;
212, 10
;
225, 14
;
21, 21, 20
;
38, 18
;
165, 14
;
203, 20
;
224, 14
;
273, 17
;
20
;
Mell u. a., Steir. Taid.
49, 5
;
Wopfner, Bauernkr. Tirol
131, 32
;
Patocka, Salzwesen.
1987, 96
;
Piirainen, Recht Schemnitz.
1986, 281
;
ders., Igl. Bergr.
21b, 10
;
13
;
34b, 23
;
36b, 35
;
Paul, Wb. Bergmannsspr.
1987, 146
;
Dasypodius
132r
;
Hulsius
B jv
;
Maaler
58v
;
Mylius
I 8r
;
Volkmar
369
;
Henisch
287
;
Veith, Bwb.
80
;
Rwb
2, 4-6
.
Vgl. ferner s. v.  6,  4,  4,  1.
4.
s.
1
 7.
5.
›Weinbauer, Bewirtschafter eines grundherrlichen Weinberges; Weinbergaufseher‹;
vgl.
1
 10.

Belegblock:

Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
337, 32
(
smähr. inseldt.
,
1414
):
Auch sol man die wein häm [...] vor dem richtter mit den perkchlewten hämen.
Mell, Steir. Weinbergr.
121, 31
(
smoobd.
,
1543
):
so ein perkman sein perkrecht nit gibt vor st. Mertentag.
Ebd.
132, 10
:
so ein perkmann seinen weingarten vor st. Jergentag nicht schneidt.
Ebd.
140, 7
:
so ain perkman den andern sein gehege oder weingart erb ausprent.
Winter, Nöst. Weist.
1, 1017, 43
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
411, 26
;
Rwb
2, 5
.