aufhauen,
V., unr. abl.
1.
›etw. (ein Haus) aufschlagen, das Balkengerüst von etw. erstellen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  4.

Belegblock:

Thiele, Chron. Stolle
520, 4
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Der rath liss ouch eyn nuwe huss uff howen.
Opel, Spittendorf
484, 8
(
osächs.
,
1505
):
Es wart auch dass naue hauss ubir dess raths dorntze in deme jare uffgehauen.
Dietz, Wb. Luther
1, 131
.
2.
›etw. (z. B. Holz) gebrauchsfertig zuschlagen, zerkleinern‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3.

Belegblock:

Dinklage, Frk. Bauernweist.
61, 42
(
nobd.
,
1486
):
alles verlegnes holz und aftersegel [...] mach ein ieder nachbauer [...] aufhauen im zu gut.
Pfälz. Wb.
1, 376
(a.
1480
).
3.
›(Gras) mähen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
570
(
schles. inseldt.
,
1477
):
do ist gras off gehaen worden vnd ist bloben leygen.
4.
›etw. (z. B. ein Geschwür) fachgerecht aufschneiden; jn. sezieren; (Wildpret, Fische) zerlegen‹.
Wortbildungen:
aufhauung
1.

Belegblock:

Maaler
33v
(
Zürich
1561
):
Ein gschwaͤr Aufhauwen / Einen eyssen außlassen. [...]. Aufhauwung deß menschen. Anatomia, Diuisura.
Rwb
1, 878
(a.
1492
);
Preuss. Wb. (Z)
1, 235
.
5.
›etw. aufgraben, aufhacken, aufklopfen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Ziesemer, Marienb. Konventsb.
7, 20
(
preuß.
,
1399
):
die do hulfen czu der selben steynbrucken und die alde steynbrucke uffzuhauwen.
Welti, Pilgerf. v. Walth.
60, 24
(
omd.
,
n. 1474
):
do sie mit [...] hoüwen die erde uff hywen, alzo fünden sie do ettlich gebeyne.
6.
›etw. mit Gewalt öffnen, aufschlagen, aufbrechen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
 3.

Belegblock:

Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
130, 4
(
Frankf.
1535
):
so stellen sie den schlaffenden drachen nach / vnd als bald hauwen sie jm sein coͤrper auff dieweil er noch lebet nemen sie jm den stein vß.
Luther. Hl. Schrifft.
2. Macc. 10, 37
(
Wittenb.
1545
):
Etliche hieben die thür auff / das der gantze Hauffe hin ein kundte.
Chron. Nürnb.
5, 620, 2
(
nobd.
,
1500
):
da kom er zu dem andern mal und sprach: tet wir nit auf, so wurd man sie mit gewalt auf hawen.
Sachs
17, 277, 32
(
Nürnb.
1562
):
Daß der jung ein straßrauber ist, | Welcher [...] | Etlich wägen hat auff-gehawen.
Chron. Augsb.
8, 98, 5
(
schwäb.
, zu
1561
):
Zwen hauen ein vaß auf, darinnen vil gelt.
Ebd.
99, 1
;
Rwb
1, 878
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 235
.
7.
›etw. (z. B. Güter) plündern; etw. stehlen, entwenden‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2,  16,  2.
Wortbildungen:
aufhauung
2.

Belegblock:

zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
2, 203
(
Nürnb.
1517
):
Daraus erwachsen absunderung der reiche, zank und hader, plackarei, rauberei, aufhauung der güter, todschleg, morderei.
Sachs
14, 48, 1
(
Nürnb.
1549
):
Seit mir mein wahr wurt auffgehawen, | Hab ich verlorn glauben und trawen.