aufmerken,
V.
1.
›etw. schriftlich festhalten, aufzeichnen‹.
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl.  2,  3.

Belegblock:

Eschenloher. Medicus
60, 13
(
Augsb.
1678
):
[grosse Miracula] von vnsern Vorfahren [...] nicht ordentlich Verzeichnet vnd auffgemerckt.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
59, 34
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
mustrotten und zalentten das volckh und merckhten das auff.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
226, 39
(
m/soobd.
,
1494
):
daz all unsers gotshauss leute jeder mit eigem name [...] zu sainem gut aufgemerkt und mit was rechten er solh gut inhelt [...] aufgezeichnet werden.
Turmair
4, 234, 21
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Die heiligen weissagen [...] die haben all händl am ersten got zue lob und êr nachmals den nachkommen zue guet auf müessen merken und in schrift aus lassen gên.
Ebd.
5, 151, 12
:
wan im etwas, land und leuten nützes, einfiel, merkt er’s von stundan auf.
Eschenloher. a. a. O.
71, 17
;
Rot
351
;
Rwb
1, 902
;
Tarvainen, Wortsch. Unrest
1966, 74
.
2.
›etw. aufmerksam wahrnehmen, beobachten‹; je nach Sinnesorgan: ›genau hinhören‹; ›genau hinsehen‹; ›auf etw. aufpassen, achten; etw. auftragsgemäß beaufsichtigen‹; falls subst.: ›Aufmerksamkeit‹.
Bedeutungsverwandte:
 1, ,  2,  6, , I, 5, , ; vgl.  1, (V.) 1,  2.
Syntagmen:
den abgang / aufgang, das ende a.
;
j. a., das
[...]
/ wie
[...],
fürsten / könige / himmel / oren a.
; oft subst.:
a. halten / haben, sein a. geben
;
fleissiges a.
;
a. der worte
;
etw. ane a. tun.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
5. Mose 32, 1
(
Wittenb.
1545
):
MErckt auff jr Himel / ich wil reden / vnd die Erde höre die Rede meins Munds.
Chron. Nürnb.
5, 676, 13
(
nobd.
,
1504
):
das er einen freunt hat, der solt im aufmerken des handels halben.
Goldammer, Paracelsus.
4, 22, 2
(
1530
):
so merk meniglich auf, die gelupt zu halten.
Maaler
34v
(
Zürich
1561
):
Das steyssig Aufmercken auff die natur vñ die empsig betrachtung / habend vns die kunst erboren.
Ruh, Bonaventura
355, 30
(
orhein.
,
um 1480
):
got dem herren alle wegen din gebet vff opfferende mit flissigem vff mercken der wort.
Fischer, Eunuchus d. Terenz
179, 24
(
Ulm
1486
):
da was im aber so ernst auff zemercken wie es in dem hauß gieng.
Höver, Bonaventura. Itin. A,
57
(
moobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
das gesychhtt des gelaubigen, der da spehet dysew wellt, der aufmerkht den aufgank, den abgankh vnd daz endt.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
109, 34
(
tir.
,
1464
):
Da süllen auf mërkhen die jungen töchter, das si wiczig werden.
Dies., Zist.-Pred. Haller
57, 292
(
tir.
,
1466
):
der da fleissikchleichen ist aufmerkchen, was man lesen ist in der kchirchen.
Turmair
4, 372, 2
(
moobd.
,
1522
/
33
):
püecher, so man mit pesunderm aufmerken und lüsen hören mueß.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
351, 31
(
m/soobd.
, Hs.
A. 17. Jh.
):
ist denen inhabern hiemit ernstlichen auferlegt das si ir vleissig aufmerken und ahtung halten.
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 231, 27
;
Goldammer, a. a. O.
4, 56, 16
;
7, 81, 24
;
Wackernell, Adt. Passionssp. Br. II
1383
;
Bauer, a. a. O.
111, 35
;
Moscouia
B 1r, 21
;
Rot
287
;
Ulner
12
;
Dietz, Wb. Luther
1, 136
;
Rwb
1, 902
;
Bad. Wb.
1, 84
.
3.
›sich geistig, psychisch, mit seinen religiösen Kräften jm./etw. zuwenden, zukehren; Zuneigung zu jm. haben‹.
Bedeutungsverwandte
vgl.: .

Belegblock:

Kurrelmeyer, Dt. Bibel
2, 216, 8
Var. (
Augsb.
um 1475
):
sy auffmerckend den geysten der irrsale.
Warnock, Pred. Paulis
9, 279
(
önalem.
,
1490
/
4
):
es ist wol ain fúchsine conscientz: summige werch, ain seltzne und kurtze rúw, [...] das gebett on ufmerkung, die gehorsame ón andacht, das lesen on alles verston.
Ruh, Bonaventura
308, 14
(
Basel
1507
):
also thuͦt ouch das oug vnsers gemuͤts, so es vffmerckt jn dise sunderbaren ding.
Fischer, Eunuchus d. Terenz
103, 31
(
Ulm
1486
):
Wann gewonlich so ain mensch ufmercken hat zuͦ aim andern. was dann das selb ansicht dar uff wirt es auch sehen.