jungfrau,
jungfer,
jumfer,
die
;
-en/-en
.
1.
›junge Frau (meist höheren Standes)‹; offen zu 2.
Phraseme:
frau und jungfrau
›alle Frauen‹,
man, frau und jungfrau
›alle Menschen‹,
jungfrau des glüks
›Fortuna‹.
Bedeutungsverwandte:
,  2, .
Syntagmen:
eine j. bedienen / berufen, einer j. aufwarten; arme / auserwälte / blühende / edle / elende / feine / fromme / geliebte / gerade / geringe / hübsche / junge / klare / minnenliche / schöne / törichte / tugendbegabte / vorneme / weise / werte / zarte / zierliche j.
Wortbildungen:
jungfraudienst
›Minnedienst‹,
jungfrauenalmarein
›Schrank einer Jungfrau‹ (a. 1410),
jungfrauenantlüz
,
jungfrauentisch
(a. 1561),
jungfrauhof
›Abendkränzchen der Augsburgerinnen‹ (16. Jh.).

Belegblock:

Rosenthal. Bedencken
8, 24
 (
Köln
1653
):
die Jungfraw geht in ihren gedancken mit den jenigen dingen vmb / welche deß Herrn seind.
Froning, Alsf. Passionssp. 
1020
(
ohess.
,
1501 ff.
):
Jungfraw zart, hie ist das heubet | Johan des teuffers.
Feudel, Evangelistar 
106, 17
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
Do Jhesus diz wort gehorte, do sprach her czu der juncvrouwen vater.
Dienes, E. Gros. Witwenb.
10, 8
(
nürnb.
,
1446
):
So mag das wol kumen, das sie werden gelesen von mannen, frawen vnd iuncfrawen.
Sachs
2, 199, 3
(
Nürnb.
1549
):
Der artzt berüffet auff ein morgen | Vom frawen-zimmer all jungkfrawen.
Ebd.
13, 199, 29
:
Edle jungfraw, wer kündts versagen? | Zu jungfraw-dienst bin ich bereit.
Merzdorf, Historienb. 
706, 25
(
alem.
, Hs.
2. H. 14.
/
A. 15. Jh.
):
und wart die junpfrowe die den knaben [Moses] usser dem wasser langete gewaltig in Egiptenlant.
Lauchert, Merswin
8, 25
 (
els.
,
1352
/
70
):
do koment zů mir zwo die aller schoͤnesten minnenlichesten ivnchfrowen, daz ich […] vor nie gesehen hette.
Wickram
4,
 35, 18 (
Straßb.
1556
):
wann mir ein solche junckfraw in Portugal zů einer Ehegemaheln zůston moͤcht.
Lauater. Gespaͤnste
72r, 5
 (
Zürich
1578
):
ist jm deßhalben ergangen wie den fünff torechtigen Jungkfrouwen im Ewangelio.
Morrall, Mandev. Reiseb. 
47, 10
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Es waz ain schoͤne junckfrowe, die ward gezigen daz sie unkúschait hett begangen mit irem lib.
Sappler, H. Kaufringer
14, 107
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
sag der werden junkfrau dein, | das si den künig lauß hinein.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
Beda spricht, daz diu selb slang ain junkfrawenantlütz hab gehabt.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
218, 21
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
der kunig von Franckreich sol das jungfrewlein von Burgund […] haimantwurtten.
Niewöhner, Teichner 
80, 14
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
junch vrawn plikch und slangen zagel, | also ist dw werlt gestalt.
Jostes, Eckhart
78, 4
;
v. Keller, Amadis
399, 18
;
Karnein, Salm. u. Morolf
467, 1
;
Mathesius, Passionale
48v, 22
;
Göz. Leichabd.
162, 3
;
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
456, 23
;
Strauch, Schürebrand
35, 31
;
Menge, Laufenb. Reg.
6003
;
Koppitz, Trojanerkr.
16311
;
Schlosser, H. v. Sachsenh.
3904
;
Moscouia
11, 11
;
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
115, 7
;
Maaler
238v
;
Schwäb. Wb.
4, 129
;
Rwb
6, 597
/9;
600
/4;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 181
;
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 151
.
Vgl. ferner s. v. , ,  1, ,  14.
2.
›unverheiratete (meist junge) Frau, junges Mädchen im heiratsfähigen Alter (in den Rechtstexten über 10-12 Jahren)‹; offen zu 3.
Bedeutungsverwandte:
,  12.
Gegensätze:
, .
Syntagmen:
eine j. entfüren / verheiraten / vermälen / unfruchtbar machen / zu der ehe nemen; j.
(Subj.)
hinweg laufen; alte / ersame / erwachsene / ledige / manbare / veraltete / verlobte j.; j. unter 10 jaren; bruch an jungfrauen
.
Wortbildungen:
jungfrauenring
›Verlobungsring‹ (a. 1400),
jungfraugeselle
›Brautführer‹ (a. 1591),
jungfrauwagen
›Brautwagen‹ (a. 1575).

Belegblock:

Kohler u. a., Peinl. GO Karls V. 
118, 1
(o. O.
1532
):
Straff der Jhenigen, So eeweiber oder Jungkfrawen entfurn.
Große, Schwabensp. 
61, 3
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Also ist iz vmme de juncvrowen, so se komet oůer zwelf iaren.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck 
113, 37
(
thür.
,
1474
):
Hat eyn burger in eyner stat […] eyne jungfrouwe zcu der ee genommen.
Ermisch, Freib. Stadtr. 
57, 6
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Welche iuncvrowe loufet uz ires vaters brote mit einem manne hinwec, […] di iuncvrowe beheldet kein erbeteil.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
10, 49
(
osächs.
,
1523
/
4
):
Wo aber solchs pruchs an junkfrauen, bemanten oder unbemanten frauen geschehen.
Thür. Chron.
18v, 15
(
Mühlh.
1599
):
Er hat […] S. Ursulam deß Koͤniges Tochter […] Getoͤdtet mit Eilff Tausent Jungfrawen.
Goldammer, Paracelsus
2, 257, 3
(
um 1534
):
item den jungfrauen, so nach der welschen art unfruchtbar gemacht werden.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 195, 26
([
Augsb.
]
1548
):
Junckfrawen soll man nicht verheyraten / noch in die Kloͤster stecken / eh sy zů iren jaren seind kommen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
222, 21
(
oobd.
,
1349
/
50
):
wenn der vogel trunken wirt von wein, sô schawet er gern junkfrawen an.
Dirr, Münchner Stadtr. 
586, 10
 (
moobd.
,
um 1383
):
die frawen sullen dhein junchfraw mit in furen, die under zehen iaren ist.
Mollay, Ofner Stadtr. 
395, 3
(
ung. inseldt.
,
1. H. 15. Jh.
):
So sol keÿn Iungling nach keÿn Iuncfraw wider vater vnnd muter turren thuen.
Große, a. a. O.
74, 34
;
Köbler, Ref. Wormbs
312, 10
;
Ermisch, a. a. O.
25, 1
;
Köbler, Ref. Nürnberg 
362, 14
;
Wiessner, Wittenw. Ring
3776
;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 255, 20
;
Gilman, a. a. O.
191, 19
;
Eis u. a., G. v. Lebenstein 
56, 13
;
Bischoff, Steir. Landr.
79
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
48, 5
;
Schöpper
5a
;
Maaler
238v
;
Mylius B
5v
;
Golius
77
;
Rwb
6, 600
/4;
606
.
3.
›unberührte Frau‹; auch ›unberührter Mann‹; offen zu 2.
Bedeutungsverwandte:
 2.
Syntagmen:
eine j. berüren / beschlafen / beschwächen / (be)notzugen / enteren / entmägden / nötigen / schänden / schwächen / überringen / verfallen, eine j. der ere, des magdtums berauben, jn. j. finden; für eine j. gehen; notzugung / verfällung einer j.; gemeite / keusche / lautere / reine / schamhafte / schämige / tugendliche / unbeflekte / unberürte / ungeschwächte / unschuldige / unverserte / züchtige j.
Wortbildungen:
jungfraubube
(a. 1483/4),
jungfrauenere
, (15. Jh.),
jungfrauenhinwegfarer
›Entführer einer Jungfrau‹ (a. 1566),
jungfrauennötung
(a. 1555),
jungfrauschmach
›Entjungferung einer Frau‹ (a. 1531),
jungfrauschwächer
›Verführer‹.

Belegblock:

Kohler u. a., Peinl. GO Karls V. 
35, 3
(o. O.
1532
):
so […] ein diernen, so fur ein junckfraw geet, […] heimlich ein kindt gehapt vnnd ertödt hab.
Quint, Eckharts Pred.
24, 5
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
unser herre Jêsus Kristus […] wart enpfangen von einer juncvrouwen, diu ein wîp was.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
58, 17
(
Frankf.
1535
):
Wiltu wissen ob eine ein jungfraw sei odder nit / nim dises steynes / zerstoß jn zu puluer.
Alberus C ivv (
Frankf.
1540
):
Virgo, […] jungfrau/magdt. […] Virgo, der keinn weib / die kein man erkant hat.
Grimm, Weisth.
5, 672, 18
(
srhfrk.
1531
):
so es sach were, dass einer junkfrau not were zu zeihen, so soll sie zeihen mit einem kranz.
Harsdoerffer. Trichter
3,
 283, 25 (
Nürnb.
1653
):
Jungfrau. Die reine / unbefleckte / unberuͤhrte / vollkommen keusche / an Leib und an Gemuͤt / ohn boͤsses Lustbeginnen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel 
1, 331, 8
(
Straßb.
1466
):
er ist gewest iungfrauwe leibs vnd sele: vn er ist von gott ausserwelt das er solt beleiben ein iungfraw.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 55, 24
(
Straßb.
1522
):
man het dan ein Priester, der ein Junckfrau war, der drei Messen celebriert.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
24, 36
(
Straßb.
1650
):
ein Buhler, stihlet er nicht mit seinem Willen die Ehr einer Jungfrawen?
Sachs
1, 197, 25
(
Nürnb.
1540
):
Das schir stecken all gassen vol | […] | Junckfraw-schwecher und beren-treyber.
Goldammer, Paracelsus
7, 172, 9
(
1530
):
die aber nit jungfrau ist, sonder des freien willens ein hur, die hat das brochen, das sie sol in die ehe ganz bringen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 475, 28
(
Hagenau
1534
):
Wer eyn Junckfraw schendet / der stirbt keyns gůtten todts.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 330, 18
(
schwäb.
,
1603
):
welcher […] ein junckfrawen irer eheren und magdtumbs schwächt oder beraubt […] der gibt zue straff 10 fl.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
161, 24
(
oobd.
,
1349
/
50
):
sô væht man ez [ainhürn] mit ainer käuschen juncfrawen.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth 
1, 377, 20
;
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
20, 38
;
Gille u. a., M. Beheim 
160, 16
;
Menge, Laufenb. Reg. 
1496
;
Rohland, Schäden
447
;
Sudhoff, Paracelsus
8, 327, 2
;
14, 186, 22
;
Goldammer, a. a. O.
7, 175, 14
;
Mollay, Ofner Stadtr.
284, 2
;
Qu. Brassó
 5, 443, 26
;
Voc. Teut.-Lat. p vijr;
Schöpper
70b
;
Maaler
238v
;
Ulner b
1r
;
Diefenbach
558b
;
Rwb
6, 603
/5;
607
;
Byland, Wortsch. Zürcher AT.
1903, 49
;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 76
.
Vgl. ferner s. v. (
die
12,  7,  7.
4.
an 3 anschließend ›Nonne, Einsiedlerin‹.
Wortbildungen:
jungfrauengut
›Gut eines Frauenklosters‹ (a. 1511),
jungfrauenkloster
,
jungfrauenleben
(a. 1385),
jungfrauenpropst
(a. 1424).

Belegblock:

Brinkmann, Bad. Weist. 
42, 34
(
rhfrk.
,
1549
):
ein wald […] ander seiten oben die jungfrauen von Lobenfeldt.
Ebd.
104, 20
(
1580
):
wo es vonnöten ist […] sollen es jungfrauen bemeltes closters entrichten.
Küther, UB Frauensee 
218, 17
(
thür.
,
1446
):
das jungfrauwencloster zcum Sehe und die innigen jungfrauwen desselbin closters gemeynlich.
Rieder, Gottesfr.
227, 29
(
els.
,
n. 1390
):
worin das wahre leben der einsamen und eingeschlossenen jungfrawen bestehe, damit sie sicher und näher zu gott können kommen.
Thür. Chron.
25r, 33
(
Mühlh.
1599
):
Bawete auch viel Jungfrawen Cloͤster / darein die vom Adel jhre Toͤchter schicketen.
Päpke, Marienl. Wernher 
1122
(
halem.
,
v. 1382
):
Oder mit den junkfrowen | Von hailiger schrift das beste sagen.
Vogel, Urk. Heiliggeistsp. 
1,
 353, 25 (
moobd.
,
1416
):
die [krawtaecker] ytzo ynne haben die gaistleichen junckfrawn sand Klaren ordens.
Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden 
426, 28
;
Brinkmann, a. a. O.
41, 19
;
Küther, a. a. O.
337, 9
;
Rwb
6, 603
/4;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 57
.
Vgl. ferner s. v.  3,  2.
5.
an 3 anschließend ›die Mutter Gottes, Jungfrau Maria‹; auch ›künstlerische Darstellung der Maria‹.
Bedeutungsverwandte:
(s. v.  2),  2,  5,  3.
Syntagmen:
allerheiligste / auserkorene / edle / einige / ewige / heilige / here / hölzerne / himlische / hochgelobte / hochheilige / milte / reine / zarte j.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
117, 33
(
preuß.
,
1485
):
item 3 holczen jungfrawen obergollt.
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 251, 5
(
rib.
,
2. H. 15. Jh.
):
Item ein joncfrouken mit einre roeder mantel gesneden van robien mit 7 perlen.
Gropper. Gegenw.
17r, 17
(
Köln
1556
):
das der eyniger Sůn Gottes / von dem heiligen Geist entfangen / dz Fleisch in der heiligstẽ Jungfrawẽ Mariẽ angenõmẽ hab.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 313, 2
 (
Mainz
1605
):
Maria Gottes Mutter, du reine keusch Magd, | Du Himmelische Jungfrawe.
Dubizmay, kurß zu Teutze
51, 8
(
hess.
,
1463
):
Heylige muter vnsers heren ihesu criste Maria ewige iungfrawe.
Luther, WA
35, 460, 2
(
1535
):
Euch ist ein kindlin heut geborn, | Von einer jungfraw auserkorn.
Gille u. a., M. Beheim 
82, 584
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Maria juncfrau nert irn sun | und frawet sich mit zitern nun.
Vetter, Pred. Taulers
11, 9
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Sú waz ein luter maget, eine juncfroͮwe, und sú waz ein verlobete, ein vertruwete juncfroͮwe.
Roloff, Brant. Tsp. 
2315
(
Straßb.
1554
):
Ich fuͤrt in meinem gulden Schilt | Gemolt Maria die jungkfraw milt.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
14, 47
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
behüet / dich got, trawt junkfrewlein | enphangen hast du die namen drei: | got vater, sun, den heiligen geist.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
1727
;
Anderson u. a., Flugschrr.
19,
 10, 26;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
121
;
Reichmann, Dietrich. Schrr.
89, 30
;
Thür. Chron.
13v, 13
;
Andreae. Ber. Nachtmal
49r, 9
;
Reithmeier, B. v. Chiemsee 
15, 4
;
6.
im Anschluß an 1 mit oder ohne Namen als Titel und Anrede an Frauen höheren Standes sowie an Heilige.

Belegblock:

Chron. Köln
1, 184
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Junffrouwe ir sijt so wijs ind so schoin.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp. 
1033
 (
mrhein.
,
um 1335
):
Iuncfrauwe, die rede ist mir wol kunt | Ich wil laufen alzůstunt.
Wyss, Limb. Chron.
42, 5
(
mfrk.
, zu
1354
):
Di eldeste dochter hiß jungfrawe Uda.
Weise. Jugend-Lust 
105, 19
 (
Leipzig
1684
):
Gnaͤdige Jungfer / eine Klage wider unsere tumme Buͤrgerschaft.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
202, 21
(
Nürnb.
1548
):
Das heylig jung frewlin Agnes […] verurteilet sie der Tyran̄ zum todt.
Wickram
4,
 39, 4 (
Straßb.
1556
):
Also bald ward die junckfraw Cassandra beruͤffen.
Leisi, Thurg. UB
7,
 875, 13 (
halem.
,
1332
):
Dis sint dú guͤter ze Griengen, dú úns zůbraht iunkvroͮ Verena von Hewen.
Martin, H. v. Sachsenh. Jesus
148
(
schwäb.
,
1455
):
Sant Barbara junckfrow raine magt, | Den schöpffer bittent für mich vast.
Eschenloher. Medicus
14, 1
(
Augsb.
1678
):
Am Tag der heiligen Jungfrauen vnd Martyrin Agnes.
Fuchs, Kart. Aggsbach 
70, 12
 (
moobd.
,
1385
):
daz iunchfraw Agnes die Duͤrstlin, […] denselben weingarten sol mit irem gůt pawen.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch 
11838
;
Frantzen u. a., Kölner Schwankb. 
1, 88, 1
;
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
438
;
Bihlmeyer, Seuse 
428, 8
;
Leisi, a. a. O.
680, 1
;
Merz, Urk. Wildegg
124, 10
;
Schlosser, H. v. Sachsenh. 
4211
;
Mollay, H. Kottanerin 
9, 25
.
Vgl. ferner s. v.
2
 4, , .
7.
›weibliche Untergebene, vom Edelfräulein als Gesellschafterin, Hofdame, bis zur Dienerin, Magd‹.
Bedeutungsverwandte:
, , , ; zum Plural , (
das
23,  1.
Syntagmen:
mit knecht und j. haushalten; gedingte j.
Wortbildungen:
jungfraumagd
(a. 1485).

Belegblock:

v. Keller, Amadis
411, 12
(
Frankf.
1571
):
begab sie sich auff den weg, sampt jhrer Jungfrawen eine, ohne mehr gesind.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
118, 15
 (
rhfrk.
,
um 1435
):
so qwame die dochter […] vnd hat mit ir gene viel junffrouwen.
Anderson u. a., Flugschrr.
27
([
Erfurt
1522
]):
so ich kaum ein katzen bey erneren mag / ich wil geschweygen ein jungefrawen / ein knecht vnd ein hengst.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
30, 15
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
der hot ccc juncherren […] unde vil juncvrowin und vil andirs gesindis.
Rupprich, Dürer 
1, 153, 196
 (
nobd.
,
1520
):
Auff die leczt kam ein groser trach, den führet St. Margareth mit ihren jungfrauen an einer gürtel.
Roloff, Brant. Tsp. 
932
(
Straßb.
1554
):
Das dise fraw in garten kam | Zwo ir jungkfrawen sie mit ir nam.
Welti, Stadtr. Bern 
504, 30
(
halem.
,
15. Jh.
):
Es ist nit je dem knecht noch je der jungfroͮen tzů geben dz si hoͤischett.
Argovia
5, 123, 9
(
halem.
,
1354
):
da si bedü vnd ein Jungfrow die inen dienet ir gemach inne haben.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
88, 24
 (
halem.
,
1395
):
Och sprechen wir, daz si von dishin enheinen me ze burger nemen sullen […] noch ire kint, ir dienste, knecht noch jungfrowen.
Rennefahrt, Recht Laupen 
96, 26
(
halem.
,
1486
):
so soͤllen die herrn […] den vermelten frowen ein eigen dienst junckfrowen in irm eigen kosten bestellen.
Schmidt, Rud. v. Biberach 
55, 11
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Die gedenke sint vndertenig der vernunft als ein ivngfroͮe ir froͮwen.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
496, 6
 (
moobd.
,
1473
/
8
):
In der zeit was ain küngin dar kumen | mit tausent ir junckfrawen.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
288
;
Bachmann u. a., Volksb.
16, 5
;
Bernoulli, Basler Chron.
6,
 162, 20;
Welti, a. a. O.
358, 22
;
Merz, Urk. Wildegg
12, 7
;
Kläui, Schweiz. Urbare 
3, 305, 11
;
Rennefahrt, Statut. Saanen
68, 13
;
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
374, 20
;
Gagliardi, Dok. Waldmann
1, 67, 7
;
Bachmann, Morgant
181, 19
;
Schmidt, a. a. O.
30, 21
;
Dreckmann, H. Mair. Troja
19, 24
;
Schwäb. Wb.
4, 130
;
Schweiz. Id.
1, 1246
/7;
Diefenbach
420b
.
8.
›Tierkreiszeichen der Jungfrau‹.
Wortbildungen:
jungfräuisch
›der Jungfrau zugeordnet‹.

Belegblock:

M. Cunitia. Ur. Prop. 
155, 50
(
Öls
1650
):
5. Lew / dessen bezeichung *Loewe*. 6. die Jungfraw / dehren Zeichen *Jungfrau*.
Sudhoff, Paracelsus
7, 290, 29
 (
1529
):
die basilicon uberwindet die impression der jungfrauen.
Ebd.
9, 218, 26
(
1531
/
5
):
das megdlein […] imprimirt in im suffocationem zwifach auf jungfreuisch und auf freuisch.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera 
23, 3
(
noobd.
,
1347
/
50
):
Die namen und die ordnung und die zal der himelzaichen die sint also: […] leo, juncfreulein, wag.
Ebd.
23, 22
:
Daz sehste zaichen haizzt deu juncfraue, daruͤmb, daz deu sunne ist danne unperhaft.
Sudhoff, a. a. O.
10, 144, 26
;
Barke, Spr. d. Chymie.
1991, 272
.
9.
ein Folterinstrument.
Syntagmen:
jn. in die jungfrau spannen, jm. mit der j. die daumen zusammendrücken
.

Belegblock:

Thür. Chron.
5v, 20
(
Mühlh.
1599
):
Von diesem sind alle Instrumenta erdacht / damit man die Leute Peiniget / Stoͤcke / Schrauben / Fesser / Jumpfer.
Rwb
6, 596
.
10.
ein Gerät für Gartenbau.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
620, 38
(
preuß.
,
1416
):
item 2 grose gabeln, item eyne jungfrawe, item 3 bicken.
11.
›Scheibe und Gewinn beim Preisschießen‹.

Belegblock:

Rwb
6, 602
(a. 
1500
).
12.
›Grüne Eidechse‹.

Belegblock:

Schles. Wb.
2, 602
(a. 
1603
).
13.
phras.
jungfern werfen
›Steine auf dem Wasser springen lassen‹.

Belegblock:

Vilmar
187
(a. 
1582
).