1
laben,
V.;
zu
mhd.
laben
›waschen, erquicken‹
(Lexer
1, 1806
).
›jn. (auch: sich) erquicken, laben, erfrischen; jn. leiblich versorgen‹; oft ütr. oder bildhaft, vor allem in religiösen Zusammenhängen; in einzelnen subst. Belegen auch i. S. v. ›Völlerei‹.
Gehäuft Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Gegensätze:
.
Syntagmen:
jn
. (z. B.
den menschen
,
die armen
/
siechen
) /
sich l., der trost jn. l., got die sele l., den geist an jm. l., js. zunge l., jn. / sich an / in
(z. B.
in Christes blute
) /
mit
(z. B.
mit essig
/
galle
/
pech
/
gelte / milch / speise / tau / wasser / freude
) /
von etw
. (z. B.
von der speise
)
l
.,
jn. in etw
. (z. B.
in nöten
,
in der krankheit
)
l
.;
jm. laben; labendes confect
;
der minnen laben
(subst.);
laben
(subst.)
an jm. üben
.
Wortbildungen:
labgeselle
,
läbler
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
2044
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Als da man labet siechen | Mit meselicher spize.
Ebd.
20396
:
Daz wir den geist an im [Got] laben | Der allez leides ein vorgiz | Ist.
Quint, Eckharts Trakt.
112, 2
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
sô der mensche lebet nâch dem bilde [...] heiliger liute und aber noch gât an den stüelen und heltet sich nâhe bî den wenden, labet sich noch mit milche.
Chron. Köln
1, 1044
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Ir etzlich als sy woren mude, | laifden sich myt irs selues blode.
Buch Weinsb.
1, 63, 35
(
rib.
,
um 1560
):
Danach reguleirte man sich, lachten den luden bedde uff das leib, lafften sei nit.
Wyss, Limb. Chron.
32, 14
(
mfrk.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
Lucifer ist bose geselle, | wen he hat, | mit beche er in labet.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
6, 25
(
hess.
,
14. Jh.
):
Den lychame kestigen, [...] den armen laben, den nakethen cleiden, den sichen wisen, [...] zu allen noten helffin, den swermutdigen trusten.
Froning, Alsf. Passionssp.
5516
(
ohess.
,
1501 ff.
):
mit essige hostu gelabet mich.
Luther, WA
16, 334, 24
(
1524-27
):
da wird inen der h. Geist gegeben, das sie wider erquickt und gelabet werden.
Ebd.
28, 700, 35
(
1529
):
So haben die Propheten one zweiffel so viel schoͤner Predigeten daraus genomen und Jre Zuhoͤrer aus diesen lieblichen Quellen gelabet und getrencket.
Ebd.
54, 493, 1
(
1546
):
Man solt mit reiben und laben nicht ablassen, thet man alles, was menschelich und můglich war, Aber es ward der leib [Luthers] jmmer kelter und toͤdlicher.
Hübner, Buch Daniel
2851
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
von irme laben | Wirt sulch geschrei entzaben.
Ebd.
4341
:
Im wart [...] | [...] | Ein ezzic unde galle | Geschenket im zu laben.
Schönbach, Adt. Pred.
3, 12
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
also wirt die sele stark und gelabet von den dingen.
Feudel, Evangelistar
104, 7
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
vater Abraham, [...] sende Lazarum daz her necze synen vyngir in dem wazzere uf daz myne czunge gelabit werde.
Strauch, Par. anime int.
104, 34
(
thür.
,
14. Jh.
):
der munt ist di uberste craft der sele, da di sele gelabit wirdit fon Gode.
Ebd.
114, 29
:
daz gelobite unse herre daz he sine schaf labin wolde uf dem berge an eime grunen grase.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
34, 65
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
mit deiner genaden tau labe sie.
Neumann, Rothe. Keuschh.
3649
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
alss si sich mit gelde wollen laben.
Gajek, Köler. Maÿen-Lust
63, 9
(
Breslau
1642
):
ein Chor von Juͤnglingen vnd Knabe͂ / Die jhre zarte Brust mit Kunst vnd Sprachen laben.
Mayer, Folz. Meisterl.
74, 138
(
nobd.
,
1517
/
8
):
O palsam schmack und pissens rüch | Dw sel lebendes confect püch.
Strauch, Schürebrand
35, 2
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
da mit [blůt] er sine getruwen snitter und arbeiter labet und trencket.
Maaler
259v
(
Zürich
1561
):
Ein gůter Laͤbgsell / der allem wollust ergaͤben ist. [...] Laͤblern / Laͤbgsell. Voluptuarius.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
345, 28
(
oobd.
,
1349
/
50
):
rôsenwazzer hât die art, daz ez kreftigt [...] und labet wider die hitz.
Bauer, Imitatio Haller
101, 4
(
tir.
,
1466
):
die werden doch getröstet von iren freünten [...] vnd werden gelabet in irer kchrankchait.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
585, 24445
;
Peil, Rollenhagen. Froschm.
92, 1558
;
166, 3783
;
Chron. Köln
2, 493, 32
;
Dedekind/Scheidt. Grob.
130, 25
;
Oorschot, Spee/Seifert. Proc.
354a, 5
;
Luther, WA
30, 2, 621, 32
;
31, 1, 583, 18
;
36, 683, 37
;
47, 222, 8
;
48, 107, 9
;
Hübner, a. a. O.
542
;
2127
;
3275
;
5223
;
Thiele, Minner. II,
7, 271
;
14, 173
;
Pyritz, Minneburg
2624
;
3533
;
Mayer, Folz. Meisterl.
8, 168
;
v. Keller, Ayrer. Dramen
915, 29
;
2206, 14
;
Vetter, Pred. Taulers
119, 9
;
Adrian, Saelden Hort
1586
;
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 206, 2
;
Diefenbach, Mlat.-hd.-böhm. Wb.
234
;
Voc. Teut.-Lat.
r viijv
;
Serranus
114r
;
Vgl. ferner s. v. ,  1.