beschalken,
beschälken
(letzteres deutlich seltener),
V.
1.
›e. P. (oft eine Frau) in ihrer Ehre antasten, verletzen, jn. durch Wort (Verbalinjurie) oder Tat (Realinjurie) kränken, jn. schmähen, beleidigen‹, in einer Reihe von Belegen im Sinne sozialer Degradierung; auch: ›jn. tadeln, strafen‹.
Gehäuft wobd.
Phraseme:
jn. mit worten, rede, werken beschalken
.
Gegensätze:
 3.
Syntagmen:
jn. (die fraue, den priester / schauer / werkman) b., jn. frefenlich / heftig / rauh / schalklich / übel b., jn. in seinem hause
(oft: Realinjurie),
vor gericht, mit werken b
.
Wortbildungen:
beschälkung
.

Belegblock:

Schöpper
63a
(
Dortm.
1550
):
INCREPARE Straffen antasten tadlen ¶ schuͤldigen ruͤgen beschelten beschelcken.
Gille u. a., M. Beheim
243, 21
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
seit der esel mit herschens kür | den leben wil peschalken.
Bihlmeyer, Seuse
115, 23
(
alem.
,
14. Jh.
):
daz sú in doch an der fúrnemekeit siner eren vor der welt groͤsslich woltin beschalken.
Barack, Teufels Netz
13485
(
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Ir sond och all frowan beschalken tuon, | Land in nit weder frid noch suon.
V. Anshelm. Berner Chron.
1, 248, 28
(
halem.
,
n. 1529
):
ouch ir burger [...] mit frefner fridsamer luͤten verachtung, beschaͤlkung, ja row und todschlaͤgen [...] uͤbel beleidigeten.
Ebd.
3, 50, 19
:
schirmbuͤechle [...], darin er sich und sinen teil heftig beschirmt, aber sine widerpart [...] noch heftiger beschaͤlkt.
Leisi, Thurg. UB
8, 625, 1
(
halem.
,
E. 14. Jh.
):
Wer aber si beschalket mit werken, also dz er si mit gewabneter hand schluͤge oder steche, der ist verfallen miner frowen hulde [...] und dem richter v lib. Wer och den andern beschalket frevenlich in sin hus oder in sinen hof mit worten oder mit werken, der [...].
Welti, Stadtr. Bern
161, 22
(
halem.
,
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
wer deheinem (!) priester oder frǒwen angriffe vnd beschalkte, der sol och sin in der selben bůsse.
Bachmann u. a., Volksb.
264, 13
(
alem.
,
15. Jh.
):
der [sun] hett zue einem mal ein frawen beschalkt mit sinen bösen unzüchtigen worten.
Kottinger, Ruffs Adam
4179
(
Zürich
1550
):
was darffst uns gschenden, bschelcken drumb?
Maaler
60r
(
Zürich
1561
):
Beschelcken / Mit rauchen worten anfaren. Increpare. Beschaͤlten / Haderen. [...]. Einen vmb ein laster Beschelcken vñ straffen.
Müller, Stadtr. Ravensb.
154, 14
(
oschwäb.
,
1388
):
Wer ainen uͥberloft in sinem hus, so es im verboten ist und den darinne beschalkent, der kompt uͥber IV ℔ den.
Franz u. a., Qu. hess. Ref.
4, 434, 9
;
Bihlmeyer, a. a. O.
123, 12
;
Bachmann, a. a. O.
26, 16
;
ders., Haimonsk.
147, 12
;
v. Maren, Marquard. Ausgabe
53, 29
;
Schwartzenbach
K viv
;
N ijr
;
Maaler
60r
;
Schweiz. Id.
8, 682
;
684
;
688
/9.
2.
›(ein Tier) schädigen, verletzen‹.

Belegblock:

Schweiz. Id.
8, 684
(a. 
1456
).
3.
›jn. betrügen, überlisten, verführen, verleiten‹.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 2,  12; vgl.  3.

Belegblock:

Matthaei, Minner. I,
10, 1248
(Hs.
15. Jh.
):
da laß dich nit beschalcken, | min son, die nacht betrügt, | der sonnen schin nit lügt.
Schwartzenbach
B ijr
(
Frankf.
1564
):
Aeffen. Einen bethoͤren. Beschalcken. Zum Narren machen.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
373, 31
(
els.
,
1362
):
das der boͤse geist vns ith von liplicher forhte beschelke daz wir dines namen iemer fúrloͤckent.
Geier, Stadtr. Überl.
64, 26
(
nalem.
,
um 1400
):
Es sol ouch nieman den andern in unsern gerichten bifangen noch beschalken.
Diehl, Dreytw. Essl. Chron.
45, 37
(
schwäb.
,
1548
):
wann man ein gauch sein aey myst und legtt under ein falckenn, so last es sich nitt beschalckenn.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
2175
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
32
.