anbegin,
anbeginne,
der
.
1.
›Anfang, Beginn von etw.‹; falls von Handlungen gesagt, auch ›Eröffnung (einer Handlung)‹;
offen zu 2; vgl.  1.
Bedeutungsverwandte:
 1,  2, , , ; vgl. .
Gegensätze:
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
3, 453, 22
(
preuß.
,
1452
):
das uns dach unczemlich duncket, das men uns nicht list das ambegyn mit dem ende und die grunt der sachen.
Wyss, Limb. Chron.
81, 10
(
mfrk.
,
2. H. 14. Jh.
):
Lobe den anbegin, daz ist min rat, wanne di sache gut ende hat.
Hübner, Buch Daniel
93
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Daz ir [Maria] sun min anbegin | Si, ende, mitten der sin, | Des textis uzlegere, | Der glosen meisterere.
Gille u. a., M. Beheim
195, 27
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
durch mancher handlay weise | Hat unkeüsch iren anpeginn.
Wyss, a. a. O.
68, 25
;
Feudel, Evangelistar
70, 9
;
Voc. Teut.-Lat. b ijv; b iijr; b Vr;
Schöpper
2a
;
Ulner
433
;
Dietz, Wb. Luther
68
.
2.
›Beginn, Ursprung (der Welt), Schöpfung‹, ebenso als Handlung Gottes wie als Zeitpunkt; auch ›Urgrund, Grundlage von etw.‹; in der Fügung
ane anbegin
›zeitlos, ewig‹;
vor anbegin
›seit jeher‹.
Vorw. religiöse Texte.
Bedeutungsverwandte:
 2,  1, .

Belegblock:

Palmer, Tondolus
1068
(
Speyer
um 1483
):
ir gebenediten besitzen das reich das euch von anbeging bereit ist.
Jostes, Eckhart
18, 20
(
14. Jh.
):
Ditz wort waz ein anbegin, ein ersticheit, alein man dar an chein ersticheit gesetzen muͤg, daz ist ze vernemen von der person, dar en ist chein e dan di ander. Da von heizet es ein ersticheit, wan es chein anbegin hat.
Gille u. a., M. Beheim
157, 6
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
mit der du mich vor dem ursprung | [...], | Herr, deiner sussichait und mynn | pegriffen hast vor an pegin.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 1894
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Der vatter ist ein anbegin aller gotheit nach wesen vnd nach personen.
Moscouia D
3r, 30
(
Wien
1557
):
Das ist beschehen im Jar von anbegin der welt nach Irer Raittung 7006.
Hübner, Buch Daniel
6433
;
Mayer, Folz. Meisterl.
16, 6
;
21, 2
;
35, 60
;
Gille u. a., a. a. O.
439, 48
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 12, 5
;
10, 129, 17
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 702, 9
;
Dietz, Wb. Luther
68
.
3.
›Längsfaden, Aufzug oder Kette eines Gewebes, Zettel‹.

Belegblock:

Voc. Teut.-Lat. pp VIv (
Nürnb.
1482
):
Zettel. exordiũ oder anbegynne.