aufklauben,
V.
1.
›etw. systematisch aufsammeln, auflesen, zusammenlesen; etw. aufraffen, zusammenraffen‹; auch ütr. auf den Erfahrungsschatz.
Wortbildungen:
aufklauber.

Belegblock:

Sachs
16, 9, 34
(
Nürnb.
1562
):
Als mein vatter eylent nach-ritt, | Hab ich mein brudr zerhawen lassen, | Stückweiß geworffen auff die strassn, | Dardurch mein vattr verhindert war, | Ehe er die stück auffklaubet gar.
Ebd.
17, 395, 8
(
1563
):
War auch ein hauptman der meerrauber, | Der falschen spil auch ein auffklauber, | ein trunckenboltz vol aller groben | Laster.
Goldammer, Paracelsus.
5, 70, 29
(
1530
):
was gut ist, das sollen sie aufklauben und den jungen geben, was bos ist, hinweg tun.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 440, 6
(
Straßb.
1466
; Var.:
Augsb.
um 1475
/
1480
;
Nürnb.
1483
/
Augsb.
1518
):
ensament
[Z-Sa:
klaubend auf
; K-Oa:
sammlet oder klaubet auf
]
die eher die do beleibent.
Ebd.
4, 60, 4
(Var.:
Augsb.
um 1475
/
1518
):
hetten funden einen menschen lesent
[Z-Oa:
auffklabend
]
hoͤltzer an dem sampstag.
Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 146, 31
(
Regensb.
1524
):
man muͦß nur butzen und stil aufklauben, die sich des bettelns darauf kaum erweren mögen.
Winter, Nöst. Weist.
3, 290, 10
(
moobd.
,
A. 16. Jh.
):
das abschnaitach [...] sollen die Atzlinger [...] aufklauben.
Turmair
4, 154, 20
(
moobd.
,
1522
/
33
):
der wind [...] warf in wachtel genueg herab, das sis nur aufklauben dorften.
Mell u. a., Steir. Taid.
155, 4
(
m/soobd.
,
1580
, Hs.
1629
/
43
):
das ain nachbauer sein staudach [...] auf seinen grünten aufklauben und etwo einen andern auf seine grünt werfen wolt.
Fastnachtsp.
442, 32
;
Sachs
14, 273, 35
;
17, 137, 11/13
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 712, 43
,
2.
›plündern; etw. stehlen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  15,  7.

Belegblock:

Winter, Nöst. Weist.
2, 20, 2
(
moobd.
,
um 1630
):
Ob einer außflehet wann ein feuer außkeme, und daß einer aufgelaubet
[sic!],
den soll man annehmen alß einen schadlichen mann.
Rwb
1, 885
.
3.
›etw. (z. B. Federn) durch Zerpflücken aufplustern‹.

Belegblock:

Preuss. Wb. (Z)
1, 238
(a.
1558
).
4.
›jn. gezielt aussuchen, auswählen‹.

Belegblock:

Goldammer, Paracelsus.
4, 194, 3
(
1530
):
darumb klauben wir auf reich, mechtig etc. leut zu dem ampt.
Ebd.
7, 43, 7
:
als Judas was ein auserwelter von Christo selbs durch sein mund, also klaubt ihn der deufel auf zu seinem nutz.
5.
›jn. ergreifen, gefangennehmen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1,  22.

Belegblock:

Turmair
4, 1044, 31
(
moobd.
,
1522
/
33
):
ward er erkent und aufgeklaubt und als ein gefangen man gein Rom geschickt.
Moscouia
C 3v, 31
(
Wien
1557
):
die / welche im reysn vnd Raub gewest / seindt in waͤldern durch die Baurn vnd anndern aufgekhlaubt / das also von den allen wenig haimb khumen sein sollenn.