declinieren,
V.
1.
›sich neigen, niedersenken‹; ütr. auch: ›tendieren‹.
Bedeutungsverwandte:
 1, .

Belegblock:

Sudhoff, Paracelsus
4, 573, 25
(
1527
):
notandum hoc quoque certum esse signum mortis, cum urina neque ad albedinem neque ad rubedinem ganz declinirt.
Rot
303
(
Augsb.
1571
):
Declinirn, [...] nidersencken. [...] Jtem sich neygen.
2.
›(ein Wort) deklinieren, beugen‹; ütr. auch: ›etw. herunterleiern‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3,  9,  6,  3,  3.

Belegblock:

Barack, Teufels Netz
11725,
Var. (
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
die schuoler [...] soltinds leren decklinieren und och singen, | Das es recht hin gieng clingen, | Wenn man ain ze wihe sant.
Rot
303
(
Augsb.
1571
):
die letzt silben eines worts in ein andre lencken / Als Magister, magistri, magistro, magistrum, & c. solches heyst man in den Lateinischen schuͦlen declinirn.
Schwäb. Wb.
2, 140
.
3.
›dichterisch verarbeiten‹.

Belegblock:

Sachs
3, 288, 27
(
1518
):
damit schied ich trewlich ab | Auß dieser wildtnuß in mein hauß | Und declinieret zu stund auß | Die materi, die fürbaß sehr | Mag kummen zu haylsamer leer | Den jungen, schön, zarten junckfrawen.