kleiden,
V.
1.
›jm. (auch: sich) Kleider anlegen; jn. auf eine bestimmte Weise (z. B. mit Ordenstracht) bekleiden‹.
Bedeutungsverwandte:
 5,  1,  1,  1,  2,
1
 2, , , .
Syntagmen:
jn.
(z. B.
den leichnam / man, die kinder
)
k., jn. / sich in albe / gewant / gold und silber / kleider / leinwat / reiterfarbe / rot / schwarz k., jn. mit einem kleid / leilach / pfel / purpur / tuch / zindal k., jn. / sich als ein geistlicher / wie ein nar k., jn. / sich erwirdiglichen / herlich / hübschlich / köstlichen / prächtig / schön / übel / wol / zwiefalt k.
Wortbildungen:
kleider
(1. H. 16. Jh.) ›Ankleider‹.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
1, 153, 7
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Der einen künic kleiden wolte [...] und kleidete in in grâwiu kleit, der enhæte in niht wol gekleidet.
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 221, 20
(
rib.
,
1404
):
ich Johan vurg. sall den vurs. Thonis minen soen die ganze eicht jair lank eirlichen cleiden.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
6, 25
(
hess.
,
14. Jh.
):
Den lychame kestigen, der geluste nit gern, die vaste minnen, den armen laben, den nakethen cleiden.
Feudel, Evangelistar
103, 25
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
Iz waz eyn rich mensche, der waz gecleidet mit pfellyl unde mit blyante.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
22, 21
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
in eynem iclichin fest kleydit her mit ym czwelf bayorn.
Skála, Egerer Urgichtenb.
211, 6
(
nwböhm.
,
1577
):
vngefer vor 4 f. hab er In die Stadt an leinbandt vorkaufft, In die ander hab er die kinder klitt.
Gille u. a., M. Beheim
124b
, 615 (
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
sy het an ir die rain | gar ainen slehten rok [...] | da mit sy iren leichnum klait.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
420, 8
(
els.
,
1362
):
do sneit sú ir hor abe vnd kleidete sich in ires mannes kleider.
Menge, Laufenb. Reg.
86
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Hornung bin ich genant | Kleide dich In warme gewant.
Sappler, H. Kaufringer
19, 156
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
also würt der mensch geclait | mit ainem alten leilach, | so er stirbt.
Barack, Zim. Chron.
1, 414, 24
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
ist noch die sag, si hab sollich dorf allain der ursach, das sie sich kostlichen zu aim turner claiden künde, hingeben.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
38, 4
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Claider reich, schappel wunnder – | damit si claidet hie den jungen man.
Foltz, UB Friedb.
1, 454, 45
;
Neumann, Rothe. Keuschh.
664
;
Schönbach, Adt. Pred.
33, 4
;
Bell, G. Hager Gesprech
136
;
Vetter, Pred. Taulers
359, 2
;
Päpke, Marienl. Wernher
13821
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
98, 26
;
Chron. Augsb.
1, 13, 16
;
Goldammer, Paracelsus
2, 426, 18
;
Primisser, Suchenwirt
10, 73
;
Ulner
266
;
Stieler
1, 979
/80;
Schwäb. Wb.
4, 471
.
Vgl. ferner s. v.  2,  5,  10, .
2.
›jn. / etw. mit etw. ausstatten, versehen, schmücken‹; häufig von abstrakten Bezugsgrößen.
Syntagmen:
oft mit präp. Satzglied für die Größe, mit welcher die P. / S. ausgestattet wird: z. B.
einen turm, ein schiff k., jn. / sich mit gold / got / güte / heil / lauterkeit / leutseligkeit / licht / tugend / weisheit, mit dem ewigen leben, mit dem kleid der pein, mit blüten k., die äste sich mit laub k., jn. zu ritter k., etw. (der sünder scham) zierlich k.; die gekleidete gotheit
.

Belegblock:

Jostes, Eckhart
102, 2
(
14. Jh.
):
Also ist die sele [...] mit dem lieht gotes gecleidet.
Ders., Eckharts Trakt.
41, 5
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
daz ûzer werk [...] nimet sine götlîche güete mittels des innigen werkes, ûzgetragen und ûzgegozzen in einem nidervalle der gekleideten gotheit.
Stackmann u. a., Frauenlob
8, 5, 8
(Hs. ˹
md.
auf nd. Grundlage,
v. M. 14. Jh.
˺):
Swer valsch zu ritter wirt gekleit [...] der treit der ritterschaft ein schwachez kunterfeit.
Chron. Köln
1, 778
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Man erkeirde dat schiff ind dede it cleiden | ind na des meisters willen bereiden.
Dubizmay, kurß zu Teutze
87, 3
(
hess.
,
1463
):
die armen erfulle ich mit bröte | Brister werden gekleydet mit heÿle.
Froning, Alsf. Passionssp.
4498
(
ohess.
,
1501 ff.
):
ßo werden mer jemmerlichen gekleydt | mit dem kleyt der pyn.
Jahr, H. v. Mügeln
950
(
omd.
, Hs.
1463
):
der ramen este kleiten sich | mit mancher hande loube da.
Neumann, Rothe. Keuschh.
1038
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
di kuscheit wirt geglichit schone | dem zarten helffenbeinen trone | den konig Salmon haben wolde | unnd gekleidet was mit finem golde.
Lippert, UB Lübben
2, 156, 19
(
osächs.
,
1439
):
Clauwus Czymmermanne 2 g. von 1 tage zcu kleden das tormechin.
Gille u. a., M. Beheim
110, 35
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Du sichst mich naket unde ploss, | aber geklait mit weisshait gross.
Thiele, Minner. II,
19, 58
(Hs. ˹
wobd.
,
15. Jh.
˺):
mir gevil nie kain mensch baß | [...] | sie ist mit aller tugent klait.
Bihlmeyer, Seuse
224, 4
(
alem.
,
14. Jh.
):
nu zier und kleide mich in geistlichem sinne.
Vetter, Pred. Taulers
311, 13
(
els.
,
1359
):
der mensche [...] sol sin gekleidet mit den tugenden unsers herren Jhesu Cristi.
Sappler, H. Kaufringer
17, 168
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
got will sein liebste fraind claiden | mit dem ewigen leben zwar.
Ebd.
27, 58
(Hs.
1472
):
die ist mit tugent so geclaidt, | das sie kan erbarmung walten.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
315, 20
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Rabanus spricht, daz sich der paum ê mit plüeten klaid dann kain ander paum.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
37, 83
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Ain liblich speis ist uns berait | [...] | der sünder scham sie [speis] zirlich chlait.
Weber, Füetrer. Poyt.
132, 4
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Fraw Mynne [...] Es wunndert meine synne, | das ir ewr gall sunst kündt mit honig klaiden.
Quint, Eckharts Pred.
2, 636, 3
;
Helm, H. v. Hesler. Apok.
3181
;
Stackmann u. a., a. a. O.
65, 10
;
Steer, Schol. Gnadenl.
3, 282
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 309, 8
;
Froning, a. a. O.
5639
;
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
11624
;
Jahr, a. a. O.
2196
;
Neumann, a. a. O.
5058
;
Bihlmeyer, a. a. O.
329, 23
;
Vetter, a. a. O.
328, 24
;
Spechtler, a. a. O.
10, 76
;
Reithmeier, B. v. Chiemsee
3, 2b
.