antun,
V.,
unr.
1.
›jn. (auch: sich) anziehen, ankleiden‹; mit Verschiebung des Obj.: ›(Kleider o. ä.) anlegen; die Rüstung anlegen, die Waffen nehmen‹.
Bedeutungsverwandte:
 5,  1,  1,  1.
Gegensätze:
 3.
Syntagmen:
(
jm.
)
das kleid
(häufig)
/ hemd / die stola / kleidung, den rok / schuh / zierrat, die waffen a.
;
jn. in samt a., jn. mit kraft a.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc. Ez.
44, 17
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
wen sy geen durch dy phorte des inrin vrithovis, so sullin so antuen linine cleidir.
Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Ein michel zeichen irschein | In dem himle [...] | Ein wib, die sunnen an getan.
Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Man do an eyme esele eins lewen hut.
Feudel, Evangelistar
51, 1
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
czogen ym uz syn cleit unde taten ym eyn andir cleit an.
Luther. Hl. Schrifft.
Apg. 12, 21
(
Wittenb.
1545
):
auff einen bestimpten tag / thet Herodes das königliche Kleid an / satzte sich auff den Richtstuel.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
2, 240
(
Nürnb.
1517
):
wir sein auf vorgeende beicht entbunden und haben die gerechtikeit angetun.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
14. Jh.
):
tuͦnt dise edeln woffen Gottes an, sunder allen zwifel ir úberwindent die bekorungen.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
[die muͦter] det irme süne Jacop ane Esaus kleider.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
sein hausfrau Leitpirg muest auch geistliche claider antuen und zu ainer nun sich weihen lassen.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
18, 2
(
mslow. inseldt.
,
1546
):
des Herr Balaśśa Sigmunds diener [hab] nit gewuśt, was das śchieśśen bedeüt, aufgemacht, śich angethan, als Zum śtrait.
Ziesemer, a. a. O.
42, 14
;
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
977
;
Feudel, a. a. O.
29, 23
;
51, 6
;
Reichert, Gesamtausl. Messe
18, 4
;
Vetter, a. a. O. ; ;
Brandstetter, Wigoleis
227, 14
;
Fischer, Eunuchus d. Terenz ;
Chron. baier. Städte. Regensb.
115, 27
;
Ulner
266
;
Dietz, Wb. Luther ;
Preuss. Wb. (Z)
1, 186
;
2.
›jm. etw. (negativ Bewertetes) zufügen, antun‹; vereinzelt: ›sich einer Verpflichtung unterziehen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,  10,  2.
Syntagmen:
jm. leid
(mehrfach)
/ schaden / hon / spot / pein / plage / angst / marter / gewalt / kummer / strafe / beleidigung / schmach / schmachheit / schande / laster a., sich eine übung a., jm. des unglüks
(Gen.!)
a.

Belegblock:

Lauchert, Merswin (
els.
,
1352
/
70
):
so solt dv dir selber keine strenge herte vͦbvnge ane tvͦn, du solt einveltikliche der cristenheite gebot halten.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
Du hast mir soͤliche Schmachait und Schand angeton.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
2110
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
im och die diener sin | An tattend maͤnig grosse pin.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
schaden | Den sú im hettent an getan.
er sin crúce hin truͦg | Mit we, das sú im tœtent an.
Lauater. Gespaͤnste
321, 28
(
Zürich
1578
):
was man jnen für ein straff anthaͤtte.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
24, 86
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
eia des grossen laide, | das dir ward angetan.
3.
›jm. etw. (positiv Bewertetes) erweisen, angedeihen, zuteil werden lassen; jm. helfen‹.
Bedeutungsverwandte:
 10; vgl.  11.
Syntagmen:
jm. ere / reverenz / rat / recht a.

Belegblock:

Froning, Alsf. Passionssp.
3807
(
ohess.
,
1501ff.
):
habe ich dissem gutten man | Auch die ire an gethain.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
Eine andere sagt, man hätte ihr die gebührende Ehre nicht angethan.
4.
jm. den tod antun
›jn. töten‹; an 3 anzuschließen.
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,  2, (V.) 7,  8,  12.

Belegblock:

Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
873
(
mrhein.
,
um 1335
):
wilt du gerehte han, | so duͦ ime den dot an.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
3807
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Ainen er segot, den andern er schnaid, | Dem dritt liess er uss sin gewaid | Und dett in ander toͤd an vil.
5.
›etw. zubereiten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2.

Belegblock: