belieben,
V.
– Gehäuft md./wobd.
1.
›jn. geschwisterlich, freundschaftlich, erotisch lieben; (ein Tier) mögen, gerne haben‹; auch von Gottes Haltung gegenüber den Menschen gesagt.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus
1, 7, 41
(
Frankf.
1557
):
Dem Feindt vergeben seine schuldt, | Vnd jn wie einen Freundt belieben.
Ebd.
2, 86, 4
:
Darumb die Fraw sich sehr betruͤbt, | Denn sie den Mann hertzlich beliebt.
Ebd.
3, 72, 37
:
So sehr als Gott beliebt die schlechten, | So strafft er auch die vngerechten.
Ebd.
4, 94, 255
:
Wo er [Storch] im Dorff oder in einr Stadt | Auff einem Dach sein bhausung hat, | Da macht ers, das man jn beliebt.
Luther, WA
48, 275, 12
(
1525
):
gib mir gnade, meynen nehsten [...] als mich selbst, brüderlichn zw belibenn.
Kurz, a. a. O.
4, 94, 255
;
Schwäb. Wb.
1, 835
.
2.
›e. S. anhängen, sich etw. angelegen sein lassen, auf etw. hinarbeiten, etw. schätzen, mögen‹.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus
1, 22, 52
(
Frankf.
1557
):
Vnd ist nichts in der Welt so gut, | Das mans one nutz belieben thut.
Opel, Spittendorf
1, 6
(
osächs.
,
um 1480
):
nicht meister waren im rathe, die den friede, eintracht und liebe in der stadt belibeten, sondern unglück [...] zu machen.
Göz. Leichabd.
210, 12
( 
Jena
1664
):
so belieben doch auch Sie des durch Freude verjuͤngten Jsraels Trost⸗Worte.
Heidegger. Mythoscopia
61, 9
(
Zürich
1698
):
An statt Paulus die Ehrbarkeit beliebet / beschreiben dise die Bruͤst der Weiber.
Ebd.
78, 16
:
Man wolle selbst das lesen der Poeten hoͤchlich beliebt haben.
Heidegger. a. a. O.
11, 27
.
3.
›etw. (z. B. den christlichen Glauben) annehmen; etw. (z. B. Rechtssätze) beschließen, etw. akzeptieren‹.
Syntagmen:
den glauben / vertrag, die wilkür b
.
Gegensätze:
.

Belegblock:

Preuss. Wb. (Z)
1, 518
(a. 
1599
/
1600
).
4.
›jm. belieben, gefallen, behagen‹.
Bedeutungsverwandte:
1
(V.) 1, (V.) 6.

Belegblock:

Schöpper
57a
(
Dortm.
1550
):
Placere. Gefallen behagen belieben amnuͤtig
[!]
sein.
Kurz, Waldis. Esopus
3, 65, 29
(
Frankf.
1557
):
Wem der vorwitz so sehr beliebt, | [...] | Dem gschicht recht, das er wirdt geschendt.
Küther, UB Frauensee
351, 35
(
thür.
,
1524
):
die macht habenn, ein halp fudder weinß zu schengken, wan im daz beliebet.
Weise. Jugend-Lust
115, 14
;
Göz. Leichabd.
173, 1
;
213, 17
;
M. Cunitia. Ur. Prop.
255, 31
;
v. Birken. Erzh. Österreich
77, 14
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 317, 4
;
Memminger Chron. Beschr.
27, 20
;
Schwäb. Wb.
1, 835
.