nachtbrand,
der
.
›als schweres Verbrechen geltende und gerichtlich entsprechend behandelte nächtliche Brandstiftung‹; meist im Orientierungsfeld mit /
diebstal
/
ketzerei
/
mord
/
notzog
(auch:
-zucht
) /
raub
; insofern auch ›nächtliches Verbrechen‹ (generell);
vgl.
1
 1,  1.
Bedeutungsverwandte:
im Orientierungsfeld mit  1,  12,  12,  12, (auch:
notzucht
), .
Syntagmen:
n. entrichten
›an eine höhere Gerichtsinstanz verweisen‹,
dem herren weisen, dem schuldheissen klagen
;
n. an das landgericht gehören
;
j. um n. gefangen liegen, jn. um n. berufen, beschuldigen
.
Wortbildungen
nachtbrennen
(dazu bdv.:  2).

Belegblock:

Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
1, 1033, 4
(
mosfrk.
,
1458
):
der Meier hat [...]
zu entrichten alle fünferhande dinge, zu wißen diepstail, noitzucht, nachtbrant, mort und meisselwonden.
Wiese, UB Wetzlar
1, 662, 47
(
hess.
,
1349
):
Auch clagin wir, daz der greven von Solmes marschalk [...] bi nacht unde bi slafinder diet unser ingesezzin burgere nachtbranten, brantschaczeten unde in ir pherde, kuwe, viehe unde waz sie hatten, da namen.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
54, 37
(
nobd.
,
1503
/
36
):
waß man eim schultesse(n) clagt, daß ist ein ligenter mort und ist ein nachtbrant.
Ebd.
75, 22
(
1523
):
alle zentflichtige dorfer sind schuldig, die vier ruge an die zent zu brengen, das sind nemlich ein diep am seyl, ein lygend mord, ein nachtbrand und ein nothzucht.
Rennefahrt, Stadtr. Bern
298, 29
(
halem.
,
1392
):
were, das deheiner [...] beruͤffet wurde umb solich misstat, die an das pluͦt ruͦrtin, namhaft umb roͧb, umb nachtbrant, umb mort, notzog, ketzerye und duͥpstal, den sol und mag ich hanthaften.
Rennefahrt, Statut. Saanen
132, 15
;
Rwb
9, 1276
.