abschaffen,
V.;
Prät. unr. abl.; Part. Prät.: regelmäßig.
– Vorw. obd.
1.
›etw. (ungewünscht Bevorstehendes oder Mögliches) untersagen, verbieten‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
das schwören, das freudenfeuer, den tanz, die unruhe a.

Belegblock:

Chron. Augsb.
8, 347, 9
(
schwäb.
, zu
1548
):
also hat die kay. may. das schweren gantz abgeschafft.
Ebd.
7, 355, 2
(
schwäb.
, zu
1559
):
dardurch das freudenfeur verhündert und abgeschafft worden ist.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
194, 27
(
smoobd.
,
17. Jh.
):
Allen wirthen und prantweinlern sei hiemit abgeschaft, firterhin unter dem gotsdienst ainichen wein oder prantwein [...] mit außzegeben.
Ebd.
195, 20
;
Winter, Nöst. Weist.
1, 394, 31
;
Serranus
3 r
.
2.
›etw. (Bestehendes) aufheben, abschaffen, abstellen‹.
Bedeutungsverwandte:
 2,  5,  3,  4,  28, , .

Belegblock:

Kohler u. a., Bamb. Halsger.
121, 10
(
Bamb.
1507
):
Und wo an vnser Rete gelangt, das dawider gehandelt wurde, soͤllen sie das ernstlich abschaffen vnd straffen.
Gille u. a., M. Beheim
93
Ü (
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
alz der kaiser die speis ab schuff.
Chron. Augsb.
7, 243, 19
(
schwäb.
, zu
1551
):
Das ward alspald verschafft [...] und ward desselben tags wider abgeschafft, daß man nichts mer daran machen soll.
Küther, UB Frauensee
386, 4
;
Müller, Stadtr. Ravensb.
293, 6
;
Turmair
4, 1112, 20
;
Schöpper
104a
;
Ulner 9;
45
.
3.
›etw. (z. B. eine Tätigkeit) aufgeben, auf etw. verzichten‹.

Belegblock:

Turmair
4, 886, 20
(
moobd.
,
1522
/
33
):
das er [...] den krieg wider die Teutschen angehebt und schier an ain end bracht, abschuef.
Ebd.
5, 123, 22
:
zog er hinauf gên Weissenburg werts, wolt beschauen, was man gearbait het; es war umbsunst, muest’s alles abschaffen.
4.
›jn. wegschicken, wegjagen, sich jn. vom Leibe schaffen‹.

Belegblock:

Sachs
10, 439, 39
(
Nürnb.
1556
):
Er aber will nur haben gelt, | Wie dann der brauch ist in der welt. | Als ich im keins zu geben het, | Er mich von im abschaffen thet.
Winter, Nöst. Weist.
1, 394, 24
(
moobd.
,
1747
):
in denen feiernächten die lose bursch zu zersträhen und abzuschaffen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
26, 45
(
smoobd.
,
16. Jh.
):
so sollen die herbriger, die nit angvoget, durchauß ab- und außgeschafft sein.
Wrede, Aköln. Sprachsch.
35 b
;
Trübner, Dt. Wb.
1, 25
;
Preuss. Wb. (Z) 1, 54.
5.
›jn. verabschieden, entlassen, absetzen‹.
Bedeutungsverwandte:
 1, .
Syntagmen:
mit Akk. d. P.

Belegblock:

Chron. Augsb.
5, 370, 26
(
schwäb.
,
1523
/
27
):
Als nun kai. maj. hinein auf die Pfaltz kham, da schueff er alle fursten ab ausserhalben deren, [...].
Ebd.
7, 94, 4
(zu
1548
):
da soll die kay. mt. die gesandten von Costantz abgefertigt oder abgeschafft haben.
Ebd.
7, 487, 25
(
1563
):
wir [...] begerten, wir wolten den ainen doctor abschaffen.
Ebd.
8, 352, 16
;
Rwb
1, 231
;
Wrede, Aköln. Sprachsch.
35 b
;
Pfälz. Wb.
1, 74
.
6.
›sich abmühen, abarbeiten‹.

Belegblock:

Haszler, Kiechels Reisen
248, 19
(
schwäb.
,
n. 1589
):
das süch düe marinari den ganzen tag sehr abschafften mütt [...] hün und wüderkehren der segl.