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taube,
die
;
-Ø/-n
.
›Taube (Columba)‹; in religiösen Texten für den Heiligen Geist gebraucht.
Syntagmen:
die t. fangen / schiessen / ziehen; die t.
(Subj.)
scharren / stieben
;
die gebratene / gemästete / himlische / kluge / sanfte / teure / weise / wilde / zame t
.
Wortbildungen:
taubenbild
(Gestalt einer Taube als Erscheinungsform des Heiligen Geistes),
taubenei
,
taubenfeder
,
taubenfleisch
,
taubenvogt
›Taubenzüchter‹,
taubenkorb
(a. 1536),
taubenkot
(a. 1598),
taubenkraut
(a. 1616),
taubenkutter
›Täuberich‹ (a. 1483),
taubenleben
›flatterhaftes Leben‹,
taubenmist
,
taubennez
,
taubenzug
›kleiner Schluck (scherzhaft)‹,
täubin
.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
2, 605, 8
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
hie von sprichet diu sêle in der minne buoche: [...] ,mîn tûbe‘ – daz ist: einvaltic an der begerunge.
Lichtenstein, Lindener. Katzip.
152
(o. O.
1558
):
Auf einem landtag kommen vil grosser herrn zuͦsammen in ein wirdtshauß. Under andern kompt ein seltzammer tauben-vogt hinein.
Luther, WA
35, 469, 27
(
1543
):
Der heilig Geist ernider fert | Jn Taubenbild verkleidet.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
11835
(
rib.
,
1444
):
Eyne ionffrowe [...] was as eyn kreische duve | Mit plumen gebrewet umb yre voisse.
Schmitt, Ordo rerum 182, 20.
2
(
rhfrk.
,
1414
):
Cenapenum eyn dubin netcze.
Perez, Dietzin
1, 135, 25
(
Frankf.
1626
):
Eben also hat mich mein liebe Mutter als ein fleissige vnnd saubere Daͤubin vnterrichtet / nicht allein das Hauß sauber vnd rein zu halten / sondern auch den Gaͤsten die Beutel vnnd Taschen zu reinigen.
Gajek, Seidelius. Tych.
9, 4
(
Breslau
1613
):
Gehofft vnnd gegafft allezeit / | Ob jhn ein gebratn Taub bereit. | Kem in den Mund geflogen ein.
Hübner, Buch Daniel
3225
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Vruntlich sprechet er
[Jesus]
da vor: | Tu mir uf, min swesterlin, | Unvermeilte trutyn min, | tube, die ich han irlost!
Schultheiss, Achtb. Nürnb.
85, 7
(
nobd.
,
1344
):
daß sie huͤner und tauben mit den angeln fiengen.
Dietrich. Summaria
19r, 24
(
Nürnb.
1578
):
[...] das sie
[die Jünger]
klug sein / wie die Schlangen [...] vnnd doch / wie die Tauben / on allen falsch / trew / und fleissig ir ampt außrichten.
Harsdoerffer. Trichter
3, 447, 22
(
Nürnb.
1653
):
Die schneeweisse / fluͤchtige / girrende / waffenlosse / furchtsame / friedsame / zage / feige / gallloße / nie entruͤste / liebevolle / schneblende / brutēde Taube deß Geyers Beut und Raub. [...] Die Tauben bedeuten die Einfalt / treue Liebe / Friedfertigkeit und Frommkeit.
Thür. Chron.
1v, 17
(
Mühlh.
1599
):
Darnach sandte er
[Noah]
auß eine Tauben / vnnd da sie keine Ruhe stadt fand / kam sie wider.
Andreae. Ber. Nachtmal
58v, 19
([
Augsb.
]
1557
):
zuͦ bayden thailen wirdt eingefaͤrt vnd gebraucht das gleichnus von der Tawben / in dero gestalt der hailig Gaist / sich bey der Tauf vnsers Herren Christi geoffenbaret hat [...].
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 277, 14
(
Hagenau
1534
):
Wer will haben eyn reynes hauß / Der laß Pfaffen / Münch / und tauben drauß.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
205v, 28
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
Ob dir die nase stink, so nim [...] tuben / mist, stoss den mit essich vnd tuͦ das in die nase.
Merk, Stadtr. Neuenb.
126, 14
(
nalem.
,
1616
):
Sie die müller sollen auch ohne eines ersamen rates wißen und willen keine hiener, tauben gens, moren noch schwein [...] haben, bei der straf 3 ℔ stebler.
Brack
d 7r
(
Basel
1483
):
Columbus. tauberkutter. Columba. tuͤbin.
Lemmer, Brant. Narrensch.
110a, 96
(
Basel
1494
):
Nün duben züg / vnd eyn blapphart | Das ist mit drincken yetz die art.
Heidegger. Mythoscopia
8, 1
(
Zürich
1698
):
Jtem jenne orthodoxe Geistliche / deren Hieronymus gedenkt / daß sie unter religieusen prætexten dem Matronen-Volk beygeschlichen / und das Dauben-Leben mit ihnen gefuͤhrt.
Barack, Zim. Chron.
4, 218, 12
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Dann hettest des kaisers gut, | Ich wöllt mir dein nit fluchen. [...] Du gebest mir nit ain daubenai.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
179, 27
(
oobd.
,
1349
/
50
):
diu taub reizt niht noch grimmt mit irm snabel und ist ân gallen.
Ebd.
181, 28
:
Plinius spricht, daz frischez taubenflaisch und swalbenflaisch zuo ainander gemischt und gemachet guot sei für die slangen.
Deinhardt, Ross Artzney
33
(
oobd.
,
1598
):
Streich es [puluer] dem roß mit ainer tauben federn in die augen, so beist im das puluer die feel in wenig tag(en) heraus.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
47, 12
(
tir.
,
1464
):
der heilig geist der cham herab auf dich in der gestalt der tauben.
Perez, a. a. O.
1, 129, 22
;
Hübner, a. a. O.
2238
;
Gilman, a. a. O.
2, 92, 24
;
Pyritz, Minneburg
5162
;
Lindqvist, K. v. Helmsd.
1834
;
Welti, Stadtr. Bern
365, 29
;
Vetter, Schw. zu Töß
35, 17
;
Müller, Stadtr. Ravensb.
87, 24
;
Pfeiffer, a. a. O.
359, 15
;
Klein, Oswald
21, 43
;
Brack
d 7r
;
Dasypodius
475r
;
Mylius
D 4v
;
West, Dasypodius.
1989, 376
;
Dalby, Lex. Mhg Hunt.
1965, 244
.
Vgl. ferner s. v.  1, ,
1
 1,  2,  1,  10.