gotteslästerer,
der
;
–/-Ø
.
›Person, die sich der Blasphemie strafbar macht, d. h. durch Verstoß gegen das 1. Gebot Gottes Namen verhöhnt und verunehrt (z. B. durch Fluchen, aber auch durch das Brechen aller anderen Gebote)‹;
zu  1.
Syntagmen:
einen g. anhalten / ankommen / ermanen / steinigen / strafen, zur strafe bringen, jn. einen g. heissen; etw. auf den g. werfen, jn. unter die g. zälen; der gemeine / gotlose / lausige / schäbichte g
.

Belegblock:

Luther, WA
8, 707, 11
(
1522
):
Wen er den hochgebenedeyeten namen in eyne mistpfutzen wurffe odder tret yn mit fussen oder lestert yhn sonst, wolt ich yhn unter ander gemeyne gottis lesterer tzehlen.
Ebd.
10, 1, 2, 419, 26
(
1526
):
so lesterit er Got, da ist er des tods schuldig als ein Gotslesterer.
Ebd.
14, 386, 25
(
1524
):
welche nu darwidder [...] predigten, das wahren ketzer, das wahren Gottslesterer, die musten sterben.
Ebd.
17, 1, 130, 32
(
1525
):
Du bist schoͤn Abgoͤttisch, Gottes lesterer, unheilig, ungehorsam.
Ebd.
47, 124, 26
(
1538
):
Du bist ein Ehebrecher und todtschleger, item ein gotteslesterer.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
311, 1568
(
Magdeb.
1608
):
Wie Gott der Welt beweiset gnad / | Die so viel Gottes lestrer hat.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
2, 328, 7
(
hess.
,
1501
):
das man die gotteslesterer mit fluchen und uberflussigem schweren uff irer stoben nach lude und inhalt unnsers bontbrieffs straffen sall.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 175, 4
(
Bautzen
1567
):
Caiphas bschwur jhn [Jesus], ob ers lebendign Gottes son wer, | Do ers bekandt, hiessens in ein Gottslesterer.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
127, 1
(
Bamb.
1507
):
Wie gotsschwerer oder gotsslesterer gestrafft werden sollen. Jtem so einer got zumist, das got nit bequem ist, oder mit seinen wortten got, das jm zustet, abschneydet, der almechtigkeyt gottes widerspricht oder sunst eytel oder lesterwort vnd schwuͤr bey got.
Maaler
190v
(
Zürich
1561
):
Gottslesterer (d) Blasphemator, Blasphemus.
v. d. Broek, Spiegel d. Sünders
242, 30
(
Augsb.
1476
):
Hastu weinschenck dein hauß den trinckern vor tercz zeit geoͤfnet od’ sunst den gantze͂ tag spiler fúller gotzloͤsterer vnd soͤlich loͤtter behalten.
Wutzel, Rechtsqu. Eferding
53, 19
(
moobd.
,
1597
):
souil müglich, die gottslesterer, rumorer vnnd polderer zur straff bringen.
Luther, WA
14, 55, 15
;
15, 113, 34
;
20, 517, 22
;
21, 336, 22
;
21, 431, 37
;
23, 83, 16
;
28, 347, 27
;
29, 342, 6
;
51, 139, 36
;
52, 821, 9
;
54, 227, 36
;
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
81, 1, 270, 36
;
45, 410, 7
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 443, 21
;
Welti, Stadtr. Bern
436, 25
;
671, 25
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
233, 24
;
Wopfner, Bauernkr. Tirol
41, 25
;
Dietz, Wb. Luther
2, 152
.
Vgl. ferner s. v.  2,  4, .