heimat,
(auch
heimet, heimant, heimut
)
die
;
-Ø/–
;
auch
das
;
-es/–
.
1.
›Wohnort, (ständiger) Wohnsitz; Stammsitz (einer Familie / eines Geschlechts)‹;
vgl. (
das
1.
Bedeutungsverwandte:
 2, ; vgl. , , , ,  3, .
Syntagmen:
gute h. haben, die h.
[wo]
haben
;
die h.
[wo]
sein
;
etw. in der h. verkaufen, in die h. faren / kommen
.
Wortbildungen:
heimatrecht
,
heimatwesen
.

Belegblock:

Köbler, Ref. Nürnberg
178, 15
(
Nürnb.
1484
):
Wer er aber ein gast. so soll er auch darzu schweren. vō seinem heymat oder anwesen. do er gesessen ist.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 493, 6
(
Nürnberg
1631
):
Graf Friedrich sein [S. Bennos] Vatter war, | Fraw Behela dort jhn gebahr. | Jhr Heymet Bultenberg man nennt, | Da fuͤhrten sie ein Herrenstand.
Rieder, Gottesfr.
68, 29
(
els.
,
1390
/
1402
):
do frogete sú der bobest, wo ir heimuͦte were. do sprochent die zwene lieben gottes frúnde: wir sint lange seßhaft gesin in einer stat.
Chron. Strassb.
489, 11
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
Donoch fuͦrent der keyser und die herren und stette herwiderumb iederman in sin heimuͦt.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
466, 18
(
halem.
,
1694
):
daß weder bergen, lehenguͤter, noch fuͦter hinglichen, oder einiche zuͦ diensten aufgenommen werden söllind, als solche personen, die ihres heimats und lebwesens halb glaubwürdige schein von ambtleühten und predicanten underschriben, aufweisen könnend.
Ebd.
468, 10
(
1695
):
Dargegen er aber, [...] und seine mitgezogene oder draußen erzeügende kinder, das land- und heimattrecht [...] gäntzlichen verlohren.
Schmidt, UB Halberst.
4, 3259, 329
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 140, 10
;
Skála, Egerer Urgichtenb.
252, 18
;
Gille u. a., M. Beheim
124b
, 43;
Rieder, St. Georg. Pred.
325, 4
;
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
598, 30
;
Winter, Nöst. Weist.
3, 831, 5
.
2.
›Land / Gebiet, aus dem man stammt, in dem man geboren wurde und aufwuchs; Vaterland‹;
fließender Übergang zu 1; vgl. (
das
2.
Bedeutungsverwandte:
; vgl.  3, .
Syntagmen:
die h. beschauen
;
sich der h. entziehen / trösten
;
an die h. denken, in die h. eilen / fliehen / gehen / kommen / ziehen, jn. in seine h. weisen, etw. von der h. erfaren, verre von der h. sein, ausser der h. sein
.

Belegblock:

Mathesius, Passionale
49v
, 27 (
Leipzig
1587
):
Sein
[Jesus]
Vaterland vnd Heimath Nazareth bringet nichts guts.
v. Keller, Ayrer. Dramen
2163, 27
(
Nürnb.
1610
/
18
):
Enucles sagt: | Syracusa ist das Heymet mein | Vnd bin her kommen vor sechs Jarn.
Bihlmeyer, Seuse
240, 20
(
alem.
,
14. Jh.
):
ein bilgri ilet wider hin in sin heimuͦt, da sin die geminten lieben vrúnde wartent und mit grozem jamer beitent.
Chron. Strassb.
83, 33
(
els.
,
1362
):
so were der bischof verre von sinre heimuͦte.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
1, 139, 19
(
Straßb.
1466
):
ihesus gieng aus von dann er gieng in sein haimet.
Rennefahrt, Gebiet Bern
361, 28
(
halem.
,
1621
):
diewyl er kein angenomner landtsäß, noch hinder uns erporen sye, werde er von unsern provoßen vermog ires gwalts und befelchs, als andere frömbde landtstrycher und bättler in sin heymet und vaterland gewisen.
Maaler
216r
(
Zürich
1561
):
Heimandt (das) Vatterland. Patria. Auß vnserem Heimat / Vnser landsmann.
Morrall, Mandev. Reiseb.
114, 26
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Dar umb sprich ich sicherlich daz man mag faren umb und umb die welt und wider umb kumen in sin haimet, und man findet all weg ynselen und land.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
168, 11
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Die stad ist des kaysers haymad gewesen, do ist er geporn und ertzogen worden, da ist sein allerliebste wonung gewesen.
Nyholm, Füetrer. Gralepen
1423, 3
(
moobd.
,
1473
/
8
):
ich [Gawan] wil mich machen wider auf das spor, | das ich mǔg haimat und mein mag peschawen.
Kurz, Waldis. Esopus
3, 8, 17
;
Rieder, St. Georg. Pred.
87, 34
;
Vetter, Pred. Taulers
85, 15
;
Wickram
4, 12, 23
;
Schib, H. Stockar
46, 25
;
Fischer, Eunuchus d. Terenz
148, 16
;
Roth, E. v. Wildenberg
44, 16
;
Turmair
4, 57, 21
.
Vgl. ferner s. v.  2.
3.
›Ort, an dem man sich wohl fühlt, an dem man zur Ruhe kommen kann; Heimstatt‹; in den Belegen meist mit Bezug auf den Himmel.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3.
Syntagmen:
keine h. haben
;
in die h. komen; die rechte / väterliche h.
;
die h. des ewigen lebens, des himlischen reiches
.

Belegblock:

Pyritz, Minneburg
2549
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Wann zwar ez hat min girde | Kein heimet niht wann by dir eine.
Strauch, Schürebrand
47, 3
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Bedenckent dicke uwer vergangen leben und uwer künftiges sterben und lerent lüste sparen und frühte samelen untze in uwer heimuͦte des ewigen lebendes.
Vetter, Schw. zu Töß (Hs.
15. Jh.
):
von dem ellend dis unsichren lebens zuͦ der vaͤterlichen hainmuͦt des himelschlichen riches.
Niewöhner, Teichner
404, 39
(
moobd.
,
1360
/
70
):
als ein waller, [...], | der nach ainem vragen sol, | wo sein rechtz haimend sey.
Rieder, St. Georg. Pred.
307, 1
;
Illing, Albert. Sup. miss.
1057
;
Michels, Murner. Badenf.
24, 1
;
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 25, 147
.