affen,
äffen
(letzteres etwas seltener), auch
effen,
V.
1.
›jn. zum Narren halten, jn. / sich zum Narren machen; jn. äffisch nachahmen; jn. foppen, necken‹; offen zu 2;
vgl. 1; 3; 4.
Syntagmen:
got, den minner / narren / pfaffen / propheten, die tochter / welt
(mehrmals),
die leute a.; der teufel, die welt a. jn
.
Wortbildungen:
affenei
›Fopperei, Neckerei‹ (dazu bdv.: vgl.
3
).

Belegblock:

Luther, WA (
1519
/
20
):
wie die Deutschen sich effen und narren lassen.
Ders. Hl. Schrifft.
Sir. 13, 7
(
Wittenb.
1545
):
Wenn er dein bedarff / Kan er dich fein effen
[
Mentel
1466:
betreugt
; nd. Bibel 1478:
vortreden
;
Froschauer
1530:
überfuͤrt
;
Dietenberger
1534:
vnderwirft
;
Eck
1537:
treügt
]
/ vnd lechelt dich an.
Frantzen u. a., Kölner Schwankb. (
Köln
um 1490
):
Begunt ich ouch so doerlichen zu claffen, | Als der hollander haet gedaen, | Ich meynde vurwaer, sij sulde mich affen.
Thiele, Minner. II,
26, 115
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
sy leert den mynner eyn weynich affen.
Bergmann, Ambr. Liederb. (
Frankf.
1582
):
Schaw zu las dich nicht affen, | der kleffer seind so viel, | halt dich gegen mir rechtschaffen.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
Ob sie unß dar mit effen | Oder ob es | Worlich also seye.
Gille u. a., M. Beheim
229, 219
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
ir keczer und goche | da mugent ir wol merken peÿ, | wie talmut durch sein efeneÿ | euch juden all in keczereÿ | und irsal hat geczogen.
Sachs (
Nürnb.
1557
):
Wo er mich mit dem geldt wil effen, | Ich wil in dückisch wider-treffen.
Banz, Christus u. d. minn. Seele
1562
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Er wond, er hett es wol geschaffet: | So hett in der tiefel geaffet.
Fuchs, Murner. Geuchmat
158
(
Basel
1519
):
Sol ich nun yetz die mat beschriben | Vnd vff die selb zů samen triben | Alle gredtschen / wibschen man, | Die sich die wiber aͤffen lan.
Lauater. Gespaͤnste
27v, 14
(
Zürich
1578
):
Wie nun der brůder sich nit mee wolt aͤffen lassen vnd jr narr syn.
Kehrein, Kath. Gesangb. ; ;
Kopp, Volks- u. Gesellschaftsl. ;
Mayer, a. a. O. ;
Adrian, Saelden Hort
220
;
4576
;
Kummer, Erlauer Sp. ; ;
Wrede, Aköln. Sprachsch.
75
;
Dietz, Wb. Luther ;
Pfeiffer-Belli, Murner. Kl. Schrr.
6, 102, 18
;
Rosenqvist, Frz. Einfluß.
1943, 239
.
2.
›jn. / sich betrügen, täuschen‹;
vgl. 4.
Phraseme:
sunder affen
›ohne Falschheit‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .

Belegblock:

Ermisch, Freib. Stadtr. (
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
daz he [ein man] den zolner effit.
Gille u. a., M. Beheim
71, 96
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Sy wurden all peschaffen gar | unschuldig, lauter, rain und clor, | gerecht und sunder effen.
Müller, Stadtr. Ravensb.
214, 10
(
oschwäb.
,
um 1420
):
wer der ist, der dehain gůt [...] ainem ze kofen git oder versetzet, [...] und denne das selb gůt dar nach ainem andern git ald versetzt fuͥr ledig und fuͥr los und ainen also aͤffet, wer der ist, der sol und můss ain jaur von der stat sin.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
das der alt kaiser also von ainem jungen stolzen weib betrogen und geäfft würd.
Mollwo, Rotes Buch Ulm ;
Schmid, R. Cysat
6, 3
;