auflaufen,
V., unr. abl.
1.
›schwellen, anschwellen (von Körperteilen, Beulen, Wunden o. ä.)‹.
Bedeutungsverwandte:
; vgl. ,  17.

Belegblock:

Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
84, 5
(
Frankf.
1535
):
Jst wider den krebs / vnnd aufflauffen der lefftzen / vnnd wider den grindt.
Ebd.
192, 13
:
Dise geleget vff brandt / machet das keyn blater vfflauffen mag / heylet bald dauon.
Luther. Hl. Schrifft. 3. Mos.
13, 43
(
Wittenb.
1545
):
das weis oder rötlicht mal auffgelauffen an seiner [Man] glatzen.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
66v, 16
(
Leipzig
1588
):
biss er am dritten tage sehr zerschwollen vnd auffgelauffen (wie etliche meinen / von eingenommenem Gifft / ploͤtzlich dahin gestorben ist.
Keil, Peter v. Ulm
234
(
nobd.
,
1453
/
4
):
wem ein plater auf dem kny aufflauft.
Sudhoff, Paracelsus
7, 341, 3
(
1529
):
Welche geschwollen schenkel haben, auflaufent, zerblasen, [...], nemen zu und ab.
Strauss, A. v. Villanova dt., S.
167
(
obd.
, Hs.
1421
):
so er müde ist [...] vnd die adern aflauffent.
Sudhoff, a. a. O.
454, 24
;
Maaler
34v
;
Golius
260
;
Rwb
1, 893
;
Crecelius
1, 59
;
Schwäb. Wb.
1, 395
;
Schweiz. Id.
3, 1130
.
2.
›aufgehen (von Teigwaren)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  17.

Belegblock:

Bell, G. Hager
623, 21, 5
(
nobd.
,
1593
):
Gut airblecz, die auf gloffen sind | macht man geschwind.
3.
›anschwellen, steigen (vom Meeresspiegel)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  8,  4,  3.

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 171, 2
(
Köln
1582
):
Wenn auch das meer wer auffgelauffen, | Wenn seine wasser vngestuͤm | Sich grewlich wuͤrffen vm vnd vm.
4.
›umstürzen, den spezifischen Geschmack verlieren (vom Wein)‹. Verordnungen verbieten, den „aufgelaufenen“ Wein mit dem neuen zu vermischen. Das Verbot wurde durch Wegschütten des Weins oder Verteilung bzw. Verkauf an die Armen erfüllt (vgl. dazu: Schweiz. Id.
3, 1130
).

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 181, 23
(
obd.
1525
):
Unser bischof [...] besorgen, dem armen dorfpfaffen werd der wein [...] seiger und auflaufen und das brot schimlig.
5.
›sich aufblähen‹, vom Rindvieh gesagt, wenn der Pansen durch Aufnahme von übermäßig vielem Grünfutter gefüllt ist und das Wiederkäuen unterbleibt oder verzögert wird.

Belegblock:

Schweiz. Id.
3, 1130
(a.
1556
).
6.
›sich ergeben, auflaufen, entstehen (von Kosten o. ä.)‹; mit Verschiebung auf das kostendeckende Gut: ›für etw. verwendet werden, draufgehen‹; auch: ›zusammengerechnet werden, zusammenkommen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  9,  4.
Syntagmen:
kosten
(mehrfach)
/ lon / schade / (-)schuld a.
, ˹verschoben:
kirchengut a.
˺;
etw. auf
(ein Maß)
a., etw. vom kriege a.
;
auflaufender wucher.

Belegblock:

Buch Weinsb.
2, 294, 29
(
rib.
,
1575
):
die 100 goltgl. heubtsummen [...] mit allen uffgelaufen pensionen, kosten und schaden.
Merk, Stadtr. Neuenb.
96, 3
(
nalem.
,
1510
):
was costens und schadens in diesen obgemelten hendeln [...] ufgelofen sind.
Welti, Stadtr. Bern
97, 7
(
halem.
,
um 1400
):
wond wir vmb geltschuld, so dar nach oder von dishin vff loͮffet, richten wellen nach der nuͥwen satzung.
Winter, Nöst. Weist.
4, 423, 28
(
moobd.
,
1573
):
ain ganze gmain hat sich auch vor mier beschwert das etliche jarr herr vil auf den eisenhandl aufgeloffen sei.
Roder, Stadtr. Villingen
124, 14
;
Rwb
1, 893
;
Preuss. Wb. (Z) 1, 241;
Pfälz. Wb.
1, 383
;
Bad. Wb.
1, 83
;
Schwäb. Wb.
1, 395
;
Schweiz. Id.
3, 1130
.
7.
›sich zutragen, entstehen, sich ereignen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1,
1
 9,  4.
Syntagmen:
angrif / handlung / krieg / stos / sache a.

Belegblock:

Welti, Stadtr. Bern
243, 18
(
halem.
,
n. 1437
):
Wie man obman vmb weltlich sachen nemen sol, die in der stat vff louffend.
Rwb
1, 893
;
Schweiz. Id.
3, 1130
.
8.
›sich raufen, sich streiten, prügeln‹, mit vereinzelter Tendenz zu: ›die öffentliche Ordnung stören‹.
Phraseme:
auflaufendes ding
›Rauferei, Streit, Zwist‹.
Bedeutungsverwandte:
,  2, .

Belegblock:

Foltz, UB Friedb.
1, 65, 13
(
hess.
,
1301
):
ob dikhein ufloufende dinc under uns gesche [...] oder ufloufen mohte, des han wir gekorn vier burcman.
Voc. Teut.-Lat. b VIIIv (
Nürnb.
1482
):
Aufflauffen geschellmachen auffplaßen od’ kriegen.
Merk, Stadtr. Neuenb.
110, 33
(
nalem.
,
1616
):
Wann man auch stuermt oder sonst ein geschrei und uflaufen wird, so sollen sie [schlißler] dann alle von stund an zue den toren mit ihren uferlegten wehren laufen.
Winter, Nöst. Weist.
2, 747, 7
(
moobd.
,
1641
):
das alle holden die deß gottßhauß Seisenstein [...] sint, im auflaufen sollen vëstiglich bei einander bestehen.
Ebd.
3, 110, 8
(
1630
):
welcher bei den panthaiding aufstosst oder auflauft oder zueredtnuß oder übel handl mit dröhen oder heftigen worten.
Voc. Teut.-Lat. r Vr; qq VIIr;
Rwb
1, 893
;
Bad. Wb.
1, 83
.
9.
›etw. (z. B. ein Tor) anlaufend aufsprengen, etw. einrennen‹; auch: ›etw. aufstoßen, auframmen‹.

Belegblock:

Preuss. Wb. (Z) 1, 241;
Crecelius
1, 59
;
Schweiz. Id.
3, 1130
.