mishagen,
V.;
Präfix
oft
misse-
;
-age-
teils kontrahiert zu .
›jm. mißfallen, mißhagen‹;
vgl.
1
(V.) 1.
Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Gegensätze:
(V.) 6.
Syntagmen:
es mishaget jm
. [+ Hauptsatz];
etw
. (Subj., z. B.
die märe
) /
j. jm. m., jm. m., das [...], an jm. etw
. (z. B.
ein gebrech
)
m
.; subst.:
mishagen meinen
;
das mishagen sein selbes
.
Wortbildungen:
mishage
›Mißbehagen‹,
mishäglichkeit
,
mishagung
.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Jer.
40, 4
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
missehagit
[
Luther
1545:
Gefelt ... nicht
]
dir abir, das du mit mir komist zu Babylonien, so sytze alhi.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
18582
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Dô dise dinc vorquâmin | dem vogite der Samin, im missehagetin dî mêr.
Toeppen, Ständetage Preußen
3, 134, 12
(
preuß.
,
1450
):
das aller unwille, misseheglichkeith und bedassung [...] nymmer in arge van eynem teile widder das ander vorgenommen sollen werden.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
1686
(
rib.
,
1444
):
Mer mich dunckt dat yr vur maget | Mich qualich haldet, dat mir mishaget.
Ebd.
6380
:
Doch nyet dat ich dit dar umb sage | Dat ich dich setze in eynche mishage.
Reissenberger, Väterb.
13212
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Ein bruder zu dem andern sprach | Daz er im missehagen sach.
Froning, Alsf. Passionssp.
3649
(
ohess.
,
1501 ff.
):
es begynnet mer gar sere missehagen: | ich lybeloßen mich selber gar schyer!
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
6942
(
omd.
,
1338
):
Daz an dem vrunde missehayn | Sol me der gebrech dis mutes | Wan der gebrech dis gutes.
Strauch, Par. anime int.
107, 7
(
thür.
,
14. Jh.
):
daz si [sele] nirgin gedenke ane behagunge noch missehagunge der lude, dan zu Gode alleine.
Vetter, Pred. Taulers
414, 8
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
daz gemuͤte nút enheftet in die ding [...]. enmeine nút lust noch nutz. behagen noch missehagen. denne allein luter Got.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
6, 87, 14
(
Straßb.
1466
):
vnserm herren misshaget daz dauid hett geheissen: vnd schluͦg israhel.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
1, 159
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Vmbe das er got minnet, so kumpt er in ein missehagen sin selbes vnd aller sinre werke.
Primisser, Suchenwirt
2, 23
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Wer vleizzt sich guͦter pære, | Daz er mag niemant missehagen?
Bastian u. a., Regensb. UB
101, 16
(
oobd.
,
1357
):
ob in sulche ire recht [...] von yemand ubrvaren weren in deheine weys zu schaden odr mysseheglicheit.
Fischer, Brun v. Schoneb.
4826
;
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
685
;
Karsten, a. a. O.
13027
;
Strauch, a. a. O.
135, 1
;
Thiele, Chron. Stolle
380, 22
;
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
52, 3
;
Rwb
9, 689
 f.
Vgl. ferner s. v. .