bringen,
(md. auch:)
brengen,
V., unr. abl.,
im Frnhd. gehäuft mit schw. Formen im Prät. und meist präfixlosen Part. Prät. – Vgl. Dammers u. a., Flexion der st. und schw. Verben.
1988
, 225f.; 477; 511.
1.
›etw. (von einem Ort / von jm.) zu einem (andern) Ort / zu jm. hin befördern; etw. (von einem Ort / von jm.) zu einem (andern) Ort / zu jm. herholen‹; auch ütr.

Belegblock:

Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden
159, 30
(
preuß.
,
1400
/
2
):
dyͤs wachs brochte uns Hennyng Demeker unser dyner von Grosen Nawgarden.
Helm, H. v. Hesler. Nicod.
4263
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Swer nach deme leite sterne stet | Mit getruwelicher andacht, | Dem wirt daz ewige liecht bracht.
Dat nuwe Boych
432, 28
(
rib.
,
1396
):
dat he dat gehauen gelt weder in die Rentkamer brengen und leueren sculde.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
621
(
Köln
1476
):
Dye in der wer da stunden ind gussen yr getruwe bloyt. | Den aemechtigen van arbeid swair brachten sy kruidt ind win.
Große, Schwabensp. 51, l,
33
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
nymt der eyn ander wip, vnde bringet eme de zů varendez gůt oder ander gůt.
Dubizmay, kurß zu Teutze
79, 4
(
hess.
,
1463
):
bringe | lichte den blinden.
Froning, Alsf. Passionssp.
1003
(
ohess.
,
1501ff.
):
Johannes heubt hole uns here: | myner tochter brenge eß und gib es ere.
Allg. Schau-Buͤhne
62, 56
(
Frankf.
1699
):
Das Geschütz brachte man ins Lager.
Koeniger, Sendgerichte
159, 30
(
rhfrk.
,
15. Jh.
):
der molner sall komen mit sinen knechten und bringen [...] von iglichem ussraide eyn sidmer habern und eyn hune.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
169, 18
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Grymminer gesach konnig Karls swert / das nam er vnd bracht es konnig Ludwig.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
274, 40
(
thür.
,
1474
):
hat her dy [wyne] met yrer gunst unde willen zcu yme in syne behusunge gebracht.
Schönbach, Adt. Pred.
29, 26
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
und vurderet dich zu guten werken die dich brengen zu himelriche.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
24, 20
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
czu den [bayorn] muz man brengin alle hunde unde di pfert di vorlorn sint.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
4, 13
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
den mantel und den erenkranz brachte sie ganz unzerissen und unvermeiligt mit ir unz in die gruben.
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
120, 30
(
nürnb.
,
1464
/
75
):
und solich gelt dann der stat paumeister prengen und mit im abrechen und das getrewlich überantwörten.
Mayer, Folz. Meisterl.
100, 205
(
nobd.
,
um 1480
):
brengt mir die absolucion und gnad.
Sachs
17, 305, 24
(
Nürnb.
1562
):
Ich muß den wein und auch das essen | Den Mönnichen bringen zu fressen.
Lauchert, Merswin
35, 5
(
els.
,
1352
/
70
):
gang durch dise túrre in min kamer vnd bring vns den lebekvchen.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
13, 31
(
els.
,
1362
):
do ging er in die stat vnd twang die kristen lute das su den apgoͤtten soltent ir opfer bringen.
Sappler, H. Kaufringer
13, 37
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
so sült ir mir zwen stockzan | pringen aus dem halse sein.
Müller, Welthandelsbr.
177, 38
(
schwäb.
,
1506
):
Man bringt auch aus Kathalonia vill weisser glidert fell gen Jenua.
Chron. Augsb.
8, 132, 15
(
schwäb.
, zu
1561
):
und seind gar wenig neuer wein alher bracht worden.
Stackmann u. a., Frauenlob
7, 6, 7
(
alem.
, Hs.
14. Jh.
):
Got brachte uns minne reine.
Lemmer, Brant. Narrensch.
45, 11
(
Basel
1494
):
Wer mit můtwill jn brunnen springt | [...] Schryg vast / das man eyn seil jm brecht.
Bernoulli, Basler Chron.
5, 386, 17
(
alem.
,
1522
/
45
):
Doch so brocht man nut dester minder narung in die statt.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
130, 5
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Ein pock gar alt hiess sy zue hand ir pringen.
Munz, Füetrer. Persibein
116, 5
(
moobd.
,
1478
/
84
):
man pracht dem hellden pfärd vnd reich gewannde.
Leidinger, V. Arnpeck
637, 3
(
moobd.
,
v. 1495
):
der abt von Rockenburg [...] hat von Rom pan und acht pracht.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
92, 3
(
tir.
,
1464
):
das si die mënschen vmprëchten vnd das si den raub vnd das guet prëchten.
Wopfner, Bauernkr. Tirol
18, 25
(
tir.
,
1521
):
den zinsleŭtn, so sy ire zins in das ambthaus bringen.
Bastian, Runtingerb.
2, 102, 23
(
oobd.
,
1389
):
Das gelt praht mir Widenman, sein chnecht.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
59
(
mslow. inseldt.
,
1537
):
darneben sol alles verkauffen allerleÿ ding frue auff den marck gepracht.
Piirainen, Stadtr. Sillein 42, r,
21
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
vich daz der hirt in daz dorf nicht pracht hot.
Rechn. Kronstadt
3, 490, 18
(
siebenb.
,
1550
):
Sonabent nach Jacobi hot man 40 dyl pracht in die Stat scheŭr.
Tiemann, a. a. O.
153, 8
;
156, 31
;
162, 1
;
169, 24
;
Williams u. a., a. a. O.
396, 10
;
438, 19
;
640, 25
;
Roloff, Brant. Tsp.
583
;
1273
;
2331
;
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
131, 15
;
132, 21
;
139, 9
;
230, 15
;
344, 2
;
344, 33
;
394, 33
;
Schlosser, H. v. Sachsenh.
426
;
1759
;
1849
;
3040
;
Dirr, Münchner Stadtr.
113, 24
;
146, 25
;
206, 26
;
218, 18
;
442, 25
;
Munz, a. a. O.
63, 7
;
287, 5
;
487, 1
;
490, 4
;
Qu. Brassó
4, 22, 32
;
222, 22
;
5, 427, 41
;
428, 35
;
428, 38
;
Dasypodius
325v
;
Serranus
43v
;
Maaler 77v-
78v
;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 26
f.;
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 68
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 17
;
Göpfert, Wb. Katechismus
51
;
Dietz, Wb. Luther
1, 346
f.;
Preuss. Wb. (Z)
1, 805
;
Crecelius
1, 1
;
Shess. Wb.
1, 1117
f.;
Bad. Wb.
1, 326
;
Schwäb. Wb.
1, 1420
f.;
Schweiz. Id.
5, 637
f.;
Öst. Wb.
3, 867
;
960
f.;
Vorarlb. Wb.
1, 451
;
Rwb
2, 507
f.
2.
›(einen Menschen) an einen bestimmten Ort / zu jm. bringen, geleiten‹.

Belegblock:

Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
13261
(
rib.
,
1444
):
Bereide dich, ich wil mit dir wringen Ind dich balde zo bedde bringen.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
936
(
Köln
1476
):
Irer burger zween ind eyn knecht | Wurden dem stoultzen hartzong brecht, | Geuangen dayr myt machten.
Große, Schwabensp. 67, l,
30
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
wirt auer daz kint zůr kirchen gebracht.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
942
(
mrhein.
,
um 1335
):
herre, do bringen wir dir einen man, | der alle werlet virleiden kan.
v. Keller, Amadis
415, 2
(
Frankf.
1571
):
sie hieher zween Ritter bringen vnd füren wölle.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
118, 29
(
rhfrk.
,
um 1435
):
gebent vns uwer dochter / so wollen wir sy brengen konning Karle in Franckerich.
Luther, WA
30, 3, 373, 23
(
1531
):
Hie komen sie und brengen jhn, den guten gesellen.
Quint, Eckharts Pred.
2, 317, 4
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
ganc heim, brinc mir dinen man.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. M.
8, 16
(
osächs.
,
1343
):
Dô iz abir âbint wart, dô brâchten si ime manige di da tûfele hatten.
Mone, Adt. Schausp.
2, 325
(Hs.˹
omd.
,
1391
˺):
brenge mir den schůster mit der ole, | den altboßer mit der sole.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
162, 2
(
Nürnb.
1548
):
da die Eltern das kind Jesum in den Tempel brachten.
Dietrich. Summaria
18r, 21
(
Nürnb.
1578
):
da brachten sie zu jm einen Gichtbruͤchigen / der lag auff einem bette.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
319, 18
(
els.
,
1362
):
Hie von gebot der keyser men solte sant Johannes gen Rome fúr in bringen.
Roloff, Brant. Tsp.
1035
(
Straßb.
1554
):
Gang hin und bring deren ein mir | Das ich verhoͤr der selben schier.
Sappler, H. Kaufringer
11, 174
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
pring pald her | den pfarrer zuo dem maister dein.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
1, 344, 25
(
schwäb.
,
1666
):
da arme leut gegen Holenstain gebracht oder gefiert werden, so sollen die söldner dieselbige erhalten.
Bernoulli, Basler Chron.
4, 202, 3
(
alem.
,
1446
):
das sy wol 35 buren brochtent und vil gůtz.
Mollay, H. Kottanerin
9, 9
(
moobd.
,
1439
/
40
):
man prachte im sein Juͤngste tochter, frawn Elyzabethen mit irm hofgesind hin ab gen Prespurg.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
126, 1
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Den künig man ir prachte.
Weber, Füetrer. Poyt.
345, 5
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Poytislier, der uil küen vnnd vnuerzait, | der het mit im dar pracht ain solich here.
Turmair,
5, 511, 4
(
moobd.
,
1522
/
33
):
zu Vohburg warden si bekant und von den paurn angenomen und gên Inglstat bracht.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
90, 20
(
tir.
,
1464
):
Vnd in der zeit da pracht man ain weib in die chirchen.
Piirainen, Igl. Bergr. 40, b,
14
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
brinngt Sy der Richter desselbenmal haim in sein gericht.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
6, 23
;
22, 7
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
184, 22
;
203, 23
;
253, 20
;
269, 4
;
Dinklage, Frk. Bauernweist.
47, 23
;
80, 21
;
95, 19
;
Williams u. a., a. a. O.
141, 31
;
758, 17
;
Schlosser, H. v. Sachsenh.
611
;
2259
;
3655
;
Fichtner, a. a. O.
42, 3
;
80, 6
;
162, 1
;
220, 7, 224, 3
;
224, 6
;
387, 5
;
510, 7
;
534, 1
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
18, 3
;
104, 30
;
Weber, a. a. O.
315, 5
;
319, 5
;
322, 7
;
Munz, Füetrer. Persibein
308, 3
;
309, 5
;
419, 5
.
3.
›jn./etw. in einen bestimmten (anderen) Zustand versetzen‹.
Syntagmen:
etw. an den tag / das liecht, auf die ban b., jn. in acht / confusion / gewalt / pein / ordnung, in leid b., etw. in eine andere sprache b
. ›übertragen, übersetzen‹,
etw. in eine summe b
. ›addieren‹,
jn. zu friede / schaden / tode, zu eren / schande / sünde, zu ende / grabe / recht b
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
5, 750, 7
(
preuß.
,
1524
):
das durch beder personen rat und thun s. f. g. und das gantze land zu disem abfar gebracht ware.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
7962
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Alles daz ie gruene wart, | Wen her die vorworchten art | Von menschlichem geslechte | Brachte wider zu rechte.
Große, Schwabensp. 107, a,
14
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
man bringet in wol dar nach zů deme dinge in de achte.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
901
(
mrhein.
,
um 1335
):
Doch bringen ich in in soliche not | bit geiseln vnd bit ruden.
Anderson u. a., Flugschrr.
15, 4, 34
([
Worms
1521
]):
dañ er hat sy alle erschlagen / vertriben vñ auch zum todt bracht.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
122, 24
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Myn husfrouwe hat mich bracht zu grossen schanden.
Froning, Alsf. Passionssp.
225
(
ohess.
,
1501ff.
):
hyrumb wel ich keyn ruwe gewynnen, | ich brenge en dan zu der groisße pynn.
v. Keller, Amadis
5, 20
(
Frankf.
1571
):
daß gleich gedachter history angeneme, fürtreffentliche belustigung mich dahin gedrungen vnd getrieben, dieselbige auß Frantzösischer in vnser angeborne Teutsche Sprach [...] zubringen vnd zu tranßferiren.
Quint, Eckharts Trakt.
412, 3
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Disiu unbewegelîchiu abegescheidenheit bringet den menschen in die grœste glîcheit mit gote.
Neumann, Rothe. Keuschh.
4651
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
da wil her [tuvel] nummer abe gelasse, | her brenge dan den menschen zu valle.
Sermon Thauleri
16r, 13
(
Leipzig
1498
):
Ich bin nicht kōmen auff ertreich fride tzu brengenn sunder das schwert.
Anderson u. a., Flugschrr.
1, 7, 2
(
Leipzig
1520
):
wie ich daz mit hulff gottes [...] an das licht bringen wil.
Opitz. Poeterey
57, 14
(
Breslau
1624
):
wann wir die eigentlichen namen der Goͤtter vnd anderer sachen / als Jupiter [...] in vnsere sprache braͤchten / wuͤrde sie nicht von allen verstanden werden.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
18, 9
(
omd.
,
1487
):
Swerlich werden dÿ dingk zcu einem gütten ende bracht welche einen boßen anfangk gehabt.
Reissenberger, Väterb.
17628
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Damit er wolte erschrechen in | Zu vorhten brengen sinen sin.
Henschel u. a., Heidin
1863
(
nobd.
,
um 1300
):
Wer sol mir vrevde bringen.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
129, 19
(
Nürnb.
1548
):
durch solchen anfang bringts der boͤß feynd dahin / dz letzlich die hertzen sich trennen.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 57, 19
(
Nürnb.
1631
):
Der Apffelbiß bracht sie [Eva] zum Todt.
Roloff, Brant. Tsp.
200/3
(
Straßb.
1554
):
Die hant mich brocht in not und leit | Was ich solt haben vorhin betracht | Das hab ich hinlaͤßlich veracht | Hatt mich inn angst und kummer bracht.
Brandstetter, Wigoleis
223, 39
(
Augsb.
1493
):
Ich bin nit kommen land vnd leüt zuo betrueben, besunder von betruebtnuß erheben vnd zuo freüden bringen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 48, 14
(
Augsb.
1548
):
Fragen und leeren / Bringt manchen zů ehren.
Lemmer, Brant. Narrensch.
20, 24
(
Basel
1494
):
Achor behielt das nit was syn | Vnd brocht dar durch das volck jn pyn.
Lauater. Gespaͤnste
27v, 3
(
Zürich
1578
):
Vff soͤmlichs verhofft der Supprior / er woͤlt alles dz widerumb zů eeren bringen.
Wedler W. Burley. Liber
31r
(
moobd.
,
v. 1452
):
Dieselb kunst hat Apuleius von Kriehisch zu dem ersten zu Latein pracht.
Weber, Füetrer. Poyt.
244, 7
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Dy maget hetten fleis auch zu den dingen, | wie sie dy auserwellten man | wider zu leibes krefften möchten pringen.
Turmair,
4, 16, 14
(
moobd.
,
1522
/
33
):
das heilig römische reich in abfal bracht ist worden durch anrichtung der römischen geistlikait.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
87, 23
(
tir.
,
1464
):
das er die selbigen menschen [...] prëcht in grössere feintschaft vnd neid wider den heiligen pischholf.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
430, 11
(
oobd.
,
1349
/
50
):
daz puoch, daz ich auz der latein in daz däutsch hân prâcht.
Klein, Oswald
20, 26
(
oobd.
,
1431
/
2
):
wer hat dich das gelart, | das du mich pringst in sendes mart.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
14, 31
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
er versprach [...], das ganntz lanndt Pehaym zw cristenleichen gelauben ze pringen und die ketzerey gantz aussrewten.
Piirainen, Stadtr. Sillein 37, r,
9
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
do allez daz vol endet waz daz dich czu dem tode moͤchte prengen.
Froning, a. a. O.
239
;
3231
;
3425
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
164, 13
;
211, 26
;
304, 22
;
Langen, Myst. Leben
155, 23
;
157, 13
;
159, 2
;
174, 15
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
14
;
104
;
134
;
137
;
141
;
156
;
Reichmann, Dietrich. Schrr.
131, 1
;
197, 20
;
213, 33
;
Roloff, a. a. O.
894
;
2139
;
Sappler, H. Kaufringer
13, 188
;
16, 9
;
18, 201
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
20, 19
;
38, 29
;
46, 18
;
210, 30
;
Turmair
4, 308, 11
;
340, 12
;
750, 15
;
682, 4
;
886, 20
.
4.
phras.:
ein kind (zur welt) bringen
›ein Kind gebären‹.
Bedeutungsverwandte:
 1.

Belegblock:

v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
10, 6
(
thür.
,
1421
):
so gewonnen sie kynder unde brachten der als zwei ader drey uff eyn mal zu der werlde.
Dienes, E. Gros. Witwenb.
47, 24
(
nürnb.
,
1446
):
dor v̈mmb so wil ich, das die iüngern witwen schülen wyder man nemen, kynder brengen vnd geperen.
Loose, Tuchers Haushaltb.
177, 18
(
nürnb.
,
1506
):
mein tochter [...] hat einen sun pracht.
Ebd.
127, 21
:
als ir fraw gelegen und eine tochter gepracht het, gewan sie das pettenprott.
Wunderlich, Fierrabr.
5, 2
(
Simmern
1533
):
der groͤste Rieß / so ye von eynichem Frawenbild zur wellt was gewunnen vnd bracht worden.
Maaler
78v
(
Zürich
1561
):
Bringen / Gebaͤren / Ein kind bringen.
5.
häufig in Verbindung mit
vol
und
zu wege
, ›etw. hervorbringen, vollbringen, bewirken‹.
Syntagmen:
den argwon / kummer / nachteil / nutzen / reichtum / schaden / schmerz, die bürde / frucht / gerechtigkeit / hofnung / kraft / lust / scham / schande / sünde / traurigkeit / unseligkeit, das abenteuer / gebresten / glük / hindernis / leid / ungemach b
.

Belegblock:

Buch Weinsb.
2, 272, 19
(
rib.
,
1574
):
Diss, wa es wal getain, ist durch allein zu wege pragt mit mohe.
J. W. von Cube. Hortus
80, 20
(
Mainz
1485
):
Bitumen iudaicū [...] brenget den frauwen yre zyt menstruū genant.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
60, 18
(
Frankf.
1535
):
Des tugent ist das er den blůtfluß bringet.
Quint, Eckharts Pred.
1, 11, 2
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
diz enist niht bœse, und doch bringet ez hindernisse in der lûtern wârheit.
Luther, WA
35, 419, 3
(
1524
):
Das land bringt frucht und bessert sich.
Mathesius, Passionale
49v, 28
(
Leipzig
1587
):
Sein Vaterland vnd Heimath Nazareth bringet nichts guts.
Logau. Abdank.
167, 15
(
Liegnitz
1651
):
FRIEDE / bringt Reichthum.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
23, 24
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
ir müßet getreulicher raten, sol euer rat icht nutzes bringen.
Keil, Peter v. Ulm
126
(
nobd.
,
1453
/
4
):
so salb er sich mit der salben die hitze pringet.
Gille u. a., M. Beheim
21, 13
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Und plu die erd und pring ach grunes chraut, das sam und gute frucht pring der gerechtikeite.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
64, 12
(
els.
,
1362
):
Bringet dir das keinen schaden, so wil ich glŏben, das din got ein geworre herre vnd got ist.
Fuchs, Murner. 4 Ketzer
4418
(˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
Allein schrib ich zů strof vnd schand | Denen, die dises übel hand | Byebisch vnd ketzrisch fürhaͤr bracht.
Roloff, Brant. Tsp.
519
(
Straßb.
1554
):
Das glück laufft umb glych wie ein rad | Dann bringt es lust / dann bringt es schad.
Wickram
4, 15, 11
(
Straßb.
1556
):
was er durch eygne person nit kund oder mocht zů wegen bringen / da richt er seine knecht [...] an.
Fischer, Eunuchus d. Terenz
24, 3
(
Ulm
1486
):
das es dir in solcher wys smertzen brechte als mir.
Heydn. maister
7r, 14
(
Augsb.
1490
):
Du solt nit wainen / dann waynen kein nucz pringet.
Schmidt, Rud. v. Biberach
18, 12
(
whalem.
,
1345
/
60
):
daz rvͥwiget vnd vol bringet manigvaltikeit aller begirden in eines.
V. Anshelm. Berner Chron.
4, 242, 11
(
halem.
,
n. 1529
):
doctor Sylvestern Prierat, hies illends wasser ufschuͤten, das aber nit me bracht, dan so man kalt wasser in badstubenofen schuͤtet.
Dirr, Münchner Stadtr.
333, 25
(
moobd.
,
1340
):
die ez mit irer tumphait darzů pracht habent, daz in ir frewnt, die ir pfleger warn, ir gůt vor gericht angewinnent.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
43, 22
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Als aber der fürst seiner flucht innen ward, erst gedacht er unzweiflich, er hette die miszhandlung volpracht.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
107, 32
(
oobd.
,
1349
/
50
):
daz wahsen pringt der stern kraft.
Klein, Oswald
36, 1
(
oobd.
,
1431
/
2
):
Zwar alte sünd pringt neues laid, | des wird ich tëglich innen.
Langmantel, Schiltb. Reiseb.
88, 8
(
oobd.
,
n. 1427
):
der mensch pring mer sünde mit müßgen, dan mitt arbaitten.
Piirainen, Igl. Bergr. 26, b,
13
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
daz er daz wasser benÿmet vnd bringet whindt.
Roloff, a. a. O.
528
;
1331
;
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
90, 34
;
95, 16
;
217, 5
;
340, 7
;
Schlosser, H. v. Sachsenh.
3144
;
6371
;
5520
;
Bauer, Geiler. Pred.
98, 13
;
463, 25
;
465, 4
;
Spiller, a. a. O.
112, 22
;
203, 29
;
210, 19
;
242, 14
;
Pfeiffer, a. a. O.
118, 18
;
138, 14
;
179, 5
;
287, 35
;
376, 6
;
421, 33
;
Klein, a. a. O.
2, 21
;
16, 43
;
27, 19
;
43, 36
;
47, 32
;
58, 39
;
58, 40
;
87, 30
;
116, 36
;
Dasypodius
301r
;
Schöpper
105a
;
Hulsius
C ir
;
T ijv
.
6.
von Wertangaben, z. B. bei Einkünften, Geschäften, Rechnungen, ›sich ergeben, betragen, ausmachen‹.

Belegblock:

Mendthal, Geom. Culm.
42, 21
(Hs. ˹
preuß.
,
A. 15. Jh.
˺):
dy helfte wer 14, in sych gemeret brengit 196.
Ebd.
45, 4
:
dy obrige czal, dy do nicht mak eyn ganczes brengen, dy sal syn eyn czeler der teyle.
Ries, Rechenb.
E 8r, 8
(
Erfurt
1522
):
solch teyl soln die vberigē gropfen vnnd teyl brengen der halbenn.
Müller, Grafsch. Hohenb.
1, 185, 4
(
schwäb.
,
1394
):
daz pringt an ainer sum 33lb. h.
Maag u. a., Habsb. Urbar
2, 1, 661, 8
(
alem.
,
um 1380
):
Die summ des geltes alles [...] bringet 3420 guldin.
V. Anshelm. Berner Chron.
3, 402, 18
(
halem.
,
n. 1529
):
Hierum, wie wol ir kost und arbeit vil me brächte, dennocht woͤllids erbotne bzalung annemen.
Fuchs, Kart. Aggsbach
185, 26
(
moobd.
,
1403
):
das uns die summe desselbn ungelts, was die jêrlich bringet, nicht abgeczogen, noch abgeraittet werde an der summe.
Zingerle, Inventare
175b, 27
(
tir.
,
1420
):
dennoch pringt daz ẏbrig v marck minus ii gr., daz der Berchtold ingenommen hat.
Bastian, Runtingerb.
2, 20, 13
(
oobd.
,
1391
):
Suma uberai, daz ich meinem aidem wezalt han, pringt 200lb. dn. R., der ich im schuldig waz ze heiratgůt zu meiner tochter.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
137, 6
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
wan zwo huldigung nur im lanndt Kernndten hyetten 14 tausent gulden pracht.
Bastian, a. a. O.
2, 32, 3
;
49, 10
;
85, 10
;
352, 2
;
Schmid, R. Cysat
6, 15
.
7.
in Verbindung mit
von
›jn. von jm./etw. abbringen, lösen, befreien‹.
Bedeutungsverwandte:
, , .

Belegblock:

Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
1237
(
rib.
,
1444
):
Moecht yr sij so brengen van yren gebrechen.
Schwartzenbach,
A vjr
(
Frankf.
1564
):
Abschwatzen. Abschmeicheln. Abzentzeln. Etwas mit zentzeln [...] von einem bringen.
Froning, Alsf. Passionssp.
7393
(
ohess.
,
1501ff.
):
uns kan auch nymmants dovon brengen! | mer woln von em sagen und singen.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
86, 22
(
Nürnb.
1548
):
Den̄ wie wir erfarn / kan man solche leut / mit mühe vn̄ arbeit von jren gedancken bringen.
Bachmann u. a., Volksb.
8, 36
(
alem.
,
15. Jh.
):
do ward sin ungehab als groß, daz man forcht, er tet sim selb den tod an; wan dar ab kond in niemen bringgen.
Maaler
8r
(
Zürich
1561
):
Einen von seinem fürnemmen Abtrüllig machen / Von seiner meinung bringen.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
100, 24
(
tir.
,
1464
):
Der selbig pös chëczer [...] möcht auch sein hant nicht prinngen von dem swërt.
8.
in Verbindung mit
um(b)
›jn. um etw. bringen, jm. etw. wegnehmen, jn. berauben‹.
Syntagmen:
jn. umb ere / leib / leben / sele / zerung b
.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus
2, 88, 10
(
Frankf.
1557
):
Auff das sie nit etwan ein Knaben | Zu jr ließ kommen in der Nacht, | Damit wurd vmb jr Ehre bracht.
Perez, Dietzin
1, 316, 13
(
Frankf.
1626
):
die Trunckenheit bringt den Menschen vmb die Gab seines Verstandts.
Froning, Alsf. Passionssp.
4897
(
ohess.
,
1501ff.
):
und brenget en myt falschheyt umb syn leben.
Göz. Leichabd.
248, 9
( 
Jena
1664
):
daß ein Kind seine Eltern / die es zum Himmel erziehen sollten / selbselbst um den Himmel bringet.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
25, 34
(
omd.
,
1487
):
Szo ehliche lewte, eins das ander vmb sein leben woltt bringen.
Ebd.
71, 34
:
den gemeinschafft vnzcuchtiger frawen manchen man vmb leÿp vnd sele gut vnd ere bracht haben.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 203, 10
(
Nürnb.
1631
):
Der jetzundt dunckt sein Handt herein, | Der hilfft mich bringen vmb mein Leben.
Sappler, H. Kaufringer
14, 708
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
des engulten si doch ser, | die si prachten umb ir er.
Lemmer, Brant. Narrensch.
56, 62
(
Basel
1494
):
Vnd vnderwil syn naͤchsten fründ / Die bringen jnn vmb syn gewalt.
Turmair
1, 183, 30
(
moobd.
,
1529
):
so man [...] die armen witib und waisen umb das ir bringt.
9.
in Verbindung mit
wi(e)der
›etw. wieder-, zurückbringen‹; auch ütr.

Belegblock:

Dubizmay, kurß zu Teutze
17, 11
(
hess.
,
1463
):
Durch dich | bringet er wider die verloren | sind.
Helm, Maccabäer
8090
(
omd.
/
nrddt.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
von vil notdurftigen sachen | solde er im kundic machen | und also sich niht verlengen | antworte im wider brengen.
Dirr, Münchner Stadtr.
255, 3
(
moobd.
,
um 1310
/
2
):
Swer einer urtail dinget und dar nach sweret, als unse herre, der hertzog, gesetzt hat, der sol auch diu her wider pringen.
10.
in Verbindung mit
an, auf, zu
›etw. (z. B. ein Erbe) an jn./sich bringen, in Besitz nehmen‹.

Belegblock:

Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
26, 29
(
thür.
,
1474
):
so hat Herman Keser syne gerechtikeyt der gutter gebracht unde geerbeth uff Nigkeln Keser synen son.
Ebd.
79, 36
:
ist darnach der bruder eyner, dy die gutter [...] zcu sich gebracht hatten, vorscheyden.
Küther, UB Frauensee
393, 41
(
thür.
,
1530
):
umb den hoff zum Espeß, den er newlicherweise an sich erkaufft hat und an sich pracht, nie so hefftigk geweret worden ist also itzo beschicht.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
126, 5, 11
(
schles.
,
1384
):
alle varnde hawe vnde beret gelt, daz petir Briger czu ym brocht hat.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
46, 6
(
Bamb.
1507
):
der hat ein redlich anzeygung [...] wider sich, dweil er nit aussfundig macht, das er solche guter vnwissend des vnrechten herkomens [...] an sich bracht habe.
Heydn. maister
17r, 21
(
Augsb.
1490
):
wellicher ein sicherer Tyrann vnd herscher sein woͤll / sold dz mit gutwillikeit nit mit dez schwert an sich prı̄gen.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
220, 15
(
moobd.
,
1478
/
81
):
die [marggrafschaft] vor edel leut zu Schwaben in versatzung gehabt und Hertzog Jörgen von denselben vergunt wardt zu lösen und an sich zu bringen.
Bastian, Runtingerb.
2, 19, 1
(
oobd.
,
1390
):
so sol meiner vorgenantten wirttyn volgen und werden voraus alles das, das sy zu mir praht hat.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
21, 1
(
mslow. inseldt.
,
1568
):
das er dz Stück Weingartn Zue seinem möcht bringen, darinnen er gehandlt.
11.
häufig in Verbindung mit
an
›etw. (vor Gericht) vorbringen, beweisen‹.

Belegblock:

Thür. Chron.
20v, 26
(
Mühlh.
1599
):
Er wolte aber solches erst an seine Raͤthe bringen / vnd ihm darnach Antwort geben.
Behrend, Magd. Fragen
67, 18
(
omd.
,
um 1400
):
Ab sich eyn man vormisset, bewiszunge czu brengen usz gehegetem dinge.
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
233, 4
(
nürnb.
,
1464
/
75
):
wenn wir uns dann also einer zeit vereinen, do preng ich das an ein ratt, das ein ratt auch sein willen darzu geb.
Roloff, Brant. Tsp.
92
(
Straßb.
1554
):
Das ich mein klag für Hercules braͤcht.
Dirr, Münchner Stadtr.
341, 1
(
moobd.
,
1340
):
swederm ez dann vor gesetzt ist, der sol daz pringen mit zwain erbern mannen zů im, die dez mit im swernt.
Hör, Urk. St. Veit
129, 7
(
moobd.
,
1381
):
was sy an ew bringen das ir in hilfleich vnd fuͤderlich darinne seyt.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
39, 20
(
m/soobd.
,
16. Jh.
):
Welich die wären, die meim herrn von Admunt grunt, wald, gesuech und holz hindan komen liessen und das nicht an die herschaft brächtn, sind leib und guet verfallen.
Zingerle, Inventare
68b, 29
(
tir.
,
1484
):
hab das in der rayttung an meins gnëdigisten hern rëtt bracht.
Piirainen, Stadtr. Sillein 148, r,
35
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
gener prenge auch so getane rede dy ym helfende sey.
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 121
f.
12.
in Verbindung mit adv. Bestimmungen, z. B.
an den tag, an das licht, zu markt
›etw. öffentlich, bekannt machen‹.
Bedeutungsverwandte:
(s. v.  25),  1,  2, (s. v.  1),  2, , , ; vgl.  15.

Belegblock:

Schöpper
32a
(
Dortm.
1550
):
Notum facere Offenbarn eroͤffnen verkuͤnden kundt thun zu erkennen thun ansagen zu wissen thun ans liecht bringen an den tag legen.
Luther, WA
51, 656, 317
(
um 1335
):
Er kans nicht zu marckt bringen.
v. Groote, Muskatblut
79, 28
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
nu flůch dyne nageburen | die smeichafft sint vnd ir kint | leren heymelichen losen | vnd alle ding brengen zů mer.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
65, 11
(
Bamb.
1507
):
damit solche warzeychen vnd vmbstende von demjhenen, der ein mysstat bekent hat, bracht werden, die kein vnschuldiger wissen oder sagen kan.
Anderson u. a., Flugschrr.
25, 2, 6
([
Augsb.
1522
]):
dz er von seinen forgengern verlassen ist / die jm dz goͤtlich wort nach seim verstand nit recht an tag brachten.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
29, 17
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Denselben irrern will ich dise ding zu licht pringen.
13.
in Verbindung mit
darzu, dahin
, mit denen auf ein bestimmtes Ziel hingewiesen wird, ›jn. zu etw. bewegen, veranlassen, zwingen‹.

Belegblock:

Froning, Alsf. Passionssp.
193
(
ohess.
,
1501ff.
):
den wel ich darzu brengen gar trode, | das hie synen meynster sail vorradden.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
241, 28
(
thür.
,
1474
):
darczu er yn nu ane gerichtishulffe nicht brenge moge, daz er yn des vollen entnemen wolde, als er yme geredt hat.
Leman, Kulm. Recht
2, 3, 151
(
Thorn
1584
):
so mag der dy yrsten tzwene myt gerichte dortzu brengen das sy mussen sweren das sy rechte schult gevordirt haben.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
233, 31
(
Nürnb.
1548
):
so sol es doch der Sathan dahin nit bringē / das er den glaubigē das wort [...] wider auß dem munde reissen.
Schottenloher, Flugschrr.
71, 7
(
Landshut
um 1523
):
Junckher, ich wolt, das ir meinem herrn ains darauff brecht, das er es auch thet, dy schelmen verjagte.
Grosch u. a., a. a. O.
239, 25
;
240, 36
;
285, 18
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 122
.
14.
›etw., z. B. eine Nachricht, überbringen‹.

Belegblock:

Herborn u. a., Rechn. Jülich
67, 10
(
rib.
/
snfrk.
,
1398
/
9
):
omme boitschaffen wille, die he den kuchenmeister wederomb brengen soilde.
Thür. Chron.
22r, 25
(
Mühlh.
1599
):
der Ritter brachte Koͤnig Ermefrieden die gute Botschafft.
Behrend, Magd. Fragen
211, 7
(
omd.
,
um 1400
):
unnser vorfaren habenn es von ansetzunge der stadt ann unns so gebracht.
Jahr, H. v. Mügeln
1470
(
omd.
, Hs.
1463
):
ich wach an gottes herzen pfort, | das nimant kummen mak darin, | er brenge dann das zeichen min.
Chron. Augsb. 1, 82 A
5
(
schwäb.
, zu
1388
):
einem boten gen Nurnberg der einen brief braucht von der richtung.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
3327
(
schwäb.
,
1453
):
Ich hoff, sie bringen gůtte mer.
Weber, Füetrer. Poyt.
37, 5
(
moobd.
,
1478
/
84
):
ich wil et ware chunde mit mir prinngen.
Hampe, Ged. v. Hausrat
3, 11, 5
(o. O.
um 1480
):
So langk biß man ym bringt die mer | Ob es ein sye sey oder ein ehr.
15.
›etw. aufschreiben, zu Papier bringen‹.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
5, 541, 6
(
preuß.
,
1508
):
das er dan also in ein vorzeichnus prengen sall.
M. Cunitia. Ur. Prop.
234, 42
(
Öls
1650
):
dann solches genaw in eine so kurtze Tabel zu bringen / seh‘ ich noch keine moͤgligkeit.
Winter, Nöst. Weist.
2, 759, 26
(
moobd.
,
E. 17. Jh.
):
wann die wahlen ordenlich ergangen, solche aufs papier bringen und der [...] oberkeit der herrschaft Garsch anhändigen.
Zingerle, Inventare
53a, 24
(
tir.
,
1495
):
ime dasselbig [...] inuentuarypuechl abzeschreiben vnd in ain gleichlauttendt vidimus zepringen.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
23
(
mslow. inseldt.
,
1492
):
deß czu vrkundt vnnd saczung habenn wir dÿ pergrecht all czw som In Ein Swm ader tractat geprocht.
16.
phras.:
es einem bringen
›jm. zutrinken, die Freundschaft beweisen‹, indem man den Krug, aus dem man selber trinkt, dem anderen mit der Einladung zuweist, auch daraus zu trinken.

Belegblock:

Bobertag, Schwänke
253, 20
(
Frankf.
1565
):
wann euch einer ein bringt, so sehet für allen dingen das jrs fein rein außtrinkt.
Müller, Nördl. Stadtr.
305, 35
(
schwäb.
,
1515
):
das nunhinfüran niemands [...] in des heiligen reichs und unser stat Nördlingen dem andern mer zutrink weder durch anraitzung redens, pringens, sechens.
Adomatis u. a., J. Murer. B
4064
(
Zürich
1559
):
Wolan min herr ich bringens üch.
Turmair
4, 967, 21
(
moobd.
,
1522
/
33
):
wan der Teutschen potschaft in das römisch reich kam, so bracht er in‘s, trunk inen zue, saufet si vol.
Schmeller/F.
1, 361
.