1
behagen,
md. und nobd., sehr vereinzelt auch im sonstigen Obd. mit Kontraktion des
-age-
, dann
beheien,
oft mit
ai
-Schreibung,
V.;
zu
behagen
›gefallen‹ (
Kluge/S.
1989, 69
);
zur Möglichkeit der Verbindung von
1
behagen
und
2
behagen
vgl.
de Vries, Nederlands Etymologisch Woordenboek
1971, 39
.
1.
›jm. etw. angenehm sein; jm. gefallen, behagen, Wohlgefallen, Freude bereiten‹.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 4, (V.) 6,  1, .
Gegensätze:
.
Syntagmen:
j.
(Subj., z. B.
die meid
)
jm.
(z. B.
dem menschen, gotte
) (
wol / nicht
)
b., jm. b., das […], j.
(Subj.)
der sele b., sich in jm. b
. ›an jm. Wohlgefallen haben‹,
etw.
(z. B.
der gesang / rat / zuspruch, die botschaft / keuschheit / zucht, das opfer / urteil
)
jm.
(z. B.
gotte
)
b.
; vereinzelt mit Akk.:
jn. b.
, dazu passivisch:
in worten behaget werden
.
Wortbildungen:
behagenung
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
3, 474, 30
(
preuß.
,
1452
):
das sy welden uszenden und personen gekoren, behaite mir nicht wol und irschrag des czere.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Wölte ich mich einem menschen lieben und wölte dem aleine behagen.
Frantzen u. a., Kölner Schwankb. (
Köln
um 1490
):
Nu haestu myr ye wael behait, | Sint ich dyn kuntschaff yerst gewan.
Jostes, Eckhart
16, 33
(
14. Jh.
):
sei wir uzgegangen in der zeit in der behagenung siner minne.
Strauch, Par. anime int.
30, 9
(
thür.
,
14. Jh.
):
dit ist min libe son, in deme ich mir behage.
Ebd.
134, 40
:
daz eine, daz he tu waz Gode behait, daz andere, daz he laze waz Gode missehait.
Feudel, Evangelistar
139, 21
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
do kumen waz vor en Herodianen tochter unde hatte gesprungen, do behaites Heroden unde alle den dy do azen.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
So welde ich stetlich prayn | Vor Gote, in wol behayn!
[Bezug von
in
auf
got
nicht absolut sicher]
.
Neumann, Rothe. Keuschh.
2424
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
also geschit einer kuschen maget: | wanne ir das griffen behaget | […] | gar selden si in kuscheit bested.
Gille u. a., M. Beheim
444, 213
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
ab zihen, stelen auff dem velde. Drait ader wein | würt selten recht behaiet
[das Passiv setzt Transitivität des Verbs voraus].
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
Er machs […], | Mit mir [Maria] was jhm behagt.
˹Eher hierher als zu : Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
was solt uns út | Anderre lúte gůt behan, | Und wir das únser hant gelan?
˺
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
symon nam das auf vnd im behagt das er gebrucht der hochen priesterschafft.
ders., Eckharts Trakt. ; ;
Jostes, a. a. O.
5, 2
;
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
3524
;
7669
;
Kehrein, a. a. O. ;
Froning, Alsf. Passionssp. 
909
;
952
;
5376
;
Ebd.
5795
;
Strauch, a. a. O.
18, 31
;
85, 37
;
137, 29
;
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. ; Mk. ;
Feudel, a. a. O.
25, 6
;
Hübner, a. a. O. ;
Mone, Adt. Schausp. ;
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe ; ;
Palm, Veter Buoch ;
Opitz. Poeterey
31, 8
;
Stackmann u. a., Frauenlob
1, 8, 13
;
7, 32, 4
;
Vetter Pred. Taulers ; ;
Kurrelmeyer, a. a. O. Var.;
Martin, H. v. Sachsenh.
1268
;
3590
;
3700
;
5623
;
Schlosser, H. v. Sachsenh.
1697
;
5495
;
Haltaus, Liederb. Hätzlerin ;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
1, 203
;
Klein, Oswald
27, 13
;
116, 8
;
Weber, Füetrer. Poyt.
39, 6
;
Schmitt, Ordo rerum
670, 15
;
Dietz, Wb. Luther ;
Preuss. Wb. (Z)
1, 479
;
Pfeiffer, Kölner Ma.
1854, 305
;
Winkler, Flugschr.
1975, 180
.
2.
›sich wo befinden; in etw. ruhen, sich in etw. wohlfühlen‹.

Belegblock:

Eggers, Psalter
54, 7
(
thür.
,
1378
):
din gnade ist vor minen ougen, vn̄ ich behaite in diner warheit.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
1517
/
8
):
Wer mir bestet | Wo ir ursprung behaget, | Wie ieder mit seim namen her | Sey komen her mit dingen!
[hierher?]. Gille u. a., M. Beheim
21, 39
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
das mein inwendiger smak mit eitelkait nicht also werd geloket | und auch petrogen in treüknis behak.
Kehrein, Kath. Gesangb. (o. O. [
Bodenseegeb.
]
1517
):
Ich bin deß herren dienerin vnd maget | Mein will in gott ist, vnd mein gmüet behaget | In seiner lieb.
3.
als part. Adj.
behagt
›bekannt, vertraut‹.
Bedeutungsverwandte:
 1.

Belegblock:

Euling, Kl. mhd. Erz. (
nobd.
,
E. 15. Jh.
):
die [engel] sein mir bekant und wol behayt | als ein hawswirt seinem jngesind.
4.
›jm. zukommen, ziemen, angemessen sein‹.

Belegblock:

Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Fröden mich für bas nütt behagtt.