auslösen,
V.
1.
›etw. (z. B. einen Mechanismus) auslösen, etw. in Gang bringen‹.

Belegblock:

Schwäb. Wb.
1, 487
(a.
1617
).
2.
›jn. befreien; etw. (z. B. Wild) aus der Schlinge nehmen‹; als Synekdoche: ›etw. stehlen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
56, 11
(
m/soobd.
,
16. Jh.
, Hs.
2. H. 17. Jh.
):
ob ainer indert ain andern in sein gejaigt [...] ohn ursach gieng, im wiltbrät abschuß, obfieng, außlöset, abtrueg.
Ebd.
67, 20
.
3.
›jn. durch Bezahlung seiner Schulden auslösen, befreien; jn. (auch: sich) los-, freikaufen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,  2,  1,  4,  1.
Syntagmen:
den freund a.
;
bürger jn. a.
;
sich vom Türken a.
Wortbildungen:
auslösung
1.

Belegblock:

Baumann, Bauernkr. Rotenb.
106, 16
(
nobd.
,
n. 1525
):
sollten sie dann uff iren costen hie ligen und nichtz handeln, wer es schimpflich, sollt sie dann ain rat auslösen.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
19, 27
(
mslow. inseldt.
,
1568
):
das er śich vom türcken ausgelöśt hat.
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 154, 8
;
Rwb
1, 1059/60
.
4.
›etw. (z. B. eine Geldsumme, Schulden) begleichen, bezahlen; eine Ablösesumme (z. B. für einen Schutzbrief) bezahlen; ein Pfand einlösen‹; im Handwerk speziell
jn. a.
›die Ablösesumme für js. Lehrbrief bezahlen‹.
Bedeutungsverwandte:
 12; vgl.  1,  4, .
Syntagmen:
den schuzbrief, eine müle, das erbe / gut / pfand a.
;
schuldiger etw. a.
;
der kamer a.
(ohne Akk.obj.).

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
471, 2
(
preuß.
,
1405
):
hat der vorgenante bruder Gotfrit von Hoczfeld im lande Dobrin gutere gekoufft und usgelost summa 442 ½m.
Kollnig, Weist. Schriesh.
286, 41
(
rhfrk.
,
1668
):
weil er [judt] aber deme [...] befelch zufol biß annoch seinen schutzbrief bey der churfürstlichen cammer nicht außgelöst.
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 97, 24
(
schwäb.
,
1435
/
36
):
150 lb. von Aberlin Hägellin miner herschaft zu irem tail als der ussgelöst ward.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
102, 14
(
mslow. inseldt.
,
1619
):
1619 Jśt die
[verpfändete]
Ober Müll von dem herren Palaśtj Laßlo außgelößt worden.
Ebd.
156, 20
;
Rwb
1, 1059/60
.
5.
›jn. als Gast freihalten, js. Zeche bezahlen, für den Unterhalt von jm./(vereinzelt: etw.) aufkommen‹; Spezialisierung zu 3.
Syntagmen:
einen gesandten / postillon / comitat / stand a., pferde a.
;
herre / abt / herzog / rat / stand jn.
(vereinzelt:
etw.
)
a.
Wortbildungen:
auslösegeld
›Verpflegungsgeld‹,
auslöser
(dazu bdv.: ),
auslösung
2.

Belegblock:

Dinklage, Frk. Bauernweist.
115, 21
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
wen sie das male genemen, darumb ist sie mein herre thumpro(b)st außzulossen; und ob er das nit tette, so sein sie das best pferdt dozulassen.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
106, 16
(
nobd.
,
n. 1525
):
sollten sie dann uff iren costen hie ligen und nichtz handeln, wer es schimpflich, sollt sie dann ain rat auslösen.
Chron. Augsb.
4, 460, 7
(
schwäb.
, zu
1509
):
kamen von der landschaft und clöster aller (wegen) auf das besingen [...] und ward jederman ausgelöst von den treien jungen herren.
Schwäb. Wb.
1, 487
;
6, 1562
;
Rwb
1, 1060
.
6.
›jn. aus seinem Besitz auskaufen, js. Rechte, Ansprüche auf etw. mit Geld ablösen; jn. abfinden‹.
Bedeutungsverwandte:
 2, ,
2
 4; vgl.  1,  3.
Wortbildungen:
auslösung
3.

Belegblock:

Voc. inc. teut. b
vv
(
Speyer
um 1483
/
84
):
Auslosen dy gesatztẽ recht dispẽsare vel. laubẽ.
Schwäb. Wb.
1, 488
;
Rwb
1, 1059/60
.
7.
›etw. (z. B. den Grund einer Klage) beseitigen‹.

Belegblock:

Rwb
1, 1060
(a.
1482
).