arbeitsam,
auch
arbeitsamlich,
Adj.
1.
›beschwerlich, mühevoll, mühselig‹, teilweise mit der Nuance ›asketisch, enthaltsam‹ (vgl.  3;  3);
offen zu 2; zu  1,  1.
Gesamtfrnhd.
Bedeutungsverwandte:
,  1,  1 (häufig), , .
Syntagmen:
etw. a. leiden, a. auf den berg klimmen
;
alter / geburt sein a.
;
a. elend / handel / werk.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc. Jer.
6, 11
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
so byn ich vol des grymmis des herren und ist mir arbeitsam dis zu lidene.
Quint, Eckharts Trakt.
249, 6
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Den liuten mac vorhte und krankheit dâ von komen, daz unsers herren Jêsû Kristî leben und der heiligen alsô strenge und arbeitsam was.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
20, 20
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
es [alter] ist süchtig, arbeitsam, ungestalt, kalt und allen leuten übel gefallen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
8, 172, 16
(
Straßb.
1466
):
Wann auch der haffner der druckt zesamen die waichen erde arbeit samlich macht er ein ieglich vaße zů vnserm nutz.
Ebd.
213, 5
:
Nichten haß die arbeitsamlichen werck.
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 95, 5
(o. O.
1517
):
Darum er [mensch] schwarlich ward verflůcht | Vnd von got auch zerteilt behend | Getruckt in arbeitsam ellend | Ist worden aller gschoͤff ain knecht | Der vormal uͤber sy hatt recht.
Rieder, St. Georg. Pred.
63, 3
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
als wir all geboren werdent usser uńser muͦter lip; dú geburt ist arbeitsam.
Vetter, Pred. Taulers
83, 8
;
Bihlmeyer, Seuse
425, 22
;
V. Anshelm. Berner Chron.
6, 83, 3
;
Maaler
29r
;
Volkmar
305
;
431
;
Henisch
94
;
Dietz, Wb. Luther
1, 112
.
2.
›arbeitsam, fleißig, unverdrossen, emsig, rührig‹, z. T. mit der Nuance: ›ausdauernd, hartnäckig‹; falls vom Vieh gesagt: ›zur Arbeit verwendet, Arbeits-(vieh)‹; laut Rwb
1, 809
auch als Adj. in einer Titulatur verwendet (Beleg: schles., 1609);
Bedeutungsverwandte:
 2, , , , , , (mehrmals), ; vgl. .
Gegensätze:
.
Syntagmen:
a. sein
;
a. leute, a. vieh / tier.

Belegblock:

Dienes, E. Gros. Witwenb.
225, 4
(
nürnb.
,
1446
):
wer sie [Rachel] wil haben, der muß seyn arbsam vnd in der arbeit vnuerdrossen.
Maaler
29r
(
Zürich
1561
):
Arbeitsam / vnuerdrossen / Der von der arbeit nit muͤd wirt [...] Arbeitsam vych / das man zů wercken vnd zů arbeit braucht.
Lauater. Gespaͤnste
24r, 9
(
Zürich
1578
):
Als er dises ein guͦte zyt mit der arbeitsaͤligen lüten eeren wyberen getriben.
Ebd.
35v, 10
:
hat ein arbeitsamer pur / oder ein fuler muͤssiggaͤnger der boͤsen dingen noch zetrachten zyt.
Schöpper
29a
;
Ulner
175
;
Henisch
94
;
Dietz, Wb. Luther
1, 112
.