grannen
(nobd. auch verdumpft:
-o-
),
V.;
zu
mhd.
grannen
›weinen‹
(Lexer
1, 1069
).
allg.: ›den Mund weit aufsperren‹; im einzelnen: ›jammern, klagen; vor sich hin murmeln, murren, meckern; mit jm. schimpfen (von Menschen)‹; ›spezifische Laute von sich geben, z. B. grunzen (von Tieren)‹.
Phraseme:
grienen und grannen
.
Bedeutungsverwandte:
2
 1,  2, , , , (V., unr. abl.), , , , , .
Wortbildungen:
graner
›mürrischer, grantiger Mensch, Griesgram‹,
granerei
,
granerin
,
˹
granecht
,
granisch
,
jeweils ›mürrisch, verdrießlich‹˺.

Belegblock:

Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
28, 30
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
alle monat neuen unlüstigen unflat oder granen, alle jar neues kleiden [...] muß ein jeglicher beweibter man haben.
Mayer, Folz. Meisterl.
2, 23
(
nobd.
,
v. 1496
):
Grant wie ein alter gnan.
Sachs
7, 94, 24
(
Nürnb.
1531
):
Darumb wil ich mit ir nit gronen, | Sonder wil ires alters schonen.
Ebd.
13, 254, 10
(
1557
):
Hör nur, wie der alt graner brumb.
Ebd.
14, 57, 20
(
1549
):
Was hast an dem unziffer kaufft, | Das allenthalb vol flöhe laufft, | Grandt, kifft und zancket tag und nacht?
Ebd.
14, 203, 6
(
1552
):
Kum, so gehn wir beidsamen nein | Ins hauß, da beide bulschafft wonen | Und lassn die burgers-sön drumb gronen.
Ebd.
16, 433, 17
(
1562
):
Daß es hat weder rast noch rhu | Mit innwendigem gronn und zancken.
Ebd.
21, 188, 10
(
1563
):
[ein weib ich han] Vertritt mir in meim hauß ein hund | Mit irem gronen, belln und marren, | Thut mit knechten und maiden scharren.
Ebd.
22, 519, 26
(
1550
):
Die eyffert, prumpt, grant, zanckt und kift, | [...] | Und peylet wie ain ketten-hund.
Ebd.
23, 211, 36
(
1560
):
wan er ist wanckelmüetig, | Alt, granisch, wunderlich, halb wüetig.
Bell, G. Hager
564, 2, 4
(
nobd.
,
1593
):
(sein Mutter) Granet wie ein saw imer dar.
v. Keller, Ayrer. Dramen
2954
(
Nürnb.
1610
/
8
):
Vnd wolst steth deß granens treiben, | So möcht ich nicht hinn bey dir bleiben.
Ebd.
2957, 9
:
Der alt granet vnd zenckisch dropff?
Ebd.
3093
:
Ich hab ein alten Mann, | Der [...] | [...] doch nicht anderst kan, | Als Zancken, gronen vnd kreisten.
Spanier, Murner. Narrenb.
16, 43
(
Straßb.
1512
):
Grantner / vopper / vnd vagierer, | [...] | Kürtzner / dützner / granerin, | Schlepper / schwertzner / hoͤrendt dryn. | Jn rotwelsch sind das boͤß stocknarren.
Barack, Teufels Netz
472
(
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Sin sel denn ewenklichen schritt | Waffen, grinen und granen | Und von aim tüfel zem andern zanen.
Ebd.
2551
:
So tuond si denn grinen und granen | Und zennen und wainen.
Ebd.
12254
:
So denn daz kind tuot grinen und grannen | Und wainen und zannen.
Maaler
191r
(
Zürich
1561
):
Granen / Weynen vnd schreyen wie die jungen kind.
Rot
330
(
Augsb.
1571
):
Murmurirn, vnd kurtz murrn, tosen / brumlen / widerschnellen vnd pellen / granen / doch etwas heimlich / dz man es etwo hoͤrn / doch nit volkommenlich versten kan.
Henisch
1730
(
Augsb.
1616
):
Granerey / oder wunderlicher seltzamer sinn.
Sachs
5, 12, 22
;
17, 66, 26
;
144, 25
;
189, 8
;
20, 128, 31
;
22, 454, 6
;
23, 87, 25
;
93, 23
;
240, 22
;
Goedeke, P. Gengenb.
60, 250
;
Adrian, Saelden Hort
2662
;
Niewöhner, Teichner
464, 1484
;
Henisch
1724
/25;
Martin/Lienhart
1, 275
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
153
;
Schweiz. Id.
2, 742
/3;
Schwäb. Wb.
3, 791
.
Vgl. ferner s. v. (V., unr. abl.) 12.