gelert,
gelart,
part. Adj.,
in adverbialer Verwendung auch mit
-lich
-Suffix:
gelertlich
.
›gelehrt, gebildet, vernünftig‹.
Phraseme:
ein gelerter eid
›nach einer feststehenden Formel gesprochener Eid‹.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 3 (part. Adj.), (Adj.) 34,  23, , , ; vgl. , .
Wortbildungen:
gelertheit
,
gelertlich
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
540, 1088
(
Magdeb.
1608
):
Deine theilung ist lobens werth / | Lieber wer macht dich so gelehrt?
Schöpper (
Dortm.
1550
):
Doctus Gelert erfarn kuͤndig geschickt kunstreich wolkuͤnnend schrifftweiß.
Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
dat men sente geleirde heren.
Apherdianus (
Köln
1575
):
Adelthumb so auß gelertheit / geschicklicheit enstehet.
Stambaugh, Milichius. Zaubert.
6, 4
(
Frankf./M.
1563
):
Denn ob wol vil gelehrte leuth / wider die / so da unrecht lehren / unnd Secten ahnrichten / sich dapfer legen / thuͦn sie es doch nicht alle mit frucht.
Lemmer, Schernb. Frau Jutte
443
(
Eisleben
1565
):
Ich thu euch schnell bekandt / | Das zu vns komen sind in das land / | Zween ersame gelerte Man.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Ez ist vil gelêrter liute, die diz niht enbegrîfent.
Opitz. Poeterey
55, 1
(
Breslau
1624
):
Plinius der Juͤngere / welcher vber alle seine sachen gelehrter freunde guet achten erfodert.
Keil, Peter v. Ulm
79
(
nobd.
,
1453
/
4
):
ein gute salbe, die alle gelert ertzt gemeyniglichen prauchen.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1397
):
haben wir [...] zu den heyligen einen gelerten ayde mit aufgepoten vingern gesworen.
Voc. Teut.-Lat.
k viv
(
Nürnb.
1482
):
Gelertlich. docte. doctim.
Gille u. a., M. Beheim
96, 32
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Das ist, daz lant und stat ist wal | gelerter leut hie warden val.
Kohler u. a., Bamb. Halsger. (
Bamb.
1507
):
welcher vor Richter oder gericht einen gelerten meineydt schwert.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1374
):
des schwuͦrn die winschenken all gelert aid.
Anderson u. a., Flugschrr.
23, 5, 28
([
Augsb.
]
1525
):
ist bey jnen loblich herkommen das sy Edel / weyß / geleert vnd frum͂ maͤnner zuͦ Raͤthen haben.
Kohler, Ickelsamer. Gram. (wohl ˹
Augsb.
1. Dr. 16. Jh.
˺):
Er sagt auch, das der Cicero, ain wunder gelerter man, diser kunst sere fleissig sey gewest.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
ob hie gelerte lút | Vindent das in nút wol behage | Und nút si rechtú, warú sage.
Maaler (
Zürich
1561
):
Geleertlich / Gar künstlich. Perdocte.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
obd.
,
1521
):
daß das stift [...] gelert priester uf sölich pfarr setze.
Klein, Oswald
112, 283
(
oobd.
,
1438
):
Ain pawer, der nie schrifft verhort | [...] der sol nu bas verstän das recht, | wann ain gewandert güter knecht | oder ain gelarter, weiser man.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Ertzhertzog Fridreich wart von jugent weiß und klueg und der geschrifft gar wol gelert.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron (
moobd.
,
1478
/
81
):
Es was bei im ain vast gelerter astrologus in der kunst astronomia.
Thür. Chron.
15v, 12
;
Franck, Klagbr.
229, 11
;
Schmitt, Ordo rerum 136, 4.
6
;
Dietz, Wb. Luther f.;
Bad. Wb.
2, 353
;