abkaufen,
V.
Rwb
1, 121
-128.
1.
›jm. etw. (z. B. Liegenschaften) abkaufen, etw. durch Kauf von jm. erwerben‹.
Rechtsgeschichtliche Texte.
Bedeutungsverwandte:
 3, ,  6, .
Syntagmen:
den acker / garten / flachs, das pferd / gut / erbe, die scheuer a., got den himel a.

Belegblock:

Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
460
(
schles. inseldt.
,
1471
):
das ÿm der polen Jan eÿn phart hette ap gekawft.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
108, 7
(
nobd.
,
um 1540
):
ob [...] ein kaufman [...] ime sein gut [...] abkauft.
Ütr. bei Anderson u. a., Flugschrr.
29, 12, 6
(
Augsb.
1524
):
ettlich gaystpolster [...] woͤllen got den hymel mit jren wercken abkauffen.
Doubek u. a., a. a. O.
735
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
77, 27
;
Skála, Egerer Urgichtenb.
123, 4
;
Mon. Boica NF
2, 1, 66, 17
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
46, 22
;
52, 8
;
2.
›sich von etw. (z. B. von rechtlichen Verpflichtungen, aus einer Abhängigkeit, aus Gefangenschaft) los-, freikaufen‹.
Rechtsgeschichtliche Texte, Chroniken.
Syntagmen:
refl.;
sich bei/von jm. a., sich mit geld/gut a., sich der leibeigenschaft a.

Belegblock:

Müller, Alte Landsch. St. Gallen
294, 11
(
halem.
,
1559
):
so einer oder mer sich der selben [libeigenschaft] abkoufen und an ander ordt und end ziechen.
Turmair
1, 267, 39
(
moobd.
,
1528
):
etlich christen, so etwaß hetten, kauften sich ab von den amptleuten.
Mon. Boica, NF
1, 326, 29
;
2, 1, 183, 19
;
Müller, a. a. O.
291, 17
;
298, 18
;
Turmair
4, 248, 22
;
944, 27
.
3.
›etw. (z. B. eine rechtliche Verbindlichkeit, finanzielle Auflage) ablösen‹.
Rechtsgeschichtliche Texte.
Bedeutungsverwandte:
 2,  4, ,
2
 4.
Syntagmen:
den zins / weizen, die erbsen, die einung, das selgeräte, leibgedinge a.

Belegblock:

Küther, UB Frauensee
287, 12
(
thür.
,
1498
):
domit sollen die obgemelten zinß widder abgekoufft erlediget und dieser brieff mit siner innhaltung crafftlos und untogelich sin.
Welti, Stadtr. Bern
117, 13
(
halem.
,
um 1400
):
wie man selgeraͤt oder ewig zins ab huͥsren ab kouffen sol.
Staub, Qu. Wien
3, 2, 2863, 9
(
moobd.
,
1418
):
dasselb leibgeding sy abgechaufft hat.
Fuchs, Kart. Aggsbach
244, 8
(
moobd.
,
1412
):
das wıͤr haben geben abczechawffen unsern holden zu Seÿterndorf den waycz und die arbaizz, die gelegen sint auf sechczehen lehen daselbs.
Welti, a. a. O.
316, 30
;
639, 12
;
Staub, a. a. O.
2888, 9
.
4.
›jn. mit Geld abfinden‹.

Belegblock:

Chron. Strassb.
1, 480, 16
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
Do künig Karle alsus hette sine vigende abegekouft und überkumen.