entgeisten,
V.
›in einen Zustand der Gottnähe eingehen, in dem der Mensch den ihm spezifischen
geist
zugunsten eines höheren Seinszustandes aufgibt‹; zu 1b, vgl. 2.
Älteres Frnhd.; Texte der Mystik.
Bedeutungsverwandte:
2, (V., unr. abl.) 5; vgl. , .
Wortbildungen:
entgeistigkeit
.

Belegblock:

Jostes, Eckhart
60, 11
(
14. Jh.
):
in der genuͦmenheit da wirt der geist entgeistet.
Ebd.
27
:
waz weld und waz wollust in der geleichet swebet, do der engeistet geist und (engeistikeit) got beid ein engeistikeit sint!
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Wie aber der mensch engeistet súl werden, da hoͤr den underscheid.
Eichler, Ruusbr. steen
787
(
els.
,
sp. 14. Jh.
):
da inne bevinden wir anders nv́t denne entgeisten vnd entsinken in die einveltig grvndelos minne.
Ebd.
1159
:
daz inziehende triben gottes heisset vns, eins zú sinde mit got, vnd daz wir vnß entgeisten vnd sterben in selikeit.
Bihlmeyer, a. a. O. .