part. Adj.
zu
(V.), diesem gegenüber in mehreren Bedeutungspositionen ansatzweise lexikalisiert; semantische Berührung mit
lebendig
.
4.
›über die Grenzen des körperlichen Daseins hinaus existierend, ewiges Leben oder Dasein habend; gerechtfertigt; Rechtfertigung, Seligkeit und ewiges Leben bewirkend, ewig, lebenspendend (von göttlichen Gaben)‹; als Metonymie: ›von Gott gegeben‹; vgl.
(V.)
6.
Texte religiösen, oft mystischen Inhalts.
Phraseme:
buch der lebenden, lebendes buch
›Liste derjenigen, die das ewige Leben haben‹.
Belegblock:
Helm, H. v. Hesler. Apok.
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Deme gebe ich die spise | Von deme lebenden rise | Daz Got vater [...] | Planzet in daz paradis.
Got spricht: swer nicht ein bozer wicht | Wirdet, des namen tilge ich nicht | Uze der lebenden buche.
Ir
[Apostel]
glichet den lebenden steinen | Die dar in sin gezimmert.
Daz Gotes lamb Jhesus Crist, | [...] | Daz vuret sie mit wunnen | Zu dem lebenden brunnen, | Von dem sie mac gedorsten nicht.
[Got] bliez im [Adam] lebenden geist in | Uz sim ewigen geiste.
Quint, Eckharts Pred.
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Swenne daz wort sprichet in die sêle und diu sêle widersprichet in dem lebenden worte, dâ wirt der sun lebende in der sêle.
Mayer, Folz. Meisterl.
(
nobd.
,
1517
/
8
):
schreib uns in das lebent püch | Und wisch uns ab den flüch.
Gille u. a., M. Beheim
69, 135
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Herr, allmachtiger got geheür, | lebender geist.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
40
(
Nürnb.
1517
):
Andre werk hat got in uns, ich sag werk des formirten gloubens, die er durch die lieb würkt – und also lebender glaub ist.
Vetter, Pred. Taulers
(
els.
,
1359
):
Si múgen wol sin komen zuͦ vernúnftiger worheit, sunder zuͦ der lebenden worheit.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
772, 28
(
els.
,
1362
):
Dis sacramente ist das lebende brot: Wer des gisset der lebet iemer me.
dú wort, dú in der lutren gnade werdent enpfangen und usser einem lebenden herzen dur einen lebenden munt us fliezent.
Schmidt, Rud. v. Biberach
5, 13
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Lebent ist gottes red vnd wort vnd creftig vnd sharpher denne dekein swert.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
261, 10
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
ist ouch die heblich gnade, in dem unde si die sele gesunt machet oder lebende machet oder got geneme machet, also heizet si die wirkende gnade.
Du, got, bekerend machet uns lebende.
von den hailigen [...] der namen an dem buͦch der lebenden sint geschriben.
Quint, Eckharts Pred.
;
;