1
hellig,
Adj.;
zu
mhd.
hellec
›ermüdet, erschöpft, durstig‹
().
– Nahezu ausschließlich obd. belegt.
1.
›müde, matt, schlapp, erschöpft‹.
Bedeutungsverwandte:
 1, (Adj.) 1, (Adj.) 1, (Adj.) 12; vgl. ,  1, ,  3,  2, (Adj.) 1,  1, b), (Adj.) 3.
Syntagmen:
der feind / knecht, das pferd / volk, die leute
(Subj.)
h. sein / werden
;
der hellige könig
.
Wortbildungen:
helligheit
›Ermüdung, Überdruß‹.

Belegblock:

Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
daz dise kleidunge [...] nit an sich genomen hant von grobeheit noch von hellicheit.
Sachs (
Nürnb.
1550
):
Darumb bit ich gantz sehr, das dw | Mich fürst in dein hauß an mein rw; | Wann ich bin gar müdt, mat und hellig.
Ebd. (
1563
):
Weil der feind müd und hellig war, | Gert er zu schlagn den nechsten tag.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
1, 264, 10
(
halem.
,
1508
/
16
):
Nun was das volk alles hellig und muͤd.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
d’Eidgnossen [...] liefend dran einen so witen weg, dass vil knecht hellig, durstig und hungerig wurden.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
darzuo sind unser pfertt müed und hellig.
Österley, Steinhöwels Äsop (
Ulm
1474
/
82
):
Do [...] das pfärd von arbait schwiczet und hellig, ouch übermüd stund.
V. Anshelm. a. a. O. ;
Tobler, Schilling. Bern. Chron. ;
Koller, Ref. Siegmunds ;
Primisser, Suchenwirt ;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 91
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
2.
›durstig‹; Spezialisierung zu 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
453, 2332
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Wann es warn dise in der stat | plöd, hellig hungerig und mat.
Sachs (
Nürnb.
1538
):
Mein hof wurd schir bawfellig, | Mein vieh hungerig und hellig.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
sein volk [...] schleimig, hellig und hungerig war.
Bobertag, Faust ;
Barack, Zim. Chron. .