bekant,
(sehr vereinzelt:)
bekent,
part. Adj.,
nicht sicher vom Part. Perf. von (V.) trennbar.
1.
›(jm.) bekannt, vertraut (von Sachen); anerkannt, bestätigt, berühmt, berühmt‹; bei mathematischen Operationen: ›gegeben‹;
vgl. (V.) 1.
Bedeutungsverwandte:
; , .
Syntagmen:
(jm.) etw. b. sein / werden, jm. b. werden, ob [...], jm. etw. b. machen / sagen / tun, jm. b. tun, das [...] / wie [...]
;
jm. e. S
. (Gen., z. B.:
des gesanges
)
b. tun
;
bekanter sonnengrad, bekante lere / ursache, bekantes argument / wort
.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Daz wir uns vröuwen êwiclîche in dem herren [...] und unser gedanke im bekant sîn.
Henschel u. a., Heidin
432
(
nobd.
,
um 1300
):
Daz mir daz w’de bekande | Ob er vrevnt Oder veint si.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
44
(
mrhein.
,
um 1335
):
Ich bin iohannes genant | vnd důn aller der werlete bekant, | daz [...].
Froning, Alsf. Passionssp.
3745
(
ohess.
,
1501ff.
):
die gotheit thut eme bekant, | williglichen den toidt zu lyden.
Opitz. Poeterey
4, 28
(
Breslau
1624
):
wie nicht alleine ich durch das Vaterland / sondern auch das Vaterland durch mich bekandter werde.
v. Ingen, Zesen. Ged.
387, 13
(
Breslau
1641
):
Was von uns irrdisch ist verscharrt man in den Sand / | das beste Theil verbleibt. Druͤmb seyn wir noch bekandt / | und werden nicht vergehn.
M. Cunitia. Ur. Prop. (
Öls
1650
):
wenn man [...] aus bekandten Sonnengrad den auffsteigenden Punckt erforschet.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
8
(
Nürnb.
1517
):
Zugleicherweis wir die unbekanten ding nit lieben und die ungenungsam bekanten nit genungsam lieben, also mögen wir auch nit loben, das ganz unbekant ist und keinswegs geliebet wirdet.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
115, 9
(
Nürnb.
1548
):
Helt vns ein gemeine vnd bekandte haußlehr fuͤr / Wie Eltern die kinder zu Gottes forcht ziehen [...] sollen.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
33
(
schwäb.
,
1453
):
Mit blaͮwer siden von palmand, | Die mangem kouffman ist bekant.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Sein nam war mir bekandt. [...]. Gedult ein kreutlein gut genant / Brichs ab / [...] / machs dir bekant. [...]. Es soll sich ein jeder in seiner red / verstaͤndiger vnd bekanter wort befleissen.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
46, 14
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
tue mir die warhait jehen, | mach mir die red nur pas bechant!
Guth, Gr. Alex. (Hs. ˹
oobd.
,
E. 14. Jh.
˺):
Da nü der abent wart bekend
[›hereinbrach‹], |
Da nam künig Philip den sig.
do kom gerant | Pöten, die Dario bekant | Sayten laydige mër.
˹Am ehesten hierher: Klein, Oswald
57, 12
(
oobd.
,
1431
/
2
):
ir zärtlich blick umbfahent mir | mein herz in rechter lieb bekannt
Munz, Füetrer. Persibein
124, 4
(
moobd.
,
1478
/
84
):
da von mein namen weitter werd bekanndt.
Kummer, Erlauer Sp.  (
m/soobd.
,
1400
/
40
):
in muͤß hie von meiner hand | der grimmig tod werden pechant.
Quint, a. a. O. ;
Fischer, Brun v. Schoneb. ; ;
Kehrein, Kath. Gesangb. ;
Froning, a. a. O.
3809
;
v. Ingen, a. a. O.
386, 16
;
Gille u. a., M. Beheim
22, 183
;
Mayer, Folz. Meisterl. ;
Vetter, Pred. Taulers ;
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. ; ;
Sappler, H. Kaufringer
2, 100
;
4, 6
;
28, 36
;
Spechtler, a. a. O.
48, 55
;
Klein, a. a. O.
25, 82
;
Munz, a. a. O.
8, 6
;
271, 4
;
Weber, Füetrer. Poyt.
16, 2
;
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
68, 4
;
Kummer, a. a. O. ; ;
Wmu
1, 172
;
Schirmer, Wortsch. Mathematik.
1912, 9
.
Vgl. ferner s. v. ,  12,
1
 1.
2.
›(jm.) bekannt, vertraut (von Personen); berühmt, angesehen; erkannt, identifiziert; einheimisch‹ im Gegensatz zu ›fremd‹;
vgl. (V.) 23.
Bedeutungsverwandte:
(Adj.); , , (s. v. , V. 5); oft im Orientierungsfeld von , , , .
Syntagmen:
jm. b. sein / werden
;
j. aussetzig b. sein
;
bekanter bote / maler / notar
; subst.:
sich von den bekanten ziehen, jn. unter den bekanten suchen, sich js. bei den bekanten schämen, zu dem bekanten reden
.

Belegblock:

Frantzen u. a., Kölner Schwankb. (
Köln
um 1490
):
Der eyn eyn overlender ist, | Der ander is alhye bekant.
Henschel u. a., Heidin
1078
(
nobd.
,
um 1300
):
Weiz got si wirt evch niht bekant | Des han ich einen eit gesworn.
Froning, Alsf. Passionssp.
7750
(
ohess.
,
1501ff.
):
Maria liebe frawe, | nu sich mich und schauwe, | abe dyr ich werde bekant | Hiesus dyne heylant!
Ulner
89
(
Frankf.
1577
):
Beruͤhmbt. Allenthalben bekandt / weidlich / trefflich / loͤblich / weit beruͤhmbt.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe (
thür.
,
1421
):
Alsso wart do obir allen yren landen eyn guter frede beide den fromdin unde bekanten.
Luther. Hl. Schrifft.
Lk. 2, 44
(
Wittenb.
1545
):
[seine Eltern] suchten jn [Jhesus] vnter den Gefreundeten vnd Bekandten.
Ebd.
Joh. 10, 14
:
Jch [...] vnd erkenne die meinen / vnd bin bekand den meinen.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
150, 24
(
Nürnb.
1548
):
wie es jetz disem deinem freund / bekanten oder verwanten gangen hat / also werde es dir der tage eins auch gehen.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Der bekante Mann / zeucht dem vnbekanten Mann das brot auß dem maul. [...]. Allzubekant / hat wenig ehr [...]. Wer dir ist wolbekant / den laß nicht auß der hand.
Jaksche, Gundacker (
oobd.
, Hs.
1. H. 14. Jh.
):
da wurde du schone enphangen | von ainem der was Symon genant | unt was ouzezich bechant.
Mell u. a., Steir. Taid. (
m/soobd.
,
1568
):
wo sich ainer des handwerchs alhie niderlassen, desselben erfarn und guet, auch bekent erbar und frumb sei.
Bauer, Imitatio Haller
91, 3
(
tir.
,
1466
):
Wer sich da cziehen ist von seinen freunten vnd pekchanten.
Henschel u. a., a. a. O.
304
;
763
;
Kurz, Waldis. Esopus ;
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk. ;
Kehrein, Kath. Gesangb. ;
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. ;
Wackernell, Adt. Passionssp. Br. I,
249
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 10
;
Maaler /v;
Voc. Teut.-Lat.
g viijr
;
Byland, Wortsch. Zürcher AT. ;
Dietz, Wb. Luther .
Vgl. ferner s. v.  4,  14.
3.
›erkannt; motiviert, verstehbar (von Namen); angesichtig, im Sichtfeld‹;
vgl. (V.) 5.

Belegblock:

Jahr, H. v. Mügeln
41
(
omd.
, Hs.
1463
):
wie menschen sin dich nie begreif, | in dingen du [got] doch bist bekant.
Behrend, Spangenb. Anbindbr. (
Straßb.
1611
):
Und Weiber Nahmen auch zugleich | Gerdraut / Adelheit / Rosenmund / | Gwaltburg dess gleichen Friedegund. | Die an jhn selbsten seind bekand / | Und mit sich bringen den Verstand.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
1986
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Der peste muz den pesten lieb haben der im bechant ist in der aller chlärleichisten erchantnüss.
Munz, Füetrer. Persibein
189, 3
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Sunst rait er aus dem lannde, | [...]. | ain purg in ward pekannde.
Vetter, Pred. Taulers .
4.
›mit Unterscheidungsvermögen ausgestattet, verständig‹; als Hypallage anschließbar an 3.

Belegblock:

Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
und sol in úns und in allen bekanten menschen von billich gewegenr nu fúrbaz sin an goͤtlicher selikeit.
Aber ein wolgeuͤpter bekanter mensch, der sich gebrestlicher dingen [...] hat mit menigvaltigem sterbene entschútet.
5.
›geständig; etw. erklärend, aussagend, vor einer Instanz vertretend; etw. zugebend, einräumend, anerkennend; bereit, zugunsten eines anderen auszusagen (jeweils von Personen)‹; mit Verschiebung der Bezugsgröße: ›als Diebesgut zugestanden, erklärt‹;
vgl. (V.) 78910.

Belegblock:

Opel, Spittendorf (
osächs.
,
um 1480
):
Hentze fragte Meurer, ob er der rede auch wolte bekant sein.
so wolde er daruber erkennen, das er des kegen gotte und allen seinen heyligen wolte bekant sein.
Luther, WA (
1535
):
Wie er zwar selbs als ein Prophet uber seinen eigen hals [...] zeuget und unverschampt als ein oͤffentlicher und von jm selbs bekanter und verdampter Widerchrist [...] solchen rhum aus ruffet.
˹Verschoben: Rennefahrt, Zivilr. Bern (
halem.
,
1645
):
daß niemand
einichem dienst [...], einiche argwönige, weniger bekandtne g’stollne sachen - - - abnemmen [...] soͧlle